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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schleuderhonig - Schleuse (Wasserbauwerk)
verschiedene Wurfmaschinen des Altertums und
Mittelalters gebaut. Im 10. Jahrh, verwendete
nian die Stockschleuder zum Wersen von Granaten.
Schleuderhonig, s. Honig.
Schlcuderkasten, der als Gegengewicht die-
nende, mit Ballast beschwerte Kasten bei Wurf-
maschincn dcs Mittelalters (s. Vlyde).
Schleuderkrankheit der Schafe, s. Bremsen-
larvenschwindel.
Schleudermafchinen, soviel wie Centrifugen
(i. d.). liber die S. zum Entwässern der Garne und
Gewebe bei der Appretur s. d. (Bd. 1, S. 762a).
Schleudermühle, soviel wieDesintegrator(s.d.)
oder Tismembrator, s. Mahlmaschincn.
Schleudern, Organ der Equisetacccn (s. d.,
Vd. 6, S. 220a).
Schleuderpreise, s. Preis (Bd. 13, S. 369a).
Schlcuderschwanz, s. Torneidechse.
Schleuderthermometer, ein Thermometer,
das nach einem Vorschlage Aragos (1830) an einer
Schnur oder an einem Stäbe befestigt ist und daran
zur beliebigen Tageszeit mehrmals in der freien Luft
berumgeschwungcn wird, wobei das Thermometer
wegen der großen Luftmassen, mit denen dasselbe in
kurzer Zeit in Berührung kommt, ersabrungsgemäß
die Sckattentempcratur der Luft annimmt, gleichviel
schleusen, Kammerschleusen und Trogschlcusen oder
Schiffshebewerke. Klappschleusen siud nur bei klei-
nern Wasserläufen und geringen Unterschieden der
Spiegelböhe bis etwa 0,40 ni anwendbar, dann aber
sehr zweckmäßig. Das Oberwasser wird vom Eintritt
in das Unterwasser durch eine aus Bohlen und Leder-
streifen zusammengesetzte bogenförmige Klappe ge-
trennt, deren obern Teil der nach vorn ansteigende
Boden des Schiffs, komme dieses aus dem Ober-
oder dem Unterwasser, niederdrückt; ist es darüber
binweggeglitten, so richtet sich die Klappe durch den
Druck des Oberwassers von selbst auf. Derartige
Klappsckleusen sind in den Moor- und Marschgewäs-
s^rn zwischen Weser und Elbe zahlreich vorhanden.
^ tau schleusen stauen mittels eines geschlossenen
Tbores das Oberwasser an. Soll ein Schiff durch'
gelassen werden, so läßt man durch Offnen der
Schütze des Thores Ober- und Unterwasser sich bis
zum nächstuntern Stau ausgleichen und öffnet dann
das Thor. Der eintretende große Wasserverlust
macht ein banfiges Schleusen unmöglich, weswegen
Stauschleusen bei bedeutcndcrn Wasserstraßen nur
ausnabmswcise Verwendung finden, indem statt
ihrer ^ammerschlcuscn erbaut werden.
Eine Kammcrschlcuse (s. nachstehende Fig. 1)
besteht aus dem Oberhaupt (^) mit dem Oberthor
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Horizotttalschnitt einer massiven Kammerschleuse.
(Das Obcrthor ist geschlossen, das Unterthor geöffnet,
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o -Spitze des Oberdrempels.
n - Spitze des Unterdrempels.
()- Oberboden, II -Unterboden, ^.df. ^ Abfallboden.
^ 'I - Thorkammern, ääää - Dammfalze, nm nm - Umläufe.
Fig. 1.
ob das Herumschwcnken des Instruments im Sonnen-
schein oder Schatten erfolgt. Das S. begegnet also
den vielen Schwierigkeiten hinsichtlich des freien Zu-
tritts der Luft zu den in Gebäusen angebrachten
Thermometern; es eignet sich jedoch nur für einzelne
Beobachtungen.
Schleuderzellen, s. Moose (Vd. 11, S. 1034^).
Schleuse, ein Bauwerk, das zwei Gewässer vou
verschiedener Epiegelhöhe zeitweise völlig vonein-
ander trennt, zeitweise nach Anwendung besonderer
Vorrichtungen in Verbinduug miteiuauder bringt.
Zum zcitwcisen Auslassen von Wasser aus dem Ge-
wässer von größerer Spiegelhöhe dienen die Flut-
schleusen (s. Freiarche) und die Deich- und
Spül schleusen (s. Siel). Zum Ermöglichen des
Verkehrs zwischen zwei Gewässern von verschiedener
Spiegelhöhe dienen die Schissahrtschleuseu.
Man unterscheidet bei ihnen Klappschlcuscn, Stau-
uud dem Untcrhaupt (D) mit dem Unterthor sowie
der zwischen beiden Häuptern liegenden Schleusen-
kammer. Tas ganze Bauwerk, sei es massiv oder,
wie bei ältern und kleinern S., aus Holz, muß durch
Auwcndung von Spundwänden, wasserdichten!
Mauerwerk, undurchlässiger Hinterfüllungserde
u. s. w. den Ausgleich des Ober- und Unterwassers
Verbindern, wozu aber das Geschlosscnsein min-
destens eines der beiden Thorpaare erforderlich ist.
Sofern man nicht mit Rücksicht auf etwaige spätere
Vertiefung eines Kanals dessen Sohle von vornher-
ein tiefer als die anstoßenden Kanalsohlen anord-
nen will, liegt der Obcrboden (0) einer S. in gleicher
Höhe mit der Sohle der obern Kanalhaltung, der
Boden der Schleusenkammer und der Unterboden
(II) in gleicher Höhe mit der Sohle der untern Kanal-
haltung; den Übergang vermittelt der mchr oder
minder steile Abfallboden (^I)l). Die oberhalb jedes