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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwarzgalligkeit - Schwarzwald

Schwarzgalligkeit, soviel wie Melancholie (s. d.).

Schwarzgrundel, Fisch, s. Grundel.

Schwarzgültigerz, s. Sprödglaserz.

Schwarzhalsschwan (Cygnus nigricollis Steph.), durch seine Zeichnung wohl der schönste Wasservogel. Er stammt aus Chile, ist schneeweiß, Kopf und Hals schwarz, Schnabelhöcker, Zügel und Füße hochrot. In europ. Tiergärten und Parks nicht mehr selten, hält er sich gut und pflanzt sich auch fort. Die Jungen werden von den elterlichen Tieren unter den Flügeln getragen. Für das Paar wird je nach dem Alter bis zu 400 M. gezahlt.

Schwarzholz, s. Botanyholz.

Schwarzkiefer, s. Kiefer (Bd. 10, S. 323 b) und Harznutzung.

Schwarzkreide, französische Kreide, ein durch starken Kohlengehalt geschwärzter Thonschiefer, der zu Zeichenstiften verarbeitet wird. Geringere Sorten der Stifte erhält man durch Schneiden des Rohmaterials; für bessere Sorten wird dasselbe gepulvert, geschlämmt und mit einem Bindemittel geformt.

Schwarzkümmel, Pflanze, s. Nigella.

Schwarzkunst (geschabte Manier, Schabkunst, ital. mezzotinto), eine Abart der Kupferstechkunst (s. d.), erfunden von dem landgräflich hess. Kammerjunker L. von Siegen (1639-41). Prinz Ruprecht von der Pfalz brachte sie nach England, wo der ältere Smith, B. Green, J. MacArdell, Richard Earlom (s. d.) darin Treffliches lieferten.

Schwarzkünstler, s. Magie.

Schwarzkupfer, s. Kupfer (Bd. 10, S. 813 a).

Schwarzkupfererz, kupferhaltiges Fahlerz.

Schwarzmanganerz, soviel wie Hausmannit (s. d.).

Schwarzmehle, s. Mehlfabrikation (Bd. 11, S. 733 a).

Schwarznerfling, Fischgattung, s. Aland.

Schwarzort, Kirchdorf im Kreis Memel des preuß. Reg.-Bez. Königsberg, auf der Kurischen Nehrung, am Kurischen Haff, durch eine dichte Kiefernwaldung gegen den Flugsand der im N. und S. sich ausbreitenden Dünen (der Grikinn im N. 54 m hoch) geschützt, hat (1890) 400 E., Postagentur, Telegraph, Dampferstation, evang. Kirche, ein besuchtes Seebad (jährlich etwa 1100 Kurgäste) und Fischerei. (S. auch Bernstein, Bd. 2, S. 840 a.)

Schwarzpulver, s. Schießpulver.

Schwarzreutel, Schwarzrötel, soviel wie Saibling (s. d.).

Schwarzschur, das Scheren der Wolle bei Schafen im ungewaschenen Zustande.

Schwarzsee, frz. Lac Domène, Bergsee des schweiz. Kantons Freiburg, 18 km südöstlich von Freiburg, an der Grenze der Bezirke Greyerz und Sense, ist 1 1/2 km lang, bis 600 m breit, 12 m tief und fischreich, wird links von den Schweinsbergen, rechts von der Kalkkette des Kaisereggschlosses (2186 m), am Ende von den Vorbergen der Jaunflühe umschlossen. Der Abfluß heißt die Warme Sense. Auf dem westl. Seeufer Schwarzseebad mit kalter, gipshaltiger Schwefelquelle.

Schwarzspecht (Picus s. Dendrocopus martius L., s. Tafel: Spechte, Fig. 9), ein in Deutschland selten gewordener, die großen Nadelwaldungen Europas und des nördl. Asiens bewohnender Specht (s. Spechte) von etwa 50 cm Länge und 75 cm Klafterbreite, mit fast ganz schwarzem Gefieder, das nur auf dem Oberkopf eine karminrote Färbung annimmt.

Schwarzspießglanzerz, s. Bournonit.

Schwarzstift, s. Bleistift (Bd. 3, S. 119 a).

Schwarzsucht, s. Melanose.

Schwarztangaren, Vogelart, s. Krontangaren.

Schwarztanne, s. Fichte (Bd. 6, S. 765 b).

Schwarzwald, Gebirge des südwestl. Deutschlands, ein typisches Beispiel eines Horstgebirges (s. Gebirgsbildung), das sich im Süden mit einer Breitenentwicklung von Waldshut bis Basel steil aus der Rheinfurche erhebt und nach N. parallel dem westlich vom Rhein ziehenden Wasgenwald, durch Baden und Württemberg bis Durlach und Pforzheim streicht, wo es durch die Senke des Kraichgaus (s. d.) vom Odenwald getrennt wird. An seinem Westfuße, der sich auf seinem ganzen südnördl. Zuge rasch und steil aus der Oberrheinischen Tiefebene erhebt, liegen die Städte Freiburg, Lahr, Offenburg, Rastatt und Durlach, welche von jeher für Handel und Gewerbe die Vororte des Hinterlandes bildeten. Die Ostgrenze des S. folgt von Pforzheim an dem Lauf der Nagold aufwärts bis zur Stadt Nagold, dann dem Lauf des Neckars von Horb über Sulz und Rottweil bis zu seiner Quelle und zuletzt der gegen Süden fließenden Wutach. Auf dieser ganzen Strecke ist der Abfall sanft. Im SO. hängt der S. so innig mit dem Deutschen Jura zusammen, daß die Grenzlinie beider nur nach der verschiedenen geognostischen Beschaffenheit gezogen werden kann. (S. Karte: Baden u. s. w., Bd. 2, S. 258.)

Die Länge beträgt etwa 158 km, die Breite im Süden 60 km, in der Mitte 35 km, im N. 22 km, der Flächeninhalt 4955 qkm, wovon ein Drittel auf Württemberg kommt. Wie die Breite, so nimmt auch die senkrechte Höhe von Süden nach N. ab; die Gesamterhebung beträgt im Süden 1000 m, im N. 700 m; die Höhe der höchsten Gipfel, welche sämtlich gegen W. liegen, sinkt von 1494 m (Feldberg) im Süden auf 1166 m (Hornisgrinde) im N.; die Senkung von W. nach O. beträgt im Süden wie im N. durchschnittlich 200 m. Das den S. im allgemeinen von SO. nach NW. durchquerende Kinzigthal trennt ihn in einen südlichen oder obern und einen nördlichen oder untern S. Den Kern des obern S. bildet der Feldberg (s. d., 1494 m), von dem mehrere Kämme mit 12-1300 m hohen Bergen ausstrahlen; gegen Süden liegt das Herzogenhorn (1417 m), der Blößling (1312 m) und der Hochkopf (1265 m), gegen SW. der Belchen (s. d., 1415 m), der Blauen (1167 m), gegen NW. der Hirschkopf, die Farnwiede und der Schau-ins-Land oder Erzkasten (1286 m) und gegen N. der Tote Mann und weiter der Kandel (1243 m) und die Rosseck (1148 m), gegen O. die Bärhalde (1321 m). Auf dem Ostabhange der Gruppe liegen mehrere Seen (Feldsee, Titisee, s. d., Schluchsee u. s. w.). überdies wird sie durch tief einschneidende Zuflüsse des Rheins, wie die Wutach, die Alb, die Wehra, die Wiese, den Neumagen (Möhlin) und die Dreisam gegliedert, welche die Masse in vier parallel nach NNO. ziehende Hauptketten zerlegen. Von Freiburg, dem westlich das isolierte Vulkangebirge des Kaiserstuhls (s. d.) vorliegt, gelangt man in nordöstl. Richtung über den Kandel zu den Donauquellen Breg und Brigach, mittels welcher das Donaugebiet einen einspringenden Winkel in den Schwarzwald macht, der sonst ganz dem Rheingebiet angehört. Die Schiltach, welche in der Nähe der Brigachquelle entspringt, eilt der Kinzig zu, welche einen tiefen Einschnitt bildet. Jenseit dieser Kinzigspalte, im untern S., verliert derselbe mehr und mehr den Charakter eines kammlosen, aus einzelnen Berghöhen mit abgerundeten