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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schweizer - Schweizerische Eisenbahnen

Bd. 1, 3. Aufl., Bd. 2 u. 3, 2. Aufl., Zür. 1892-95); Schweizer, Geschichte der schweiz. Neutralität (Frauenf. 1893); ferner das Jahrbuch für schweiz. Geschichte (hg. von der Allgemeinen schweiz. Geschichtsforschenden Gesellschaft, Zür. 1876 fg.; Fortsetzung des «Archivs für Schweizergeschichte»); Quellen zur Schweizergeschichte (hg. von derselben, Bd. 1-19, Bas. 1877-95); Polit. Jahrbuch der schweiz. Eidgenossenschaft, hg. von Hilty (Bd. 1-9, Bern 1886 fg.); Oechsli, Quellenbuch zur Schweizergeschichte (Bd. 1 u. 2, Zür. 1886-93); Amtliche Sammlung der ältern eidgenössischen Abschiede 1245-1798 (Luzern, Basel u.s. w. 1839-82); von Wyß, Geschichte der Historiographie in der S. (Zür. 1894 fg.).

Schweizer, in der Milchwirtschaft, s. Holländerei.

Schweizer, Schweizertruppen, s. Söldner.

Schweizer, Alexander, reform. Theolog, geb. 14. März 1808 zu Murten, wo sein auch als Schriftsteller bekannter Vater Johann Jakob S. (gest. 1843 als Pfarrer zu Trub) Diakonus war, studierte in Zürich und Berlin, war 1833 Hilfsprediger an der reform. Gemeinde zu Leipzig und habilitierte sich 1834 in Zürich, wo er 1835 Professor der praktischen Theologie wurde und von 1844 bis 1871 zugleich Pfarrer am Großmünster war. S. war Mitglied des Kirchen- und Erziehungsrates sowie des Großen Rates. Er starb 3. Juli 1888. S. war ein Vertreter der freien prot. Theologie und gilt als einer der treuesten Schüler Schleiermachers. Außer durch das Werk: «Die christl. Glaubenslehre nach prot. Grundsätzen dargestellt» (2 Bde. in 3 Abteil., Lpz. 1863-72; 2. Aufl., 2 Bde., 1877), hat sich S. besonders durch eine gründliche Durchforschung des ältern reform. Lehrbegriffs und um die wissenschaftliche Konstruktion der praktischen Theologie namhafte Verdienste erworben. Dahin gehören: «Die Glaubenslehre der reform. Kirche» (2 Bde., Zür. 1844-47), «Homiletik der evang.-prot. Kirche» (Lpz. 1848), «Die prot. Centraldogmen in ihrer Entwicklung innerhalb der reform. Kirche» (2 Bde., Zür. 1854-56), «Pastoraltheologie» (Lpz. 1875). Ferner sind zu nennen: «Wirksamkeit Schleiermachers als Prediger dargestellt» (Halle 1834), «Das Evangelium des Johannes» (Lpz. 1841), «Hinabgefahren zur Hölle als Mythus» (Zür. 1868), «Die Zukunft der Religion» (Lpz. 1878), «Zwinglis Bedeutung neben Luther» (Zür. 1884). Auch gab S. Predigtsammlungen (5 Bde., Lpz. und Zür. 1834-62) sowie eine Auswahl seiner zahlreichen, meist in der «Prot. Kirchenzeitung» erschienenen Abhandlungen u. d. T. «Nach rechts und nach links. Besprechungen über Zeichen der Zeit» (Lpz. 1876) heraus. - Vgl. Meili über S. (in der «Theol. Zeitschrift aus der Schweiz», 1884 und 1885) sowie P. Schweizer, Alexander S.s biogr. Aufzeichnungen (Zür. 1888).

Schweizer Alpenklub, s. Alpenvereine.

Schweizerbahnen, Vereinigte, s. Schweizerische Eisenbahnen.

Schweizerdegen, s. Buchdruckerkunst (Bd. 3, S. 661 a).

Schweizerei, soviel wie Holländerei (s. d.).

Schweizer Gehörliqueur, s. Geheimmittel.

Schweizerhalle (Schweizerhall), Saline und Solbad im Bezirk Liestal des schweiz. Kantons Basel-Land, zur Gemeinde Pratteln gehörig, liegt 6 km südöstlich von Basel, auf dem linken Ufer des Rheins, in 274 m Höhe, und ist durch eine Zweiglinie (2 km) mit Pratteln der Schweiz. Centralbahn verbunden. Es besteht ein Post- und Telegraphenbureau, Fernsprechverbindung, Seilerei, chem. Dünger-, Anilinfarben-, Tinten-, Gänseleberpasteten- und Konservenfabriken. Das Salzlager, 1836 in einer Tiefe von 174 m im Muschelkalk erbohrt, wird durch vier Bohrlöcher ausgebeutet und liefert jährlich über 15000 t Koch-, Fabrik- und Viehsalz. Ein Teil der Sole, die 26,4 Proz. feste Bestandteile enthält, wird durch Röhren dem Solbad zugeleitet, das dicht bei der Saline auf einer Terrasse über dem Rhein liegt und aus einer großen Kuranstalt besteht.

Schweizerhaus, s. Bauernhaus (Bd. 2, S. 509 a) und Holzbaukunst.

Schweizerisch, s. Deutsche Mundarten (Bd. 5, S. 30 a).

Schweizerische Eisenbahnen. Die Schweiz hat nur Privatbahnen. Die erste, schweiz. Gebiet berührende Lokomotivbahn war die 15. Juni 1844 eröffnete von Basel nach St. Louis im Elsaß (5 km), von der 1,9 km auf schweiz. Gebiet entfielen; die erste durchweg in der Schweiz belegene Lokomotivbahn von Zürich nach Baden (23,3 km) wurde 9. Aug. 1847 eröffnet. Am 1. Jan. 1894 waren in der Schweiz 3415 km Eisenbahnen im Betriebe. Auf 100 qkm kamen 8,2 km, auf 10000 E. 11,6 km Eisenbahnen. Am 1. Jan. 1893 hatten die S. E. eine Gesamtlänge von 3273,884 km (Bahnen mit Lokomotivbetrieb), wovon im Auslande 22,062 km lagen. Drahtseilbahnen waren 11,974 km und Trambahnen 42,816 km vorhanden; von fremden Eisenbahnen lagen 61,707 km in der Schweiz. Von sämtlichen Bahnen hatten 592,658 km Doppelgleise. Stationen waren in der Schweiz 926 vorhanden. Außerdem waren 208 Verbindungsgleise nach gewerblichen Anlagen (Industriebahnen) mit einer Gesamtlänge von 73,934 km (darunter 0,911 km schmalspurig) vorhanden. Das gesamte, auf die Lokomotivbahnen verwendete Anlagekapital betrug (1. Jan. 1893) 1124811466 Frs. oder 343570 Frs. für 1 km und verzinste sich durchschnittlich mit 3,337 Proz.

Die Schweiz besitzt auch die höchste Adhäsionsbahn in Europa, die Landquartbahn (s. d.), die bei Davos-Kulm den höchsten Punkt von 1633 m erreicht.

Der Bahnverkehr folgt hauptsächlich der großen Thallinie vom Genfer See zum Bodensee und der senkrecht dazu stehenden Querlinie Basel-Luzern-Italien. Die Hauptknotenpunkte im Innern des Landes sind Winterthur, Zürich, Brugg, Olten, Luzern, Bern, Burgdorf, Biel, Solothurn, Payerne, Lausanne und Neuchâtel. Bei Genf, Jougne, Verrières, Col des Roches und Delle schließt sich das schweiz. Bahnnetz an das franz. Bahnnetz an, bei Basel, Koblenz, Schaffhausen, Singen, Konstanz an das deutsche, bei St. Margarethen und Buch (Arlbergbahn) an das österreichische, bei Pino und Chiasso an das italienische. Am 1. Juli 1882 wurde die für den Durchgangsverkehr zwischen Deutschland und Italien wichtige Gotthardbahn (s. d.) eröffnet. Über Längen, Kapital, Betriebsmittel und Betriebsergebnisse der S. E. im J. 1892 giebt die umstehende Tabelle A (S. 739) sowie die Tabelle B auf S. 740 u. 741 nähern Aufschluß.

An Straßenbahnen (Trambahnen) besitzt die Schweiz 41,45 km mittlerer Betriebslänge (42,816 km Baulänge); davon entfallen auf die Pferde- und Dampfstraßenbahnen in Genf 14,23, auf die Pferdebahnen in Bienne 4,67 und Zürich 8,59 km, auf die elektrische Straßenbahn Vevey-Chillon 10,49 km, auf die elektrische Straßenbahn in Bern 2,93 km und auf die Monte-Generosobahn 0,54 km.

Zu den in den Tabellen A und B aufgeführten Bahnen sind hinzugetreten: die Thuner-See-Bahn