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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Salish - Sallustius
Thronfolge der Frauen erlaubte. In Spanien ward
die Thronfolge nach dem S. G. eingeführt durch Pbi-
lipp V. (1713) und durch Ferdinand Vil. 29. März
1830 wieder aufgehoben. (^. Spanien.)
Salish (Se lisch), Indianerstamm, f. Flatheads.
Salis-Seelvis, Joh. Gaudenz, Freiherr von,
Dichter, geb. 26. Dez. 1762 auf dem Schloß Both-
mar bei Malans in Graubünden, trat 1779 in Pa-
ris als Fähnrich in die Schweizergarde, stand, feit
1786 Hauptmann im Regiment Salis-Samaden
zu Arras, während des Vastillensturms zu Paris,
dann zu Rouen. Im Winter 1789 - 90 lernte er
auf einer Reise Goethe, Wieland, Herder, Schiller
und Matthisfon kennen, mit dem er sich aufs innigste
befreundete. Seit 1793 lebte er als Privatmann
zu Chur. Für den Anschluß Graubündens an die
Helvetische Republik lebhaft thätig, übernahm er in
Zürich 1798 die Inspektion der helvet. Milizen,
wurde 1799 Generaladjutaut in Massenas General-
stab, 1802 Mitglied des obersten helvet. Gerichts-
hofs. Seit 1803 im Dienste seines Heimatkantons,
starb er 29. Jan. 1834 zu Malans. S.' Lieder
haben viel Ähnlichkeit mit denen Matthissons und
schildern einsacke, schlichte Naturgefüble und Natur-
bilder. Die elegifche Stimmung herrfcht weitaus vor.
Seine "Gedichte" gab zuerst Mattbifson (Zür. 1793)
heraus; Auswahlen erschienen in Kürschners "Deut-
scher Nationallitteratur" (mit Biographie von ssrev)
und in Reclams "Universalbibliothek". - Vgl. die
Biographie von Frey (Fraucnfeld 1889).
Saltt, eine helle Varietät des Augits ls. d.).
äaliva. (lat.), der Speichel; ä^liväliä äncw3,
der Speichelgang.
32.1iva.ntia.tlat.), Mittel, welche die Speichel-
absonderung vermehren. Am wirksamsten ist das
Pilokarpin (s. d.).
3a.1iva.tio (lat.), vermehrte Absonderung des
3a.1ix, s. Weiden. ^Speichels.
Saljäny oder Saljan, Stadt im Kreis Dscke-
wat des russ. Gouvernements Baku in Trans-
kaukasien, am Beginn des Kuradelta, hat (1891)
12 326 E., meist Tataren, Post, Telegraph, Moschee,
11 Mohammed. Schulen, und bildet das Centrum
bedeutender dem Staate gehöriger, aber verpachteter
Fischereien, die nach S. benannt sind, obgleich die
Verwaltung 1829 nach Boshij Promysl verlegt
wurde. In der Umgegend wird Salz gewonnen;
nördlich liegen die Ruinen der 1258 von den Mon-
golen zerstörten ersten Residenz der Schahs von
Schirwan. ^an der Arve (s. d.).
Sallanches (spr. ßallängsch), franz. Städtchen
Salland, Salgut, der durch den Grundherrn
und feine Leute felbst bewirtschaftete Teil einer
mittelalterlichen Grundherrschaft. (S. auch Flet-
land,Fronhöfe und Grundeigentuu:, Bd. 8, S. 491 d.)
- Vgl. Landau, Das Salgut (Casf. 1862).
Sallbach, Ncinhold, preuß. General der Artil-
lerie, geb. 8. Jan. 1831 zu Vottfckow bei Reppen
(Brandenburg), trat 1819 in die 3. Artilleriebrigade
ein und wurde 1851 Selondelieutenant. Als Pre-
mierlicutcnant in die 8. Artilleriebrigade versetzt,
wurde er zur Artillerie-Prüfungskommission kom-
mandiert, dann in das Kricgsministerium versetzt.
Im Kriege gegen Frankreich war er, seit 1869 Ma-
jor, erster Adjutant beim Stäbe des Kommandos der
Belagcrungsartillerie vor Paris. Nach dem Kriege
kommandierte er ein Bataillon im Fußartillerieregi-
ment Generab'eldzeugmeister (1873), dann das Fuß-
artillerieregimem Nr. 15 in Straßburg (1874), und,
inzwischen zum Oberstlieutenant (1874) und Oberst
(1877) befördert, die 3. Fußartillericbrigade (1879).
1880 wurde S. Präses der Artillerie-Prüfungs-
kommission, 1883 Generalmajor, 1888 General-
lieutenant und trat 1890 wieder in das Kriegs-
ministerium und zwar als Chef des neugebil-
deten Waffendepartements über. 1890 wurde S.
Generalinspecteur der Fußartillerie und erhielt da-
durch den Rang eines kommandierenden Generals.
1892 zum General der Artillerie befördert, nahm er
im Juni 1893 den Abschied und lebt jetzt in Berlin.
Salleiste, auch Leiste, Salband, Salende,
Selb ende oder Egge genannt, die Webkante, die
längs der Gewebe zu beiden Seiten hinlaufende
fckmale Einfaffung, die von stürkern oder anders-
farbigen Kettenfäden und den mit ihnen verfchränk-
ten Schußfäden gebildet ist.
Sallet, Alfred von, Numismatiker, Sohn des
folgenden, geb. 19. Juli 1842 zu Breslau, stu-
dierte in Berlin und wurde 1870 zweiter Beamter,
1884 Direktor des Münzkabinetts in Berlin.
Neben sehr zahlreichen, meist die griech. Münzkunde
behandelnden Arbeiten veröffentlichte er feit 1874
die "Zeitschrift für Numismatik" und begann 1888
die "Beschreibung der antiken Münzen der königl.
Museen in Berlin".
Sallet, Friedr. von, Dichter, geb. 20. April 1812
zu Neisse, kam 1824 in das Kadcttenkorps zu Pots-
dam, 1826 in das zu Berlin und 1829 als Lieute-
nant nach Mainz. Wegen einer satir. Novelle über
den Militärstand wurde er 1830 kriegsgerichtlich
zur Kassation und zu 10 Jahren Festung verurteilt;
nach kurzer Haft begnadigt, wurde er nach Trier
verfetzt, befuchte 1834 - 37 die Kriegsschule in
Berlin, nahm 1838 seinen Abschied und lebte seit-
dem in Breslau. Er starb 21. Febr. 1843 in Rei-
chau bei Nimptsch. S. zeigte schon früh bedeutendes
dichterifchcs Talent; zu der fentimental-romanti-
fchen Richtung gefeilte sich bald die derb-humoristi-
sch e und satirische. Allmählich aber nährte in seinem
männlichen Geiste das ernste Studium Schillers
und Goethes, dann der Geschichte und Hegelschen
Philosophie ein immer tieferes Streben nach Er-
kenntnis der Wahrheit, besonders auch im religiösen
Gebiete, und auch in den Dienst der Politik stellt er
seine Muse. S. veröffentlichte zunächst "Gedichte"
(Berl. 1835; neu hg. in Neclams "Universalbiblio-
thek"), eine Sammlung Epigramme: "Funken"
(Trier 1838), "Die wahnsinnige Flasche, ein he-
roisches Epos" (ebd. 1838), ein gehaltvolles Mär-
chen "Schön Irla" (ebd. 1838); seiner reifen Epoche
gehören an die "Gesammelten Gedichte" (Vresl.
1843) und sein Hauptwerk, das 1839 geschriebene
"Laiencvangelium" (Lpz. 1842; neu hg. in Reclams
"Univcrsalbibliothek"), eine moderne Evangelien-
harmonie, in der er bei tiefer Religiosität doch den
tirchlich-tbcol. Anfchauungen über Christentum und
Sittlichkeit entgegentritt. Nahe damit verwandt ist
die aus feinem Nachlaß herausgegebene Abhand-
lung "Die Atheisten und Gottlofen unserer Zeit"
(Lpz. 1844). Seine "Sämtlichen Schriften" erschie-
nen in 5 Bänden (Lpz. 1845). - Vgl. Leben und
Wirken Friedrich von S.s nebst Mitteilungen aus
dem litterar. Nachlaß von Th. Iacobi, Paur u. a.
(Vrcsl. 1844).
Sallustius (vollständig Gajus S. Crispus),
röm. Geschicktsckreiber, geb. 87 v. Chr. zu Ami-
ternum im "^abinerlande, stammte aus einer an-
gesehenen plebejischen Familie. 52 v. Chr. wirkte