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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schwimmende Batterie - Schwimmkäfer
Schwimmvögeln mit den Schwimmfüßen (s. d.), die
von ihnen wie Ruder gebraucht werden. Die Land-
tiere sind bei mit Luft gefüllter Lunge durchgängig
etwas leichter als das Wasser und tonnen fast alle
auf demselben schwimmen. Der Mensch ist mit ent-
leerter Lunge nur wenig schwerer als das Wasser,
mit lufterfüllter Lunge jedoch etwas leichter als
Wasser; daher würde sich auch der des S. Un-
kundige vor dem Sinken bewahren, wenn er die
Geistesgegenwart hätte, mit der Luft in seinen
Lungen sparsam zu sein und keine seinem .halten
über dem Wasser entgegenwirkende Bewegungen zu
machen, namentlich nicht die Arme über das Wasfer
zu erheben. Vci der Fortbewegung im Wasser übt
der Schwimmer mittels der Hände und Füße einen
Stoß oder Druck in der Weise auf das Waffer aus,
daß er durch denselben gleichzeitig gehoben und je
nach seinem Belieben vorwärts oder rückwärts be-
wegt wird. Die Flächen der Hände oder Füße
müssen dergestalt gehalten werden, daß sie beim
Stoß oder Druck der Flüssigkeit eine möglichst große,
dagegen beim Anziehen (um dieselben nachher zu
einem neuen Stoß oder Druck anzuwenden) eine
möglichst kleine Fläche entgegensetzen. Von den
Methoden beim Schwimmunterricht hat sich die des
preuß. Generals von Pfuel als vorzüglich bewährt.
Vgl. Pettigrew, Die Ortsbewegung der Tiere
(Lpz. 1875); Müllenhoff, Die Ortsbcwegung der
Tiere (Berl. 1885). - Thümen, Instruktion für den
militär. Schwimmunterricht nach der Pfuelfchen
Methode (ebd. 1861); Kluge, Lehrbuch der Schwimm-
kunst (ebd. 1870); Auerbach, Das S. sicher, leicht
und schnell zu erlernen (2. Aufl., ebd. 1873; Ausg.
mit Anhang 1888); d'Argv, Instruktion für den
Schwimmunterricht in der franz. Armee (deutfch,
4. Aufl., ebd. 1877); Schwägerl, Katechismus der
Schwimmkunst (Lpz. 1880); suler, Kleines Lehrbuch
der Schwimmkunst (Berl. 1891); H. Müller, Kate-
chismus der Schwimmkunst (Lvz. 1891); Ladebeck,
Schwimmschule (5. Aufl., ebd. 1892)-. von Orofino,
5. als Kunst und Sport (Wien 1895).
Schwimmende Batterie, flachgchendes, nur
wenig über die Wasserlinie emporragendes, stark mit
Geschützen armiertes Fahrzeug, das beim Angriff auf
Seefcstungen diefe von der Sccfeite her mit größerm
Nachdruck und geringerer Gefahr befchießcn foll,
als von Hochbordschiffen möglich ist, die wegen
ihres größern Tiefgangs nicht so nahe an die Küste
gelangen können und die außerdem ein günstigeres
Ziel für das Feuer der Küstenbefestigungen bieten.
Man stellte die S. V. früher aus Flößen her, wie
in dem niederländ. Befreiungskampf, oder benutzte
den Rumpf alter Schiffe da;u, wie die Spanier 1782
vor Gibraltar (f.d., Bd. 7, S. 1010a). Im 19. Jahrh,
traten an Stolle der S.B. die slachgehenden Kanonen-
boote und seit 1855 Panzerfahrzeuge verschiedener
Konstruktion. (S. Panzerschiff.)
Schwimmende Docks, f. Dock (Bd. 5, S. 3791>).
Schwimmende Postbureaus, die für den
Postbetricb auf den Poftdampfern (f. Dampfschiff-
fahrt, Bd. 4, S. 749 d) eingerichteten Postämter.
Schwimmender Kopf, f. Mondfisch.
Schwimmer, ein auf einer Flüssigkeit schwim-
mender Körper, der mit dem Sinken und Steigen
des Flüssigkeitsstandes ebenfalls sich entsprechend
senkt und hebt, so daß sich durch seine Einwirkung
auf ein Zcigerwerk der Flüssigkeitsstand, z. V. der
Wasserstand in einem Dampfkessel, außen erkennen
läßt. Bei gewissen Wasserreservoirs sz. B. zur Fül-
lung von Kochkesseln, zur Klosettspülung u. s. w<)
dient der S. auch zur Absperrung der Leitung, aus
welcker das Reservoir gespeist wird; und zwar schließt
der S. diese Leitung ab, solange das Reservoir ge-
füllt ist, offnes jedoch dieselbe, "wenn das Refervoir
sich leert. - ^. heißt auch ein Kühlgefäß (f. Bier
und Bierbrauerei, Bd. 2, S. 998 d).
Schwimmfuß. Die Gliedmaßcn von im Wasser
schwimmend sich bewegenden Tieren sind in der Re-
gel in besonderer Art entwickelt. Meist erscheinen
sie verkürzt, aber verbreitert und dabei abgeflacht,
fo daß sie der Fischflosse ähnliche Ruder darstellen.
Bei manchen Mollusken (Pteropoden) ist der eigent-
liche Fuß verkümmert und findet sich statt seiner an
jeder Seite des Körpers ein breiter flügelartiger Fort-
fatz. Bei einer Anzahl Gliedertieren (Schwimmkrab-
ben, Wasserküfer, f. Tafel: Käfer I, Fig. 14 u. 16,
und Wasserwanzen, f. Tafel: Infekten IV, Fig. 4)
crfchcincn die hintern Gliedmahen zu S. differenziert,
bei Vögeln häufig gleichfalls die hintern, gelegent-
lich indessen (Pinguine) auch die vordern, die dann
keine Luft-, sondern Wasserruder darstellen. Bei den
ausgestorbenen Ichthyosauren und Plesiosauren, bei
den lebenden Seeschildkröten und Seehunden sind
zwar alle vier Extremitäten zu S. geworden, doch
sind bei ihnen (mit Ausnahme der Plcsiosauren) die
vordcrn stärker ausgebildet. Die Wattiere haben
bloß die vordcrn Gliedmaßen behalten und (nament-
lich der Schwertwal) zu ausgezeichneten Schwimm-
apparaten entwickelt. Öfters sind die S. durch Hilfs-
bildungcn vergrößert (z. B. bei Krabben, Wanzen
und Käfern an einer oder an beiden Seiten, behaart).
Vci fchwimmcnden Wirbeltieren, auch bei folchen,
deren Füße noch keine ausgesprochenen Ruder dar-
stellen (wie die Hinterfüße des Bibers, Borstenferkels,
Coybus, alle vier Füße der Fischotter u. s. w.), sind
die Zehen und Finger durch die sog. Schwimm-
haut vereinigt. Bei den ausgebildetsten S. (Flossen
der Schwimmreptilicn und Wale) ist die freie Be-
weglichkeit der Phalangen dabei verschwunden.
Schwimmgürtel, s. Schwimmen.
Schwimmhaut, s. Schwimmsuß.
Schwimmkäfer (D^ticici^k), eine aus mehr als
900 Arten bestehende, über die ganze Erde ver-
breitete, in den gemäßigten Gegenden aber stärker
entwickelte Familie der Käfer aus der Ordnung
der Pentamcren (s. d.), die den Laufkäfern (s. d.)
so nahe verwandt sind, daß man sie geradezu als
deren Wasser- oder Echwimmformen bezeichnen
kann. Ihre FreßWerkzeuge sind ganz wie bei diesen
beschaffen, aber der Körper ist oval, verbreitert,
die .Hinterbeine sind flachgedrückte Schwimm- oder
Ruderbeine und in ihrem obersten Abschnitte fest
mit dem Körper verbunden. Die S. können meist
vortrefflich fliegen, was sie in der Rcgcl des Nachts
thun, und find wie ihre Larven kühne Räuber, die
sich von andern Wasserinsekten, Mollusken, ge-
legentlich auch von Aas ernähren. Die Männchen
haben meist die drei ersten Glieder der Tarsen an
den Vorderbeinen zu einem kompliziert gebauten,
scheibenförmigen Haftapparat verbreitert. Die Flü-
geldecken der Weibchen sind bei I))'ticu3 und ^cilwä
stark gefurcht. Die Larven sind langgestreckt, nach
vorn und hinten verdünnt, mit zwei bewimperten
Röhren am tzinterleibsenoe. Der Mund ist ge-
schlossen und die sichelförmigen Oberkiefer zum Aus-
saugcn der Beute eingerichtet. Einer der gemeinsten
Arten, der Gelbrand (Dvticug mai^inlUiZ ^.,
5. Tafel: Käfer I, Fig. 14), findet sich in stehenden