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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sancio Cattolico - Sand (mineralogisch)
phöniz. Sprache, als deren Verfasser man S. aus-
gab. Um Ehristi Geburt übersetzte Herennius Philo
aus Vyblos dieses Werk ins Griechische. Diese Über-
setzung erkannte der Bischof von Cäsarea, Eusebius,
als echt an und verfaßte nach derselben in seiner
"kraßpÄi'Htio evHnZelicN" einen Abriß der phöniz.
Mythologie und Kosmogonie. Diesen allein er-
haltenen Teil des Werkes gab Orelli (Lpz. 1826) be-
sonders heraus. In neuerer Zeit ist S. der Gegen-
stand einer berühmten Fälschung geworden. Ein
gewisser Friedr. Wagenfeld aus Bremen veröffent-
lichte zuerst "S.s Urgeschichte der Phönizier, in
einem Auszuge aus der wieder aufgefundenen
Handschrift von Philos vollständiger Übersetzung"
(Hannov. 1836), später den griech. Text mit einer
lat. Übersetzung (Brcm. 1837) und dann eine deutsche
Übersetzung mit einer Vorrede von Classen (Lüb.
1837). Bald entdeckte man jedoch den Betrug Wagen-
felds. Die Fragmente der Übersetzung des Philo
sind gesammelt in Müllers "^ra^inLiitH diätori-
coi-uui Fi-aecorum", Vd.3 (Par.1849), und erläutert
von Gruppe, "Die griech. Kulte und Mythen",
Bd. 1 (Lpz. 1887). - Vgl.Grotefend, Die Sanchu-
niathonische Streitfrage (Hannov. 1836); Schmidt
von Lübeck, Der neuentdeckte S. (Altona 1838), so-
wie die franz. Übersetzung des Lebas.
Sancio Cattolico (spr. -tscho), ital. Stadt,
s. Procida.
San Eolombäno al Lambro, Stadt im Kreis
Lodi der ital. Provinz Mailand, rechts am Lam-
bro, nördlich von der Station Chignolo-Po der
Linie Pavia-Cremona des Adriatischen Netzes, hat
(1881) 5573, als Gemeinde 6956 E., ein altes
Kastell und Weinbau.
San Criftbbal, auch Vauro oder Arossi,
die drittgrößte der engl. Salomoninseln (s. d.), süd-
lich von Guadalcanarund Malaita, 3050 hkm groß.
San Eristbbal, Stadt im venezolanischen
Staate Los Andes, in äußerst fruchtbarer Um-
gebung, in 845 m Höhe über dem Rio Torbes, hat
5651 E., mehrere Kirchen, ein eng gebautes Ge-
schäftsviertel; es litt 1875 unter dem Erdbeben von
Cucuta. S. C. hat das denkbar mildeste Tropenklima,
Kaffeebau, Reichtum an allen tropifchen Produkten.
San Eristöbal de la Habana, s. Habana.
San Eristöbal de los Llanos (spr. lja ) oder
Ciudad de las Casas, zu Ehren des berühmten
Las Casas (s. d.), Hauptstadt des mexik. Staates
Chiapas, liegt östlich von Chiapa in 1981 in Höhe,
in einer schönen, fruchtbaren Ebene, wurde 1528 an
Stelle der alten Hauptstadt Zacatlan angelegt, ist
regelmäßig gebaut, hat einige ansehnliche öffentliche
Gebäude und 16050 E. Sie ist Sitz eines Vifchofs,
hat eine Kathedrale, mehrere Klöster, eine höhere
Schule (86minai-i0 conciliar), jetzt Universität ge-
nannt, und ein Hospital.
Sanct, s. Sankt.
32.not2. silnplioi'ta.s, s. 0 sancta 8imp1icitH8.
LÄ.no'tiiuoiiiä.ios, lat. Name für Nonnen.
Sanctis, Francesco und Luigi de, s. De Sanctis.
3a.noti88iniuln (lat.), das Allerheiligste; na-
mentlich die geweihten Hostien (s. d. und Monstranz).
3aaiotit2.8 (lat.), Heiligkeit (s. d.).
Sanct Truyen (spr. treuen; frz. Saint
Trond), Stadt in der belg. Provinz Limburg,
Station der Eisenbahnlinien Landen-Hasselt und
Tirlemont-Tongern, mit 12 895 E., got. Liebfrauen-
kirche, roman. Martinskirche und Rathaus mit Bel-
fried' Tabak und Zuckerindustrie, Brennerei und
Brauerei. S. T. gehörte im Mittelalter zum Bistum
Lüttich und war Sitz einer Benediktinerabtei.
3a.notnln ottiolrun (lat.), offizieller Name der
Inquisition (s. d.).
3a.notN8 (lat.), heilig, Heiliger. - 3. heißt auch
der aus Ies. 6, ^ entnommene, zur kath. Meßliturgie
(s. Messe) gehörige Lobgesang. (S. Trishagion.)
Sancus (Semo Sancus), s. Dius Fidius.
Sancy (spr. ßangßih), Name eines großen Dia-
manten, s. Diamant (Bd. 5, S. 248 a).
Sand, im allgemeinen jede Anhäufung kleiner,
loser Mineralkörnchen von etwa 0,i bis 3 mm Durch-
messer; noch gröberer S. führt in Norddeutschland
den Namen Grand. Nach der mineralischen Be-
schaffenheit unterscheidet man Muschelsand, der
aus lauter abgerollten Stückchen von Mollusken-
schalen besteht, Korallensand, der sich überall
auf Koralleninseln findet, vulkanischen S., der
entweder aus Lava durch fließendes Wasser oder
am Meeresufcr durch den Wellenschlag gebildet
wurde, oder unmittelbar als durch Dampfexplosio-
nen zerstückelte Lavamasse von den Vulkanen oft in
ungeheurer Menge ausgeschleudert wurde, und an-
dere Arten mehr. Am verbreitetsten ist der aus
mehr oder minder abgerollten Quarzkörnchen be-
stehende Quarzsand, dem aber auch oft noch an-
dere Mineralkörner, wie von Feldspat, Glimmer,
Granat, Magneteisen, Glaukonit u. s. w. beigemischt
sind. Quarzsand ist das Endprodukt der durch chem.
und mechan. Kräfte bewirkten Zertrümmerung und
der darauffolgenden Hinwegführung aller quarzhal-
tigen Gesteine durch Wasser oder durch den Wind.
Quarzsand gebt hervor aus der Zertrümmerung von
Granit, Gneis, Glimmerschiefern, s. w. und von
Grauwacke und Sandstein, welch letzteres Gestein
aber wieder nur einen durch irgend ein Cement zu
einem festen Gestein verkitteten Quarzsand darstellt
und meist ältern Perioden der Erdentwicklungs-
geschichte angehört, während der lockere Quarzsand
meist den jüngern Perioden vom Tertiär bis zur
Gegenwart entstammt. Reiner Quarzsand ist die
beste Form für technische Anwendung der Kieselsäure
als Bausand (s. d.), für Glas, Porzellan u. s. w.
Wegen seiner Beweglichkeit wird der S. leicht ein
Spiel des Wassers und des Windes, die ihn mit
sich führen und beim Nachlassen ihrer Bewegung
wieder zur Ablagerung gelangen lassen, wodurch
Sandbänke und Alluvionen in Flüssen, Deltas und
Dünen an der Secküste, Dünen und Sandhügel in
der Wüste gebildet werden. Flugsand nennt man
einen infolge seiner Reinheit und seiner gleichmäßi-
gen geringen Korngröße durch den Wind besonders
leicht beweglichen S. Sandhosen, besonders in
den afrik. und centralasiat. Wüsten, entstehen da-
durch , daß ein Wirbelwind sich mit S. beladet.
In kultivierten Gegenden kommt es darauf an,
die weitere Verbreitung größerer Sandanhäufungen
durch den Wind zu verhindern, was in Dünen.-
gegendcn und in den sog. Sandschollen Nord-
deutschlands namentlich durch den Anbau gewisser
Pflanzen geschieht, welche im reinen S. gedeihen
und das immer wiederholte Überschütten gut ver-
tragen, z. V. des Sandhalms (^minopliil^ Ä065.),
des Sandriedgrases ((^i'6x krei^ria. L.), des
Sandhafers (^I)'iim3 llronai'iug ^.), oder der
Quecken (^Fi-op^i-um Att>in.).
Neiner Sandboden gehört zu den unfruchtbarsten
Bodenarten, trägt jedoch oft schöne Kiefernwälder. -
Vgl. E. Birnbaum, Der Sandboden M'cesi. itzW).
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