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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Schlachtenmalerei; Schlächter; Schlächterwerke; Schlachtfelder; Schlachtgewicht

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Schlachtenmalerei – Schlachtgewicht

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Schlachten'

Kamm. Abbildung 2 zeigt die verschiedenen Fleischstücke am Kalbe: 1 Keule, 2 Nierenbraten, 3 Rücken, 4 Kamm, 5 Bug, 6 Hals, 7 Brust, 8 Bauch, 9 Kopf, 10 Füße. Das Schaf wird quer zerlegt, so daß der saftige Rücken mit den Keulen eine zusammenhängende Partie bildet. (Abbildung 3: 1 Rücken, 2 Keule, 3 Bug, 4 Brust und Bauch, 5 Hals, 6 Kopf.) Die Schweine trennt man vom Schwanze bis zum Kopfe, schneidet hierauf die Keulen oder Schinken sowie die Kopfhälften ab und teilt schließlich den Rest durch eine vom Buggelenk ausgehende und nach hinten und oben sich hinziehende Spaltung in zwei Teile. Die geschätztesten Teile des Schweins sind die Schinken, der Rücken (Karree, Karbonaden- und Kotelettenfleisch, Rippespeer) und der Kamm. In Abbildung 4 sind die einzelnen Teile des Schweins: 1 Schinken, 2 Karbonadenstück, 3 Kotelettenstück, 4 Kamm, 5 Vorderschinken (und Bruststück), 6 Bauch, 7 Kopf mit Backen, 8 Beine. – Vgl. Ostertag, Handbuch der Fleischbeschau (2. Aufl., Stuttg. 1895); Hengst und Schmidt, Das Fleisch unserer Schlachtiere (Lpz. 1895).

Schlachtenmalerei, eine Gattung der Historienmalerei (s. d.), welche Massenkämpfe darstellt. Auch die Landschaft hat dabei ihre ästhetische Geltung, und da der Künstler gern dabei Porträte anbringt, so greift die S. auch in dies Gebiet hinüber. Zeigt das Schlachtenbild die Spitze der Entscheidung in einer Gruppe historisch bekannter Größen, so ist es ein echtes Historienbild im Sinne der Ästhetik der ersten Hälfte des 19. Jahrh. zu nennen. Ein solches ist die sog. Alexanderschlacht (s. d.); ferner die von Raffael (s. d., Bd. 13, S. 592b) komponierte Konstantinsschlacht, die Amazonenschlacht von Rubens (s. Tafel: Amazonenschlacht, Bd. 13, S. 1042). Bei den Holländern und neuern Italienern nähert sich die S. dem histor. Genre (s. Genremalerei). Zu erwähnen von Künstlern dieser Richtung sind: Falcone, Salvator Rosa, Antonio Tempesta, Hans Snellink, Esaias van de Velde, Pet. Snyders, Robert van Hoeck, Jacques Courtois, Adam Frans van der Meulen, Phil. Wouverman, Karl Breydel und Georg Phil. Rugendas. In der Cornelianischen Zeit der deutschen Kunst näherte sich das Schlachtenbild wieder mehr den damals als echte Historienmalerei gehaltenen Formen. Als Künstler dieser Richtung sind hier zu nennen: Peter Krafft, Jos. von Schnitzer, Peter Heß, von Heideck, Albr. Adam, Monten; in Frankreich: Gros, Horace Vernet (s. Tafel: Französische Kunst V, Fig. 12), Steuben, Scheffer, Langlois, Schnetz, Bellangé, Lehmann. Die Gegenwart liebt es, kriegerische Ereignisse an Ort und Stelle möglichst historisch getreu aufnehmen zu lassen; die Künstler folgen zur Aufnahme der Vorgänge vielfach den Heeren. So ist der Krimkrieg durch Vernct, A. Yvon, Pils und Durand-Brager gemalt, die spätern franz. Kriege durch Jumel, Philippoteaux, Detaille, Neuville, die österr. Waffenthaten durch die beiden L'Allemand, Karl Blaas und Franz Adam, die deutschen durch Bleibtreu, Steffeck, Kretzschmar u. a. Ferner sind zu nennen: die der Düsseldorfer Schule angehörigen Maler Camphausen, Hünten, Northen, Kolitz, Seil, Rocholl, Simmler u. a., die Münchener Emelé, Lang, Friedr. Bodenmüller, Braun, der Stuttgarter Faber du Faur u. a. Die Darstellung von Schlachtenbildern hat im Panorama (s. d.) eine wirkungsvolle Erweiterung erfahren.

Schlächter, s. Fleischer.

Schlächterwerke, s. Einfriedigung. ↔

Schlachtfelder, diejenigen Teile des Kriegsschauplatzes (s. d.), auf welchen der Zusammenstoß größerer feindlicher Truppenmassen erfolgt. Von größter Bedeutung ist die Hygieine der S. In allen Ländern enthalten aus Gründen der Hygieine und der Pietät die neuern Vorschriften für den Kriegssanitätsdienst auch Anweisungen betreffs der Bestattung der Toten. Dieselbe soll derartig sein, daß der Verpestung der Luft durch Fäulnisgase wie einer Durchsetzung des Wassers mit Leichenjauche vorgebeugt wird. Nach der deutschen Kriegssanitätsordnung hat die Beerdigung, wenn der Tod sicher festgestellt ist, namentlich im Sommer so schnell wie möglich stattzufinden. Die Gräber, namentlich Massengräber, sollen weder innerhalb von Ortschaften, noch dicht an Landstraßen oder auf Wiesen oder in engen Schluchten, noch in unmittelbarer Nähe von Quellen und Wasserläufen angelegt werden. Die Gräber selbst müssen etwa 2 m tief sein, Massengräber in größerer Entfernung voneinander liegen. Den zur Anlage der letztern bestimmten Militärkommandos sind Ärzte beizugeben. Auf jedem Schlachtfelde haben Besichtigungen stattzufinden, ob alles zur Fäulnis Neigende gehörig beerdigt, verscharrt oder beseitigt ist. Die Anwohner der Leichenfelder sind, wenn möglich, zu veranlassen, ein Besäen oder Bepflanzen der Begräbnisstätten, nötigenfalls auch Desinfektionen und Neuaufschüttungen vorzunehmen. Machen sich von Begräbnisplätzen aus gesundheitsschädliche Einflüsse geltend, so haben Truppenkommandos nach Angabe der Militärärzte Vorkehrungen zu treffen (Herausnehmen der Leichen, Tieferlegen der Gräber, Aufschütten, Bepflanzen, Desinfizieren, Verbrennen u. s. w.).

Die namentlich im Deutsch-Französischen Kriege 1870/71 in großem Maßstabe erfolgte Verwendung chem. Desinfektionsmittel zur Assanierung von S. wird vom heutigen Standpunkt aus als verfehlt bezeichnet. Teils konnten die gewählten Desinfektionsmittel an sich oder die Art ihrer Anwendung den beabsichtigten Zweck überhaupt nicht erreichen, teils verzögern wirklich wirksame Desinfektionsmittel die schnelle Zerstörung der Leichen. Bei genügender Eindeckung der Gräber gewährleistet der Erdboden die größte Sicherheit gegen Gesundheitsschädigungen durch Leichenanhäufung. Von Desinfektionsmitteln könnte höchstens Kalk, in den die Leichen einzubetten sind, in Betracht kommen.

Theoretisch wäre gerade auf S. die Verbrennung von Menschen- und Tierleichen und anderem fäulnisfähigem Material sehr zweckmäßig. Praktisch hat sich dieselbe früher bei dem Mangel entsprechender Einrichtungen nicht bewährt, weder 1814 vor Paris noch auf den S. um Metz und Sedan 1870/71. Durch die neuern Verbrennungsöfen ist die Frage in ein neues Stadium getreten. Demgemäß läßt die deutsche Kriegssanitätsordnung die Verbrennung von Tierleichen zu; das österr. Reglement gestattet auch die Verbrennung von Menschenleichen.

Schlachtgewicht, beim Rinde das Gewicht der vier Viertel und des im Innern angesetzten Fettes; Haut, Kopf, Beine und Eingeweide gehören nicht dazu. Das S. beträgt bei mittelmäßig ernährten Tieren 47 Proz. vom Lebendgewicht, bei halbfetten Ochsen 55, bei fetten 60 Proz. und darüber. Bei Schafen beträgt das S. ohne Kopf und Haut mit Eingeweiden 45–60 Proz., je nach der Rasse und dem Mästungszustande. Schweine erreichen ein S. von 70 bis 90 Proz. des Gesamtkörpergewichts.