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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Seneca Falls; Senecasee; Senecio; Senefelder; Senegal

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Seneca Falls – Senegal

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Senĕca'

Scenen aus dem thebanischen Sagenkreise), neun Tragödien vollständig erhalten. Von diesen werden sieben («Hercules [furens]», «Thyestes», «Phaedra», «Oedipus», «Troades», «Medea» und «Agamemnon») jetzt allgemein S. zugeschrieben, der sie wohl in jüngern Jahren, vielleicht wahrend seiner Verbannungszeit auf Corsica verfaßte; eine achte («Hercules Oetaeus») wird wenigstens in ihrem zweiten Teile ihm abgesprochen; die neunte, «Octavia», ist erst nach Neros Tode verfaßt, kann also schon deswegen nicht von S. sein. Sie behandelt das Ende der Gemahlin Neros, die diesen Namen trägt. Eine kritische Ausgabe der Tragödien lieferten Peiper und Richter (Lpz. 1867), eine neue Leo (2 Bde., Berl. 1878–79), eine vollständige deutsche Übersetzung Swoboda (3 Bde., Wien 1828–30).

Senĕca Falls (spr. fahls), Ort im County Seneca im nordamerik. Staate Neuyork, westlich von Syracuse, am Seneca-River und der Neuyork-Centralbahn, hat (1890) 6116 E., gute Wasserkraft und natürliches Gas, Fabriken für Handpumpen, Feuerdampfpumpen, Strickwaren.

Senĕcasee, See im westl. Teile des nordamerik. Staates Neuyork, 56 km lang, 3–6 km breit, fließt durch den Seneca- und Oswegofluß in den Ontariosee. Seine Tiefe beträgt 192 m; er friert nie zu und wird von Dampfschiffen befahren.

Senecĭo L., Kreuzkraut, Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen, mit gegen 400 Arten fast auf der ganzen Erde, besonders aber in den gemäßigten Zonen und gebirgigen Gegenden, kraut- oder strauchartige Gewächse, meist mit gelappten fiederteiligen Blättern. Ihre Blütenkorbchen haben eine walzige, aus einer Reihe von Schuppenblättern bestehende, am Grunde mit kleinen Schüppchen umgebene Korbhülle, deren Schuppenblätter an der Spitze schwarzbraun zu sein pflegen; die Strahl- und die Scheibenblüten sind meist gelb (erstere selten rot oder weiß), der Kelch (Pappus) besteht aus mehrern Reihen einfacher Haare.

Zu den verbreitetsten einheimischen Arten gehören das gemeine Kreuzkraut (S. vulgaris L.), auch Baldgreis, eins der gewöhnlichsten Unkräuter des bebauten Bodens, durch den Mangel des Strahls von den meisten übrigen Arten unterschieden; das Jakobskraut (S. Jacobaea L.), eine schöne Pflanze mit goldgelben, strahlenden Blütenkörbchen und fiederteiligen Blättern, welche häufig an Ackerrainen und felsigen Orten wächst; die Waldkreuzkräuter (S. silvaticus L. , viscosus L., nemorensis L.), in Wäldern häufig, wo ersteres oft ganze Blößen und Schlagflächen überzieht, u.a.m. Unter den ausländischen Arten ist namentlich S. elegans L. aus Afrika zu erwähnen, eine beliebte Sommerzierpflanze, deren Strahlblume bald weiß, bald rosen-, bald purpurrot gefärbt und deren Scheibenblüten oft in ebenso gefärbte Zungenblüten umgewandelt erscheinen (volle Blütenkörbchen). Es ist eine einjährige Pflanze, welche ohne besondere Pflege gedeiht. Eine sehr schöne strauchige Art ist das in Mexiko heimische S. Petasites DC., mit großen sammetigen 5–7lappigen Blättern und straußförmigen Rispen kleiner gelber Blumen; sie wird im Kalthaus kultiviert, gedeiht aber auch sehr gut im Zimmer. Während des Sommers ins Freie gepflanzt, entwickelt sie sich sehr schnell zu einer imposanten Blattpflanze.

Senefelder, Aloys, der Erfinder des Steindrucks (s. Lithographie), geb. 6. Nov. 1771 zu Prag, kam in ↔ früher Jugend nach München, ging hier zum Theater, verließ aber dasselbe nach einigen Jahren. Es gelang ihm, zunächst die vertiefte, dann die erhöhte Manier des Steindrucks zu erfinden, worauf er eine chem. Steindruckerei errichtete. Er zog seine Brüder Theobald und Georg S. in sein Geschäft, dem er in Verbindung mit dem Hofmusikus Gleißner eine größere Ausdehnung gab; zugleich erhielt er 1799 vom Kurfürsten von Bayern ein Privilegium auf 15 Jahre. Bald nachher traten S. und Gleißner mit dem Musikverleger André in Offenbach in Verbindung, der ihnen 2000 Thlr. für die Erfindung zahlte, und ließen sich nun in Offenbach nieder. S. veruneinigte sich jedoch mit André und ging 1800 mit seinen Brüdern nach Wien, wo er mit Gleißner wieder den Notendruck betrieb. Da aber der Ertrag nicht die Kosten deckte, so überließ S. das ihm erteilte Privilegium an Steiner in Wien und schloß mit den Gebrüdern Faber, die in St. Pölten eine Kattundruckerei besaßen, einen vorteilhaften Vertrag ab. 1806 kam er auf den Wunsch des Freiherrn Christoph von Aretin nebst Gleißner nach München, wo er die Steindruckerei bald in Aufnahme brachte. 1809 erhielt er die Aufsicht über die inzwischen unter Direktion Utzschneiders für Landkarten bei der königl. Kommission des Steuerkatasters eingerichtete Steindruckerei mit einem lebenslänglichen Jahrgehalt für sich und Gleißner und die Erlaubnis, auch seine eigene Druckerei in Verbindung mit Aretin besorgen zu dürfen. S. widmete sich nun der weitern Ausbildung seiner Kunst; fast alle in der Lithographie üblichen Manieren sind von ihm zuerst versucht. 1826 machte er die Erfindung, farbige Blätter zu drucken (Mosaikdruck), welche den Ölgemälden gleichen; 1833 gelang es ihm, solche auf Stein reproduzierte Ölgemälde auf Leinwand zu drucken. Auch schrieb er ein gutes «Lehrbuch der Lithographie» (Münch. 1818). Er starb 26. Febr. 1834 zu München. Denkmäler wurden ihm in München (1877) und Berlin (1892) errichtet. – Vgl. Nagler, Aloys S. und der geistliche Rat Simon Schmidt (Münch. 1862); Pfeilschmidt, Aloys S. (Dresd. 1877); Ferchl, Geschichte der Errichtung der ersten lithogr. Kunstanstalt in München (Münch. 1862); ders., Übersicht der Inkunabelnsammlung der Lithographie (ebd. 1856).

Senĕgal, Strom des nordwestl. Afrikas, 1430 km lang. Er umfaßt ein Gebiet von 440500 qkm und entsteht aus zwei Quellflüssen. Der Bafing (Baleo) entspringt im Gebirge von Futa-Dschalon, südwestlich von Timbo, in einer Höhe von 750 m ü.d.M. Er ist nicht schiffbar; zur Trockenzeit versiegt er fast ganz. Der Bakhoi hat seine Quellen nördlich von Didi. Nach der Vereinigung beider bei Bafulabe bildet der S. den 16 m hohen und 300 m breiten Wasserfall von Guina und unmittelbar vor Medina die Felufälle. Bei Medina (1032 km von der Küste) liegt das Flußbett nur mehr 67 m ü.d.M. Hier mündet der aus Kaarta strömende, 200 km lange Kuniakari (Tarakole), welcher in der heißen Zeit nahezu austrocknet. 100 km weiter abwärts, oberhalb von Bakel, nimmt der S. den Faleme auf, der in Futa-Dschalon entspringt, Bambuk von Bondu scheidet und in der Trockenzeit nur aus einer Reihe von Tümpeln besteht. Am Zusammenfluß hat der S. eine Breite von 300 m und eine Tiefe von 8 m in der Regenzeit. Bei Bakel (900 km von der Küste) tritt er aus dem Gebirgsland in weit ausgedehnte Sumpfgebiete. Er strömt in unzähligen Windun-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 856.