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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Samarium - Sambaki
Arztes Sorge zu tragen. Dieser Grundgedanke be-
seitigte bald die anfänglichen Bedenken ärztlicher
Kreise. 1895 wurde im Deutschen Neiche in über
400 Orten der Samariterunterricht erteilt, teils
durch selbständige, nur dem Samariterwesen die-
nende Vereine, teils im Anschluß an bestehende ge-
werbliche Vereinigungen, Turnvereine, Feuerwehr-
vereine u. s. w. Ebenso sind nach dem Vorbilde des
Samaritcrvereins in fast allen civilisierten Ländern
gleiche oder ähnliche Bestrebungen entstanden. Vom
7. bis 11. Sept. 1893 fand ein internationaler Kon-
greß der S. in Wien statt. (S. Sanitätswache.) -
Der deutsche Samariterverein hat einen von Esmarch
verfaßten Leitfaden für die Benutzung der den Unter-
richt leitenden Arzte ("Die erste Hilfe bei plötzlichen
Unglücksfällen", 10. Aufl., Lpz. 1892) und einen
Katechismus für den Samariter herausgegeben.
Samarium (chem. Zeichen 8a; Atomgewicht
150), im Samarskit (s. d.) aufgefundenes Element,
dessen Existenz jedoch zweifelhaft ist.
Samarj, russ. Stadt, s. Nowomoskowsk.
Samarkand. 1) Gebiet (oIiiaLh) im südwestl.
Teil des russ.-centralasiat. Generalgouvernements
Turkestan, grenzt im N. und O. an die Gebiete Syr-
darja und Ferghana, im übrigen an das Chanat
Buchara und hat 68 962,6 <i1<m mit 739 839 E., d. i.
10,7 E. auf 1 ykm. Der südl. Teil bildet ein hohes
Vcrgland mit dem Turkcstanischen Gebirge (4500-
5500 m) an der Nordgrenze, das sich nach Westen
zu senkt. Die Südgrcnze bildet das Hissargebirge
(5-6000 m), der Raum zwischen beiden wird durch
das Serafschangebirge in das Serafschan- und
Iagnaub-darja-Thal geteilt. Nordwestlich vom ge-
birgigen Teil liegt die wellige Ebene des mittlern
Scrafschan (400-900 m), die durch Ausläufer des
Turkestanifchen Gebirges von den no'rdl. Steppen
getrennt wird; im Nordosten, in der Gegend von
Chodschent, erhebt sich das Land terrassenförmig zum
Hochgebirge, überall sind bedeutende Lagerungen
von Löß. Der Syr-darja fließt an der Ostgrcnze,
doch versiegen die Zuflüsse dahin im Sande. Besser
bewässert ist das Thal des Scrafschan mit seinen
Zuflüssen Iagnaub-darja, Sansar, Marian-darja
u. a. An Mineralien finden sich große Lager von
Steinkohle, Graphit, Bleierz, Naphtha, I^i>i3 I^a-
2u1i, die aber wenig verwertet werden. Das Klima
ist im allgemeinen heiß und trocken mit scharfen
Temperaturänderungen und großer Verdunstung,
die durch die Niederschlage nicht ersetzt wird. Die
Bevölkerung besteht aus Usbeken (69 Proz.), Ta-
dschik (23), Kirgisen (3), Arabern (2,5), Persern, in
den Städten Russen (1,4) und Juden (0,6). Die
Hauptbeschäftigung bildet der Ackerbau, der aber
nur bei künstlicher Bewässerung möglich und dann
sehr ergiebig ist. 1887-88 wurde durchschnittlich
geerntet: Weizen 2,i5, Reis 0,31, Gerste 0,?i, andere
Getreidearten 0,8i Mill. Tschetwert. Ferner wird be-
trieben Melonen-, Wein- (6255 Dessätinen), Baum-
wollbau (24844 Dessätinen mit ^1892^ 1,6i Mill.
Pud Ernte), Viehzucht (Pferde, Rinder, Schafe, Ka-
mele, Esel). In der Fabrikthätigkeit sind nur die
Baumwollreinigungsanstalten von einiger Bedeu-
tung (1,2 Mill. Rubel Produktion). Ausgeführt wird
Baumwolle (1891: 251621 Pud) nach Rußland
und Getreide nach Buchara. Es giebt (1892) 11 russ.
Schulen und 1943 Schulen der einheimischen Be-
völkerung. Das Gebiet wurde 1887 aus dem ehe-
mals Serafschanschen Bezirk und aus Teilen des
Syr-darja-Gebietes (dem ehemaligen Kreis Cho-
dschent) gebildet und zerfällt in 4 Kreise: Cho-
dschent, Dschisak, Katta-Kurgan und S. - 2) Kreis
im füdl. Teil des Gouvernements S., hat 8821,3
^m, 290686 E. - 3) Hauptstadt des Gebietes
und des Kreifes S., 725 m hoch, am Kara-darja
und Endstation der Transkaspischen Eisenbahn
(s. d.), besteht aus einem einheimischen und einem
russ. Teil. Letzterer, 1871 erstanden, hat (1892)
10128 E., ein Progymnasium für Knaben und eins
für Mädchen und ist regelmäßig gebaut mit breiten
Straßen und niedrigen Ziegelhäusern. Östlich daran
schließt sich die Citadelle, von den Russen erneuert,
mit den Ruinen eines Palastes Timurs und einem
Denkmal für die bei der Einnahme von S. gefallenen
Russen. Hinter der Citadelle liegt die heimische
Stadt mit engen, krummen Gassen und schmutzigen
Plätzen, aber mit zahlreichen Denkmälern alter
Architektur (Moscheen, Medressen, das Mausoleum
auf dem Grabe der Frau Timurs, Vibi Chanym;
das Grab Timurs selbst u. a.). Die Bevölkerung
(24000) besteht aus Tadschik, Persern, Juden (in
einem besondern Stadtviertel) u. a., die sich mit
Acker- und Obstbau und Handel beschäftigen. - S.
hieß bei den Griechen Maratanda und war die
Hauptstadt der Provinz Sogdiana. Alexander d. Gr.
soll sie zerstört haben. Nach ihm hieß sie bei den
Eingeborenen Tschin. Als 643 der Araber Samar
den Islam brachte, wurde sie als S. "ein Asyl des
Friedens und der Gelehrsamkeit" und von 833 bis
1000 Residenz des Geschlechts der Samaniden.
Dschingis-Chan eroberte sie 1219; Timur machte
sie 1369 zu seiner Residenz und verpflanzte dorthin
150000 Menschen, namentlich Seidenweber und
Waffenschmiede. Da jedoch der Serafschan seinen
Lauf veränderte, so hat das heutige S., diesem Laufe
folgend, eine andere Lage als das Timurs. Die
Stadt gehörte zum Chanat Buchara, bis sie 1868
an Rußland gelangte. ^Saint Quentin.
3a.ni3.rodriva., alter Name von Amiens und
Samarolv, Gregor, Pseudonym des Schrift-
stellers Oskar Mcding (s. d.).
Samarsktt oder Uranotantal, ein seltenes,
rhombisches Mineral von sammetschwarzer Farbe,
starkem halbmetallischem Glanz oder Fettglanz, von
der Härte 5-6 und dem spec. Gewicht 5,7, das aus
Niobsäure, Tantalsäure, Uranbioxyd, Thorsäure,
Zirkonsäure, Eisenoxydul mit etwas Manganoxydul,
Mtererde mit Ceroxyd, Kalk und Magnesia besteht.
S. findet sich, begleitet von Columbit, zu Miask
am Ural und in Nordcarolina, namentlich in Mitch ell
County, wo bis über 20 Pfd. fchwcre Massen vor-
kommen.
Sämaveda, Name des zweiten der Veda ge-
nannten kanonischen Schriften der brahmanischen
Inder. 8ü.inan bezeichnet einen zum Gesänge be-
stimmten Vers und der S. ist für den Udgätar
genannten Priester bestimmt, der den religiösen
Gesang vorzutragen und zu leiten hatte. Der S.
hat nur etwa 75 ihm eigene Verse, alle übrigen sind
aus dem Rigveda genommen, vorwiegend aus
dem achten und neunten Buche. Herausgegeben
ist der S. mit Glossar und Übersetzung von Benfey
(Lpz. 1848), und am vollständigsten, aber nicht sehr
korrekt, in der "Lidliotiisca, Inäica" von Satya-
vrata Sämasrami (5 Bde., Kalkutta 1874 - 78).
Sambac, Nachtblume, s. Jasmin.
Sambaki (Sambaquy oder Camba-qui,
in der Tupi- oder Guaranisprache soviel wie "Un-
ratanhäufung"), Anhäufungen von Muschelschalen,