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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sextarius - Seychellen
mit Amalgam belegt, so daß derselbe nur die Halste >
des Gesichtsfelds von ^ verdeckt. Will man mit dem
S. den Winkel zwischen den beiden Gegenständen X
und V messen, so bringt man die Ebene des S. in
die durch X und ^ gehende Ebene, sieht mit dem
Fernrohr nach ^ und dreht die den Spiegel 8 tra-
gende Schiene so lange um den Mittelpunkt des
S., bis d'ie von X auf den Spiegel 8 fallenden
Strahlen von diesem nach dem Spiegel II reflektiert
und nach abermaliger Reflexion an 1< ebenfalls in
das Fernrohr geworfen werden. Die punktierten
Linien geben den Gang der Strahlen an. Sobald
die Bilder von X und V im Fernrohr sich decken, ist
der Winkel, den beide Spiegel miteinander bilden,
oder der Bogen, den die Schiene ^ vom Nullpunkt
der Teilung bis zu diefer Stellung durchlaufen hat,
gleich der Hälfte des gcsuckten Winkels. Die Tei-
lung ist aber immer schon fo eingerichtet, daß der
unmittelbar am S. abgelefene Winkel den gesucbtcn
selbst giebt. Die gewöhnlich gebräuchlichen S. sind
von 1l/ zu 10^ geteilt und gestatten mittels eines
Nonius eine Ablesung bis auf 20". Als Erfinder
des S. gilt der Optiker John Hadley, der 1731 der
I5o)'ll1 8oci6tx ein Holzmodell vorlegte; doch fand
sich unter Hadleys Hinterlassenschaft eine Hand-
schrift Newtons, nach der von diefcm die Anregung
zur Herstellung eines S. ausgegangen ist. Während
bei diesem ersten Instrument der Ablesungsfehlcr
5' betrug, ist derselbe bei den besten heutigen S.
auf 5" herabgemindert worden. Der Seemann
mißt mit dem S. sowohl Horizontalwinkcl zwischen
terrestrischen Objekten als auch Höhenwinkel eines
Gestirns (z. B. der Sonne) zur Ortsbestimmung,
ebenso die schrägen Abstände zweier Gestirne bei
der Methode der Monddistanzen (s. d.). Will man
auf dem Lande, wo die scharfe Begrenzung des
Horizonts wie auf dem Meere nicht vorhanden ist,
die Höhe der Sonne messen, so muß man sich
eines künstlichen Horizontes bedienen. Hierzu
benutzt man einen horizontal gelegten Glasspiegel
oder besser die spiegelnde Oberfläche einer Schale
mit Quecksilber. Man mißt dann den Winkel zwi-
schen der Sonne am Himmel und ihrem Spiegelbild
in diesem Horizont und erhält so die doppelte Höhe
der Sonne über dem Horizont. Bei Sonnenbeobach-
tungen werden zum Schutze des Auges dunkle Glä-
ser vorgeklappt. Der größte mit einem S. meßbare
Winkesist etwa 120°. Beim Oktanten und Quin-
tanten, die im Princip dem S. gleichen, betragen
die Sektoren 45° und 72 ^//, die größten zu mesfen-
den Winkel demnach 90° und 145". - Vgl. Vohnen-
berger, Anleitung zur geogr. Ortsbestimmung vor-
züglich vermittelst des Spiegelsextanten (Gott. 1852);
Jordan, Grundzüge der astron. Zeit- und Ortsbestim-
mung (Berl. 1885).
S. ist auch der Name eines kleinen Sternbildes
in der Nähe des Äquators.
Sextarius, Maß ^ Via Modius (s. d.).
Sexte (lat.), in der Musik die sechste Stufe der
Skala, vom Grundton aufwärts gezählt; sie kann
dreierlei Art sein: groß, klein, übermäßig; z.B. c-a
ist große S., c-as kleine, c-aiä übermäßige. -
S. ist auch eine Horg. canonic^ (s. d.). ^S. 699 a).
Sextener Dolomite, s. Ostalpen (Bd. 12,
Sextett (ital. 868t6tw), ein Tonstück für sechs
Solostimmen oder für sechs Soloinstrumente. Das
Instrumentalsextett wird auch Sextuor genannt.
Sextidl, im franz. republikanischen Kalender
(s. d.) der sechste Tag der Dekade.
Brockhaus' Kvnversations-Lrxilon. 14. Aufl. XIV.
3extI1i8, altröm. Kalendermonat, s. August.
Sextillion (neulat.), die sechste Potenz einer
Million (1 mit 36 Nullen).
Sextllschein, s. Aspekten.
Sextius, Lucius, Volkstribun, s. Licimer.
Sextole, eine musikalische Figur von sechs Noten,
die im Vortrage den Wert von vier gleichartigen
Noten baben; sie wird durch die Ziffer 6 bezeichnet.
Sextuor, s. Sextett.
Sextus, I.il)6!- (lat.), das Gesetzbuch Boni-
facius' VIII. vom I. 1298, ist ein Bestandteil des
<^0i'pn3 ^ui'iZ cauoiiici, eine Fortsetzung der Dekre-
talcn (s. d.) Gregors IX. und enthält die seit 1234
crgangcnen päpstl. Dekretalen, mit eigenen von
Bonifacius VIII. Es ist eingeteilt in 5 Bücher.
Sextus Empiricus, Skeptiker zu Ende des
2. Jahrh. n. Chr., lebte und wirkte, wie es scheint,
teils zu Alexandria, teils zu Rom. Den Namen
Empirikus, d. h. der Empiriker, erhielt er, weil er
als Arzt der Empirischen Schule zugerechnet wird.
In seinen Werken erscheint die skeptische Kunst auf
der Höbe, die sie im Altertum erreicht hat. Doch
bestebt sein Verdienst weniger in der eigentümlichen
Entwicklung der Skepsis als vielmehr in der voll-
ständigen Sammlung und klaren Anordnung der
Maximen und Schlußweisen, deren sich die frühern
Skeptiker gegen den Dogmatismus bedient hatten,
wobei er vornehmlich die Schriften des Änesidemus
benutzte. Da seine Werke eine planmäßige Be-
kämpfung aller damals mächtigen und mancher
frühern Richtungen griech. Philosophie enthalten,
so sind dieselben zugleich für deren Gefchichte wich-
tige Quellenschriften. Erhalten sind von ihm zwei
Werke in griech. Sprache, wovon das eine ("I'xr-
i-koniae Iivp0t7p0868") ein Kompendium des Pyr-
rhonismus überhaupt, das andere ("^äv6r8ii3 ma-
tkematicoL") eine planmüßige Anwendung der
Pyrrhonischcn Zweifelsgründe auf alle damals gel-
tenden philof. Systeme sowie wissenschaftliche Dis-
ciplinen enthält. Das letztere Werk besteht aus zwei
Abteilungen, von denen die erste (der Abfassungs-
zeit nach wahrscheinlich zweite) in sechs Büchern die
Unsicherheit der Grammatik, Rhetorik, Geometrie,
Arithmetik, Astrologie und Musik, die zweite (eigent-
lich erste) in fünf Büchern die der drei philos. Wissen-
schaften (Logik, Physik und Ethik) nachzuweisen sucht,
herausgegeben wurden beide Werke von Fabricius
(Lpz. 1718; neue Ausg., 2 Bde., ebd. 1840) sowie
von Vckker (Berl. 1842); eine deutsche Übersetzung
der "Pyrrhoneischen Grundzüge>> von Pappcnheim
(Lpz. 1877). Diese Schriften haben dadurch Bedeu-
tung, daß sich in ihnen Keime zu einer Kritik des Er-
kenntnisvermögens finden. ^bezüglich.
Sexual (lat., sexuell), auf das Geschlechtsleben
Sexualorgane, s. Geschlechtsorgane.
SexuälsystemoderGescklechtssystem, inder
Zoologie der Komplex der Geschlechtsteile, s. Ge-
schlecht, über das S. in der Botanik f. Systematik.
3sxrl3 (lat.), Geschlecht.
Seybouse (Sebuse), bei den Römern Ndus,
Fluß in der alger. Provinz Constantine, entsteht
aus zwei Qnellarmcn auf dem Plateau von Ain-
Beida in der Nähe der Quellen des Mcdfcherda, führt
immer Wasser und mündet, 178 km lang, bei Bona
in das Mittelmeer.
Seychellen(spr.ßäsch-),E echellen,Eeschellen
oder Mabö-Inseln, Gruppe von 29 Eilanden im
westl. Teil des Indischen Oceans, nordöstlich von
Madagaskar und dem Gouverneur der brit. Insel
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