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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Saverne - Savitri
Saverne (spr. -wärrn), franz. Name von Zabern
(s. d.).
Sttvery, Thomas, einer der Vorläufer Watts
in der Erfindung der Dampfmaschine, geb. um 1650
zn Shilston in Devonshire, gest. 1710 (f. Dampf-
maschine, Vd. 4, S. 734 d).
^"vi, hinter lat. Tier- und Psianzennamen be-
deutet Panl Savi, einen ital. Naturforscher, gest.
1811 als Professor in Pisa; er schrieb außer zahl-
reickcn zoolog. und botan. Abhandlungen: "Orni-
tQ0i0Fia wLClina" (1 Bde., Pifa 1827-31).
Savigliano (spr. -wilja-), Stadt im Kreis Sa-
luzzo der ital. Provinz Cuneo in Piemont, rechts
an der Maira, an den Linien (Tnrin-)Carmagnola-
Cnneo und S.-Saluzzo (12 1cm) des Atittelmecr-
netzes, in fruchtbarer Ebene, ist regelmäßig gebaut
nnd von Mauern und Türmen umgeben, hat
(1881) 9932, als Gemeinde 17150 E., in Garnison
ein Bataillon des 82. Infanterieregiments und das
17. Kavallerieregiment, eine Stiftskirche mit Ge-
mälden des hier geborenen Mulinari (gest. 1610),
genannt Carraccino, cineBencdiktincrabtei, großen,
mit Säulenhallen umgebenen Marktplatz, schönen
Triumphbogen (Stadtthor); Tuch-, Leinwand- und
Seidenweberei und Handel mit Vieh nud Hanf. -
Am 4. und 5. Nov. 1799 siegten hier Russen nnd
Österreicher nnter Mclas über die Franzosen (s. Fos-
sano). S. ist Geburtsort der Violinspielerinncn Te-
resa und Maria Milanollo.
Savigncnw di Nomagna (spr. winnja,
-mannja), Stadt im Kreis Cesena der ital. Proviuz
Forll, an der Vi". ^emilia. und der Linie Vologna-
Rimini des Adriatischcn Netzes, hat (1881)2126,
als Gemeinde 1561 (5., und eine von dem hier ge-
borenen Altertumsforscher Graf Vorghesi (s. d.) ge-
stiftete Akademie mit Bibliothek von 18000 Bänden
und Münzfammlung.
Savigny (spr. -winnjih), Friedr. Karl von,
Inrist, geb. 21. Febr. 1779 zu Franksnrt a. M., be-
zog 1796 die Universität Marburg. Nachdem er
auch vorübergehend Göttingen, Leipzig und Halle
sowie Jena besucht und einige Reisen gemacht hatte,
begann er 1800 in Marbnrg inrist. Vorlesungen, zu-
erst als Privatdoccut, seit 1802 als auherord. Pro-
fessor. Auf mehrjährigen Reisen durch Deutschland
und Frankreich widmete er sich der Aufsuchung un-
bekannter Qnellen des rom. Rechts und der Rechts-
geschichte. 1808 wnrde er Professor der Rechte in
Landsbnt und 1810 bei Errichtuug der Uuiversitüt
in Berlin einer der ersten Lehrer an derselben, 1817
Mitglied des Staatsrats, 1819 Rat des für die
rhein. Provinzen errichteten Revisionshofs nnd
endlich 1842 preuh. Minister für die Revision der
Gesetzgebung. Er trat März 1848 ins Privatleben
zurück und starb 25. Okt. 1861 in Berlin. S. gehörte
zu den Führern der sog. Historischen Schule der
Nechtsgelebrten, obwohl man ihn, ohne Hngo nud
Schlosser Unrecht zu thun, nicht den Stifter der-
selben nennen kann. Innerhalb dieser Richtung
trat S. zur Zeit der Befreiungskriege den Vor-
schlägen von Thibaut, Schmid, Gönnern, a., welche
ein vaterländisches, von der Herrschaft der fremden
Rechte befreites Gesetz befürworteten, in der viel-
bekämpften Schrift "Vom Beruf unserer Zeit für
Gesetzgebung und Rechtswissenschaft" (Heidelb.
1815; Neudruck, Freib. i. Br. 1892) entgegen. Die
Hauptthätigkeit S.s war indessen histor. Unter-
suchungen zugewendet, denen man seine "Geschichte
des rom. Rechts im Mittclalter" (6 Bde., Hcidelb.
1815-31; 2. Aufl., 7 Bde., 1834-51) zu verdanken
hat. Ferner sind zu nennen: "Das Recht des Be-
sitzes" (Gieß. 1803; 7. Anst. von Rudorff, Wien
1865) und eine Reihe von Abhandlungen in der von
ihm mit Eichhorn und Göschen begründeten "Zeit-
schrift für geschichtliche Rechtswissenschaft" (Berl.
1815 fg.). Diese kleinen Aufsätze erschienen später
gesammelt als "Vermischte Schriften" (5 Bde.,
Bcrl. 1850). In seinem dogmatischen Hauptwerke:
"System des hentigen röm. Rechts" (8 Bde., Verl.
1840 - 49; nebst Sach- und Quellenregistcr von
Häuser, 1851), und dessen Fortsetzung: "DasObliga-
tionenrccht" (2 Bde., ebd. 1851 - 53), hat S. die
Notwendigkeit der geschichtlichen Behandlung des
Rechts klargelegt. - Vgl. S.s Biographien von
Etintzing (Berl. 1862), Rudorff (Weim. 1862),
Bethmann-Hollweg (ebd. 1867), Landsberg (Lpz.
1890) und die Festschriften zu seinem hundertsten
Geburtstage.
Savigny (spr. -winnjih), Karl Friedr. von,
preuft. Diplomat, Sohn des vorigen, geb. 19. Sept.
1814 zu Berlin, studierte in Paris, München und
Berlin die Rechte, trat 1836 beim Stadtgericht in
Berlin als Ansknltator ein, ging aber 1838 zur
Diplomatie über. Unter dem Ministerium Vranden-
bnrg-Manteuffel wnrde S. vortragender Rat im
Ministerium des Auswärtigen, 1850 außerordent-
licher Gesandter am bad. Hofe, wo er erfolgreich für
Annäherung Badens an Preußen wirkte, 1859 Ge-
sandter in Dresden, 1862 in Brüssel. Von 1864 bis
zn der gegen Preußen gerichteten Abstimmung vom
14. Juni 1866 war er preuß. Gcsaudter am Bundes-
tage zu Frankfurt a. M. und verkündete bier noch
vor seinem Austritt das Programm Preußens für
den Aufban einer nenen Bundesverfassung. Dann
führte S., znmeist mit Bismarck, die Friedensver-
handlnngen mit den deutschen Staaten, die sich mit
Prenßeu im Kriege befunden hatten. Hierauf wurde
er zum Bevollmächtigten bei der Vereinbarung des
Norddeutschen Bundes designiert. Im Frühjahr
1868 trat er wegen Differenzen mit Bismarck in den
einstweiligen Ruhestand und übernahm ein Mandat
für den Reichstag des Norddentfchen Bundes. Hier
fowohl wie im prcuß. Abgeordnetenhause trat er in
scharfer Opposition gegen die Regierung auf und
wurde schließlich einer der Hauptführer der klerikalen
Centrumspartei. 1871 fchied er endgültig aus dem
Staatsdienste aus. S. starb 11. Febr. 1875 in
Frankfurt a. M. >mann, s. Halifax.
Savile (spr. ßäwwll), George, engl. Staats-
Savlo (lat. siipig), ital. Fluß, kommt vom
etrusk. Apennin der Provinz Florenz, südlich vom
Monte-Comero (1207 m), oberhalb Vagno und un-
weit der Tiberquelle, geht nordöstlich an Sarsina
und Cesena in der Provinz Forli vorüber und mün-
det südöstlich von Ravcnna ins Adriatische Meer.
Savitar, ind. Sonnengott, s. Surja.
Sävitrt, Tochter des ind. Sonnengottes Savitar.
S. heißt auch die Tochter des Königs Acvapati
und Frau des Satjavant, welchen sie durch ihre
Treue dem Todesgotte Iama abringt. Die Erzäh-
lung von S. gebort zu den schönsten Episoden des
NüliHdiiiU^tii. Sie ist besonders herausgegeben und
ins Deutsche übersetzt worden von Bopp (Berl. 1829).
Für Anfänger bearbeitet wurde sie von C. Kellner
(Lpz. 1888), auch von Geiger neu herausgegeben in
seinem "Elcmentarbuch der Sanskritsprache"
(Münch. 1888). Ins Deutsche haben sie auch übersetzt
Merkel (Aschaffenb. 1839) und Hoefer, Ind. Gedichte