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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sadnig-Kreuzeck-Gruppe - Safarík
verbreitet worden waren, und öfter (1614, 1632,
1651, 1677, 1781 und 1804), neuerdings in kriti-
scher Ausgabe, mit einer ausführlichen Biographie
und litterarhistor. Studien versehen von C. Mi-
chaelis de Vasconcellos (Halle 1885).
Sadnig-Kreuzeck-Gruppe, s. Ostalpen
(Bd. 12, S. 696 a).
Sado, Insel des japan. Archipels, vor der nördl.
Westküste Nipons gelegen, hat 869 ci1<m und gehört
zum Ken Niigata. Die Insel ist gebirgig und be-
kannt durch ihre Gold- und Silberbergwcrke, die
jetzt Krongut sind. Hauptort ist Aikawa mit 11431 E.
Sado oder Sadäo, portug. Fluß im S. von
Alemtejo und Estremadura, erbält seine Quellflüsse
vom Nordabhang der Serra Caldeirao und der West-
seite des Campo de Ourique, wird bei Alcaccr do
Sal schiffbar und ergießt sich nach 135 kiu Lauf in
die Bahia de Setubal.
Sadönsk. 1) Kreis im nördl. Teil des russ.
Gouvernements Woronesch, am Oberlauf des Don,
hat 2400," hkin, 134 586 E.; Ackerbau, Pferdezucht,
Branntweinbrennerei und Zuckerfabrikation. -
2) Kreisstadt im Kreis S., links am Don (an der
Mündung der Teschewka), hat (1894) 7125 E., Post,
Telegraph, 4 Kirchen, 1 Mönchs- und 1 Nonnen-
kloster, Progynmasium für Mädchen; Kleingewerbe
und etwas Handel. S. hieß bis 1779 Teschew.
Sadöwa (nicht Sadöwa), czech. 3:iä0VH, Dorf
im Gerichtsbezirk Nechanitz der österr. Vezirkshaupt-
mannschaft Königgrätz in Böbmen, zur Gemeinde
Sowetitz gehörig, an der Bistritz, an den Linien
Königgrätz-Wostromer und S.-Smiritz (14 i^m) der
Vöhm. Kommerzialbahnen (Station S.-Dohalitz),
hat (1890) 205 czech. E., ein Schloh Hrädek mit
Fide'ikonnnisiberrschaft (5936 Ka) des Grafen Har-
rach: Zuckerfabrik und Brauerei. S. wurde in
der Schlacht bei Königgrätz (s. d.), 3. Juli 1866,
nebst dem davorliegenden Walde der Mittelpunkt
eines erbitterten, mehrstündigen Kampfes. Fran-
zofen und Engländer bezeichnen noch jetzt die Schlackt
von Königgrätz vielfach als Schlacht beiS.; doch
paßt diese Benennung nur sür die Frontalschlacht
der Armee des Prinzen Friedrich Karl, die von
7^/2 Uhr morgens bis nach 3 Uhr dauerte.
Sadr (arab.), eigentlich "Brust", dann "Ehren-
platz", ein in der Türkei und Ostindien häufiger Titel.
S. a' z a m ist der Grosiwesir.
Sadrach, aramäifcher (chaldäischcr) Name des
Chananja, eines der Gefährten Daniels (Dan. 1,7).
Sadska, Stadt in der österr. Vezirkshauptmann-
schaft und dem Gerichtsbezirk Podiebrad in Böhmen,
östlich von Prag, an der Linie Porican-Nimburg der
Österr.-Ungar.'Staatsbahn, hat (1890) 2936, als
Gemeinde 3125 czech. E., Pfarrkirche (1117) auf einer
Anhöhe, ehemals zu einem 1421 von den Hussiten
zerstörten Chorherrenstift gebörig, eisenhaltige Quel-
len; zwei Zuckerfabriken, eine Dampfsäge, Kunst-
mühle, Lohgerberei und Geflügelzucht.
Säen, das Einlegen des Samens in die Erde.
Der zur Aussaat bestimmte Samen, das Saat-
gut, mnh keimfähig, vollkommen ausgebildet, ge-
sund, dem Klima und derOrtlichkeit angemessen sein.
Jedes Samenkorn mich so tief in die Erde gelegt
werden, daß es alle Bedingungen des Keimens uud
Fortwachseus erfüllt findet. Die Samenmenge dangt
hauptsächlich von dem Umfange ab, den die einzel-
nen Pflanzen einnehmen, wird aber auch bedingt
von der Güte des Samens, der Zeit der Saat, der
Beschaffenheit des Bodens und dem Gebrauchs-
zwecke der Früchte, indem meistens guter Samen,
frühe Saat und fruchtbares Erdreich eine dünne
Saat gestatten, und umgekehrt. Die Zeit des S.
richtet sich hauptsächlich nach der Natur der zu kul-
tivierenden Pflanzen, dann aber auch nach Klima,
Witterung und Boden. In ranhem Klima und
auf bindendem, wenig fruchtbarem Boden muß im
Derbst früher, im Frühling später gesät werden
als in warmem Klima und auf fruchtbarem Boden;
doch bat eine frühe Saat meistens Vorzüge vor
einer fpäten. Das S. wird mit der Hand oder mit
Mafchinen (Säemaschinen) ausgeführt; bei der
letztern Art unterscheidet man breitwürfige, Drill-
und Dibbelfaat (f. Drillen, Dibbeln und Tafel:
Landwirt fchaftliche Geräte und Ma-
fchinen II, Fig. 13). Das Verpflanzen findet
dann statt, wenn solche Gewächse kultiviert werden
sollen, die in ihrer Jugend gegen den Frost empfind-
lich sind und mehr Zeit zu ihrer Ausbildung be-
dürfen, als unser Sommer gewährt. Der Samen
solcher Gewächse wird nicht unmittelbar auf den
Acker, sondern auf ein befonderes, gefckütztcs
Samenbeet (Kutfche, ^oucns) gefät; sind hier die
Pflanzen zu der erforderlichen Höhe emporgewach-
fen, fo werden sie auf die Acker versetzt. - Vgl.
Nobbe, Handbuch der Samenkunde (Berl. 1876);
Harz, Landwirtschaftliche Samenkunde (2 Bde., ebd.
1885); Wollny, Saat und Pflege der landwirt-
fchaftlichen Kulturpflanzen (ebd. 1885).
Safar (arab.; türk. ^efer), Name des zweiten
Monats im mobammed. Mondjahr.
Safar, Dorffchaft in Südarabien, s. Dhafär.
Safar, Tichtername von Vahadur Schah (s. d.).
Safarik (spr. schafarschik), auch Echafarik,
Paul Ioi'., Slawist, geb. 13. Mai 1795 zu Kobel-
jarowo (Fekete-Patrak) im ungar. Komitat Gömör,
von slowak. Abstammung, studierte auf dem Ly-
ceum zu Kesmark Philosophie, Theologie und ungar.
Neckt und sammelte slowak. Volkslieder, die später
dnrch Beiträge anderer vermehrt erschienen l2 Bde.,
Pest 1823-27). Anch versuchte er sich selbst in Poet.
Arbeiten ("ilUi-an^a Nuxa", Leutschau 1811). Er
studierte dann noch in Jena, wurde 1817 Hauslehrer
in Prehburg, 1819 Profesfor und Direktor am serb.
Gymnasium zu Neusatz. 1825 als Evangelischer
des Direktorats enthoben, legte er 1833 auch die
Professur nieder und kam dem Rufe Palackys fol-
gend nach Prag, wo er seinen slawistischen Ar-
beiten oblag. 1837 erhielt er von der Regierung
das Amt eines Censors, das er bis 1817 be-
kleidete, wurde 1811 Kustos an der Prager Biblio-
thek, 1848 Bibliothekar, verfiel kurze Zeit (1857)
in Geistesstörung und starb 26. Juni 1861. Sein
bedeutendstes, bahnbrechendes Werk sind die "31o
van8i(6 ZtÄi'o^itiioLti" ("Slaw. Altertümer", Prag
1837; deutsch Lpz.
1842-44), worin die Geschichte der slaw. Stämme
von ihrem ersten Bekanntwerden bis um 100 n. Chr.
zum erstenmal möglichst erschöpfend und kritisch
dargestellt wird. Ferner veröffentlichte er "Geschichte
der flaw. Spracke und Litteratur nach allen Mund-
arten" (Ofen 1826; Prag 1869), "Ziovanzkx ^ä.i-o>
äo^iZ" ("Slaw. Ethnographie", mit einer Sprach-
karte, Prag 1842; 3. Aufl. 1849), "Serb. Lefekörner
oder bistorisch'kritische Beleuchtung der serb. Mund-
art" (Pest 1833), "I'Ain^tii/ di'6vni1i0 ^>i8orunictv2
^ino^Iovmniv" ("Denkmäler des alten Sckrifttums
der Südflawen", Prag 1853; 2. Ausg. 1873), "Ge-
fchichte der füdflaw. Litteratur" (3 Bde., edd. 1864