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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schmelzfarben - Schmerlen
starrens aus; daher schwimmt Eis auf Wasser und
Wassergefäße werden beim Gefrieren ibres Inhalts
zersprengt. (S. Ausdehnung.) Der Schmelzpunkt ^
ändert sich mit dem Druck, unter welckem sich der
Körper befindet, und zwar wird der Schmelzpunkt
mit dem Druck erhöht, außer bei denjenigen Kör-
pern, die geschmolzen weniger Raum als im festen
Zustand einnehmen.
Leichtflüssig nennt man Körper, die durch
geringe Temperaturerhöhung aus dem starren Zu-
stande in den tropfbarflüssigen übergehen, wie
Quecksilber (bei -39,5" 0.), Wasser (bei 0° 0.),
Butter, Talg, sowie unter den Metallen besonders
Arsen, Zinn, Wismut und Blei, während die s ch wcr -
flüssigen Körper eine verhältnismäßig hohe Tem-
peratur zum S. verlangen, insbesondere Glas.
Eisen, Gold. Metalllegierungen sind meist leickt-
flüssiger als ihre Komponenten; man benutzt solche
Legierungen zu Schnelllot; einige derselben, wie
z.V. Rosesches, D'Arcets, Newtons und Noodsckes
Metall (s. die betreffenden Artikel), schmelzen schon
unterhalb des Siedepunktes. Beim Eisen ist die
Leichtflüssigkeit von den Beimengungen, namentlich
dem Kohlenstosfgehalt abhängig und ist am größten
beim Graueisen^s. Eisen, Bd. 5, S. 826 d). - Vgl.
Nernst, Siede- und Schmelzpunkte, ihre Theorie und
praktische Verwertung (Braunsckw. 1893).
Über S. des Glases s. Glas (Bd. 8, S. 39).
Schmelzfarben oder Emailfarben, durck
Metalloryde gefärbte Glasflüsse, mit denen man
auf Glas, Porzellan und weißem Emailgrunde
malt, worauf das Gemälde der Glühhitze aufgefetzt
wird, um durch Schmelzung fowohl Glanz zu er-
halten als fich mit dem Grunde zu verbinden. Da
sich die l^,. beim Einbrennen etwas verändern, so
ist es nicht leicht, bei den Endprodukten eine harmo-
nische Farbenwirkung zu erzielen. (S. Glasmalerei,
Porzellanmalerei.)
Schmelzglas, s. Email.
Schmelzgut, das zum Einsetzen in den Schmelz-
ofen bestimmte Metall. Der Ausdruck findet be-
sonders in Vronzegießereien (z. B. beim Glocken-
guß und Statuenguh) sowie in Münzwcrkstätten
Anwendung.
Schmelzkacheln, soviel wie glasierte Kacheln.
Schmelzofen, der zum schmelzen fester Kör-
per, insbesondere znm Schmelzen von Metallen die-
nende Ofen. Die ^. für den letztern Zweck lassen
sich in zwei Gruppen sondern. Die eine Gruppe
umfaßt solche Öfen, in welchen aus Erzen oder
Zwischenerzeugnissen Metalle dargestellt und ge-
schmolzen werden. Zu der zweiten Gruppe gehören
diejenigen Öfen, in welchen bereits fertige Metalle
zum Zwecke ihrer fernern Verarbeitung aufs neue
geschmolzen ("umgeschmolzen") werden. <-ie finden
häufig in den Gießereien (s. d. und Gießen) An-
wendung. Ihrer Einrichtung gemäß pflegt man
folgende vier Hauptarten zu unterscheiden: Kessel,
nur zum Schmelzen leichtschmelzbarer Metalle, des
Zinns, Bleis und deren Legierungen sowie des
Zinks brauchbar, für diefe aber sebr bequem und
deshalb fast stets benutzt. Tiegelöfen ^s. Tiegel),
zum Schmelzen streugflüfsiger Metalle dienend,
wenn diese entweder vor der Verübrung der Brenn-
stoffe und Feuerungsgase geschützt werden sollen,
damit jede Benachteiligung durch deren chem. Ein-
Wirkung ausgeschlossen bleibe (Tiegelstahl, Nickel,
Messing, Neusilber u. a.); oder wenn in Rücksicht
auf den bedeutenden Wert des Metalls alle mechan.
Verluste tbunlichst vermieden werden müssen (Gold,
Silber); oder auch stets dann, wenn überhaupt nur
kleine Mengen Metall mit eincmmal geschmolzen
werden sollen. Flammöfen, anf deren Herde
^ das Metall unmittelbar durch die darüber hin-
' ziehende Flamme erhitzt wird; sie werden vorzugs-
weise in Bronzegießercien (Statuen- und Glocken-
gießereien) und Eisengießereien benutzt, wenn große
Mengen auf einmal geschmolzen werden sollen
ls. Gießereiflammofen). Schachtöfen, mit scnk-
rechtcr Achse und fast stets mit Gebläsewind betrie-
ben, in deren obere Öffnung das zu schmelzende
Metall samt den Brennstoffen (Koks, Holzkohlen)
eingeschüttet wird, um in Berührung mit den
Brennstoffen allmählich nach unten zu gelangen,
wo die Schmelzung stattfindet. (S. Schachtofen.)
Schmelzpunkt, s. Schmelzen.
Schmelzfchupper, Glanzschupper (6a-
noiclei), eine große, zuerst von Agassiz aufgestellte
Ordnung der Fische, die durch Joh. Müller scharfer
cbarakterisiert wurde. Dieselben zeigen das innere
Skelett in allen Stadien der Ausbilduug, bald nur
knorplig, bald mit Wirbeln, die verknöchert und
bikonkav, wie bei den Knochenfischen, sind, bald Ge-
lenkköpfe und entsprechende Gelenkhöhle, wie bei den
Amphibien, baben. Sie haben mit den Knochen-
fischen den Kiemendeckel, die Anordnung der Kiemen
und die stets mit einem Luftgange in den Schlund
mündende Schwimmblase gemein, unterfcheidcn fich
aber von ihnen durch einen muskulösen, innen mit
mehrfachen Klappenreihen versehenen Stiel der
Kiemenarterie, der einen Teil des Herzens ausmacht,
durch eine Spiralklappe im Darm und durch das
Vorbandensein von den Eierstöcken getrennter Ei-
leiter, Ebaraktere, durch die sie sich den Rochen und
Haien nähern. Die Veschuppung des Körpers, auf
die Agassiz zuerst die Ordnung gründete, ist sehr ver-
schieden-, bald sind die Schuppen rautenförmig mit
dicker ^ckmelzlage überzogen und durch Knochen-
fortsätze ineinander verkerbt, bald abgerundet und
wie bei den gewöhnlichen Fischen dachziegelförmig
übereinander gelagert, bald aus einzelnen mit
^chmclz überzogenen Platten zusammengesetzt, die
zusammenstoßen zu einem Panzer oder auch ver-
einzelt stehen; bei diesen letztern S. ist das Ske-
lett stets knorplig. In der Gegenwart sind diese
Knorpelganoiden durch die Störe (^cii)6N86i-,
z. B. ^.cip^nsLi' Ltui-io ^., s. Tafel: F i s ch e VI, Fig. 1,
3ca^1iirll)'n(?1iu8, I^ol^odon), die S. mit runden
Schuppen dnrch die amerik. Kahl hechte (^mia),
die Eckschupper durch die amerik. Knochen hechte
<1^6^i(l03t6N8) und die asrik. Flösselhechte (t'oi^-
pt^i'nz, ;. V. ?0lvpt6ru8 dieiiir <^60^., Fig. 3) ver-
lretcn. In der Vorzeit hat die Ordnung eine sehr
bedeutende Rolle gespielt. In den ältesten silurischen
und devonischen Schichten finden sich zahlreiche Ver-
treter aller Gruppen, mit zum Teil sehr abenteuer-
lichen Formen, und bis zum obern Jura bestand
die ganze Klasse der Fische nur aus Knorpelsischen
und S., zu welchen sich erst im obersten Jura
Knochenfische gesellten. Die fossilen S. sind zuerst
von Agassiz zusammenhängend beschrieben worden.
Schmelztiegel, s. Tiegel.
Schmelzwärme, s. Schmelzen.
Schmer, Schweinetalg (s. Talg).
Schmerbauch, s. Fettsucht.
Schmerflnß, s. Scborrhöe.
Schmerlen oder Grundeln (^obiti's), Süß-
< wasserfiscke, die der Karpfenfamilie nahe stehen.