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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schellkraut - Schemnitz
diese Ehe 1803 geschieden war, mit dem Philosophen
S. Sie starb 7. Sept. 1809 ans einer Reise in
Maulbronn. Sie spielte dnrch ihre leidenschaftliche
Parteinahme in den Kreisen der alten Romantik
eine große Rolle und hatte auf Schlegels Recensio-
nen und Shakespeare-Übersetzung einen entschiedenen
Einfluß.- Vgl. Caroline. Briefe an ihre Geschwister
(hg. von Waitz, 2 Bde., Lpz. 1871); Waitz, Caroline
und ihre Freunde (ebd. 1882); Sidgwick, 0.8cbi636i
anä iit;r l'rienäg (Lond. 1889).
Schellkraut, s. OKkUäonium.
Schelmenroman, eine von Spanien ausgegan-
gene Gattung des Romans, die Bilder ans dem
Leben von Landstreichern (^rwridei-aZ), Spitz-
buben und Schelmen (?icai-08) darstellt. (S. Roman.)
Schelmufffky, s. Reuter, Christian.
Schelönj, Fluß in den russ. Gouvernements
Pskow und Nowgorod, ergießt sich von der Westseite
in den See Ilmen, ist 229 km lang und schiffbar
vom Flecken Solzy.
Schelper, Otto, Sänger (Bariton), geb. lO.April
1844 in Rostock, ging 16 I. alt in Bremen zum
Theater und war anfangs Schauspieler, wandte sich
dann der Oper zu und war abwechselnd in Köln,
Bremen und Berlin engagiert. Seit 1876 ist er der
erste Vertreter seines Faches am Leipziger Stadt-
theater. S. ist einer der bedeutendsten Varitonisten
der Gegenwart, als Sänger wie als Darsteller in
gleichem Maße ausgezeichnet und besonders als
Wagnersänger geschätzt. In derCharakterisierungs-
tunst hat er gegenwärtig kaum einen Nebenbuhler,
und zwar erstreckt sich diese Meisterschaft nicht we-
niger auf das Gebiet der komischen Oper wie auf
das des ernsten Musikdramas. Zu seinen besten
Rollen gehören Hans Sachs in den "Meistersingern",
Telramuud, Wotan, Alberich, der Fliegende Hollän-
der, Hans Heiling, Figaro im "Barbier von Eevilia",
Petruchio in "Der Widerspänstigen Zähmung",
Peter in "Hansel und Gretcl". Auch als Oratorien-
sänger (Christus in der "Matthäuspassion", Paulus,
Was u. s. w.) hat S. große Erfolge zu verzeicbnen.
Schelter H Giesccke, I. G., Schriftgießerei,
Vuchdruckmaterialien- und Maschinenfabrik in Leip-
zig, gegründet 1819 von Joh. Gottfr. Schelter
(geb. 24. Juni 1786, gest. 27. Sept. 1841) und
Christ. Friedr. Giesecke (geb. 31. März 1793,
gest. 12. Juli 1850), ging 1839 in den Alleinbesitz
des letztern über, dann ail dessen Sobne Karl Ferd.
Giesecke (geb. 7.April 1817, am Geschäft beteiligt
bis 1890, gest. 14. Juli 1893) und Beruh. Rud.
Giesecke (geb. 23. Nov. 1826, gest. 25. Juli 1889).
Besitzer seit 1890 siud die beiden Söhne des letztern,
Georg Giesecke (geb. 9. Febr. 1853, Teilhaber
seit 1881), der die amerik. Gichmethode einführte,
und Dr. Walter Giesecke (geb. 5. März 1864).
Die Gießerei hat 105 Gieß-, 35 Typcnvollend-
mafchinen eigener Konstruktion, 45 Hilfsmaschinen,
30000 Stempel und 290000 Matrizen. Als Neben-
zweige entwickelten sich: Gravicranstalt, Galvano-
plastik (3 Dynamomaschinen, 3 hydraulische Pressen,
linienfabrik (39 Maschinen), Fachtischlerei und Ma-
schinenfabrik (68 Eisenbearbeitungsmaschinen) für
Tiegeldruckpressen, Stereotypie-Apparate, Ziffern-
werke, Vuchdruckutensilien und als besondere Spe-
cialität Sicherheitsaufzüge. Dazu wurde 1890 ge-
kauft die Holztypenfabrik (vormals Th. Löhler in
Mannheim), und 1895 war im Bau begriffen eine
photomechan. Reproduktionsanstalt. Als Motoren
wirken eine Corlis-Dampfmaschine (50 Pferdestärken)
und eine Wanddampfmaschine (60) für die elektrische
Beleuchtung. Die Zahl der beschäftigten Personen
beträgt 500. ^
Scheltopusik(?86uä0pu3l'HU^iiO^.,s. Tafel:
Echsen II, Fig. 4), eine bis 1 m lange, zu den Kurz-
zünglcrn (s.d.) gehörige, fußlose Echse von stroh^/öer
bis graubrauner Farbe, die Nordafrika, Westasien
und das südöstl.Europa bis an die Karpaten bewohnt.
Schema (grch., d. i. Gestalt), im allgemeinen
jede Form, die als Muster, Zeichen oder Leitsaden
für dle Anordnung, Untersuchung und Darstellung
eines Gegenstandes benutzt wird.
Im besondern Sinne ist S. Name für das griech.
Mönchskleid und daher für die beiden Stufen des
griech. Mönchtums, das sog. große und kleine
S. Diese beiden Stufen unterscheiden sich außer
durch geringe Unterschiede in der Kleidung durch
den Grad von Ascese, zu dem sie verpflichten. Das
große S. fordert den höchsten Grad. Von ihm hat
sich das kleine S. seit dem 8. Jahrh, abgezweigt;
es ist rechtlich nie, wohl aber in der Praris an-
erkannt. Die Träger des letztern bilden im Orient
die Mehrzabl, in Rußland die Minderzahl und sind
meistens Mitglieder von idiorrhythmischcn Klöstern
(s. Idiorrhythmisch) oder Pächter eines Kellion (s.d.).
Schema (hebr., "höre"), im jüd. Ritual das aus
5 Mos. 6,4-9 entnommene, nach dem Anfangsworte
benannte Gebetstück, dem gewöhnlich nocb 5 Mos. 11,
i3-2i und 4 Mos. 15,37-41 angeschlossen werden.
Mit 2 Mos. 13, i-i0 werden diese Stellen in die
Kapsel der Gebetriemen (s. d.) gethan. - Vgl. Voll-
hagen, VigZeNatio äs X^i-iat 8cll6in3. (Lpz. 1703).
Schemacha. 1) Kreis im mittlern Teil des russ.
Gouvernements Baku in Transkaukasien, hat 6653
hkm, 121115 E., meist Tataren; Getreide-, Reis-,
Obst-, Wein-, Vaumwo llbau, Schaf- und Seidenzucht.
- 2) S. oder S ch am a ch a, Kreisstadt im Kreis S.,
680 m boch, in herrlicher Gebirgslandschaft am
Eteppenfluß Pirsagat, bat (1891) 23716 E., 3 russ.,
2 armeniscb - gregorianische Kirchen, 7 sunnitische
und 6 schiitische Moscheen, Gartenbau und .Handel.
Die früher bedeutende Seidenweberei ist infolge der
Erdbeben 1859 und 1872 zurückgegangen. S., 1824
von den Russen gegründet, wurde 1734 von Nadir-
Schah zerstört, der die Einwohner 38 km südlich am
svluß At'-su ansiedelte, wo noch gegenwärtig der
Flecken Achsu oder Nowaia-Schemacha (Neu-
Schemacha) besteht. Diese Atadt wurde 1769 vom
Chan von Kuba zerstört.
Schematismus, eine Zusammenstellung nach
feststehendem Schema (s. d.). In der kath. Kirche
entbält z. B. ein Diöcesanschematismus die
Beschreibung der betreffenden Diöcese und eine Liste
sämtlicher geistlichen Persönlichkeiten derselben in
bestimmten Rubriken. In Österreich heißt auch die
Militär. Rangliste (s. d.) S.
Schembart, Gesichtsmaske, s. Schönbart.
Schemnitz,ungar. 86lm602-68 L61a dan)^, slaw.
Ztiannica, tönigl. Freistadt und Hauptstadt des
ungar. Komitats Hont, an der Linie Gran-Vreznitz-
S. (23 kni) der Ungar. Staatsbahnen, Sitz eines
Bezirksgerichts und einer Vergdirektion für den
niederungar. Vergdistrikt, hat (1890) mit der ehe-
maligen Stadt Dilln 15247 meist kath.-slowak.
E. (2534 Magyaren, 1186 Deutsche), darunter 2361
Evangelische, größtenteils Bergarbeiterund -Beamte,
drei kath., eine evang. Kirche, Piaristcnkolleaium,
altes Schloß (13. Jahrh.), jetzt fast Ruine, neues