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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwertorden (schwedischer Militärverdienstorden) - Schwetschkescher Verlag, G.
Schwestern des Roten Kreuzes, diejenigen
sür die Krankenpflege ausgebildeten Jungfrauen
und Frauen, welche ähnlich wie die Diakonissinnen
(s. d.) in geschlossenem Verbände einem Mutterdause
angehören und im Kriegsfall der Kriegssanitäts-
ordnung von 1878 unterstellt werden. DieFrauen-
pflegevercine vom Noten Kreuz (seit 1867), deren
größter der Vaterländische Frauenverein in
Berlin ist, baben 30 Anstalten in verschiedenen
Städten Teutschlands, in denen bereits weit über
1000 Pfiegcschwestern ausgebildet worden sind, die
neben den katb. Ordensschwestern und evang. Dia-
konissinnen an den kranken Kriegern im Felde, in
Friedcnszeitcn zur Linderung der Not in den Ge-
meinden und in den Krankenhäusern arbeiten sollen.
Schwestern vom armen Kinde Jesu, eine
1848 von Klara Fren gestiftete Genossenschaft von
Schulschwcstcrn (s. d.). Sie leiteten namentlich in
der Nhcinprovinz Waisenhäuser und an manchen
Orten die Elementarschulen für Mädchen. Vei ihrer
Ausweisung l1875) wurde das Mutterhaus von
Aachen nach Simpelveld in Holland verlegt.
Schwesterfprache, s. Sprachstamm.
Schwetschke, Karl Gust., Vuchbändler und
Schriftsteller, geb. 5. April 1804 zu Halle, Sohn
des Buchhändlers C. A. S., widmete sich zu Heidel-
berg und Halle philol. Studien, wandte sich hierauf
dem väterlichen Geschäft zu, redigierte längere Zeit
die "Hallische Zeitung" und beteiligte sich lebhaft
an den Bestrebungen der Protestantischen Freunde.
1848 wurde er in das Frankfurter Parlament gewählt,
wo er der Gagernfchcn Erbkaiscrpartci angedörte.
Er starb 4. Okt. 1881 in Halle. S. begann mit satir.
Dichtungen im Dienste der freien Gemeinden und
der liberalen Politik ("Schneidcmüllcr-Lied", 1845,
"Gedickte eines prot. Freundes", 1847, "DerObcron
von Sanssouci", 1847). In seinen "Xovas 6pi3w-
las odscuroi'uin vii'oi'um" (Franks. 1849; Iubi-
laumsausg., Halle 1874) bekämpfte er andererseits
mit Witz und Satire die Ausschreitungen der Frank-
furter Demokratie, ebenso in den "^Xoviw spiZtolas
claroruiu vii-oruni" (Brem. 1855) die Führer der
polit. Reaktion in Berlin. Dann wandte er sich
namentlich bibliogr. und kulturhistor. Arbeiten zu:
"Vorakademische Buchdruckergeschichte von Halle"
(Halle 1640), "(^oäex nunäinai-iuI oder Meßsahr-
bückcr des deutschen Buchhandels von 1564 bis
1764" (ebd. 1850), samt der Fortsetzung dieses Werks
dis 1846 (ebd. 1877), "Paläogr. Nachweis der Nn-
ecktbeit der Kölner Frcimaurerurkunde" (ebd. 1843),
"Geschichte des L'Hombre" (ebd. 1862), "Zur Ge-
schichte des (3lniä<3üinu3 issiUir" (ebd. 1877) u. s. w.
Von seiner Vorliebe für das lat. Studentenlied
zeugt auch feine lat. Übertragung von Mühlers
! "Grad aus dem Wirtshaus". Der polit. Dichter
! wurde wieder lebendig in ihm durch die Thaten
^ Vismarcks, dem er die feurigste Begeisterung weihte:
"Zeitgcdickte", deutfch und lateinisch, 1866 - 72
, (Halle 1873; ncuc vermehrte Ausg. 1878), das didak-
! tische Epos "Bivmarckias" (6.Aufl., ebd. 1870)
^ und das dazugehörige Gedicht "Varzinias" (1870).
Eine ausgewählte Sammlung seiner deutschen und
lat. Schriften gab er 1864 selbst heraus (vermehrte
Ausg., Halle 1866), sowie deren Fortsetzung "Gu-
stav S.s neue ausgewählte Schriften" (ebd. 1878).
Schwetfchkefcher Verlag, G., in Halle a. S.,
^ gegründet 1343 von Di-. Karl Gust. Echwetsckke
(s. d.), ging nach dessen Tod 1881 über an seine
Sohne Felix, Dr. Eugen (1889 wieder ausgetre-
zu Wenden in Livland. Der S. eroberte schnell ganz
Livland und Esthland, machte sich bald vom Bischof
ziemlich unabhängig, ließ sich 1207 den dritten Teil
alles eroberten Landes abtreten und erwarb 1210
vom Papst noch weiter gehende Rechte. Später ver-
lor der Orden durch unglückliche Kämpfe an Mackt
und Anfcben und vereinigte sich 1237 nach einer
schweren Niederlage mit dem Deutsckcn Orden (s.
Deutsche Ritter, Bd. 5, S. 52 d), der zu Riga einen
Landmeister (später Heermeister) als Gebieter der
Schwertbrüder einsetzte. In Anerkennung der dem
Hochmeister Albrecht von Brandenburg gegen Polen
geleisteten Dienste wurde der S. zu Beginn des!
16. Jahrh, mit größerer Selbständigkeit begabt und
unter dem Landmeister Walter von Plettcnberg in-
folge der Umwandlung Preußens in ein weltliches
Herzogtum völlig unabhängig. Der S. trat dem
Schmalkaldischen Bunde bei, verlor sedock durch die
Kirchenreformation die Grundlage seines Vcstebenö
und löste sich nach dreijährigem (1558-61) tapfern
Widerst^de des Hcermeistcrs Gottbard Kettler ls. d."
gegen die von Narwa und Dorpat vordringenden
Russen auf. - Vgl. Bunge, Orden der Schwert-
brüder (Lpz. 1875).
Schwertorden, das sog. GclbeBan d, schwcd.
Orden, von König Gustav I. Wasa 1552 als Er-
neuerung der Schwertbrüdcr gestiftet, von König
Friedrich I. von Schweden 1748 erneuert, ist jetzt der
schwed. Militärverdicnstordcn, wird in fünf Klaffen
verliehen und verfügt über Einkünfte, wovon Or-
densritter Pensionen erhalten. Das Ordenszeichcn
bestebt in einem schräg gestellten, acktspitzigen, weiß
emaillierten Kreuz, dessen runder blauer Mittclschild
ein aufgerichtetes goldenes Schwert, auf dem Re-
vers ein Schwert mit Lorbecrkranz und der Um-
fchrift "I'lo Mtriw) zeigt. Das Kreuz ist von vier
goldenen Kronen bewinkelt, über welchen je zwei ge-
schrägte, durch ein Wchrgchcnk verbundene Sckwer-
ter liegen, außerdem von goldener Königskrone
überhöht und wird an gelbem Bande mit bellblaucr
Einfassung getragen. (S. Tafel: Die wichtigsten
Orden 1, Fig. 22.) Nordens ls. d.) in Livland.
Schwertritter, die Mitglieder des Schwert-
Schwertschnabel, s. Kolibri.
Schwertschwänze, f. Molutkenkrebfe.
Schwertseite, in ältern deutschen Rechten die
männlichen Verwandten oder auch die Verwandten
von derväterlichen Seite, wenn sie zusammen bezeich-
net werden sollen. Bei der Ahnenprobe <s. Ahnen)
wird der Ausdruck häufiger gebraucht. Die weib-
lichen Verwandten werden der S. gegenübergestellt
als Spindelfeite oder Spillseitc.
Schwertthalcr, f. Kroncnthalcr.
Schwertwale, f. Delphine.
Schwertzahn, Raubtier, s. ^lackaeroäu?.
Schwesterlogen, s. Freimaurerei.
Schwestern, Bezeichnung für die Nonnen (s. d.)
und die Diakonissinnen (s. d.). - S. des freien
Geistes, f. Brüder und Schwestern des freien Gei-
stes. "H. von der Buße der beiligcn Magda-
lena, s. Magdalencrinnen. S. von der Rekol-
lektion, s. Augustiner. S. von Sankt Michael
und S. von Unserer Lieben Frau von der
christlichen Liebe, s. Eudes.
Schwestern der christlichen Liebe, eine 1849
von Pauline von Mallinckrodt zu Padcrborn ge-
stiftete, 1803 von Pius IX. bestätigte Genossenschaft,
die sich mit Erziehung, namentlich von blinden
Mädchen, und mit Krankenpflege beschäftigt.