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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Senfgurken - Seniorat
Senfgurken, s. Einmachen und Gurke.
Senftohl, f. Nruca.
Senfkörner, schwarze, die Samen von 81-53-
Lica niZra /i'oc/i, weiße die von 8inapi3 aida _^.
Senföl (Oleum äinapiä), ein flüchtiges Ol, das
durch Destillieren von schwarzem Senfsamen (dem
Samen vonLi-azsica. ni^ra H^oc/t) mit Wasser erhal-
ten wird. Es entsteht hierbei aus dem im Senssamen
enthaltenen myronsaurem Kalium, einem Glykoside,
das bei Gegenwart von Wasser unter dem Einfluß
eines im Samen vorhandenen Fermentes (Myrosin)
in Traubenzucker, saures Kaliumsulfat und S. zer-
fällt. Das ^). kann auch künstlich durch Einwirkung
von Rhodankalium auf Allylbromid erhalten wer-
den (Allylfenf öl). Es besitzt die Konstitution
eines Schwefelcyanallyls Wg-^^, ist eine in
Nasser wenig lösliche, farblose oder gelbliche, bei
150° 0. fiedende Flüfsigkeit von äußerst fcharfem
stechendem Geruch. Auf der Haut zieht es Blafcn.
Die 2prozcntige Lösung des S. in Spiritus ist der
als Hautreizmittel angewendete offizinelle Senf-
fpiritus oder Senfgeist (Z^irituä 8inaz)i8).
Senfpapier ((^Karta 8inupi3HtH), mit entöltem
Senfpulver überzogenes Papier. Mit Wasser be-
feuchtet entwickelt es kräftigen Geruch nach Senföl.
Es wird an Stelle des Senfteigs (s. d.) verwendet
als örtliches Hautreizmittel.
Senfpflaster, s. Senfteig.
Senffpiritus, f. Senföl.
Senft, Karl Friedr. Ferdinand, Mineralog und
Geognost, geb. 28. Febr. 1810 in Möhra, studierte
in Göttingen und Jena Theologie und Natur-
wiffenfchaften, wurde 1834 Lehrer der Naturwissen-
schaften an der Forstlehranstalt zu Eifenach, an
welcher Anstalt er bis zu feinem 30. März 1893 er-
folgten Tode thätig war. 27 Jahre lang wirkte er
nebenbei als Lehrer an dem Realgymnasium, das
er 1843 mit begründet hatte. Seine Hauptwerke sind:
"Klassifikation und Beschreibung der Felsarten"
(Bresl. 1857), "DieHumus-, Torf-, Marfch-und
Limonitbildungen als Erzeugunasmittel neuer Erd-
rindelagen" (Lpz. 1862), "Steinfcyutt und Erdboden"
Oerl. 1867; 2. Aufl. u. d. T. "Lehrbuch der Ge-
steins- und Bodenkunde", 1877), "Die krystalli-
nischen Felsgemengteile nach ihren Eigenschaften,
Umwandlungen und Associationen" (ebd. 1868),
"Synopsis der Mineralogie und Geognosie" (2 Bde.,
Hannov. 1876-78; die 3. Abteilung der Leunis-
fchen Synopsis bildend), "Geognoftifche Befchreibung
der Umgegend von Eifenach" (Eisenach 1858). Aus
seinem Nachlaß erschien "Geognost. Wanderungen
in Deutschland" (Hannov. 1894). - Vgl. Pilz, Zur
Erinnerung an Ferdinand S. (Jena 1894).
Senfteig oder Senfpflaster <3inapi8mu8), ein
als Hautreizmittel früher vielfach angewendetes
MedNament. Es besteht aus einem mit Wasser an-
gerührten Brei von Senfmehl. Neuerdings verwen-
det man an feiner Stelle das reinlichere und be-
quemer zu handhabende Senfpapier (s. d.).
Senftenberg, Stadt im Kreis Calau des
preuß. Reg.-Bez. Frankfurt, rechts an der Schwar-
zen Elfter, an den Linien Lübbenau-Kamenz und
Frankfurt a. O.-Großcnhain der Preuß. Staats-
bahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Cott-
bus) und Steueramtes/yat (1890) 3912 E., dar-
unter 280 Katholiken, nach Einverleibung des Guts-
bezirks 4024 E., Postamt erster Klasse, Telegraph,
zwei evang., eine kath. Kirche, Vergvorschule, großes
Knappschaftskrankenhaus; Schaumweinfabrik, Fär-
bereiund Druckerei,Glashütten,Dampfmühle, Säge-
werke, Ziegeleien, Brauereien, Braunkohlengruben,
Vriquettfabriken, Granitbrüche und Weinbau.
Senftenberg. 1) BezirkshanytmannMst in
Böhmen, hat 600,10 ^ni und (1890) 64024 (30327
mä'nnl., 33 697 weibl.) deutsche und czech. E. in
79 Gemeinden mit 128 Ortschaften und umfaßt die
Gerichtsbezirke Grulich, Rotitnitz und S. - 2) S.
(czcch. ^amdei-k), Stadt und Sitz der Bezirkshaupt-
mannschaft sowie eines Bezirksgerichts (264,18 hkiu,
30 841 meist czech. E.), an der Wilden Adler und der
Linie Prag-Mittenwalde der Osterr. Nordwestbahn,
hat (1890) 3678 czech. E., großes Schloß des Frei-
herrn von Parish mit Herrschaft (3160 da), Anlagen
und einer Sternwarte, Korbflechtschule; Woll- und
Leinwcbereien, Papierfabrik und Brauerei.
Senftenier, Schutzpolsterung unter der Rüstung,
Seng, japan. Münze, s. Sen. ^s. Husenier.
Sengen, ein Appreturversahren, bei dem Garne
oder gewebte Stoffe dadurch eine glatte Oberfläche
erhalten, daß man sie durch eine Gasflamme hin-
durch- oder an einer glühenden Metallplatte vorbei-
zieht. S. der Gewebe f. Appretur (Bd. 1, S. 763 a).
Senger, N i o,auch Senguel, Fluß in Patago-
nien, rechter Nebenstuß des Chubut (s.d.), entspringt
in dem Lago Fontana, einem Andensee, unter 45"
südl. Vr., mit einem zweiten Quellarm unter 44"
südl. Br., fließt zunächst füdöstlich über die öden Hoch-
ebenen, wendet sich gegen NO., durchströmt die Seen
Musters und Colhue und mündet nördlich von 44°.
Sengmaschine, eine Appreturmaschine (s. Ap-
pretur, Bd. 1, S. 763 a). lFrau, Herrin.
3snkor (portug., spr. ßenjör), Herr; Zenkoi-a,
Sem, japan. Münze, s. Sen.
Seni, Giovanni Baptista, Astrolog zu Padua,
ward 1629 von Wallenstein berufen, um diefem die
Nativität zu stellen, und blieb bei ihm bis zu dessen
Ermordung.
Senigallia oder Sinigaglia, Seestadt in der
ital. Provinz Ancona, an der Mündung der Misa
in das Adriatische Meer, an der Bahnlinie Boloana-
Otranto, ist seit dem 4. Jahrh. Sitz eines Bischofs
und hat (1881) 6634, als Gemeinde 22499 E., in
Garnifon 3 Schwadronen des 14. Kavallerieregi-
ments, einen kleinen Hafen mit Leuchtturm, ein Ka-
stell, eine Synagoge, Theater, gerade Straßen, viel
besuchte Seebäder und Fifcherei. Sehenswert ist die
Kirche Sta. Maria delle Grazie vor Porta Mon-
tagnara, mit einem Gemälde Peruginos. S. ist Ge-
burtsort des Papstes Pius IX. und der Sängerin
Catalani. - S., das alte sena (^Ilica, von den
gallischen Senonen in Nmbrien gegründet, wurde
283 röm. Kolonie. Pompejus zerstörte die Stadt im
Bürgerkriege zwischen Marius und Sulla. Später
gehörte sie zu der sog. Pentapolis (s.d.), seit dem
12. Jahrh, zur Mark Ancona. schwäche (s. d.).
SenU (lat.), greisenhaft; Senilität, Alters-
Senio, im Altertum äinning, rechter Nebenstuß
des Po di Primaro in der ital. Provinz Ravenna,
entfpringt auf der Nordfeite des Etruskifchen Apennin
und mündet nach einem Laufe von 80 Km im S. des
Valle di Comacchio.
genior (lat., abgekürzt sen.), älter, der Altere,
Alteste, häufig als Ehrentitel, Vorsteher eines Korps
(s. d.) u. s. w.
Seniorat (lat.), diejenige Ordnung der Sonder-
nachfolge in Stammgüter, Familienfide'ikommisfe
und andere Güter adliger Familien, nach welcher
das betreffende Gut oder Familienfide'ikommiß stets