Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

303
São - Saône
Säo (portug., spr. ßäung), heilig. Zusammen-
setzungen mit S., die man hier vermißt, sind unter
dem betreffenden Hauptnamen zu suchen; s. auch
Saint, Saintc, San, Sankt, Santa.
Säo Antäo (spr. ßäung antäung), eine der
Kapverdischen Inseln (s. d.). ^
Säo Carlos de Eampmas (spr. ßäung),^ge-
wohnlich Campinas, Stadt im brasil. Staate Sao
Paulo, auf dem Hochlande zwischen dem Rio Tiete
und dessen Nebenfluß Piracicaba, mit Sao Paulo
und dem Innern durch Bahnen verbunden, bat
gegen 12 000 E., darunter viele Teutsche, schöne
öffentliche Gebäude, stattliche Privathäuser, wohl
gepflegte Gärten und ist Mittelpunkt sehr bedeuten-
der Kaffeekultur.
Säo Francisco (spr. ßäung), Nio, der bedeu-
tendste Strom, welcher sich an der Ostküste Brasiliens
in den Atlantischen Ocean ergießt, entspringt unter
20° 20'südl. Nr., durchfließt Minas Geraes und
Bahia, bildet die westl. Südgrenze von Pernam-
buco, scheidet Alagoas und Eergipe und mündet
nach einem gewundenen Laufe von 2900km. Seine
bedeutendsten Nebenflüsse sind links: Paracatu, Uru-
cupa, Pardo, (5arunhanha, Eorrentes und Nio
Grande, rechts Nio das Velhas und Nio Verde
Grande. Vom 5latarakt von Pirapora in 3)iinas
Geraes (17° 20' südl. Vr.) wird er auf 1500 kni schiff-
bar, dann beginnt eine 300 km lange Ncihe von
Stromschncllen, welche in den 80 in tief hinabstürzen-
den Paolo - Affonso - Katarakten endet. Letztere
sind einer der ansehnlichsten Wasserfälle der Erde
nach dem Niagara, den sie an Höhe übertreffen. Vor
dem Falle verzweigt sich der Strom in vier Arme
und stürzt dann in mehrern Absätzen in die Tiefe;
die Dampswolken sind bei klarem Wetter 30 km
weit sichtbar. Die Fclsenschlucht des Stroms endet
erst bei Piranhas (13 in ü. d. M.), worauf der
S. F. bei großer Breite und starker Inselbildung
zwischen flachen Ufern abermals auf 261 Km für
Fahrzeuge bis zu 3,3 in Tiefgang schiffbar ist. Die
Barren an der Mündung gestatten nur scbmale
Fahrstraßen. Beide schiffbaren Stücke werden mit
Dampfern befahren. Eine 117 km lange Eisenbahn
von Piranhas nach Iatoba umgeht die Fälle.
Säo Francisco (spr. ßäung), Insel im nördl.
Teile des brasil. Staates Santa Eatharina (s. d.),
hat für Schiffe von nicht mehr als 4,5. m Tiefgang
einen sichern Hafen am nordwestl. Ufer bei dem
Städtchen S. F., ist von etwa 10000 E. bevölkert
und besitzt gesundes Klima und fruchtbaren Boden.
S. F. hat seit Gründung der Kolonie Dona-Fran-
cisca (s. d.) am Festländern Bedeutung gewonnen.
Säo Gonzalo (spr. ßaung gonqsälüj, Stadt auf
der brasil. Insel Itaparica, s. Bahia lVd. 2, S. 290 a).
Säo Ioäo-Batista (spr. ßaung schoaung),
Stadt auf Vrava, einer der Kapverdischen Inseln.
Säo Ioäo del Rey (spr. ßäung schoaung),
Stadt in Brasilien, im Staate Minas Geraes, durch
Eisenbahn mit Ouro-Preto und Nio de Janeiro
verbunden, hat 10 000 E.; Goldgruben und Weberei.
Säo Jörge da Mina (spr. ßäung schorsche),
brit. Besitzung in Obergmnea, s. Elmina.
Säo Leopoldo (spr.' siäung), Stadt in dem brasil.
Staate Nio Grande do Sul, links am Nio dos Si-
nos, an der Eisenbahn Porto-Alcgre-Hamburger
Berg und auch durch Dampfschiffahrt mit Porto-
Alegre verbunden, hat eine kath. und eine prot.
Kirche, ein Iesuitenkolleg, höhere Privatschule für
prot. Knaben, MereTöchterschulen, eine Freimaurer-
loge, deutsche Zeitungen und mehrere Elementar-
schulen. S. L. ist Vtittelpunkt des Municipiums
S. L., welches jetzt mehr als 30000 meist deutsche E.
zählt, welche Acker- und Weinbau, sowie lebhafte
Industrie iu Leder- und Sattlerwaren betreiben.
Säo Aourenco (spr. häung loirängftü), deutsche
Kolonie im brasil. Staate Nio Grande do Sul, süd-
lich des Nio Eamaquam, am Arroyo Grande, zer-
fällt in die Haupttolonie S. L. und mehrere daran
gelagerte, wie Neu-Birkenfeld, Gusmao, Säo An-
tonio, Sta. Augusta, Allianca, Silvana, Sta. Clara,
Sao Tomingo, Arroyo do'Padre u. a., soll durch
Eisenbabn mit der Stadt Pelotas verbunden werden.
Säo Luiz de Maranhäo (spr. ßaung lms),
Hauptstadt des brasil. Staates Maranhäo (s. d.).
Säo Luiz de Parnahyba (spr. haung lms),
Stadt in Brasilien, s. Parnahyba.
Säo Marcos (spr. häung), Nio de, Oberlauf
des Paranabyba (s. d.).
Saöne (spr. ßohn, lat. ^rar, ^rHris, 8auc0nna),
der größte Nebenfluß der Nhöne (rechts), entspringt
im franz. Depart. Vogesen (Vosges) am 3)tönamont
i472 m) der Monts Faucillcs, 10 km östlich von
Darney,flicßt oberhalb Chälon-sur-Saöne meist nach
SSW., erhält links Eoney, rechts Amance (bei
Iussey), links Lanterne und Durgcon (50 km lang),
rechts Salon, links Ognon (s. d., 192 km), rechts
Vingeanne (96km),Tille (92 Km, unterhalb Auxonne)
llnd'Oucke (100 km) und links den Doubs (430 km).
Bei der Mündung der Dheune bei Ehalon beginnt
der Lauf nach S., wo rechts Gröne (Grosne), links
Seille (116 Km), Neyssouse (84 Km) und Veyle bei
Mäcon, rechts Azergues hinzukommen. Nach einem
155 km langen (davon 355 km von Gray ab schiff-
baren) Lauf erfolgt unterhalb Lyon (161 m ü. d. M.)
die Vereinigung mit der Rhone, nachdem diefe schon
nack S. umgebogen. Der Nhein-Nhöne-Kanal führt
links ab, bei Döle vorbei zum Doubs, der Kanal
von Burgund gebt bei St. Jean de Losne rechts ab
zur ))onne und Seine, und der Kanal du Centre,
der zur Loire führt, mündet rechts bei Chalon. Die
S. bat muldenförmige Ufer und ruhigen Lauf.
Saöne, Haute- (spr. oht Hohn, Ob er- S aöne),
franz. Depart. in der Franche-Comtö, zwischen den
Depart. Haute-Marne (NW.), Vosges (N.), Velfort
(Territorium, O.), Doubs (SO.), Jura (S.) und
Cöte d'Or (SW.), hat auf 5340 (nach planimetrifcher
Berechnung 5374) czkm (1891) 280856 E. (10098
weniger als 1886), d. i. 52,0 E. auf 1 hkm und zer-
fällt in 3 Arrondissements (Gray, Lure, Vesoul) mit
28 Kantonen und 583 Gemeinden. Hauptstadt ist
Vesoul. Das Departement hat im NO. Ausläufer
der Vogefen, es reicht nahe an den Elsässer Belchen,
dackt sich nach SW. ab und hat an sslußläufen die
Saöne und deren Zuflüsse Concy, Amance, Lan-
terne, Durgeon, Salon und Ognon. Der Boden ist
meist steinig und thonig, vielfach fruchtbar und auf
1640 ^km'bewaldet und liefert Holz, Wein (1893:
45 394, im 10jährigen Durchschnitt aber 104 546 Kl),
Obst (1893: 9 627 Iii Cidcr), Getreide (1893:
330447 Iii Weizen, 130 864 Kl Roggen, 11923
Metcrcentner Gerste, 197 462 Metercentner Hafer),
Hülsen- und Gartcnfrüchte; Eisen (1893: 116 t,
! 1892: 209 t), Koblen (1893: 221761 t Stein-, 8582 t
Braunkohlen), Mauer- und Bruchsteine, Kalk, Thon,
Granit und Marmor. Außer dem Getreide-, Wem-
und Bergbau beschäftigen sich die Bewohner mit
Eisenverarbeitung, Glas- und Leinwandfabrikation,
Brauerei und Bereitung von Kirichwasser. Bonden