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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sherborne - Sheriff
Bristol, Knotenpunkt der Great-Westernbahn, hat
(1891) 5501 E., Lateinschule; Industrie in Sammet,
Tuch, Strümpfen und Flor.
Sherborne lspr. schöhrbörn), Stadt in der engl.
Grafschaft Dorset, am Nordfuße derTorfet-Heights,
Station der Linie Salisbury-Ereter der London
and South-Westernbahn am Ieo, hat (1891) 3741E.,
eine Abteikirche aus dem Mittelalter, ein schönes
Echldf, TM Park; Leinwand- und Seidenindustrie.
Sherbrooke (spr. schöhrbruck), Stadt in der
canad. Provinz Quebec, am Einfluß des Magog
in den St. Francis, ist wichtiger Eisenbahnknoten-
punkt, Sitz eines kath. Bischofs, hat (1891) 10110 E.,
eine Akademie; Woll- und Baumwollindustrie, Ma-
schinenbau, Sägemühlen und Brauerei.
Sherbrooke (spr. schöhrbruck), Robert Löwe,
Viscount, engl. Staatsmann, geb. 1811 zu Ving-
ham (NoUinghamshire), studierte in Orford, wurde
1842 Sachwalter und ließ sich in Eydnen in Austra-
lien nieder, wo er sich seit 1843 als Mitglied der
Gesetzgebenden Versammlung von Neusüdwales
zum Führer der Volkspartei aufschwang und der
Schöpfer des in Australien eingeführten Unterrichts-
planes wurde. 1850 kehrte er nach England zurück,
trat 1852 ins Unterhaus und war unter Aberdcen und
Palmerston Sekretär des Indischen Amtes und Vice-
präsident des Handelsamtes. 1860-64 bekleidete
er unter Palmerston das Amt des Unterrichts-
ministers, näherte sich dann den Konservativen, mit
denen er Gladstones Reformbill 1866 aufs eifrigste
bekämpfte, trat aber 1868 wieder als Schatzkanzler
in das liberale Ministerium Gladstone. Seine Fi-
nanzverwaltung war überaus erfolgreich, doch ver-
tauschte er 1873 sein Amt mit dem Ministerium
des Innern, welches er aber schon im Jan. 1874
durch den Fall des Kabinetts Gladstone verlor. Bei
der Bildung des zweiten Ministeriums Gladstone im
April 1880 wurde er ohne Amt mit dem Titel Vis-
count S. ins Oberhaus erhoben. Er starb 27. Juli
1892 in Warlingham (Surrey). Von ihm erschie-
nen: "8p66o1i68 3nä I6tt6l8 0N ret'oi'm " (1867),
"Nidäle c1a88 6l1ucHtion; 6iiämvin6nt0!'ki-66t!'Hä6"
(1868), "I^U(lF6t 8^66cli68" (1870) UNd "?06M8 Öl
u. lite" (1885). - Vgl. Hogan, Nnl^rt 1.0>v6, Vis-
count 8. (Lond. 1893); Martin, I^ite anä I^tterZ
ok Nol)6i't 1,0>v6, Vicount 8. (2 Bde., ebd. 1893).
Sheridan (spr. scherrlden), Pbilipp Henry,
amerik. Reitcrgeneral, geb. 6. März 1831 zu Albanv
(Neuyork), besuchte die Militärakademie zu West-
point und trat als Lieutenant in ein Dragoner-
regiment in Oregon. Beim Ausbruch des Bürger-
krieges wurde er Mai 1862 als Oberst zur westl.
Armee vor Corinth berufen, machte den Feldzug in
Kentucky mit und zeichnete sich unter Rosecranz in
der Schlacht bei Murfreesborough (31. Dez. 1862
und 1. Jan. 1863) aus. Am Chickamauga (19. Sept.
1863) rettete er sein bereits abgeschnittenes Korps
durch einen kühnen Flankenmarsch, bei Chattanooga
(25. Nov.) entschied er durch Erstürmung des Mis-
sionary-Ridge den Sieg. Als Grant im Frübjahr
1864 als Oderbefehlshaber aller Armeen nach dem
Osten ging, stellte er S. an die Spitze der gesamten
Kavallerie (25000 Mann in vier Divisionen) und
bot ihm so Gelegenheit, sich im Mai und Juni durch
seine kühnen Naios im Nucken von Lees Armee aus-
zuzeichnen. Im Aug. 1864 erhielt S. das Kommando
der mittlern Militärdepartements, siegte 19. und
22. Sept. bei Winchester und Fisbers-H'ill und ver-
nichtete 19. Okt. die feindliche Shenandoaharmec
Vrockhaus' KonversationZ-Lexikon. 14. Aufl. XIV.
bei Cedar-Creek, worauf er zum Generalmajor er-
nannt wurde. Hierauf von Grant nach Petersburg
berufen, erhielt er das Kommaudo über das 5. Armee-
korps und über die gesamte Kavallerie; er ermög-
lichte 1. April 1865 durch den Sieg bei Five-Forks
Grants Entscheidungssieg 2. April, der Petersburg
der Bundesarmee überlieferte. Bei der Verfolgung
zwang er Lee zur Übergabe bei Appomator-Court-
house, die den Krieg im Osten beendigte. Nach dem
Kriege wurde S. zum Kommandanten des Trans-
mississippi-Departements (Louisiana und Teras)
ernannt und 1867 nach dem westl. Indianergebiet
berufen. Er wurde 1869 zum Generallieutenant
und Commandeur der Division des Missouri-De-
partements befördert, 1883 zum Höchstkomman-
dierenden der Armee ernannt, ins Kriegsdeparte-
ment nach Washington berufen und 1888 zum
General befördert, uachdem der Kongreß diefen
Rang besonders für ihn wiederhergestellt hatte. Er
starb' 5. Aug. 1888 zu Nonquitt (Massachusetts).
- Vgl. ?6i'80nal momoii'8 l)f I^Ilili^^ Il6M')l 8.
(2 Bde., Neuyork 1888).
Sheridan (spr. scberrlden), Rich. Vrinsley, engl.
Lustspieldickter und Parlamentsredner, Sohn des
als Schauspieler und Verfasser eines engl. Aus-
sprach-Wöncrbuchs bekannten Thomas S. (gest.
1788), geb. 30. Sept. 1751 zu Dublin, besuchte die
Schule zu Harrow und studierte die Rechte im
Middlc-Tcmple. 1780 ins Parlament gewählt, trat
er zur Oppositionspartei unter Fox, wurde unter
dessen Ministerium Unterstaatssekretär und zur
Zeit von dessen Verbindung mit North Sekretär der
Schatzkammer. Als Pitt Minister wurde, war S.
eins der bedeutendsten Mitglieder der Oppositions-
partei. Seine glänzendsten Reden hielt er im Pro-
zeß gegen Warren Hastings. Nach Pitts Tode
(1806) wurde er Schatzmeister der Flotte und nach
For' Tode Obercinnehmer des Herzogtums Corn-
wall. Er starb 7. Juli 1816 und ward in der Wcst-
minsterabtci beigesetzt. Sein erstes Lustspiel "'I'lw
i-ival8" (1775) fand auf dem Coventgardentheater
wenig Beifall. 1776 erschien die komische Oper
"1ii6 än6iinü", welche 75mal wiederholt wurde,
1777 die Lustspiele "^ ti-ip to 8cai'doronAi", eine
Umarbeitung nach Vanbrugh, und sein berühm-
testes und noch jetzt oft gegebenes l^tück "Ni6 80I100!
toi- 8canclHl" (deutsch "Die Lästerschule"), ausgezeich-
net durch reichen Witz und eine Fülle der komischsten
Situationen. Seine dramat. Arbeiten gaben Th.
Moore (2 Bde., Lond. 1821; Lpz. 1833) und Vrowne
(2 Bde., Lond. 1873) heraus; seine Reden erschienen
in 5 Bänden (ebd. 1816; 2. Aufl., 3 Bde., 1842);
eine Gesamtausgabe seiner Dramen, Reden und Er-
zählungen veranstaltete Stainforth (ebd. 1874). -
E.s Leben beschrieben Th. Moore (2 Bde., Lond.
1825 u. ö.) und Watkins (2 Bde., ebd. 1816 u. ö.).
Vgl. nocb 8. and 1li8 tim68, Ii^ an octo^narian
(2^Vde., Lond. 1859); K. Weiß, Rich. S. als Lust-
spieldichtcr (Lpz. 1888).
skoritk'lspr. scherrlf; lat. vio6C0M63; angelsächs.
8cii-'F6i'5i'u<, entsprechend dem deutschen "Bezirks-
schultbeiß"), zur angelsächs. Zeit in England der
Vollzugsbeamte und Stellvertreter des Grafen, Eal-
derman, Earl (s. d.). Seit der normann. Eroberung
wurden die Grafenämter nurnoch als Titularwürdeu
verliehen, ilnd seitdieserZeit erscheint der vico^omk",
80ii'-T6i'Lta, als der königl. Hauptbeamte für die
Gerichts-, Polizei- und Rentverwaltung der Graf-
schaft. In letzterer Eigenschaft hat der 8. noch
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