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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rübstiel - Rückenblut
Ol (s. Rüböl) enthält, ist zwar weniger ergiebig als
der Raps, aber sicherer und mit geringerm Boden
zufrieden. Man unterscheidet W interrübsen oder
Wintersaat und Som m err üb s e n oder S o m -
mers aat, ersterer wird im September, letzterer Ende
März gesät. Verwendung und Schädlinge wie beim
Rübstiel, Gemüse, s. Mairübe. ^Raps (s. d.).
AndnZ ^., Pflanzengattung aus der Familie
der Rosaceen (s.d.), Abteilung der Rubecn, mit zahl-
reichen, vorzüglich über die nördl. Halbkugel ver-
breiteten Arten, meist Sträucher. Krautige Arten
sind oicStein - oder Felscnhimbeere, 15. saxH-
tiliz ^., mit dreizähligen Blättern und roten, sauern,
aus wenigen großen, ungleichen Beeren zusammen-
gesetzten Früchten, die auf steinigem Boden in Berg-
wäldern vorkommt; der vorzugsweise in der kalten
Zone wachsende N. ckainasiuorug ^. (Sumpf-
brombeere, Torfbeere, Zwergin aulbeere,
Multbeere, Schellbeere), mit berzförmig-
fünflappigen Blättern und gelben Beeren, und K.
arcticug ^. (nordische Himbeere oder Ma-
mnrabeere), mit dreizählig-bandtciligen Blättern
und roten Beeren, deren Früchte (besonders die
Mamure), in Zucker eingemacht, in Schweden, Nor-
wegen und Finland ein sehr beliebtes und delikates
Dessert bilden. Zu den strauchigen Arten gehören
die Himbeere (s. d.) und die Brombeere (s. d.). Außer-
dem werden aber eine größere Anzahl von Arten
als Ziergehölze in Gärten kultiviert, z. B. N. oäo
raw3 ^. (Zimmetbrombcerc) aus Nordamerika,
mit einfachen, drei- bis fünflappigen Blättern und
großen rosenroten, wohlriechenden Blumen. N. di-
ücn'U8 Iitc/i. (1^. I6uc0ä6i'ini3 Doli</i.), gleichfalls
nordamcrik. Ursprungs, der durch die weiße Rinde
seiner Stengel ausfällt. Der von der Nordwestküste
Amerikas stammende 15. Lpect^diliZ ^ii-s/l. hat
rntenformige Zweige und purpurrote, einzeln auf
langen Stielen siebende Blüten. Alle diese Arten
lassen sich durch Ableger und Samen leicht ver-
mehren. - Vgl. Focke, 8)'n0s>3i3 Rulwi'nin <36i'-
m^nias. Die deutschen Brombeerarten l.Brcm. 1877).
Rueelläi (spr. rntsch-), Vernardo, geb. 1449 zu
Florenz, gest.daselbst 7. Okt.1514, Schwager Lorenzos
de' Ätedici, eins der hervorragendsten Mitglieder der
Platonischen Akademie und Gesandter der Florenti-
nischen Republik bei Ferdinand, König von Neapel,
und Karl VIII. von Frankreich, war ein gründlicher
Kenner des Altertums. Durch Gelehrsamkeit aus-
gezeichnet ist besonders seine Topographie des alten
Roms ("vs ni-d6 Noinw)). Verülunt waren seine mit
Kunstwerken geschmückten Gärten (0rti Oricelwi-i),
wo Machiavelli mit seinen Freunden zusammenkam,
und wo 1522 das Komplott gegen den Kardinal
Giulio de'Medici geschmiedet wurde.
Rucellai (spr. rutsch-), Giovanni, ital. Dichter,
Sohn des vorigen, Vetter des Papstes Leo X., geb.
20. Okt. 1475 zu Florenz, war 1520-22 Gesandter
in Frankreich, wurde von Clemens VII. zum Gou-
verneur der Engelsburg ernannt und starb 1525.
Sein Gedicht über die Bienenzucht: "1^6 npi" (obne
Ort 1539 n. ö.; Parma 1797), in reimlosen Versen
(vei-äi Lciolti), die zu den ersten der ital. Litteratur ge-
hören, ist eine Nachahmung von Virgils "(^oi-^ica"
und als Lehrgedicht ausgezeichnet durch Zartheit,
Wohlklang und Leichtigkeit der Verse. R.s Trauer-
spiele "1>.08iinin(iH" (Siena 1525) und "Oi^Lte"
(Verona 1723) sind Euripides nachgeahmt. Eine
Ausgabe seiner Werke erschien zu Padua 1772 und
von Mazzoni (Bologna 1888, mit Bioarapbie).
Rüchadlo (czeck.), ein Pflug (s. d.) mit steilem
Streichbrett, der den Boden nicht glatt umlegt,
sondern mehr krümelt.
Nüchel, Ernst Wilhelm Friedrich von, prenh.
General der Infanterie, geb. 21. Juli 1754 zu Zie-
zenow im Kreife Belgard, trat 1771 in die Armee
und nabm am Bayrischen Erbfolgekriege teil, wor-
auf ibn Friedrich d. Gr. in seine Umgebung zog.
R. war im Feldzuge von 1792 im Hess. Hauptquar-
tier, nahm an der Rbeincampagne teil, zuletzt als
Generalmajor und Vrigadecommandeur, und zeich-
nete sich namentlich bei Frankenthal 2. Jan. und bei
Kaiserslautern 18. und 20. Sept. 1794 aus. Hierauf
wurde er Inspecteur der Militärbildungsanstalten
nnd batte bei allen das Heer betreffenden Neuerun-
gen eine entscheidende Stimme. 1805 wurde er zum
Gouverneur von Königsberg ernannt und mit dem
Oberbefehl in der Provinz Ostpreußen betraut. Am
Tage der Schlacht bei Jena (14. Okt. 1806) stand
R. mit 15 000 Mann bei Weimar; vergeblich suchte
er den vordringenden Franzosen Einhalt zu thun
und mußte verwundet das Schlachtfeld räumen.
Bei der Neugestaltung des Ministeriums wurde R.
Dez. 1806 mit der Leitung des Militärwesens be-
traut, mußte aber gleich nach dem Frieden von Tilsit
(9. Juli 18<M auf Napoleons Befehl zurücktreten.
Er nabm den Abschied und lebte, ohne wieder Ver-
wendung zu finden, auf seinem Gute Haselau, wo
er 14. Jan. 1823 starb. - Vgl. Aus R.s Nachlaß
lin den "Jahrbüchern für die deutsche Armee und
Marine", Verl. 1878).
Ruchgras, s. ^nttioxaiMuiri.
Ruchrath, Johs., s. Johann (von Wesel).
Rückbürge, s. Bürgschaft.
Rückdeiche, s. Deich (Bd. 4, S. 879a).
Rückdiskontierung, die Weiterbegebung von
! diskontierten Wechseln mittels einer nenen Diskon-
tierung. Sie bildet namentlich einen Geschäftszweig
der kleinern und mittlern Banken, die im Lokalver-
kehr die Wechsel kleinerer Kaufleute und Gewerb-
trcibender übernehmen und mit der Garantie ibrer
Unterschrift an größere Banken übertragen. Der
Gewinn, den ihnen diese Vermittelung einbringt,
besteht anßer der Provision in der Differenz des
Diskonts 0- d.), den sie in Abzug bringen, und des-
jenigen, den die größere Bank ihnen anrechnet.
Rückdrehung des Windes, s. Dovesches Gesetz.
Rückeinnahmen, im Kassenwesen solche Be-
trage, die von Zahlungen, die aus einer Kasse ge-
leistet worden sind, außerhalb des Wegs der Rech-
^ nungsprüfung zur Kasse zurückfließen.
Rücken (l/oi-Luiu), die hintere Wand des Rumpfes,
erstreckt sich vom untern Rande des Nackens (s. d.)
bis znr Lendengegend und wird hauptsächlich von
der Wirbelsäule, den hintern Abschnitten der Rip-
pen und den über und neben beiden gelegenen
Weicbteilen gebildet. In seiner Mittellinie verläuft
eine scharf ausgesprochene Furche, in der das Rück-
grat (s. d.), besonders dessen Dornfortsätze sichtbar
sind, und die beiderseits von einem breiten mus-
kulösen Wnlst, den langen Streckmuskeln des R.,
begrenzt wird. Die mächtige Rückenmuskulatur
bat sünf Schichten und dient teils znm Aufrecht-
! halten, Strecken und Drehen der Wirbelsäule, teils
zum Heben und Senken der Rippen sowie zur Be-
wegung der Schulter und des Oberarms.
Nückenbau, Art der Berieselung, s. Bewässe-
rung (Bd. 2, S. 932 d).
Rückenblut, s. Milzbrand.