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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Santander (in Columbia) - Sant' Eufemia
franz. Art gebaut, Sitz eines Visckofs, Handels-
gerichts, einer Handelskammer, vieler Konsulate
(auch eines deutschen) und hat (1867) 42125 E.,
eine große Kathedrale mit maur. Vaptisterium, ein
Kloster Sta. Cruz, jetzt königl. Cigarrenfabrik, ein
Instituto für böhern linterricht, Zeichen-, Handels-
und Schifsahrtsschule. Alamedas und Promenaden
führen über die Höbe zur 2 km nordöstlich gelegenen
herrlichen Playa (Strand) del Eardinero mit viel-
besuchten Badeanstalten und Hotels sowie zum
Leuchtturm an der Hafenspitze, dem gegenüber anf
der im Eingang zur Ria liegenden Insel Monro ein
zweiter steht; 5 km nördlich der Leuchtturm am Kap
Mayor und in der Umgebung, wo Orangen und Li-
monen gedeihen, warme Mineralquellen. S. besitzt
Schiffswerften, Eisengießereien und Fabrikation von
Wolle, Papier, Hanffchnben. Der Hafen ist durch
Forts geschützt, großen Eckiffcn zugängig, geräumig
und sicher, doch machen die häufigen Stürme das
Einlaufen gefährlich. Am 3. Nov. 1893 richtete bier
die Explosion eines mit Dynamit beladencn Eckiffs
große Verheerungen an. Der größte Teil der Aus-
fubr, besonders Mehl und landwirtschaftliche Pro-
dukte, geht nach Cuba, Portoriko und Südamerika,
außerdem werden Wein, Konserven, Tabak, Eisen-
erze, Quecksilber und Feuerwaffen ausgeführt. Die
weit bedeutendere Einfnhr bcstebt in Nabrungs- uud
Genusimitteln (Kakao, Zucker, Kaffee, Tabak, Reis,
Weizcnnlebl, Kabeljau) sowie in Steinkohlen, Pe-
troleum, Eisen, Holz, Woll- und Baumwollwaren.
Dampferverbindungen bestehen mit Hamburg, Vre-
men, England, Frankreich und über Coruna und
Vigo mit Portoriko, Habana und Veracruz.
tzvantander, Tepartamento der südamerik. Re-
publik Eolumbia, zwischen dem Rio Magdalena und
der nördl. Westgrcnze Venezuelas, zählt auf 42 200
<^l<m etwa 432 000 E. Nur nahe dem rechten Ufer
des Magdalena dehnen sich heiße und wenig ge-
sunde Tiefebenen aus, welche größtenteils mit Ur-
wald bedeckt sind, der größte Teil des Tcpartamento
wird von Ketten der Cordillera Oriental und gut
angebauten Hochebenen durchzogen. Das Vergland
ist reich an Eisen, Vlei, Knpfer, Kohlen, Petroleum
und Steinsalz. Zuckerrohr, Kaffee, Kakao, Tabak
und Baumwolle von vorzüglicher Güte werden an-
gebaut und gelangen in großen Massen auf dem
Rio Magdalena und dem Rio Julia zur Ausfuhr.
Hauptstadt ist Vucaramanga (s. d.).
Sant' Angelo (spr. andsch-), ital. Gebirge,
s. Gargano; Gebirge in Sicilicn, s. Emomus.
Santa Ninfa, Stadt in der ital. Provinz Tra-
pani auf Sicilicn, Kreis Mazzara del Vallo, 460 m
ü. d. M., Station S. N.-Salemi der Eifcnbahn Pa-
lcrmo-Trapani, hat (1881) 7442 E.
Sant' Antimo, Stadt im Kreis Caforia der
ital. Provinz Neapel, 12 km nördlich von Neapel,
an der Linie Neapel-Venevent des Adriatifchen
Netzes, hat (1881) 0203 E.
Sant'Antiöco (lat. 1>wml>ai-m Inäula), ital.
Infel an der Südwestküste Sardiniens, mit diesem
durch eine Brücke verbunden, südöstlich der Insel San
Pietro, den Golf di Palmas nach W. abfckließend,
gehört zum Kreis Iglcsias der Provinz Cagliari,
ist 18 km lang, 12 km breit und bis 271 m hock.
Die Hauptstadt S. A. mit (1881) 3403 E. hat antike
Befestigungen, Nekropolen und christl. Katakomben.
Santarem(spr.hangtäräng). 1)Portug. Distrikt
im O. Estremaduras, von den Distrikten Leiria (W.
und N.), CasteUo Br<?nco iNO.), Portalegre (O.),
Evora (SO.) und Lissabon (S. und W.) begrenzt,
zn beiden Seiten des Tejo, dem rechts Zezere, links
Ribeira de Mugcm und Sorraia oder Zatas zu-
fließen; letzterer umschließt mit dem Tejo die frucht-
bare Insel Lezirias, an die sich rechts vom Tcjo ein
langer frucktbarer Strich (Riba Tcjo) hinaufzieht.
Nur im NW. die Serra do Aire, sonst ist das Land
bügelig, viel unbebaut und mit Cistusheidcn bedeckt.
Im NW., bei Rio Major, ist eine bedeutende Saline.
Auf 6862 hkm sind (1800) 258 298 E. (29 936 mehr
als 1881), d. i. 37,6 E. auf 1 hkm, und 172 Gemein-
den. - 2) S. (lat. 8caladi8), Hauptstadt des Distrikts
S., 70 km nordöstlich von Lissabon, rechts vom Tejo,
104 m ü. d. M., an der Eisenbahn Lissabon-Oporto
gelegen, mit Lissabon durch Dampfer verbunden,
ist von alten Mauern und Türmen umgeben, Sitz
eines Obergericktshofs und hat eine manr. Cita-
delle (Alcacaba), mit Sta. Iria da Nibeira de S.
(1890) 9772 E., stattliche Gcbände, 13 Kirchen,
12 ebemalige Klöster, das erste geistliche Seminar
Portugals; Markthalle, Theater, Stadtbibliothek,
Fortbildungsschule, seit 1882 schöne Promenaden
ans dem Wall der Flußfeite und in der den Tejo-
übersckwcmmuugen teilweise ausgesetzten Umge-
bung drangen und Oliven in großer Menge. - In
der Scb lackt bei S., 16. Mai 1834, wurde Dom
Miguel von Napier und Villaflor gänzlich geschlagen.
"^antarem (spr. ßangtarüng), Stadt im brasil.
Staate Para, rechts an der Einmündung des Ta-
pajoz in den Amazonenstrom, Station der regel-
mäßigen Dampfschiffahrt, freundlich auf Hügeln ge-
legen, ist Stapelplatz für die den Tapajoz hcrab-
kommcndcn Waren, hat etwa 4000 E. In der Um-
gegend starker Anbau von Kakao.
Santa Rosa de los Andes, Stadt in der
chilcn. Provinz Aconcagua, Endpunkt der Bahn
Valparaiso-Quillota-S. R. d. l. A., soll Ausgaugs-
punkt der transandinen Vahn über den Cumbrcpaß
nach Mcndoza in Argentinien werden.
Santa Rofaorden, vom Präsidenten Medina
der Republik Hondnras 21. Febr. (Statuten vom
18. Sept.) 1868 gestiftet, zerfällt in Großkreuze,
Großoffizicre, Commandeure, Offiziere und Ritter,
deren Ordenszeichcn in einem weih emaillierten, gold
eingefaßten Kreuz besteht, dessen Spitzen mit golde-
nen Kugeln besteckt sind und dessen rundes golde-
nes Mittelschild innerhalb grünen Randes mit dem
Wahlspruch: V108, IIonoi-, 1'ati-iH das Staatswap-
pen zeigt. Das Kreuz ist von Lorbeer- und Eichen-
zweigen umgeben, das Vand rot, mit einem blau-
weiß-blaucn Streifen belegt.
Santa Victoria do Ameixial (spr. elschiäl),
portug. Ort bei Estrcmoz (s. d.).
Sante, Musiker, s. Palcstriua. ss. Catawba.
Santee (spr. ßänntih), Fluh in Südcarolina,
Eantelblütler, soviel wie Santalaceen (s. d.).
Santelholz, s. Sandelholz.
Santerno (lat. 8atei'ini8, Vaäi-6nu8), Nebenfluß
des Po di Primaro (oder Reno), entspringt in der
ital. Provinz Florenz, im Etruskischen Apennin,
am Paß La Futa oberhalb Firenzuola, betritt bei
Imola die Poebene und mündet, 106 I^n lang, im
SW. der Valli di Comacchio.
Santerre (spr. ßangtähr), franz. Landschaft in der
Picardie, jetzt zwischen den Depart. Oise und Somme
geteilt, mit der Hauptstadt Pe'ronne. Sie ist stach
und einsörmig, hat aber guten Boden und bildet eine
der Kornkammern Frankreichs.
Sant' Gufenna, Golf und Mofter, ^. Nicastro.