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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sächsische Baugewerks-Berufsgenossenschaft - Sächsische Schweiz
durch Erlaß vom 10. Jan. 1870 auf 45 Jahre er-
weitert, jetzt unbeschränkt; letzte Statutenänderung
vom 20. März 1893, genehmigt 4. April 1893. Das
Notenprivileg dauert bis Ulümo 1900 (s. Privat-
notenbanken). Aktienkapital 30 Mill. M. in 50 000
Aktien zu 000 M. Die Bank ist zur Beteiligung bei
deutschen Staats-, Gemeinde- und Korporations-
anleihen befugt und hat seit Mitte Febr. 1888 pro-
visionsfrcien Giro- und Checkverkehr zwischen den
einzelnen Anstalten eingeführt. Die Guthaben wer-
den verzinst. Kurse der Aktien Ultimo 1890-94 in
Berlin: 114,114,80,116,40,116,80,119 Proz. Divi-
denden in dieser Zeit: 6, 6, 4^, 6, 4^ Proz.
Sächsische Baugewerks - Berufsgenosfen-
fchaft, s.
Sächsische Eisenbahnen. Die Eisenbahnen
im Königreich Sachsen hatten (1. Jan. 1894) eine
Gesamtlänge von 2618,i? kni, wovon 2^76,30 km
normalspurig und 341,8? kin schmalspurig waren.
Von den Normalspurbahnen entfielen auf je 100 c^m
unter Berücksichtigung sämtlicher Bahnen ergeben
sich jedoch 17,5 und 7,i km. Mit Ausnahme der
dem preuß. Staate und zwei Privatgesellschaften
(s. unten) gehörenden Strecken sind die S. E. Eigen-
tum des Staates (2456,7i km) und stehen unter der
konigl. Generaldirektion der sächs. Staatseisen-
bahnen in Drcsden. Die erste Eisenbahn in Sach-
sen war die von der Leipzig-Dresdener Eisen-
bahn-Compagnie auf Grund der Genehmigung vom
20. März 1837 erbaute Leipzig-Dresdener Eisen-
bahn (s. d.). Als erste Staatsbahn wurde die
Sächsisch-Böhmische Eisenbahn (s. d.) erbaut und
1. April 1847 die Sächs.-Vayr. Eisenbahn Leipzig-
Hof (Landesgrenze, 151,59 Km) vom Staate er-
worben. Weiter wurden verstaatlicht: die erzgebir-
gische Eisenbahn Niesa-Chemnitz (31. Dez. 1850),
die Sächs.-Schles. Eisenbahn Dresden-Görlitz
(31. Jan. 1851), die Albertsbahn Dresdcn-Tharanot
(1. Juli 1868) und Kicritzsch-Vorna (1. Okt. 1870).
1876 ging Sachsen vollständig zum Staatsbahn-
system über und kaufte fechs Privatbahnen: Greiz-
Brunn (1. Jan.), die Sächs.-Thüring. Eisenbahn
Wolfsgcfärth-Weifchlitz (I.Iuli), Leipzig-Dresden
(1. Juli), Zwickau-Falkenstein (1. Juli), Hainichcn-
Roßwcin (10. Aug.), Flöha-Neitzenhain und Pockau-
Olbernhau (16. Dez.), mit zusammen über 600 km;
1878 wurden erworben: Gö'ßnitz-Gera (1. Jan.),
die Sächs.-Vöhm. Verbindungsbahn Annaberg-
Weipert (I.Iuli) und dieMuldenthalbahn Glauchau-
Wurzen (1. Aug.); 1882: Wüstenbrand-Lugau
(1. Jan.) und die Sächs.-Thüring. Ostwestbahn
Werdau-Weida(I.April); 1886: Gaschwitz-Meusel-
witz (1. Juli). Die Betriebslänge der 1. Jan. 1891
von der Generaldirektion in Dresden verwalteten
Bahnen betrug, einschließlich der auf fremden Ge-
bieten belegenen Strecken, 2419,45 km normal-
spurige (dauon 2350,40 Km eigene Bahnen) und
327,42 km eigene schmalspurige Eisenbahnen. Von
den eigenen normalspurigen Strecken liegen 2129,29
km innerhalb der polit. Grenzen des Königreichs,
208,i8 km in deutschen Vunoesstaaten und 25,56 km
in Osterreich; 11,42 km waren hiervon an deutsche
Bahnverwaltungen und 1,21 km an ausländische
Bahnen verpachtet. Außer den eigenen Bahnen,
deren hauptsächlichste Linien in den Tabellen zu
Deutsche Eisenbahnen (s. d.) näher erläutert sind,
steht noch die Altenburg-Zeitzer Privateisenbahn
und die Sachsen-Utenb. Staatsbahn Meuselwitz-
Ronneburg (25,4i Km) unter der Verwaltung der
Generaldirektion; ferner sind von deutschen Vahn-
verwaltungen gepachtet und in Mitbetrieb genom-
men 30,80 km, von ausländischen Bahnen 12,84 km.
Die Schmalspurbahnen liegen sämtlich im König-
reich Sachsen. Am 1. Jan. 1894 bestanden in Sach-
sen überhaupt nur noch zwei Privatbahnen: Zittau-
Rcichenberg (26,6i Km), davon 21,04 km in Böhmen
und die Schmalspurbahn Zittau-Oybin-Johnsdorf
(14,i5 Km), und auch diese standen unter Staats-
verwaltung. - Vgl. Mbricht, Geschichte der könig-
lich sächs. Staatsei'senbahnen (Dresd. 1889).
Sächsische Holz-Berufsgenossenschaft, s.
Holz - Berufvgenossenschaften.
Sächsische Kaiser und Könige, dieröm. Kaiser
und deutschen Könige Heinrich I., Otto I., II. und III.,
Heinrich II., die von 919 bis 1024 regierten.
Sächsische Landeskulturrentenbank, s. Lan-
! deskulturrcntenbanken und Sachsen (Königreich,
! E. 137 d). jnigreich, S. 137d).
Sächsische Landrentenbank, s. Sachsen (Kö-
Sächsische Porzellan-Manufaktur zu
! Meißen, s. Königlich Sächsische Porzellan-Manu-
faktur zu Meißen.
' Sächsischer Kreis, einer der sechs Kreise, in
die im 1.1500 das Deutsche Neich eingeteilt wurde.
Als 1512 auch die kaiserl. Erb- und die kurfürstl.
Lande in Gestalt von vier neuen Kreisen (darunter
! der Obersächsische Kreis) hinzukamen, hieß der S. K.
! Niedersächsiscker Kreis (s. Niedersachsen).
Sächsischer Prinzenraub, s. Prinzenraub.
Sächsischer Vorschlag, eine ältere Bezeich-
nung der Augsburgischen Konfession (s. d.).
, Sächsische Schweiz, Sächsisch-Böhmische
! Schweiz, Meißner Hochland, Teil des Elb-
sandsteingebirges im südöstl. Teil der sächs. Kreis-
bauptmannsckaft Dresden und den nördlichsten
^ Teilen des böhm. Kreifes Leitmeritz, der nördlich
! vom kleinen Flusse Wesenitz, westlich von der Gott-
! leuba, südlich und südöstlich von Böhmen und östlich
von einer über Stolpen und Neustadt am Fuße des
! Falkenbergs laufenden Linie begrenzt und von der
! Elbe in schönen Windungen durchströmt wird. In
dieser Ausdehnung bedeckt die S. S. 660-800 ykm.
Schroff ansteigende Sandsteinfelsen, die, besonders
bei Rathen, Königstein und Schandau, bis nach
Tetschen hin in langem Zuge fortlaufen, Berge bis
! zur Höhe von 560 m in Sachsen und von mehr als
l 630 m an der Grenze in Böhmen und tiefe, von
! Waldbächen durchrieselte Schluchten sind neben den
fruchtbaren Landstrichen und heitern Thalgegenden
charakteristisch. Die Elbe, welche das Hochland in
! ein östliches und westliches abteilt, bildet das Haupt-
! thal, zu welchem sich alle übrigen Thäler und Felsen-
^ schluchten mit ihren kleinen Flüssen und Bächen,
^ der Kirnitzsch, Sebnitz, Potenz, Wesenitz und Viela,
! berabsenken. Hauptpunkte auf dem rechten Elbufer
! sind: Liebethaler Grund, Uttetvalder Grund, Bastei,
Amselgrund mit Amselloch, Lilienstein, Hockstein
mit Wolfsschlucht, Hohnstein, Brand, Schandau,
Kirnitzschthal, Kuhstall, Großer und Kleiner Winter-
berg, Prebischthor, Herrnskretschen mit Edmunds-
klamm, Schrammstein; auf dem linken Elbufer:
, die Värensteine, Königstein mit der Feste, Iirkel-
stein, Zschirnstein, Papststein, Gohrisch und Pfasfen-
stein, Tiefer Grund, Vielathal mit Schweizermühle
und der Schneeberg (der höchste Punkt, 723 iu
ü. d. M.) in Böhmen. (S. die Karte: Sachsen
! ^Königreich) II, östlicher Teil.)