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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schmidt (Wilh. Adolf) - Schmidt-Rimpler
1872 ward S. als Professor der Zoologie und ver-
gleichenden Anatomie an die neubegründete Uni-
versität Straßburg berufen. Er starb 17. Jan. 1886
zu Straßburg. Seiuen wissenschaftlichen Nuf be-
gründete S. mit dem "Handbuch der vergleichenden
Anatomie" (Jena 1849: 8. Aufl. 1882; 9. Aufl.,
von A. Laug u. d. T. "Lehrbuch der vergleichenden
Anatomie", 1888 fg.), dem sich ein "Handatlas
der vergleichenden Anatomie" (ebd. 1854) sowie die
Schrift über "Die Entwicklung der vergleichenden
Anatomie" (ebd. 1855) anschlössen. Das Gesamt-
gebiet der Zoologie behandelte er im "Lehrbuch der
Zoologie" (Wien 1853) und dem für deu höhern
Schulunterricht bestimmten "Leitsaden der Zoologie"
(ebd. 1860; 4. Aufl. 1882). Eine Reihe von Ab-
handlungen, die teils selbständig, teils in Zeit- und
Gesellschastsschriften erschienen, betrifft die Strudel-
würmer. Seit 1860 widmete er sich vorzugsweise
der Untersuchung der Spongien und veröffentlichte
hierüber: "Die Spongien des Adriatischen Meers"
(Lpz. 1862; mit drei Supplementen, ebd. 1864-68),
"Grundzüge einer Spongienfauna des. atlantischen
Gebietes" (ebd.1870), "DieSpongien des Äteerbusens
von Merit'o" (2 Hefte, Jena 1879, 1880). Sonst
sind von S.s Schriften noch hervorzuheben: "Bilder
aus dem Norden" (Jena 1851), "Goethes Verbält-
nis zu den organischen Naturwissenschaften" (Berl.
1853), "Die naturwissenschaftlichen Grundlagen der
Philosophie des Unbewußten" (Lpz. 1877), "De-
scendenzlehre und Darwinismus" (in der "Inter-
nationalen wissenschaftlichen Bibliothek", Bd. 2,
3. Aufl., ebd. 1884), "Die Säugetiere in ihrem Ver-
hältnisse zur Vorwelt" (ebd. 1884) u. s. w.
Schmidt, Wilh. Adolf, Geschichtschreiber, geb.
26. Sept. 1812 zu Berlin, studierte daselbst Philo-
logie und Geschichte, war dann Gymnasiallehrer und
habilitierte sich 1839 als Privatdocent in Berlin.
1845 wurde S. außerord. Professor, beteiligte sich
1846 an der Begründung der Germanistenversamm-
lungen und wurde 1848 in das Frankfurter Parla-
ment gewählt, wo er der Fraktion des Württem-
berger Hofs angebörte: 1851 folgte er einem Rufe
als Professor der Geschichte nach Zürich, 1860 einem
gleichen nach Jena, war 1874-76 nationalliberales
Mitglied des Reichstags und starb 9. April 1867 iu
Jena. In seinen "Forschungen auf dem Gebiete des
Altertums" (Bd. 1, Berl. 1842) gab S. die griech.
Papyrusurkunden der königl. Bibliothek heraus.
1844 begann er die "Zeitschrift für Geschichtswissen-
schaft", die bis Mitte 1848 erschien (9 Bde., Berlin):
ferner erschienen von ihm: "Geschichte der Denk-
und Glaubensfreiheit im 1. Jahrh, der Kaiserherr-
schaft und des Christentums" (Berl. 1847), "Preu-
ßens deutsche Politik" (ebd. 1850: 3. Aufl. 1867) und
"Geschichte der preuß.-deutschen Unionsbestrebungen
seit der Zeit Friedrichs d. Gr." (ebd. 1851). In Zürich
begründete S. die "Monatsschrift des wissenschaft-
lichen Vereins in Zürich" (4 Bde., Zür. 1856-59)
und lieh erscheinen: "Der Aufstand in Konstantinopel
unter Kaiser Justinian" (ebd. 1854), "Zeitgenos-
sische Geschichten: 1. Frankreich von 1815 bis 1830.
II. Österreich von 1830 bis 1848" (Berl. 1859) und
"Elsaß und Lothringen" (Lpz. 1859; 3. Aufl. 1870):
serner "^Hdieaux äs 1a revolution fi-ai^aise pudii^g
"Ul 168 IMPILlZ iN6äit8 äu ä0MI-t6N16Nt 6t 66 13.
polies 86ci-0t6 äs I^ris" (3 Bde. und Register, ebd.
1867-71),"EpochenundKatastropben"(Berl.1874),
"Pariser Zustände während der Revolutionszeit 1789
-1800" (3 Bde., Jena 1874-76: französisch von
Paul Viollet, 2 Bde., Par. 1880-85), "Das Peri-
kleische Zeitalter. Darstellung und Forschungen"
(Bd. 1 u. 2, Jena 1877-79), "Handbuch der griech.
Chronologie" (hg. von Nühl, ebd. 1888), "Abhand-
lungen zur alten Geschichte" (Lpz. 1888), "Geschichte
der deutschen Verfassungsfrage während der Be-
freiungskriege und des Wiener Kongresses 1812-
15. Aus dem Nachlasse hg. von A. Stern" (Stuttg.
1890). Auch besorgte S. die achte Ausgabe der
Beckcrscken "Weltgeschichte" (18 Bde., Berl. 1860-
63; 4. Aufl., 22 Bde., Lpz. 1874-79).
Schmidt-Eabanis, Otto Richard, humoristi-
scher Schriftsteller, geb. 22. Juni 1838 zu Berlin,
mütterlicherseits aus der durch W. Aleris' gleich-
namigen Roman bekannten Emigrantenfamilie Ca-
banis, war anfangs Buchhändler, dann Schaufpie-
ler, redigierte 1867 - 69 die Damenzeitung "Vic-
toria", bis 1884 die Glaßbrcnnerfche "Montags-
zeitung", die spater mit dem "Deutschen Montags-
blatt" verschmolzen wurde. Seit 1858 ist S. Mit-
arbeiter an den "Fliegenden Blättern", seit 1885 am
"Ulk", den er seit 1895 leitet. S. hat eine große An-
zahl humoristischer Gedichte, Erzählungen, Märchen,
Kindersckriften und Schriften, die sich satirisch, meist
vom freisinnigen Standpunkt aus, mit den Zeü-
verbältnissen beschäftigen, veröffentlicht, darnnter:
"Die Jungfernrede" (Berl. 1884 u. ö.), "Allerlei
.humore" s3. Aufl., ebd. 1890), "Auf der Vacillen-
schau" (2. Aufl., Lpz. 1885), "Vrummstimmen der
Zeit" (ebd. 1886), "Nervöse Humoresken" (ebd.
1889), "Pessimistbeetblüten jüngstdeutscker Lvrik"
(ebd. 1887), "Lachende Lieder" (ebd. 1892), "Skat-
album" (ebd. 1894).
Schmidtmannshall, großes Kaliwerk im Kreis
Asckersleben des preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, bei
Ascherslebcn, nach seinem Begründer Hermann
Schmidtmann auf Schloß Grubhof bei Loser be-
nannt, umfaßt ein Vergwerkseigentum von 16 Kon-
zessionsfcldcrn mit zusammen über 32 ^m. An-
fänglich in engl. Besitz, ging dieses Werk kurz nach
Eröffnung des Betriebes 1883 in Form einer Ge-
werksckast in deutsche Hände über. Nach dreijährigem
Betriebe kam es durch Ersaufen des ersten Schachtes
bis nach Niederbringen eines neuen außer Förde-
rung ; die Wiederaufnahme derselben geschah Anfang
1888. Im I. 1889 wurde die Gewerkschaft in eine
Aktiengesellschaft mit 12 Mill. M. Aktienkapital
umgewandelt. Das Werk ist an der syndikatlichen
Förderung, nächst dem preuß. und anhält. Fiskus,
von den Privattalisalzwerken am höchsten beteiligt,
besitzt großartige, etwa 40 preuß. Morgen bedeckende
Fabrik- und Aufbereitungsanstalten sowie Eisen-
bahnanschluß mit eigenem Lokomotivbetrieb. Durch
den ausgedebnten unterirdischen Besitz war es auch
möglich, eine von den bisherigen Grubenbauen ge-
trennte, für Förderzwecke ausgerüstete Neserveschacht-
anlage zu errichten. Gefördert werden Carnallit,
Kainit, Schönit, ^ylvin und Boracit. Hauprerzeug-
nisse der Fabrik sind Cblorkalium, Kaliumsulfat,
schwefelsaure Kalimagnesia, Kieserit und Brom.
Schmidt-Nimpler, Herm., Augenarzt, geb.
30. Dez. 1838 zu Berlin, studierte daselbst am mediz.-
chirurg. Friedrich-Wilhclms-Institut Medizin, wurde
1863 Assistent an der Privatklinik, später an der
Universitäts-Augeuklinik Albrecht von Graeses und
ging 1871 als austcrord. Professor nach Marburg,
woselbst er die neu gegründete Klinik für Augen-
kranke einrichtete und 1873 zum ord. Professor der
Augenheilkunde ernannt wurde: 1890 wurde er ord.