Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

224
Salomoninseln - Salona (Ort in Dalmatien)
vermochte aber nur einen Landstrich im Westen
Ungarns für ^. zurückzugewinnen, wofür dieser die
Lehnshohcit des Kaisers anerkannte. 1081 entsagte
er gegen ein Jahrgeld der Krone, wurde aber, als
er sie zwei Jahre später mit Gewalt wiedererlangen
wollte, von König Ladislaus I. gefangen genom-
men. Befreit, führte er ein unstetes Leben und siel
1087 bei einem Einfall in Thrazien in der Nähe
von Philippopel im Kampfe.
Salömoninseln (engl. Zolomon I8lanä3), früher
auch Arsacideninseln odcrArchipel vonNeu-
georgia genannt, zu Melanesien gehörige Insel-
gruppe östlich vom Südende Neuguineas, zwischen
5 und 11° südl. Br., 154" 40' und 102° 30' östl. L.
von Greenwich. Die Gruppe besteht aus sieben
großen und einer Menge kleiner Inseln von zusam-
men etwa 43 900 ykm, die sich in Südostrichtung in
zwei Reihen ausdehnen. (S. Karte: Kaiser-Wil-
li elms-Land u. s. w., Bd. 10, S. 30.) In der östl.
Reihe liegen Vougainville, dem Vuka vorgelagert
ist, Choiseul, Isabella-Insel und jenseit der Straße
Indispensable, der einzigen sichern und gut fabr-
baren im ganzen Archipel, Malaita (oder die Arfa-
cideninsel); in der westl. Reihe Neugeorgia (oder Vla-
rovo), Guadalcanar (oder Gera) und San Christobal
(Vauro oder Arossi; s. die Einzelartikel); wichtig
sind auch St. Georg (150 cikm) bei Isabella, die
Shortlandgruppe(210li^iil) im S. von Vougainville
und Gowcr (100 ^Km) im NW. von Malaita. Außer-
dem liegt noch eine Reihe flacher Lagunengruppen an
derOstseite des Archipels, die noch wenig bekannt sind.
Die Schiffahrt zwischen den einzelnen Inseln ist we-
gen der vielen Korallenriffe, die namentlich auch an
ihren Westküsten liegen, sehr gefährlich. Alle In-
seln haben eine südöstl. Längenausdehnung bei nur
geringer Breite, alle sind hoch und gebirgig. Der
Mount-Lammas auf Guadalcanar steigt 24-10, der
Balbi auf Vougainville 3067 m auf. Savo (zwi-
schen Malaita und Gera) trägt einen thätigen Vul-
kan. Der Archipel ist dicht bewaldet, die Vegetation
überhaupt reich und üppig. Unter den Waldbäumen
finden sich Sandel- und Ebenholz; Haupterzeugnisse
sind Kokospalmen, Vananen,Zuckerrohr. DieFauna
umfaßt von wirklich einheimischen wilden Säuge-
tieren bloß Fledermäuse, darunter fliegende Hunde.
Landvögel sind noch ziemlich zahlreich: Papageien,
Honigsauger, Eisvögel, Kuckucke, Schwalben, Tau-
ben, vielleicht ein Grohfuhhuhn, aber kein Kasuar
mehr. Einige Schlangen und Eidechsen werden an-
getroffen. Die Inscktenfauna ist wie auf allen oceani-
schen Inseln dürftig. Es wird Trepang gefischt.
Die auf einigen Inseln zahlreichen Bewohner,
deren Zahl man auf 176 000 fchätzt, sind Mclane-
sier, die den westlicher wohnenden an Begabung
überlegen zu sein scheinen. Sie treiben Landbau in
ausgedehnterm Maße und zeigen in der Verfertigung
ihrer Boote und Geräte großes Gefchick. Dem Kan-
nibalismus sind sie in hohem Grade ergeben, leben
in Polygamie und halten Sklaven. Verbindung mit
den Europäern, gegen welche sie sehr mißtrauisch
sind, besteht nur wenig. Doch haben sie sich mehr und
mehr an den Verkehr mit Handelsschiffen gewöhnt.
Seit Vereinbarung vom 6. April 1886 gehören
die nördl. Inseln zur deutschen, die südlichen zur
brit. Machtsphäre. Die erstere umfaßt Vuka, Vou-
gainville, Choiseul, Isabella (Isabel), ferner die
kleinern Eilande Shortland, St. Georg, Gower,
Marqueen, Tasman, Ontong Java oder Lord-Howe-
Inseln und Carteret, mit 22 200 ^in Bodenflüche
und etwa 90 000 E. Im Okt. 1886 wurde die deutsche
Flagge geheißt und die Neuguinea-Compagnie über-
nahm die Verwaltung. Der brit. Machtsphäre ver-
! bleiben die Inseln Neugcorgia, Guadalcanar, Ma-
laita, San Christoval, Florida (440 hkin), mit Mis-
sionsstation und Handelsniederlassung, und mehrere
kleine Eilande, mit 21 700 ciwn und etwa 87 000 E.
Vgl. Oberländer und Christmann, Oceanien
(2 Tle., Lpz. 1873); Meinicke, Die Inseln des Stillen
Oceans (2 Bde., ebd. 1875); Romilly, ^e^Vegtei-n
?aciti0 !mä ^6>v 6uin6a (Lond. 1886); Guppy, ^6
äolomon Islands (ebd. 1887). ^s. I^oäoicea.
Salomonsnuß, Wundernuß Salomos,
Salomonssiegel, Pflanze, s. roIvFoi^wni.
Salomon von Golaw, Pseudonym des Dich-
ters Friedrich von Logau (s. d.).
Salompenter, Echse, s. Tejuechsen.
Salon (frz., spr. -löng), Gesellschaftssaal, Zimmer,
in dem man Besuche empfängt und Gesellschaften
abhält. Außerdem wird in Paris die alljährlich
vom 1. Mai bis Ende Juni stattfindende Kunstaus-
stellung der 8oci6t6 ä68 ai'ti8t68 t'i-an^i8 im Palais
de l'Industrie 1^6 8. genannt, nach dem Saal des
Louvre, in welchem die ersten Ausstellungen dieser
Art im 17. und 18. Jahrh, gehalten wurden. Die
Pariser Sccessionisten(80ci6t6 nationale ä63d6liux-
n.rt8) haben ihren "Salon" im Ausstellungspalast
auf dem Marsfeld.
Salon (spr. -löng), Stadt im Arrondissement
Aix im franz. Depart. Nhönemündungen, am Ost-
rande der Crau (s. d.), an den von Ad. de Craponne
(aus S.) angelegten Bewässerungskanälen und der
Linie (Avignon-) Cavaillon-Miramas (-Marseille)
und der Nebenlinie Arles-Eyguiöres-S. (46 Kin),
bat (1891) 6320, als Gemeinde 9152 E., ein altes
Schloß, die Kirche St. Laurent mit dem Grabmal
von Nostradamus, Handel mit Olivenöl, Seide,
Mandeln, Eisen, Mehl, Vieh und Wein. 6kin süd-
östlich beim Dorfe Lancon (1325 E.) Reste (Mauern
und Türme) eines röm'. Lagers.
Salöna, kroat. Lolin, Dorf in der österr. Be-
zirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Spa-
lato in Dalmatien, zur Gemeinde Spalato ge-
hörig, am Fuß des Monte-Caban und an der Linie
Spalato-Knin der Österr. Staatsbahnen, hat (1890)
1355 E. S. liegt an der Stelle von S. oder Sa-
lonä, der alten Hauptstadt Dalmatiens, die 639
von den Avaren zerstört wurde. Der in S. ge-
borene Kaiser Diocletian erbaute in ihrer Nabe
einen großen und prachtvollen Palast, dessen gewal-
tige Reste das heutige Spalato (s. d.) zum großen
Teil in sich begreifen. Nach 1818 wurden hier auf
Staatskosten Nachgrabungen veranstaltet, die seit
1847 F. Carrara und F. Lanza fortgesetzt haben.
Freigelegt wurden die Nmfassungsmauer, teilweise
ein christl. Baptisterium, ein Amphitheater, das am
Meere gelegene Theater u. a. Das Ergebnis seiner
Forschungen legte Carrara in der^opo^i-aüa, s 8cavi
äi 8. (Wien 1853) nieder; von den Publikationen
Lanzas sind Nonunienti ineäiti 8Hionitani in den
"Denkschriften der kaiserl. Akademie" (Wien 1856)
hervorzuheben. Seit 1876 sind dann systematische
Ausgrabungen vorgenommen worden und eine To-
tenstadt mit 16 Sarkophagen, ein großartiger christl.
Fricdhof mit einer L^ilic^ co6in6t6lia1i8, Hunder-
ten von Sarkophagen und zahlreichen Inschriften
gefunden worden; auch einen zweiten Friedhof bat
man angefangen auszugraben. Über die Erfolge
diefer jüngsten Ausgrabungen berichtet das "I^oiw-