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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Seppuku - Septimer
erinnern daran, dah nach dcr Legende S. der Wohn-
ort des Joachim und der Anna, der Eltern der
Jungfrau Maria, und Geburtsort der letztern ge-
wesen sein soll. srakiri.
Seppuku (chines., "Bauchaufschnciden"), s. Ha-
3ep8 okaloiäes, s. Erzschleiche.
Sepsis (grch.), Fäulnis.
Sepsi-Szent-György(spr.schepschißentdjördj),
Stadt rnit geordnetem Magistrat und Hauptort des
Komitats Häromsz^k in Siebenbürgen, am Altfluß
und der Linie Kronstaot-Ke'zdi-Väsärhcly der Ungar.
Staatsbahnen, Sitz der Komitatsbehördcn, hat
(1890) 5665 meist reform. magyar. E., reform.
Obergymnasium, Kunstwebeschule, Krankenhaus,
Sparkasse, zahlreiche gewerbliche Vereine; lebhafte
Kleinindustrie, blühende Viehzucht (Pferde, Rind-
vieh) und bedeutende Jahrmärkte. 7 km entfernt
Bad Sugas mit eisen- und kohlcnsäurehaltigen
Quellen und einer Kohle mit Schwefeldämpfen.
Septarien, f. Konkretion (in der Mineralogie).
September, der neunte Monat des Jahres,
der Herbstmond oder.Herbstmonat, war als 86pt6in-
di'i8 nach der ältern röm. Zeitrechnung ursprünglich
der siebente des Jahres und führt daher (von 86pt6iu)
den Namen. Während der ersten zwei Drittel des
S. steht die Sonne im Zeichen der Jungfrau, wäh-
rend des letzten in dem der Wage. Er hat 30 Tage,
und mit der Tag- und Nachtgleiche beginnt in ihm
die Jahreszeit des Herbstes.
Septemberkonvention, ital. - franz. Verein-
barung vom 15. Sept. 1864, betreffend die Ver-
legung der Hauptstadt von Turin nach Florenz und
die Näumung Roms von franz. Schutztruppen gegen
die Zusage Italiens, Rom und den Rest des Kirchen-
staates vorläufig nicht anzugreifen. (S. Italien,
Vd. 9, S. 769 a.)
Septembristen, in Portugal Anhänger der
Konstitution von 1822, f. Portugal (Bd. 13, S. 292 a).
Septenar (lat.), iambischer Siebenfüßler; in der
kath. Kirche die Gesamtheit der sieben Sakramente.
Septennäl (lat.), siebenjährig; Septenna-
lität, siebenjährige Dauer, Periode u. s. w.
Septennät (Septennium, lat.), siebenjährige
Dauer, Periode (z.V. Amtsperiode des franz. Präsi-
denten) ; insbesondere Bezeichnung für die Dauer des
deutschen Reichsmilitärgesetzes und der dadurch fest-
gesetzten Friedenspräsenzstärke (s. Friedenspräsenz).
Septett, Septuor (ital. settetw), Tonstück
für sieben Solostimmen. Vokalsätze für sieben Solo-
stimmen werden auch dann noch S. genannt, wenn
Instrumentalmusik hinzutritt.
Septichämie, Ichorrhämie, Iauchever-
giftung, eine meist akut auftretende fchwere In-
fektionskrankheit, die durch den Übertritt von fauli-
gen und zersetzten Substanzen in das Blut entsteht.
Es handelt sich bei der S. des Menschen m-eist nur um
Vergiftung durch Giftstoffe (Ptoma'ine), die in den
sich zersetzenden Wundsckretcn entstehen und in das
Blut gelangen. Bakterien findet man dabei im all-
gemeinen nicht. Bei Tieren dagegen giebt es spe-
cifische, septichämischc Vlutkrankbcitcn, bei denen
besondere Mikroorganismen im Blute massenhaft
vorkommen. Hierher gehören der Bacillus der S.
der Kaninchen, der Mäuse, der Nici-ococcug tetra-
3ßnn3 (s. d.) u. a. Bei Tieren kann man die Krankheit
künstlich dadurch erzeugen, daß man ihnen faulende,
jauchige Flüssigkeiten unter die Haut einspritzt; beim
Menschen tritt sie am häusigsten bei komplizierten
Knochenbrüchcn, bei spontanem Brand der Extremi-
täten, bei brandigen Zellgewebsentzündungen, nach
schweren Entbindungen sowie nicht aseptisch aus-
geführten Operationen auf. Die hauptsächlichsten
Symptome dcr S. sind ein heftiges kontinuierliches
Fieber, frequenter kleiner Puls, gänzlicher Appetit-
mangcl, intensiver Durst, bisweilen reichliche Durch-
fälle, profuser Schweiß und äußerst rapider Verfall
der Kräfte; unter zunehmender Betäubung erfolgt
gewöhnlich gegen das Ende dcr ersten Woche der
Tod. Nur in seltenen Fällen geht die Krankheit nach
überaus langsamer Rekonvalescenz in Genesung
über. Verhüten läßt sich die S. nur durch sorgfältige
Anwendung dcr antiseptischen Wundbehandlungs-
methode (s. Wunde); die Behandlung der ausge-
brochenen Krankheit besteht in zweckmäßigen chirurg.
Eingriffen zur Entfernung der jauchigen Wund-
sckrete, in kräftiger Diät und angemessener Be-
kämpfung des Fiebers durch laue oder kalte Bäder
und antipyretifche Heilmittel.
Septicme, f. Leichcnalkaloide.
Septidl, im franz. republikanischen Kalender
(s. d.) dcr siebente Tag der Dekade.
Septiko-Pyämie, die Verbindung der Pyämie
(s. d.) mit Septichämie (s. d.).
Sept Iles (spr. ßettihl), franz. Infelgruppe,
5 km von der Nordküste der Bretagne, gehört zum
Kanton Perros Guircc im Arrondisfement Lannion
des Depart. Cötes-du-Nord und hat Fischerei sowie
auf der Insel Plate einen Leuchtturm.
Septilliön (neulat.), die siebente Potenz einer
Million (1 mit 42 Nullen).
Septima (lat., "die siebente"), die siebente Klasse
anhöhern Schulen; Septimäner, Schüler derS.
Septimanien (vielleicht abgeleitet von der An-
siedelung der siebenten röm. Legion, der äeptimani)
bieß unter der Herrschaft der Westgoten zunächst der
Teil ihres Reichs in Gallien, den König Wallia 419
n. Chr. von den Römern erhielt. Es umfaßte da-
mals die Provinz ^uitaniI. LecunäH nebst an-
grenzenden Gebieten, also namentlich die Städte
Bordeaux, Perigueur, Angouleme, Agen, Samtes,
Poitiers, Toulouse. Bei weiterm Fortschreiten der
got. Eroberung wurde der Name auch auf die Pro-
vincia Narbonensis (Languedoc und Roussillon) aus-
gedehnt und blieb speciell auf diefer letztern Land-
schaft haften. Als Chlodwig den westl. Teil mit der
Hauptstadt Tolofa den Goten 507 entriß, blieb S.
diefen bis zum Untergang ihres Reichs und kam
um 720 an die Araber, denen es nachher von Karl
Martell und Pippin dem Kleinen 738 und 759 ent-
rissen wurde. Statt S. sagte man auch Gothia.
Septime (lat. seMina), der siebente Ton von
einem angenommenen Grundtone aus, ein disso-
nierendes Intervall, kommt in der praktischen Musik
in drei verschiedenen Größen vor: als kleine, große
und verminderte S. Die kleine S. besteht aus vier
ganzen und zwei halben Tönen, z. V. c-d. Die
große S. wird aus fünf ganzen und einem halben
Ton gebildet, z. B. ok. Die verminderte S. enthält
drei ganze und drei halbe Töne, z.V. ciä-d. Die
große und die kleine S. sind für die Modulation
oder die Verknüpfung der Accorde das wichtigste
Hilfsmittel der musikalischen Harmonie. - Sep-
timenaccorde nennt man die Vierklänge von
Grundton, Terz, Quinte und S., z. B. ^k-ä-f,
Z-1i-(1'K8, ^ig-ii-ci-f. (S. Accord.)
Septimer (ital. ?H880 äi 8ett), Paß der Ober-
halbsteiner Alpen in den Rhätischen Alpen, verbin-
det die Thäler Oberhalbstein und Vergell des schweiz.