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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Settignano - Setzmaschine
zulaufend. Behaarung weich, seidig, ohne Kräuselung. Farbe weiß mit gelb, weiß mit blaugrau, schwarz und weiß, weiß, schwarz, braun. - 2) Der Gordonsetter (so genannt nach dem Duke of Gordon). Schädel schwerer als beim vorigen, im übrigen aber diesem gleich gebaut, die Lefzen sind etwas länger, die allgemeine Erscheinung schwerer. Farbe schwarz mit kräftig mahagonifarbigen Abzeichen, die sich vom Knie und Sprunggelenk abwärts, an den Federn der Vorderläufe, der Kehle, den Backen, der Innenseite des Behanges, über den Augen, am Bauch, an der Innenseite der Hinterläufe und um den After befinden. In die Fahne darf das Rot strenggenommen nicht übergehen. Weiß ist höchstens als kleiner schmaler Bruststreifen gestattet. - 3) Der irische S. unterscheidet sich vom englischen durch länglichen Kopf, höhern Bau, kräftig blutrote Farbe. Die Nase ist schwarz oder dunkellederfarben, weiße Abzeichen erlaubt. - Laveracksetter heißt der weiß und schwarz gestichelte (blue motled) englische S.
Settignano (spr. -tinnjahno), Desiderio da, florentin. Bildhauer, geb. 1428, gest. 1464, war ein Schüler Donatellos, mit dem er gemeinschaftlich den Frics mit kleinen Engelsköpfen an der Kapelle Pazzi bei Sta. Croce in Florenz ausgeführt haben soll. Ein feines Formengefühl, edler Dekorationsgeschmack und sorgfältige Behandlung des Marmors machen seine Werke zu den anziehendsten des 15. Jahrh. Die wichtigsten sind das Tabernakel in San Lorenzo und das Grabmal Marsuppini in Sta. Croce.
Settle Department (engl., spr. ßettl dĭpáhrt-), das Liquidationsbureau der Londoner Effektenbörse.
Settler (engl.), Ansiedler.
Settling days (spr. dehs), an der Londoner Effektenbörse die Liquidationstage für Zeitgeschäfte (s. d.). Sie finden entweder aller 14 Tage oder monatlich statt und stehen nicht ganz fest, sondern unterliegen der Bestimmung des Börsenkomitees. Der Tag vor der Liquidation heißt Ticket day, weil an ihm spätestens bis 12 Uhr die Kündigungsscheine (tickets) ausgehändigt werden müssen. (S. Liquidationskassen.)
Setúbal, früher auch Setúval, engl. Saint Ives, Saint Ubes oder Saint Yves, Hafenstadt im portug. Distrikt Lissabon, 30 km südöstlich von Lissabon, an der Bai von S. (Mündung des Sado), an der Zweiglinie Pinhal Novo-S. (12 km) der Südbahn, ist nach der Zerstörung durch das Erdbeben von 1755 gut aufgebaut, Sitz eines deutschen Konsularagenten; es hat (1890) 10986 E., 4 öffentliche Plätze, 5 Pfarrkirchen, ein Theater und reizende mit vielen Landhäusern besetzte Umgebung an der Ostseite der Serra da Arrabida (499 m) und der Serra Luiz. S. ist die dritte Handelsstadt Portugals, die namentlich portug. Weine und Salz (nach Skandinavien), ferner Südfrüchte, Öl und Fische ausführt und Küstenhandel betreibt. Der geräumige, wegen vorliegender Sandbänke schwer zugängige, 10-20 m tiefe Hafen ist sicher, hat einen Leuchtturm, breite Quais und wird durch fünf Forts geschützt. Das ausgeführte Seesalz (Salz von Aves genannt) kommt aus Hunderten von Salzteichen (Marinhas) am Sado von S. bis hinauf nach Alcacer do Sal. Gegenüber von S. an der Ria, auf der Landzunge, die Ruinen von Troye, wo das röm. Caetobrix (Cetobriga) im Lande der Celtici lag, das spätere Setubra.
Setzbogen, Setzstück (an Instrumenten), s. Ansatz.
Setzen, Setzer, s. Buchdruckerkunst.
Setzgarn, s. Netzfischerei.
Setzhammer, ein Schmiedehammer, dessen Bahn eine besondere dem Werkstück aufzudrückende Form bat. Beim Gebrauch wird der S. auf die betreffende stelle des Werkstückes aufgesetzt: indem man dann mit Vorschlaghämmern auf den S. schlägt, wird die Formgebung erzielt. Der S. kann auch als ein gestielter Stempel betrachtet werden. Besondere Formen sind Ballhammer (s. d.) und Schellhammer (s. d.).
Setzkopf, s. Niet.
Setzkreuz, s. Bergbohrer.
Setzlinie, s. Buchdruckerkunst (Bd. 3, S. 661 b).
Setzmaschine, ein Apparat zur Herstellung von Schriftsatz auf mechan. Wege. Während die ältere S., ganz und gar im Rahmen des Handverfahrens verbleibend, einzelne Lettern aus einem gegebenen Vorrat mechanisch zur Zeile zusammenfügt und daher auch als notwendiger Ergänzung einer sog. Ablegemaschine bedarf, welche durch Zerlegung des abgedruckten Satzes in einzelne Buchstaben den Vorrat der S. fortlaufend ergänzt, ist die moderne S. mit Erfolg bestrebt, die Arbeit des Schriftgießers (s. Schriftgießerei) und Setzers zu vereinigen.
Die älteste bekannte S. (1822) ist die des Engländers Church aus Birmingham. Von den seitdem erfundenen Letternsetzmaschinen sind nur sehr wenige, wie die Maschinen des Dänen Sörensen (1851), der Engländer Hattersley (1857) und Fraser (1802), des Deutschen Kastenbein (1871), und auch diese nur vereinzelt oder vorübergehend, in praktischem Betrieb gewesen, und zwar deswegen, weil diese Maschinen nicht druckfertigen Satz in ausgeschlossenen, d. h. gleich langen Zeilen lieferten, so daß das Ausschließen (s. Ausschließung und Buchdruckerkunst, Bd. 3, S. 661 b) nachträglicher Handarbeit überlassen blieb, weil ferner die zugehörigen Ablegevorrichtungen oder Ablegemaschinen zu langsam oder unzuverlässig arbeiteten, und weil endlich bei den frühern niedrigen Arbeitslöhnen ein zwingendes Bedürfnis nach solchen Maschinen bisher nicht bestand.
Diese Verhältnisse haben sich in neuester Zeit in einer für die Chancen der S. günstigen Weise geändert, und daher haben die übrigens technisch wesentlich verbesserten neuern amerik. Konstruktionen von Green & Burr (1875 erfunden, aber erst 1893 in verbesserter Ausführung unter dem Namen Empire bekannter geworden), Thorne (1881), McMillan (1887) und Paige (1890) größere Aussicht auf dauernde Verwendung. Zu allen diesen Maschinen gehören selbstthätig arbeitende Ablegemaschinen, die bei Thorne und Paige mit der S. zu einer Maschine vereinigt sind, so daß gleichzeitig und selbstthätig während des Setzens die Kanäle der S. ständig gefüllt erhalten werden.
Die S. von McMillan und von Paige sind die einzigen, welche druckfertigen Satz in ausgeschlossenen Zeilen liefern, während nur die S. von McMillan die maschinelle Herstellung gemischten Satzes gestattet. Die vollkommenste, absolut zuverlässig und mit außerordentlich hoher Leistung arbeitende (über das Zehnfache der Handarbeit), aber auch sehr teure S. ist die von Paige. Einfachheit und hohe Leistung zeichnet die S. von Thorne aus (s. umstehende Fig. 1).
Die Maschine besteht aus einer Klaviatur W mit 90 Tasten und den beiden senkrecht übereinander liegenden Cylindern C, D, von denen der untere Setzcylinder feststeht, während der obere Ablegecylinder um eine beiden Cylindern gemeinschaftliche