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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schmidtscher Heißdampfmotor - Schmiedeeisenröhren
Professor und Direktor der Universitäts-Augenklinik
in Göttingen. Außer zahlreichen Iournalabhand-
lungen, die besonders die Refraktionsverhältnisse
sowie die Beziehungen der Erkrankungen der Augen
zu denen des Gcsamtorganismus betreffen, schricd
er: "Glaukom und Ophthalmomalacie" (in Graefe
und Sämischs "Handbuch der Augenheilkunde", Lpz.
1875), "Über Vlindsein" (Vrcsl. 1882), "Universität
und Specialistcntum" (3)carb. 1881), "Augenheil-
kunde und Ophthalmoskopie" (Vrailnschw. 1885;
6. Aufl., Verl. 1894), "Schule und Auge" (Vresl.
1887), "Schulkurzsichtigkeit und ihre Bekämpfung"
(Lpz. 1890), "Das Auge und seine Darstellung in
Skulptur und Malerei" (ebd. 1892).
Schmidtscher Heißdampfmotor, s. Überhitzer.
Schmidt-Weißenfels, Eduard, Schriftsteller,
geb. 1. Sept. 1833 in Berlin, machte in Paris lit-
terar, und geschichtliche Studien, lebte 1852 in Eng-
land, 1854-57 in Berlin, 1857-58 in Prag als
Redacteur der "Kritischen Blätter", 1859 in Gotha,
1861 - 72 in Berlin, meist publizistisch thätig.
1874-76 war er Redacteur der "Illustrierten Volks-
zeitung" in Stuttgart, hielt sich 1879 in Paris auf,
1883 in Spanien als Specialkorrespondent des
"Berliner Tageblatts", wohnte seitdem in Stuttgart
und starb 24. April 1893 in Vozcn. Von S.' zahl-
reichen, durchweg mehr gewandten als tiefdringen-
den Schriften seien hervorgehoben: die Biogra-
phien "Scharnhorst" (Lpz. 1859), "Fr. von Gentz"
(2 Bde., Prag 1859), "Fürst Metternicb" (2 Bde.,
ebd. 1860) und "Friedrich Krupp" (Berl. 1888;
4. Aufl. 1890); ferner "Frankreich und die Franzosen"
(2 Bde., ebd. 1868), "Charakterbilder aus Spanien"
(Stuttg. 1885), "Das 19. Jahrhundert, Geschichte
seiner ideellen, nationalen und Kulturentwicklung"
(Berl. 1890), mehrere Romane, wie "Polignac"
(2 Bde., ebd. 1866), "Pascal Paoli" (2 Bde., Lpz.
1867), "Prinz Erdmann" (Berl. 1878 u. ö.).
Schmied, eine Art der Glockeuvögel (s. o.); auch
eine Käferfamilie (s. Schnellkäfer).
Schmied, Gewcrbtreibcnocr, dcr sich mit dem
Schmieden (s. d.) der Metalle (Gold-, Kupfer-,
Blechschmied), insbesondere des Eisens (eigentlicher
^.) beschäftigt. Letzterer stellte ursprünglich Haus-
geräte und Waffen (Waffenschmied) her; cr
wurde zum Grobschmied, als die Kleinschmiedc-
(s. Schlosser) auftraten. Man unterschied ferner
Nagel-, Werkzeug-, Messer- und Sensenschmicdc.
(S. auch Fahnenschmied und Kurschmicd.) Gegen-
wärtig beschränkt sich die Thätigkeit der S. in dcr
Hauptsache auf den Hufbeschlag (Hufschmied),
auf das Beschlagen der Ackergeräte und Fuhrwerke,
sowie in Seestädten der Schiffe (Schiffsschmied,
auch Ankerschmied). Der 1884 gegründete Bund
deutscher Schmicdeinnungen (Sitz in Berlin) umfaßt
(1895) 136 Innungen mit 4846 Mitgliedern. -
Vgl. Leitfaden für Schmiedefachschulcn (Berl. 1888),
Deutsche Schmiede-Zeitung (ebd. 1885 fg.). (S. auch
Kunstschmiedearbeiten, Schlosser- und Schmiede-
arbeiten, Schmiede, Schmiedefachschulen.)
Schmiedbarer Eisenguß, s. Eisenerzeugung
(Bd. 5, S. 928d).
Schmiedbares Gifen, s. Eisen (Technisches)
und Eisenerzeugung.
Schmiede, eine Werkstatt, in welcher das Schmie-
den (s. d.) handwerksmäßig oder mit maschinellen
Einrichtungen, wie Schmiedepresse (s.d.) und mechan.
Hämmer (s. Fallhammer), betrieben wird. Über Feld-
schmiede s. Echmiedcseuer.
Schmiedearbeiten, s. Schlosser- und Schmiede-
arbeiten.
Schmiedeberg. 1)S. imNiesengebirge,
Stadt im Kreis Hirfchberg des preuß. Reg.-Bez.
Liegnitz, im Thale der Eglitz, am Fuße der Schnee-
koppe, an der Nebenlinie S.-Hirschbcrg (14,9 km)
der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Ämtsgerichts
(Landgericht Hirschberg), Gewerbegcrichts, Steuer-
und Grenzzollamtes, hat (1890) 4592 E., darunter
1069 Katholiken und 28Israeliten, Postamt zweiter
Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, eine cvang.
und kath. Kirche, Präparandenanstalt, Heilanstalt für
Geistes- und Nervenkranke, Krankenhaus, Sparkasse
und Gasanstalt; ferner Seiden-, Plüsch-, Chenille-
und Leinenweberei, Wollspinnerei, Leinen- und Kat-
tundruckerei, Bleicherei und Appretur sowie Fabrika-
tion von Teppichen, Porzellanwaren, Kerzen, Wachs,
Fruchtsaft und chirurg. Instrumenten, Ackerbau-,
Vieh- und Forstwirtschaft und ein Eisenbergwerk
"Vergfreiheit" mit einer jährlichen Ausbeute von
20000 t Eisenerz. S. wird als klimatischer Kurort
und im Winter wegen seiner Ho'rnerschlittenfahrtcn
nach den bohm. Grenzbauden viel besucht. Nabe dcr
Stadtliegen,vonParkanlagenumgeben, die Schlösser
Neuhof des Prinzen Reuß und Ruhberg des Fürsten
Ezartoryski. - Der Ort wird urkundlich zuerst 1355
erwähnt, wurde 1513 durch Wladislaw von Böhmen
zur Stadt, 1747 durch Friedrich d. Gr. zur freien Verg-
ftadt erhoben. S. wurde 1810 durch einen Wolken-
bruch zerstört. Südwestlich von S. an der Lomnitz das
Dorf Krumhübel mit 639 E., ehemals Hauptsitz
der Sammler von Apothekerkräutern des Hoch-
gebirges, gegenwärtig als Sommerfrische viel be-
sucht. - 2) S. im Bezirk Halle, Stadt im Kreis
Wittenberg des preuß. Reg.-Vez. Merseburg, östlich
von der Dübener Heide, Sitz eines Amtsgerichts
(Landgericht Torgau), hat (1890) 2590 evang. E.,
Post, Telegraph, Sparkasse; Spinnerei, Weberei,
Fabrikation von Zündhölzern und künstlichen Blu-
men, Dampfziegeleien, Ackerbau, eisenhaltige Moor-
lager und eine Moorbadeanstalt. - 3) S. im Erz-
gebirge, Dorf in der Amtshauptmannschast Dip-
poldiswalde der sächs. Kreishanptmannsckaft Dres-
den, an der Roten Weiheritz und der Nebenlinie
Hainsberg-Kipsdorf der Sächs. Staatsbahnen, hat
(1890) 794 meist evang. E., Post, Telegraph, ein
Rittergut; Eisenwerk sür Weich- und Grauguß und
wird als Sommerfrische besucht.
Schmiedeberger Kamm, Zweig des Riesen-
gebirgcs, s. Forstkamm. ^Eisenerzeugung.
Schmiedeeisen, s. Eisen (Technisches) und
Schmiedeeifenröhren. S. werden entweder
aus Blech gebogen und die Längsnaht durch Nieten,
Falzen oder Löten geschlossen, oder durch Aufrollen
eines Flacheisenstreifens in der Querrichtung und
Zusammenschweißen der Nahtränder gewonnen, oder
endlich aus einem massiven Eyenstad gewalzt Die
geschweißten Röhren werden durch Ziehen oder
Walzen, in jedem Fall aber im weißglühenden
(schweißwarmen) Zustande des Materials geformt,
da mit der Formung zugleich die Schließung der in
der Längenrichtung des Rohrs verlaufenden Naht
erfolgt. Man unterscheidet stumpf und überdeckt ge-
schweißte Röhren, je nachdem die Naht durch stumpfes
Zusammenstoßen der Längskanten des aufgerollten
Eisenstreifens gebildet ist oder diese Kanten sich
gegenseitig um einen geringen Betrag überdecken.
Der rinnenartig aufgebogene Eisenstreifen wird in
einem Glühofen auf Schweihhitze erwärmt und dann