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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schouwen - Schrader
Versammlungen zu Roeskilde und Viborg ernannt, '
denen er 1836, 1838 und 1840 präsidierte, auch in
der grundgesctzgebendcn Vcrsaunnlung von 1848
bis 1849 war er Vorsitzender. Auch wirkte er in !
liberaler Tendenz in der von ihm herausgegebenen
"Dansk Ugeskrift" (8 Bde., Kopenh. 1831-36', Fort-
setzungen, 8 Bde., ebd. 1842-46) und "Dansk Tid- ^
skrift" (ebd. 1847-51). Seine eherne Büste, von l
Bissen modelliert, wurde 1857 auf dem Fruckirke- ^
Platz in 5topenhagcn errichtet.
Schouwen (spr. schall-), Insel in der nieder-
land. Provinz Seeland, im N. der Oostcrsck^elde,
bildet mit Duivcland den nördl. Teil der Provinz, !
besitzt nur an der Westseite in den Dünen eine na- ^
türliche Wasserwehre und hat unter Überschwem- z
mungen zu leiden. Die bedeutendste ^tadt ist Zierik- !
zee, Hafenstadt istVrouwcrshaven(s. d.). Der Kanal
de Beeten an der Ostseite ist berühmt durch den küh- !
nen Zug der Spanier unter Requesens 1575, die '
unter dem Feuer der Niederländer eine Stunde weit
den Kanal durchwateten.
Ho/t?"ttc?., hinter lat.Pstanzcnnamcn Abkürzung ^
für Heinrich Adolf Schrader, geb. 1.Jan. 1767 ^
zu Alfeld bei Hildeshcim, Direktor des Botanischen !
Gartens in Göttingen, gest. daselbst 21. Okt. 1836.
Tchrader, Eberhard, Bibelforscher und Orien-
talist, geb. 5. Jan. 1836 zu Braunschweig, studierte
in Göttingen Theologie und orient. Sprachen, ha-
bilitierte sich 1862 in Zürich und wurde dort 1863
zum ord. Professor der Theologie ernannt, ging in
gleicher Eigenschaft nach Gießen (1870) und Jena
(1873), darauf nach Berlin (1875), wo er in die
philos. Fakultät übertrat und zum Mitglied der
königlich preuß. Akademie der Wissenschaften gewühlt
wurde und 1892 den Titel eines Geheimrats er-
hielt. S. machte sich besonders verdient um die
Erkläruug der assyr. und babylon. Keilinschriften
<s. Keilschrift), deren Studium er in Deutschland an-
bahnte und durch eine von ibm gegründete Schule
förderte. Er veröffentlichte: "Studien zur Kritik und
Erklärung der biblischen Urgeschichte" (Zür. 1863), die
achte Auflage von De Nettes "Lehrbuch der histor.-
kritischen Einleitung in das Alte Testament" (Berl.
1869), "Die assyr.-babylon. Keilinschriften" (Lpz. '
1872), "Die Keilinschriften und das Alte Testament"
(Gieß. 1872; 2. Aufl. 1883), dasselbe engliscb u. d. T. !
"I'ds (^unßikoi'ni luscriptionZ and t1i6 Oiä ^68w-
nieiw) (2 Bde., Lond. 1885-89), "Die Höllenfabrt
der Istar" (Gieß. 1874), "Keilinschriften und Ge-
schichtsforschung" (ebd. 1878), "Keilinschriftliche Bi-
bliothek" (Bd. 1-3, Verl. 1889-92) und zahlreiche
Abhandlungen in Zeitschriften und Sammelwerken.
Schrader, Julius, Maler, geb. 16. Juni 1815
zu Berlin, kam im 14. Jahre auf die dortige Akade-
mie und war 1837-43 Schüler Th. Hildebrandts und
W. Schadows in Düsseldorf. Seine Hauptarbeiten
während dieser Zeit waren: Kaiser Friedrich II. und
Peter de Vincis (vom Düsseldorfer Kunstverein an-
gekauft) und Cenci vor dem gefangenen Papst
Gregor VII. (1844; Museum in Danzig). 1845 be-
gab er sich mit Reisestipendium nach Rom, wo er
das grosie Ölgemälde Die Übergabe von Calais
(vollendet 1847; Nationalgaleric zu Berlin) malte,
ein Bild, das S. die Mitgliedschaft der Akademie
zu Berlin eintrug. Eine Reise nach England, Bel-
gien und Holland 1847 gab seiner Kunst, welcbe
vorher zu den ersten Bahnbrechern der bclg. Schule
hingeneigt, mehr die Richtung auf Rubens und
van Dyck. Dies zeigten schon die Bilder: Der
schlummernde Bacchus, Bacchantin mit Panthern
spielend, Frauen und Kinder in einer Vigna (1848),
Friedrich d. Gr. nach der Schlacht bei Kollin (1849;
Museum zu Leipzig), die Tochter Iephthas (Galerie
zu Königsberg), Wallenstein und Seni(1850), ins-
besondere aber das Historienbild: Der Tod Leonardo
da Vincis (1851) und Milton und seine Töchter.
Darauf folgten Fresken in der königl. Schloßkapelle
zu Berlin und das Wandgemälde im Neuen Mu-
seum: Einweihung der Sophienkirche in Konstanti-
nopel durch Kaifer Justinian (1853). Auch S.s wei-
tere Staffelcibilder: Karls I. Abschied von seiner
Familie (1855; Berliner Nationalgalerie), Esther
vor Ahasver (1856; ebd.), Cromwell am Sterbebett
seiner Tochter Lady Claypole (1859; städtisches
Museum zu Köln), Lady Macbeth nachtwandelnd
(1860), Philippine Welser vor Ferdinand I. (1864),
zeigen ihn noch auf der Höhe seiner koloristischen
Kunst, die in einigen folgenden, wie: Elifabeth
unterzeichnet Maria Stuarts Todesurteil, Maria
Stuarts letzte Augenblicke, und Shakespeare als
Wilddieb vor dein Friedensrichter (Stuttgarter
Galerie) zu siuken scheint, aber in dem 1874 ent-
standenen prunkvollen Bilde: Friedrich vonHohen-
zollern empfängt 1415 die Huldigung der Städte
Berlin und Kölln (Nationalgalerie zu Berlin) sich
nocb einmal geltend macht. In der letzten Zeit ent-
standen auf diesem Gebiet noch: Die heiligen drei
Könige (1863; Dreikönigskirche in Elbing) und Die
Andacht (1886). Im übrigen ist der Künstler seit
langem überwiegend dem Bildnis zugewandt: die
Porträte des Cornelius und des Künstlers selbst
(1864, 1865; städtisches Museum in Köln), Leopold
von Rankes (1868; Berliner Nationalgalerie), des
Vildbauers A. Wolfs (1870), des Grafen Moltke
(1872), des Kölner Oberbürgermeisters Becker, Vis-
marcks, des Erbgroßherzogs und der Erbgroßher-
zogin von Mecklenburg-Strelitz. S. ist seit 1853
Mitglied und Senator der Akademie der Künste in
Berlin; bis 1892 war er Professor an derselben.
Schrader, Otto, Sprachforscher, geb. 28. März
1855 in Weimar, studierte in Jena und Leipzig,
wurde 1878 Gymnasiallehrer in Jena, habilitierte
sich außerdem 1887 an der Universität daselbst und
wurde 1890 zum außerord. Professor ernannt. Er
scbrieb: "Die älteste Zeitteilung des inoogerman.
Volks" (Berl. 1878), "Sprachvergleichung und Ur-
geschichte" (Jena 1883; 2. Aufl. 1890; englisch von
Ievons, Lond. 1890), "Linguistisch-Histor. Forschun-
gen zur Handelsgeschichte und Warenkunde" (Jena
1886), "Über den Gedanken einer Kulturgeschichte der
Iudogermanen auf sprachwissenschaftlicher Grund-
lage" (ebd. 1887), "Augusta, Herzogin zu Sachsen,
die erste deutsche Kaiserin" (Weim. 1890), "V. Hehn.
Ein Bild seines Lebens und seiner Werke" (Berl.
1891). Auch gab er mit A. Engler eine Neubearbei-
tung des V. Hehnschen Werkes "Kulturpflanzen und
Haustiere in idrcm Übergang aus Asien nach Grie-
chenland und Italien sowie in das übrige Europa"
(6. Aufl., Verl. 1894) heraus.
Schrader, Wilhelm, Pädagog, geb. 5. Aug.
1817 in Harbke (Provinz Sachsen), studierte in
Berlin Philosophie und Philologie, wurde 1844
Probekandidat am Ioachimsthalschen Gymnasium
in Berlin, 1846 Konrektor am städtischen Gymnasium
zu Brandenburg und war 1848 und 1849 Mitglied
des Teutschen Parlaments zu Frankfurt a. M., 1853
wurde er Direktor des Gymnasiums zu Sorau,
1856 Provinzialschulrat in Königsberg, 1858-73