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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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San Francisco de Campeche - Sänger
umfaßt 422 ^a. Im Norden davon sind zablrcicbe
Friedhöfe. Militärrescrvationcn sind das Presidio
und Fort Mason am nördl. Ufer. In der Nabe des
Oceans, westlich von der Stadt, ist Cliff-bousc, ein
berühmter Vergnügungsort. S. F. hat 11 große
Tbcater, darunter 4 chinesische, 316 wobltbätige Ge-
sellschaften und 39 Hospitäler, darunter 3)!arincdospi-
tal und 3.^agdalencnasyl, 33 Bibliotheken, 69 Klubs,
darunter auch deutsche. Wichtig sind: (^oopei-^Iecli-
cai (^olle^e, lüo^vLli I'ecdnicni 8c^0o1, die Histo^
rische und Geographische Gesellschaft, die öffentlichen
Freibibliotheken, die Sutro- und Vancroftbibliothck
sowie die ^caäein^ ol science. Unter den großen
Banken ist die L^nk ot' caUloi-ni^ mit 3 Mill. Doll.
Kapital. Mehrere sehr große ausländische Institute
baben Filialen. Der Handel ist sehr bedeutend.
Trockendocks sind in den Fels gesprengt, ein Sea-
W.all ermöglicht großen Schiffen das Löschen am
Quai. DieAusfuhr (Weizen, Gerste, Mehl, Lachs,
Früchte, Wein, Quecksilber) geht zumeist nach Europa;
eingefübrt wird namentlich Seide, Zucker, Kaffee,
Thee, Vier, Ncis, Tabak, Opium, Koblcn, Eilen-
waren, Cement, Glaswaren, Hanf- und Flacbsfabri-
kate (Säcke). Wichtig ist besonders der Verkehr mit
den Sandwichinfcln; Silbermünzen gehen beson-
ders nach China. 1893 betrug die Ausfuhr zur
See 29, die zu Lande 57, die nach Ncuyork 5, zu-
sammen mit allen Kontantcn 120 Mill. Toll. Ein-
qeführt wurden Waren im Werte von 72 Mill. Toll.
Äußer der Bai- und Flußschiffahrt geben Dampfcr-
linicn nach Iokohama, Honolulu-Auckland-Sydney,
Panama, dem Pnget-Sund, Alaska u. s. w. Die
eigene Handelsflotte zählt über 900 Schiffe, dar-
unter beinahe die Hälfte Dampfer. S. F. ist der
Endpunkt der Southern-Pacific- und der Ccntral-
Pacificbabn. Die Passagiere werden von Oakland
(s. d.) mit Dampffährcn übergesetzt, nur die "Küstcn-
division" endigt direkt in S. F. Die Industrie ist
durch Eisengießereien und Werkstätten <z. B. Union
Iron >VorIi8), Gerbereien, Grohscblächtercicn, Ge-
treidemühlen, Brauerei, Zuckerrafsincrie, Fabrika-
tion von Schuhen, Explosivstoffen, Cigarren, Blech-
büchsen, Holzkisten u. s. w. vertreten. 1890 wurden
in 4059 Fabriken von 48500 Arbeitern Waren im
Werte von 135 Mill. Doll. produziert. Die Stadt
ist Sitz eines deutschen Generalkonsuls. - An der
Stelle des heutigen S. F. wurde 1776 von Fran-
ziskanermönchcn eine Mission gegründet, um die
sich eine Niederlassung bildete. Größern Aufschwung
nahm sie jedoch erst seit der Entdeckung der Gold-
felder in Kalifornien 1848.
San Francisco de Eampeche, merik. Stadt,
f. Campcche. ^chilen. Stadt, s. Copiapö.
San Francisco de la Selva de Copiapo,
San Francisco de Quito, Hauptstadt von
Ecuador, s. Quito.
San Fratello, Stadt im Kreis Mistretta der
ital. Provinz Messina, 7 kin vom Meere, 715 in
hoch am Nordfuß des Montc-Sori (1846 m) der
Monti Nebrodi, in fruchtbarer Umgebung, hat (1881)
7928 E. S. F. ist durch Lombarden, die Adelbcid
von Monfcrrat (Gemahlin Rogers I.) nach Sicilicn
brachte, gegründet und zeichnet sich durch seinen Dia-
lekt aus. Äm Monte-San Fratello die Grotte
San Tcodoro mit vielen fossilen Knochen von Säuge-
tieren und auf deni Gipfel Ruinen einer antiken Stadt.
Sänfte, ein Beförderungsmittel für Perfonen,
das von zwei Menschen oder auch zwei Tragtieren
getragen wird, nar im Orient und bei den alten
Römern sehr gebräuchlich, wurde im Mittelalter
namentlich durch die Kreuzzüge in Europa all-
gemein und im Zeitalter Ludwigs XIV. durch die
Portechaise (s. d.) allmählich verdrängt. (S. auch
Palankin.) -Vgl.Sckranim, Abhandlung derlorte-
(^51303 oder Trage-Sänfften (Nürnb. 1737).
Sanga, der afrik. Vuckelochfe (f. Zebu).
Sangallo, ital. Künstlerfamilie, deren Haupt,
der Baumeister Giuliano da S., 1445 in Florenz
geboren wurde und bei Francione die Intarsiakunst
lernte. Er ging 1465 nach Rom, trat seit 1480 in
Florenz als Architekt auf, indem er seit 1485 die Villa
Poggio a Cajano baute, 1488 Baumeister am Dom
wurde und in Florenz, Neapel, Genua und Savona
Paläste errichtete. Von 1503 bis 1507 in Rom le-
bend, sckuf er die ersten Entwürfe für den Neubau
von St. Peter, kebrtc aber, von Vramante verdrängt,
nach Florenz zurück und starb dort 20. Okt. 1516.
Seine Hauptwerke sind die Kirche Sta. Maria delle
Carceri in Prato (1485-92), der Palazzo Gondi,
die scbö'nen Grabmäler der Kapelle Sassetti in Sta.
Trinita in Florenz, die Kuppel über der Marien-
kirche in Loreto, die schöne Holzdccke in Sta. Maria
Maggiorc zu Rom.
Giulianos Bruder, Antonio da S. der Altere,
geb. 1455 in Florenz, gest. daselbst 27. Dez. 1534,
fertigte vielfach die Modelle zu feines Bruders Bau-
ten, baute jedoch auch felbständig (seit 1518) die
Kirche Madonna di San Viagio in Montepulciano
und anderes und war bekannt durch seine Crucifixe.
Dessen Neffe, Antonio da S. der Jüngere,
eigentlich Cordiani, Baumeister, geb. 1485 zu
Mugello bei Florenz, gest. 1546 zu Terni, Schüler
seines Onkels und des Bramante, begann in Rom
den prachtvollen Palazzo Farnese, welchen Michel-
angelo vollendete, befestigte Civitavecchia, arbeitete
mit am Ausbau des Vatikans und erwies sich in
diesen Werken wie in zahllosen Plänen als einer
Als Festungs-
baumeister nimmt er eine der ersten Stellen unter
seinen Zeitgenossen ein. - Vgl. Guglielmotti, 8toriH
äeil" t'oi'titica^ioni (Rom 1880); ders., I daätioni
äi Antonio cllr 8. (ebd. 1860); Ravioli, ^oti^iL 8ui
lavori ä'ai'c^itottui'H miIitÄi-6 (ebd. 1863); ders.,
Intorno aiilr i-ela^ionk tatta äa 8. e äa 8anmicti6li
(ebd. 1885); Ncdtenbacher, Die Architektur der ital.
Renaissance (Franks, a. M. 1886). >^(s. d.).
Sangarins, alter Name des Flusses Sakaria
Sangay, Vulkan Ecuadors, unter 2° südl. Br.,
am Ostabbang der Ostcordillcre, 5323 m hoch, hat
beständig in kurzen Intervallen Ausbrüche (267 in
der Stunde), außerdem kommen von Zeit zu Zeit
schwerere Eruptionen vor, so 1742. Im 1.1849
wurde er säst bis zum Gipfel erstiegen.
Sangen, Zaubermittel, s. August (Monat).
Sänger, echte (8^1viiäa6), eine aus fast80Gat-
tungen und gegen 700 Arten bestehende, fast kosmo-
politisch verbreitete Familie der Singvogel rmt
pfricmcnförmigem Schnabel, nicht sehr starken und
langen, meist abgerundeten Flügeln. Das Gefieder
ist meist sehr weich und selten (dann aber meist an
der Keble oder Unterseite) lebhafter gefärbt. Man
teilt diese Familie in fünf linterfamilien, nämlich:
in die Vrauncllen (^ccentorinHe), hierher gehört
die Braunclle (s. d.); in die Sylvien (^Iviinae),
bierher gehören die Laubsänger, Goldhähnchen, die
Grasmücken (s. die betreffenden Artikel); in die Rot-
schwänzchen (^uticiliinae), hierher die Nachti-
gallen, Blaukehlchen, Rotkehlchen, Rotschwänzchen