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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schomburgk (Sir Rob. Herm.) - Schön (Heinrich Theodor von)
Lpz. 1847-48) wertvolle Mitteilungen über Fauna,
Flora und Bewohner dieses Landes enthält. Von
seinen reichhaltigen naturhistor. Sammlungen ge-
lang es ihm jedoch nur einen kleinen Teil glücklich
nach Europa zu bringen. 1849 ging er nach Austra-
lien. Seit 1865 war S. Direktor des Votanischen
Gartens zu Adelaide, wo er 24. März 1891 starb.
Dort hat er außer den jährlichen "Hopm-tZ" über
den Votanischen Garten veröffentlicht: "^awloFue
of plant8 unäei- cultivation in t^6 downic Faräen"
(1871 fg.), "^ns Fra8868 knä locläsr plllntg in
^outn ^U8ti-alia" (1874), "I^i)6i-8 re^ä delore t1^6
Z?Qil080pIiica1 8oci6t^" (1873), "I^lio üoi-g. olsoutn
^.U8tralia" (1875), "()n tiis n^tui'^1i86ä ^0063
Hnä otiier p1ant8 in 8outd ^N8traliii)) (1879).
Schomburgk, Sir Nob. Herm., Reifender, geb.
5. Juni 1804 zu Freyburg a. 0. Unstrut, lernte als
Kaufmann in Naumburg, ging 1829 nach den Ver-
einigten Staaten und von da 1830 nach Westindien,
wo er sich längere Zeit auf Anegada aufhielt. Diefe
kleine Infel durchforschte er in allen Beziehungen,
trug namentlich zur genauern Kenntnis der für die
Schiffahrt gefährlichen Untiefen bei und legte seine
Arbeit der Londoner Geograpbischen Gesellschaft
vor. 1835 begann er, von der Geographischen Ge-
sellschaft unterstützt, eine wissenschaftliche Expedition
nach dem brit. Guayana, von der er nach vierjähri-
ger ergebnisreicher Thätigkeit im Juni 1839 nach
Georgetown und von dort nach Europa zurückkehrte.
Schon 1840 stellte ihn die brit. Regierung an die
Spitze einer Kommission zur Vermessung der Gren-
zen zwischen Guayana und Brasilien. Nach einem
kurzen Ausfluge in seine Heimat schiffte er sich
19. Dez. 1840 abermals nach Südamerika ein und
kehrte erst im Juni 1844 wieder nach England zurück,
woraus er von der Königin zum Ritter geschlagen
wurde und von der Geographischen Gesellschaft die
große goldene Medaille erhielt. Im Aug. 1848
wurde er Konsul und Geschäftsträger bei der domi-
nikan. Republik, wo er im Mai 1850 einen für Eng-
land vorteilhaften Handelsvertrag abschloft und den
Frieden mit Kaiser Soulouque vermittelte. Er wurde
l.850 engl. Generalkonsul in Bangkok, kehrte aber
im April 1864 krank nach Europa zurück und starb
11. März 1865 in Schöneberg bei Berlin. Die Re-
sultate seiner Forschungen legte er in der "I)63crip-
tion of I)riti8ii l^uiana, ^60^i^1iic^1 anä 8tati3ii-
cai" (Lond. 1840; deutsch von Otto S., Magdeb.
1841), in dem Prachtwcrke "Vis^v8 in tns int^i-ioi-
of 6ui3,na" (Lond. 1840) und in Berichten an die
Geographische Gesellschaft in London nieder, die von
seinem Bruder Otto u. d. T. "Reisen in Guiana
und am Orinoco 1835-39" (Lpz. 1841) mit einem
Vorwort A. von Humboldts deutsch herausgegeben
wurden. Die von ihm gemachten zoolog. und botan.
Sammlungen, die er dem Britischen Museum über-
sandte, boten eine außerordentlich große Anzahl
neucr Formen dar, wie besonders die Victoi-ia.
r^Fill. ^i?M. Außer den obengenannten veröffent-
lichte er "Hi8toi-)5 ok Dai-daä^ " (Lond. 1847) und
für die Halilu^t 8oci6t^ das Werk "Ine äi8c0voii6
ol td6 6uinii-6 ok l^niang. d^ 3ir ^V. I^i^i^n"
(ebd. 1848). Über Sto. Domingo und Siam ent-
hält das ".loui-nai ol tli6 li. l^eo^r^dicHi socist^"
interessante Berichte. ^Somlyö - Väsärhely.
Schomlau, Klein-Gemeinde in Ungarn, s.
Schon, Son, engl. Sone und So ane, rechter
Nebenstuß des Ganges in Vorderindien, entspringt
in Gondw6/?6 Ooch/and von Amarkantak), etwa
8 km östlich von der Quelle der Narbada und er-
gießt sich, 744 Kni lang, oberhalb Patna in den
Ganges, mit welchem sein breiter Unterlauf durch
Kanäle verbunden ist.
Schön, der Grundbegriff der Ästhetik, mit dem
man alles bezeichnet, was durch seine Form Wohl-
gefallen erregt. Der Gegensatz ist Häßlich (s. d.).
Von dem Nützlichen unterscheidet sich das S. dadurch,
daß es keine Zwecke verfolgt, die außerhalb des
schönen Gegenstandes liegen, von dem Angenehmen
(s. d.) dadurch, daß seine Wirkung über das bloß
sinnlicke Behagen hinausgeht, von dem Wahren
! dadurch, daß es nicht durch begriffliches Denken,
^ sondern durch unmittelbare Anschauung erfaßt wird.
über die zahlreichen theoretischen Feststellungendes
Schönheitsbegriffs s. Ästhetik; über die Nachbildung
des Schönen durch die Kunst s. d.
Schöne Wissenschaften (L6ii68-i6ttr68) wur-
den früher Dichtkunst und Redekunst genannt, weil sie
mehr als die andern Künste in das Gebiet wissen-
schaftlichen Denkens hinüberragen. Über die sog.
Schönen Künste s. Kunst.
Als Schöne Seele bezeichnet man, besonders
nach Rousseaus "Vsiie aine" in der "Neuen Heloise"
und nach Goethes "Bekenntnissen einer schönen
Seele" in "Wilhelm Meisters Lehrjahren", ein mora-
> lisch wie ästhetisch feinfühlendes, von den Berührun-
gen mit der Wirklichkeit leicht verletzbares Gemüt.
Litteratur s.Mhetik.
Schön, Heinrich Theodor von, preuß. Staats-
mann, geb. 20. Jan. 1773 zu Schreitlauken in Li-
tauen als Sohn eines Amtsrats, studierte seit 1788
in Königsberg die Rechte und Staatswissenschaften,
trat 1793 in den preuft. Staatsdienst, wurde 1799
Kriegs- und Domänenrat in Vialystock, 1800 nach
Berlin in das Generaldirektorium berufen und 1802
in demselben Geh. Finanzrat für das ost- und west-
preuh. Departement, begleitete den König 1806 nach
Königsberg und Memelund wurde 1809 Regierungs-
präsident in Gumbinnen. Nach dem Tilsiter Frieden
! war S. als Mitglied der Generalkonferenz und Re^
ferent über die wichtigsten Reformgesetze einer der
bedeutenden: Mitarbeiter an den Reformen Steins
! und Hardenbergs, besonders an der wirtschaftlichen
' Gesetzgebung, speciell dem Edikt über die Aufhebung
! der Hörigkeit, dem Landeskulturedikt und den Ge-
i werbeeditten. Das unter dem Namen "Polit. Testa-
i ment" bekannte Schriftstück, das Stein bei seinem
^ Ailstritt aus dem preuß. Staatsdienst hinterließ, zu
dessen Inhalt sich aber Stein später in den wichtigsten
! Punkten nicht mehr bekannte, rührt in seinen charak-
^ teristischen Partien von S. her. Anfang 1813 för-
> derte S. mit Alexander Dohna, Stein und Jorck
! die Errichtung der ostpreuß. Landwehr; aber das
! "Verdienst" der Rettung Ostpreußens vor den Russen
! und ihrem Vertreter Stein, das er später bean-
' spruchtc, ist Übertreibung, ebenso wie die Legenden,
! die er über seinen Anteil an der Stein-Hardenberg-
! schen Gesetzgebung, insbesondere der Städteordnung
! von 1808 in Umlauf setzte. Nach dem Frieden wurde
! er 1816 Oberpräsident von Westpreußen. Des Volks-
1 schulwcsens und der Wegebauten nahm er sich mit
i besonderer Sorgfalt an. Stolz auf seine Leistungen
und überzeugt von der Unfehlbarkeit seiner Grund-
^ sätze, verwaltete er seine Provinz in der That muster-
! haft. 1824 wurde ihm auch die gesamte bis 1877
ungeteilte Provinz Preußen unterstellt. Unter den
höhern Beamten war er der Vorkämpfer für die libe-
ralen Forderungen, besonders für Preßsreiheit und
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