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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Serpentinfels - Serret
Fluharme, am Rhein Altwasser genannt. Die S.
werden, wenn sie die Schiffahrt hindern, dnrch Kor-
rektionsbauten (s. Flußbau) unschädlich gemacht. ^-
S. heißen auch die in vergigem Terrain zur Vermei-
dung allzu starker Steigung in Windungen ange-
legten Wege, Straßen und Eisenbahnlinien.
Serpentmfels, s. Serpentin.
Serpentose, Feuerwerkskörper, s. Frosch.
Serphos, griech. Insel, s. Seriphos.
Serpuchow (spr. herpuchoff). 1) Kreis im südl.
Teil des rusj. Gouvernements Moskau, links an der
Oka, hat 2563,4 ykm, 121839 E.; Ackerbau, Haus-
industrie, Baumwollspinnerei, Weberei imd Drucke-
rei. - 2) Kreisstadt im Kreis S., an der Nara, 4 km
vor ihrer 3Nündung in die Oka, und an der Eisenbahn
Moskau-Kursk, hat (1893) 23269 E., 20 Kirchen,
Mönchskloster, Progymnasium, Stadtbank, Fluh-
hafen ; Handschuhfabrikation, Kattundruckcreien,
Tuchfabrik, Ziegeleien, bedeutenden Handel mit
Getreide, Hanf und Holz. S. ist der Stapelplatz
für den Verkehr an der Oka.
äsrMia., SerpuNden, s. Borstenwürmer.
Serra, im Portugiesischen, wie Sierra (s. d.) im
Spanischen, die Gebirgskette. ^gesägt, sägeförmig.
äsrra. (lat.), Säge; 86i-l-äw8, in der Botanik
Serradella, Futterpflanze, s. 0rnitnoM8.
Serradifalco, Stadt in der ital. Provinz und
im Kreis Caltanissetta auf Sicilien, auf dem Monte-
Carano, an der Bahnlinie Aragona-Caldare-(5ata-
nia, hat (1881) 7800 E. und Schwefelgruben.
Serrania de Euenca, s. Cuenca (Provinz).
Serräno y Dominguez (spr.-geds), Francisco,
Herzog de la Torre, span. Staatsmann, geb.
17. Sept. 1810 zu Arjonilla in Andalusien, trat
früh in die span. Armee und nahm 1833 nach dem
Tode Ferdinands VII. zu Gunsten der unmündigen
Königin Isabella II. am Karlistenkriege mit Aus-
zeichnung teil, schloß sich 1840 Espartero an, wurde
Divisionsgeneral und stellte sich 1843, als er die
Sacke Esparteros verloren sah, an die Spitze der
provisorischen Negierung in Barcelona. Im Mini-
sterium Lopez hatte er das Portefeuille des Krieges.
Nach dem Sturze Efparteros übernahm S. vorüber-
gehend wieder das Kriegsministerium und wurde
von der Königin Isabella, zu der er in vertrautem
Verhältnis stand, 1847 zum Generallieutenant er-
nannt. Er wurde 1852 Generaldirektor der Artil-
lerie, 1856 Militärgouverneur von Neu-Castilien
und Generalkapitan der Armee, 1857 Botschafter
in Paris, 1859 Generalkapitän von Cuba, wo ihm
die Wiedererwerbung von Sto. Domingo 1862 die Er-
hebung zum Herzog de la Torre und Granden erster
Klasse eintrug. Nach seiner Rückkehr leitete er bis
März 1863 die auswärtigen Angelegenheiten. 1865
wandte er sich dem wieder ans Nuder gelangten
O'Donnell zu, der ihn dafür mit dem Vorsitz im
Senat belohnte. Als die Negierung im Dez. 1866
die Berufung der Cortes über die gesetzliche Zeit
hinaus verzögerte, unterzeichnete eine grohe Anzahl
von Mitgliedern der Opposition einen Protest, den
S. und der Präsident der Deputiertenkammer, Nios
Nosas, der Königin überreichen sollten. Das Mi-
nisterium Narvaez kam dieser Kundgebung durch
Verhaftung und Verbannung der Präsidenten und
fast aller Protestierenden zuvor. S. wurde in das
Militärgesängnis bei Alicante abgeführt, erhielt
aber schon nach einigen Wochen seine Freiheit zurück.
Nach dem Sturze und dem Tode O'Donnells
(1867) wurde S. von der Liberalen Union als Füh-
rer anerkannt. Er brachte eine Koalition der unioni-
stischen und progressistischen Parteiführer zu stände;
aber der neue Ministerpräsident Gonzalez-Brabo
lieh S. nebst mehrern andern 7. Juli 1868 verhaf-
ten und nach den Canarischen Inseln deportieren.
Beim Scptemberaufstand 1868 wurdnvS.und ^eine
Genossen von den Canarischen Inseln abgeholt, und
19. Sept. erlieh S. die Proklamation von Cadiz,
zog mit den abgefallenen Truppen gegen Madrid
und schlug das königl. Heer 28. Sept. bei Alcolea.
Nach Vertreibung der Königin Isabella übernahm
er die Präsidentschaft des neuen Ministeriums und
wurde 15. Juni 1869 von den Cortes zum Negenten
gewählt. Am 2. Jan. 1871 legte er die Gewalt in
die Hände des neuen Königs Amadeus und wurde
von diesem zum Ministerpräsidenten ernannt, wel-
chen Posten er bis zum 23. Juli innehatte. Zum
Oberkommandanten der bask. Provinzen ernannt,
nötigte, er durch seinen Sieg bei Oroquieta 4. Mai
1872 Don Carlos zur Flucht nach Frankreich und
gewährte in der Konvention von Amorevieta
(24. Mai) den Aufständischen volle Amnestie.
Darauf übernahm er 4. Juni die Ministerpräsident-
schaft und das Kriegsministerium, trat aber schon
12. Juni wieder zurück, weil König Amadeus sich
weigerte, die verfassungsmäßigen Garantien zeit-
weilig zu suspendieren. Bei der Abdankung des
Königs Amadeus (11. Febr. 1873) und der Prokla-
mierung der Republik hielt er sich vom polit. Trei-
ben fern. Nachdem dann General Pavia 3. Jan.
1874 die Cortes aufgehoben hatte, wurde S., der
Urheber dieses Staatsstreichs, Präsident der Exe-
kutivgewalt, zog im März 1874 selbst gegen die Kar-
listen und zwang sie im April sich nach den Bergen
von Navarra zurückzuziehen, legte aber, auf die Nach-
richt von der Thronerhebung Alfons'XII., den Ober-
befehl und die Präsidentschaft nieder. Er beteiligte
sich im Okt. 1883 als Führer der dynastischen Linken
an dem Zustandekommen des Ministeriums Posada-
Herrera, ohne selbst ein Portefeuille anzunehmen,
und übernahm im November den Votschafterp osten
in Paris; doch gab er denselben bald wieder auf
und starb 26. Nov. 1885 in Madrid.
8srr".QN8, Fischgattung, s. Sägebarsche.
3srra.8a.1ino, Fischgattung, s. Sägesalmler.
3srra.tMa. Iv., Scharte, Pflanz eng attung aus
der Familie der Kompositen (s. d.) mit gegen 30 in
Europa zerstreuten Arten, ausdauernde krautartige
Gewächse mit wechselständigen, meist leierförmig
gelappten Blättern und rot oder violett blühenden
Köpfchen. Die bekannteste Art ist die in Deutsch-
land häusige Färberscharte oder Färberdistel,
Gelbkraut^.tWcwi'iH^deren Kraut einen gel-
ben Farbstoff enthält und zum Färben von Zeugen
Verwender wird. Sie hat zablreiche in Doldentrau-
ben stehende rötlich gefärbte Vlütenköpschen und
ftederspaltige Blätter.
Serravezza, ital. Ortschaft, s. Seravezza.
Serret (spr. -reh), Joseph Alfred, Mathematiker,
geb. 30. Aug. 1819 zu Paris, besuchte die Poly-
technische Schule daselbst und wurde 1861 Professor
am ^0116^6 ä6l>knc6,1860 Mitglied der Akademie.
Er starb 2. März 1885. Unter seinen Werken sind
hervorzuheben: "lüoiirg ä'al^ödrs superieui-L" (Par.
1849; 4. Aufl. 1879; deutsch von Wertheim, 2. Aufl.,
2 Bde., Lpz. 1878-79), "Oonrz üb ckieul üiMrßutwi
"t int^rai" (2 Bde., Par. 1867-69; 2. Aufl. 1879,
1880; deutsch von Harnack, 2 Bde., Lpz. 1884-85),
"^raitö ä6 tri^onometrie" (1887).