Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

326
Sartorius von Waltershausen - Saskatchawan
und Heiterkeit übcr das Ganze ausgegossen. Den
Cyklus von Fresken aus dem Leben Johannes des
Täufers, im Säulenhofe dello Scalzo in Chia-
roscuro ausgeführt, begann er 1514 und vollendete
ihn erst 12 Jahre später. Die schönsten Werke
seiner mittlern Epoche sind die Madonna di San
Francesco (1517) in der Tribuna der Uffizien zu
Florenz (gestochen von I. Felsing) und die strei-
tenden Kirchenväter (sog. Disputa) im Palast Pitti.
1518 berief ihn Franz I. nach Paris, wo er unter
anderm die Caritas (im Louvre) malte. Er lebte
nachher wieder in seiner Vaterstadt. Aus dem I.
1520 ist die Madonna mit Heiligen im Palast Pitti,
von 1524 die Pietä ebendort (gestochen von P. Vet-
telini), von 1525 sein berühmtestes Wandgemälde,
die Madonna del Sacco in der Annunziata zu Flo-
renz (gestochen von N. Morghen), von 1528 die Ma-
donna mit Heiligen im Berliner Museum, von 1529
die heil. Familie im Palast Pitti und das Opfer
Abrahams in der Dresdener Galerie. Die Hei-
lige Familie hat S. mehrfach dargestellt (London,
Paris); sein Selbstbildnis befindet sich in denUsfizien
zu Florenz, im Palast Pitti daselbst eine Verkündi-
gung Maria (s. Tafel: Italienische Kunst VII,
^ig. 4), im Prado-Museum zu Madrid ein großes
Madonnenbild. Sein umfangreiches Fresko (1527),
Christi Abendmahl, in der vormaligen Abtei San
Salvi bei Florenz, wirkte so mächtig auf die vor der
Belagerung der Stadt 1529 das Kloster zerstörenden
Kriegsleute, daß sie das Gebäude verschonten. Er
starb 22. Jan. 1531 zu Florenz. Sein bester Schü-
ler war Iacopo da Pontormo. - Vgl. Neumont,
Andrea del S. (Lpz. 1835).
Sartorius von Waltershausen, Aug., Irei-
berr, Staatswirtsckaftslehrer, Sohn von Wolfgang
S. v. W., geb. 23. Mai 1852 in Göttingcn, studierte
Rechts-und Etaatswisscnschaftcn, habilitierte sich
1880 an der Universität Göttingen, wurde nach län-
gcrn Reisen in Nord- und Mittclamerika 1885 ord.
Professor an der Universität Zürich und 1888 an der
Universität Strahburg. Seine Studien betreffen
vorzugsweise die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Vereinigten Staaten von Amerika, deren Ergebnisse
er hauptsächlich in Zeitschriften, insbesondere in den
"Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik"
veröffentlicht hat. In Buchform erschienen u. a.:
"Die Stellung des Staates zu der Alters- und In-
validenvcrsorgung sür Lohnarbeiter" (Berl. 1880);
"Die nordamcrik. Gewerkschaften unter dem Ein-
flüsse der fortschreitenden Produktionstechnik" (ebd.
1886); "Der moderne Socialismus in den Vereinig-
ten Staaten von Amerika" (ebd. 1890); "Die Ar-
beitsverfassung der engl. Kolonien in Nordamerika"
(Strahb. 1894).
Sartorius von Waltershausen, Georg,
Freiherr, Geschichtschreiber, geb. 25. Aug. 1765 zu
Casscl, studierte seit 1783 zu Göttingen Tbeologie
und Geschichte, wurde 1786 Accessist, 1788 Sekretär
und 1794 Kustos bei der Bibliothek, 1792 zugleich
Privatdoccnt, 1797 ausierord., 1802 ord.Professor der
Philosophie und 1814 Professor der Politik. S. v. W.
nahm im Auftrag des Herzogs von Weimar 1814
am Wiener Kongreß teil und war dann Abgeordneter
bei der hannov. Ständevcrsammlung. Der König
von Bayern erhob ihn 1827 zum Freiherrn von
Waltcrsbauscn, nach seinem gleichnamigen Rittergut
in Bayern. S. v. W. starb 24. Aug. 1828 in Göttin-
gen. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Ge-
schichte des deutschen Bauernkrieges" (Berl. 1795),
sein Hauptwerk; die "Gcscbichte des hanseatischen
Bundes" (3 Bde., Gott. 1802-8), "Urkundliche Ge-
schichte des Ursprungs der deutschen Hanse" (hg. von
Lappenberg, 2 Bde., Hamb. 1830). Sein "Versuch
über die Regierung der Ostgoten während ihrer
Herrschaft in Italien" (französisch, Par. 1811;
deutsch, Hamb. 1811) wurde von dem Französischen
Institut mit dem Preise gekrönt. Seinem "Handbuch
der Etaatswirtsckaft" (Berl. 1796), einem Auszuge
aus Smiths Werk, folgten die "Abhandlungen, tne
Elemente des Nationalreichtums und der Staats-
wirtschaft betreffend" (Bd. 1, Gott. 1806).
Sartorius von Waltershausen, Wolfgang,
Freiherr, Geolog, Sohn des vorigen, geb. 17.' Dez.
1809 zu Göttingen, widmete sich den Naturwissen-
schaften und machte1843-46 wissenschaftliche Reisen
nach Sicilien, Irland, Schottland, Island und 'Nor-
wegen. Später war er Professor der Geologie und
Direktor der Mineralog.-Paläontolog. Sammlungen
der Universität zu Göttingen, wo er 16. Okt. 1876
starb. Er schrieb: "Über die submarinen vulkani-
schen Ausbrüche in der Tertiärformation des Val di
Noto" (Gott. 1846), "Physisch-geogr. Skizze von Is-
land" (ebd. 1847), "Die vulkanischen Gesteine von
Sicilien und Island" (ebd. 1853), "Geolog. Atlas
von Island" (ebd. 1853). Sein Hauptwerk ist der
"Atlas des Mna" (Gott. und Weim., 1848 - 61),
worin sehr detaillierte geognost. und topogr. Kar-
ten, Ansichten und Profile enthalten sind. Auch
verfaßte er eine Biograpbie von Gauß (Lpz. 1856).
Sart-tschai, jetziger Name des Paktolos.
Sarum, alte Stadt in England, s. Salisbury.
Sarviz (spr. schahrwis, d. i. Kotwasser), l^är
oder Scharwasser (lat. Vklä^rn?.), Fluh in Un-
garn, entspringt aus kleinern Bächen des Bakony-
Waldes, hat im obersten und untersten Laufe sum-
pfige Ufer; von ^tuhlwcißcnburg bis Simontornna
fließt er in einem Kanalbctt und vereinigt sich dann
mit dem Siö, dem Abfluß des Plattensees, mit dem
Kapos, in den der Koppöny einfließt, u. a. und
mündet bei Vatta unterhalb Bättaszek rechts in die
Donau. Der Särvizkanal und der Kaposkanal,
in denen die gleichnamigen Flüsse eine Strecke stie-
ßen, dienen zur Entsumpsung.
Sary-fu (spr. ßarüssu), Fluß in der Kirgisen-
steppe, im russ.-centralasiat. Gebiet Akmolinsk, mün-
det nach einem Lauf von 832 km in die Seen Tili-
kul und Usun-kul. Flußgebiet 257 681,i ykm.
Sarzana (lat. LerFiana, I^ina. ^ova), Stadt im
Kreis Epezia der ital. Provinz Genua, in fruchtbarer
Gegend der Lunigiana, links an der Magra, dem
alten Grenzfluh Liauriens, 9 km von deren Mün-
dung in das Ligurische Meer, an der Linie Spezia-
Pisa und der im Bau befindlichen Zweigbahn S.-
San Stefano di Magra (7 km, nach Parma), seit
1204 Sitz des Bischofs von Luna (f. Spezia), hat
(1881) 4016, als Gemeinde 9845 E., in Garnison
ein Bataillon des 94. Infanterieregiments, einen
got. Dom (1355-1470) aus weißem Marmor, an
der Facade ein Standbild des hier geborenen Pap-
stes Nikolaus V., ein Gymnasium; Wein-, Oliven-
und Seidenbau. Über der Stadt das Bergschloh
(Harzanello, von Castruccio (5astracane (s. d<),
dessen Grabmal in der Kirche San Francesco.
Sasau, Nebenfluh der Moldau, s. Sazawa.
Saschcn, russ. Längenmaß, s. Faden.
Saseno, griech. Insel gegenüber Avlona (i. d.).
Saskatchawan (spr. -k'ätsch-). 1) Strom in
Britisch-Nordamerika, entspringt aus Gletschern