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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwalbenfische - Schwämme
offenes Nest unter Felsvorsprüngen angeklebt wird.
In Nordamerika ist es die Purpurschwalbe llli-
runäo pui-Mlsa. !>.), die dort eine gleich freundliche
Aufnahme bei den Menschen findet wie die Han5-
und Ranchschwalbe in Europa. Nach den volkstüm-
lichen Namen werden oft auch die meisten Lang-
händer (s. d.) zu den S. gerechnet, obgleich sie mit
ihnen gar nicht verwandt sind.
Schwalbenfische, f. Fliegende Fische.
Schwalbenkraut, s. (^inliäunium.
Schwalbennester, die Abzeichen der Musiken,
Trompeter und Spielleute in der deutschen Armee,
die an dem obern Teile der Naht, welche den Ärmel
mit dem Hauptteile des Waffenrocks verbindet, be-
festigt werden. Ihre Gruudfarbe ist die des Waffen-
rocktragens; daranf sind bei den Mnsikern und
Trompetern je nach der Farbe der Nockknöpse meh-
rere Reihen goldener oder silberner Tressen aufge-
setzt, bei den Musikern der Fusitruppen senkreckt,
bei den Trompetern der Kavallerie schräg von oben
nach unten gehend; die S. der Spielleute der Fusi-
truppen haben weißen, bei denjenigen Truppen,
welche gelbe Kragenlitzen tragen, gelben Vandbesatz.
Die Spielleute der Gardetruppen tragen am untern
Rande der S. kurze weiß- oder gelbleinene, die
Mnsikmeister, Stabshautboisten, Stabstrompeter
und Bataillonstamboure goldene oder silberne
Kandillenfransen. ^Indische Vogelnester.
Schwalbennester, eßbare, s. Salangane und
Schwalbenschwanz, im Masäünenban eine
trapezförmige Verbindung zweier Maschinenteile,
meist als Führnng des einen Teils auf dem andern
angewendet. Die für die Schwalb enschwanz-
5 führung typische Form,
"^ welche man z. V. bei den
e> l>ll^"WW2> M' Enpporten der Drehbänke,
den Werkzeughaltern der
Stoßmaschinen u. s. w. fin-
det, entspricht der in der
Abbildung veranschaulichten, wobei a den fest-
stehenden schwalbenschwanzförmigen Führungs-
körper, d den bewegten Körper und c zwei mit letz-
tern verschraubte Führungsleisten bezeichnet. In
vielen Fällen, wie bei den Kreuzkopfsührungen klei-
nerer Dampfmaschinen, wird die umgekehrte An-
ordnnng gebraucht: a entspräche dann dem Schuh
des Kreuzkopfes, während d die Führung mit den
beiden Führungsleisten c bildete. Im allgemeinen
sind im Maschinenbau und Bauwesen die Vezeich-
nnngen schwalben s ch wanzför m i g und trapez-
förmig identisch, wenn es sich um die feste oder
bewegliche Verbindnng zweier Teile bandelt. Über
die schwalbenschwanzförmige Holzverbindung s. Ver-
knüpfung der Hölzer. -'S. heißt auch eine Art
Dachfenster (s. Kappfenster).
Schwalbenschwanz (I^ilio Nadl^n />.),
einer unserer schöusten und häufigsten Tagsckmetter-
linge, der bis gegen 85 mm klaftert, schwefelgelbe,
mit Schwarz, Blau und Rot gezeichnete Flügel be-
sitzt, und dessen Hinterflügel hinten seitlich zu einem
Schwänzchen ausgezogen sind. Die grüne, schwarz
und rot verzierte Raupe des S. ff. Tafel: Raupen,
Fig. 11) lebt auf Fenchel, Dill und Möbren und bat
hinter dem Kopf einen vorstülpbaren Drüsenapparat,
der ein nach Fenchel riechendes, an der ^uft leicht
verfliegendes Sekret entwickelt.
Schwalbenfchwanzfpanner(lIiH^t(?ivx8am
dvv<^vik Ii.,s.Tasel: Schmetterlinge II, Fig. 25),
ein hellgelber, 50 mm klafternder, gemeiner deutscher
Spanner, der im Juni und Juli stiegt und dessen
braune Raupe auf Springen, binden u. s. w. lebt.
Schwalbenschwanzzwillinge, Krystallifa-
tionsform des Gipses (s. d.).
Schwalbenwurz, Pflanzenart, s. (^nanodum.
Schwalheim, Torf bei Nauheim (s. d.).
Schwall, f. Hohle See.
Schwalm, rechter Nebenflnß der Eder in der
bess. Provinz Oberhessen und im preuß. Reg.-Bez.
Cassel, entspringt auf dem Vogelsberg, berührt
Alsfeld, Ziegenhain und Treyfa und mündet ober-
halb Felsberg. Die Bewohner des Thals (Schwäl-
mer) haben ihre originelle Tracht bewahrt und gel-
ten als Typus althess. Wesens.
Schwalme (^odin-Fi^ao), eine aus einigen
20 Arten bestehende, Südasien, die Molnkken, die
Papua-Inseln und Australien bewohnende Familie
der Knckucksvögel, die infolge einer gleichen Lebens-
weise den Nachtschwalbcn (s. d.) sehr ähnlich gewor-
den sind, ohne indessen im mindesten mit ihnen ver-
wandt zu sein. Ihr Schnabel ist sehr groß, platt
und hinten ansehnlich verbreitert, dabei bis nnter die
Augen gespalten, hart, hornig und mit einer hakig
übergebogenen Spitze. Die Beine sind krästig ent-
wickelt mit einer nach hinten und drei nach vorn ge-
richteten Zehen. Das Gefieder des Schwalms hat
Nachtvogelcharakter: es ist sehr weich und düster ge-
färbt. Hierher gehört der Riesenschwalm (^o
äai'FU8 Inim6rali3 N'iM-F., s. Tafel: Kuckucks-
vögel II, Fig. 4).
Schwamm, f. Schwämme; vegetabilischer
S., s. Luffaschwamm. - In der Medizin ist S.
(^unZuä) ältere Bezeichnung für den Krebs (s. d.);
nur der Glied schwamm beruht auf einer chroni-
schen eiterigen Entzündnng. (S. Gliedschwamm und
Gelenkentzündung, Bd. 7,^S. 730d.)
Schwammbäume, kranke Bäume, s. Ningschäle.
Schwämmchen, zwei verschiedene Erkrankungen
der Mundhöhle, nämlich katarrhalische Geschwüre
oder Aphthen und Pilzwucherungen oder Soor. Die
Apbthen sind kleine, bis linsengrohe, runde Ge-
schwüre auf der Mundschleimhaut, die Brennen und
Schmerzen im Mnnde erregen und so die Nahrungs-
aufnahme erschweren, aber bei zweckmäßiger Äe-
bandlung (durch Mundwässer aus chlorsaurem Kali,
Bepinseln mit verdünnter Salzsäure, Kalkwasser,
Myrrhentinktnr, Höllensteinlösung, gut abgekochter
Milck u. s. w.) schnell bcilcn. Der Soor wird durch
die Wucherung des Soorpilzes (Oiäium aldicanz
Hob.) hervorgebracht und bildet auf der Mund-
schleimhaut entweder weißliche, rahmige, leicht ab-
znwisckende Pünktchen oder einen zarten, reisähn-
licken Beschlag, selbst käsige, schmierige Massen; der-
selbe kann sich bis in die Speiseröhre fortsetzen nnd
dadurch das Schlingen erschweren. Dabei besteht
Brennen im Munde, und den Kindern ist das Sau-
gen schmerzhaft; oft haben die Kinder dabei auch
Diarrböen und kommen bald in der Ernährung
berunter. Die S. entstehen beim Sängling fast nur
infolge von mangelbafter Reinlichkeit, besonders
von ungenügender Säuberung der Brustwarzen,
der Sangflaschen, der Mnndhöhle u. s. w. Die Be-
handlung erfordert deshalb vor allem sorgfältigste
Reinlichkeit, namentlich häufiges Ausspülen und
Auswaschen der Mundhöhle mit desinfizierenden
nnd alkalischen Wässern, Vorarlösung u. s. w.
Schwämme, im gewöhnlichen Leben ost Be-
zeichnung für die eßbaren und giftigen Fleischpilze.
(S. Pilze.) Hauptsächlich aber wird einesteils der