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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Russische Sprache; Russisches Kaninchen

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Russisches Kaninchen - Russische Sprache.

Litteratur. Die russ. Armee im Krieg und Frieden (Berl. 1890); v. Löbells Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im Militärwesen, hg. von Th. von Jarotzky, seit 1894 von Pelet-Narbonne (Berlin, erscheint jährlich); Lobko, Militäradministration (russisch, Petersb. 1894, erscheint jährlich); Geschichte des russ. Heers vom Ursprung desselben bis zur Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus I. (Lpz. 1895).

Russisches Kaninchen oder Chinesisches Kaninchen (s. Tafel: Kaninchenrassen, Fig. 4), kleines, weißes Kaninchen mit roten Augen, aber schwarzer Nase, schwarzen Ohren, schwarzen Pfoten und schwarzem Schwänzchen. Nicht selten ist die Färbung dieser Extremitäten braunschwarz. Die schwarzen Abzeichen sind bei ganz jungen Kaninchen noch nicht vorhanden, sie erscheinen allmählich; erst bei drei Monate alten Kaninchen sind sie völlig ausgebildet. Das R. K. ist besonders des Pelzes wegen wertvoll, aber auch, da es sehr fruchtbar ist, als Fleischkaninchen verwendbar.

Russische Sprache. Das Russische gehört zu den Slawischen Sprachen (s. d.); ein Hauptcharakteristikum der R. S. ist die Lautgruppe oro, ere, wo die andern slaw. Sprachen ra, rě (oder ro, re), und olo, wo die andern la, lě (oder lo, le) haben, z. B. südslaw. grad, poln. gród, czech. hrad, russ. gorod, Stadt; südslaw. brěg, Ufer, russ. bereg; südslaw. mlad, jung, russ. molod; südslaw. mlěko, Milch, russ. moloko. Das gesamte Russisch zerfällt in drei Hauptdialektgruppen: 1) Kleinrussisch; die ungefähre Sprachgrenze s. Kleinrussen. Der polit. Einteilung nach gehören zum kleinruss. Sprachgebiet in Rußland hauptsächlich die Gouvernements Grodno (zum Teil), Minsk (zum Teil), Volhynien, Podolien, Cherson, Kiew, Tschernigow, Poltawa, Jekaterinoslaw, Charkow, Woronesch; in Österreich-Ungarn: die östl. zwei Drittel Galiziens, ein Teil der Bukowina, die östl. Karpaten. In Österreich herrscht für die Kleinrussen die Bezeichnung Ruthenen. Unterscheidende Merkmale des Kleinrussischen dem Großrussischen gegenüber sind u. a. h für großruss. g, z. B. horod, großruss. gorod, i für großruss. ě, biłyj für großruss. bełyj, weiß. Das Kleinrussische zerfällt in eine Anzahl Dialekte. Als Hauptmundarten werden unterschieden: 1) Die rotrussische (ruthenische) im westl. Teil von Podolien und Volhynien, in Galizien und Ungarn; 2) die südkleinrussische (ukrainische) in den Gouvernements Charkow, Jekaterinoslaw, Kiew, in den südöstl. Teilen von Volhynien, Podolien, Tschernigow, in Cherson, Woronesh, Kursk, am Asowschen und Schwarzen Meere; 3) die nordkleinrussische (Mundart von Polesje) in den Gouvernements Grodno, Minsk, im östl. Teil Volhyniens, im nördl. Teil von Kiew und Tschernigow. Hilfsmittel für das Kleinrussische sind: Osadca, Gramatyka ruskoho jazyka (3. Aufl., Lemb. 1876); Ogonowski, Studien auf dem Gebiete der ruthen. Sprache (ebd. 1880); ders., Gramatyka ruskoho jazyka (ebd. 1889); Smal-Stocki und Gartner, Ruska gramatyka (ebd. 1893); Wörterbuch von Żelechowski (Ruthen.-deutsches Wörterbuch, 2 Bde., ebd. 1886). 2) Weißrussisch; die West- und Nordwestgrenze wird gebildet durch eine Linie von Bialystok über Augustowo, Wilna, Dünaburg nach Luzyn; die Nordgrenze durch die Linie Luzyn-Wjasma; die Ostgrenze durch die Linie von Wjasma bis an die Pripetmündung; die Südgrenze geht den Pripet entlang bis Pinsk, von da längs der Linie Pinsk-Bjelostok. Das Weißrussische fällt demnach in die Gouvernements Grodno, Wilna, Witebsk, Smolensk, Mohilew, Minsk. Das Weißrussische nimmt gewissermaßen eine Mittelstellung zwischen Klein- und Großrussisch ein, nähert sich aber mehr dem letztern. Vgl. Karskij, Obzor zvukov i form bělorusskoj rěči (Mosk. 1885). Wörterbuch von Nosovič (Slovaŕ bělorusskago narěčija, Petersb. 1870). 3) Großrussisch; fällt in das gesamte von den bezeichneten Grenzen nördlich und östlich liegende Gebiet. (Vgl. Petermanns "Mitteilungen", Bd. 24, 1878, IX: "Die Hauptstämme der Russen".) Auf dem Großrussischen, namentlich dem Moskauer Dialekt, beruht die russ. Schriftsprache. Zur Zeit der Entstehung der Litteratur im 11. Jahrh. schrieb man in Rußland in dem aus Bulgarien überkommenen Kirchenslawisch (s. d.), auf welches von Anfang an die Nationalsprache einwirkte, bis diese allmählich, durchdringend erst im 18. Jahrh., in der Litteratur zur Herrschaft gelangte; doch hat auch jetzt noch die russ. Schriftsprache viele kirchenslaw. Elemente behalten: vor allem ist die alte histor. Orthographie, die zu dem jetzigen Stande der Sprache nicht paßt, beibehalten, sie entspricht daher der wirklichen Aussprache so wenig wie die französische oder englische (z. B. geschrieben wird moe "meines", gesprochen majó). Von den zahlreichen grammatischen Werken über das Russische, d. h. die großruss. Schriftsprache, seien als wichtigere genannt: Gretsch, Grammaire raisonnée de la langue russe, traduite du russe par Reiff (2 Bde., Petersb. 1828-29); Vostokow, Russkaja grammatika (in vielen Auflagen; 12. Aufl., ebd. 1874). Eine dem heutigen Stande der Wissenschaft entsprechende große Grammatik des Russischen fehlt. Die Geschichte der Sprache behandeln: Buslajew, Istoričeskaja grammatika russkago jazyka (4. Aufl., Mosk. 1875); Sobolevskij, Lekcii po istorii russkago jazyka (2. Aufl., Petersb. 1891); Jagić, Kritičeskija zamětki po istorii russkago jazyka (ebd. 1889). Als Hilfsmittel zum praktischen Erlernen der Sprache seien genannt: Vymazal, Russ. Grammatik, zunächst für den Selbstunterricht (Brünn 1880); Pihlemann, Praktischer Leitfaden zum Erlernen der R. S. (10. Aufl., Reval 1889); Manstein, Handbuch der R. S. (Lpz. 1884; namentlich für die Aussprache); Ásbóth, Kurze russ. Grammatik (ebd. 1888); ders., Russ. Chrestomathie für Anfänger (ebd. 1890); Alexejew, Lehrbuch der R. S. (1. Kursus, 7. Aufl., Petersb. 1892; 2. Kursus 1876); Körner, Ausführliches Lehrbuch der R. S. (Sondersh. 1892); für die schwierige Betonung ist ein bequemes Hilfsmittel Bystrow, Regeln über den Accent in der R. S. (Mitau 1884). Die größten Wörterbücher sind: das der Petersburger Akademie (Slovar cerkovno-slavjanskago i russkago jazyka), 2. Ausg., 4 Bde., Petersb. 1867-68; eine Neubearbeitung ist im Erscheinen, ebd. 1891 fg.); Dahl (Dal), Tolkovyj slovar živago velikorusskago jazyka (4 Bde., Mosk. 1863-66; 2. Ausg., Petersb. 1879 fg.). Von lexikalischen Hilfsmitteln für Deutsche sind die besten: Pawlowski, Russisch-deutsches Wörterbuch (2. Aufl., Riga 1879), und Vollständiges deutsch-russ. Wörterbuchs (3. Aufl., ebd. 1886); kleinere Lexika sind: Schmidt, Vollständiges russ.-deutsches und deutsch-russ. Wörterbuch (3. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1890); Lenstroem, Russ.-deutsches und deutsch-russ. Wörterbuch (2 Bde., Sondersh. 1886-88); Koiransky, Deutsch-russ. und russ.-deut-^[folgende Seite]