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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sicilienne; Sicilische Weine; Sickel; Sickerwasser; Sickingen

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Sicilienne - Sickingen

di Sicilia 1541-49 (ebd. 1886); P. Napoli-Signorelli, Vicende della coltura nelle due Sicilie (2. Aufl., 8 Bde., Neap. 1810); H. Reuchlin, Geschichte Neapels während der letzten 70 Jahre (Nördl. 1862); Orloff, Mémoires historiques, politiques et littéraires sur le royaume de Naples (5 Bde., Par. 1819-21 u. 1825; deutsch, 2 Bde., Lpz. 1821); di Sino, Storia delle due Sicilie 1846-61 (Rom 1863 fg.); Lafarina, Istoria della rivoluzione siciliana del 1848/49 (2 Bde., Capolago 1860); P. S. Leopardi, Narrazioni storiche con molti documenti relativi alla guerra dell' indipendenza d' Italia e alla reazione napoletana (Tur. 1856); Freeman, History of Sicily from the earliest times (4 Bde., Oxford 1891-94; deutsch von Lupus, Bd. 1, Lpz. 1895); Romano-Manebrini, Documenti sulla rivoluzione di Napoli 1860-62 (Neap. 1865); Archivio storico napoletano und Archivio storico siciliano (seit 1876); G. B. Mira, Bibliografia siciliana (2 Bde., 1873-84).

Sicilienne (frz., spr. ßißiliénn), soviel wie Siciliano (s. d.).

Sicilische Weine, die edelsten aller ital. Weine. Leider fehlt es indes noch vielfach an reinem Satz, an sorgfältiger Kultur und richtiger Kellerbehandlung. Früher wurden die Reben im Gemisch mit andern Nutzpflanzungen gezogen. Es werden weiße und rote, trockne und süße Weine erzeugt. Dunkelrote trockne Weine (Vino calabrese, die feinern, und Vino del Bosco, die leichtern Sorten) bilden das Hauptprodukt und werden vorzugsweise in den Weinbergen der Nordküste, von Messina bis Milazzo, gewonnen (Faro und Milazzowein, rubinrote Verschnittweine), an der ganzen Ostküste, besonders in der Umgebung des Ätna (Ripostoweine), und endlich in den Landstrichen von Marsala, Trapani, Castellammare, Palermo, Bagheria, Termini. In den genannten Gegenden werden auch feinere Sorten von Rot- und Weißweinen, jedoch in geringerer Quantität, hergestellt, wie der Mamertiner von Milazzo, Roccomadore von Messina, Benedettino von Catania, süße Moscato und Albanello von Syrakus, Zucco von den Gärten des Herzogs von Aumale, Corvo (rosso und bianco) aus den Kellereien des Herzogs von Salsaparuta bei Palermo. Die Liparischen Inseln liefern den köstlichen goldenen (süßen) Moscato di Lipari, dem Syrakusaner Moscato jedoch nachstehend. Die Ebene von Noto, Avola und Pachino liefert die als Verschnittweine sehr gesuchten granatroten Pachinoweine. Das Hochland des Innern produziert nur leichte, hellrote Weine, die bei rationeller Behandlung ein gutes Material liefern würden, jetzt aber nur einen schwer haltbaren Wein ergeben, der im Lande selbst getrunken werden muß. Der Marsala (s. d.) ist ein Kunstwein. Eine besondere, nur Sicilien angehörige Weingattung ist der Amarena, der hergestellt wird, indem man Weichselkirschblätter mit dem Most vergären läßt. Die Weinproduktion Siciliens betrug 1892: 3946500, 1893: 4111300 hl; die Ausfuhr kommt meist aus Riposto, Messina, Catania, Milazzo, Palermo, Marsala, Trapani, Syrakus.

Sickel, Theod., Ritter von, Geschichtsforscher, geb. 18. Dez. 1826 zu Aken, studierte 1845-46 in Halle und Berlin Theologie, seit 1847 Philologie und später Geschichte in Berlin, besuchte 1850-52 die Vorlesungen der École des chartes in Paris und durchforschte 1852-55 die Bibliotheken und Archive Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz und Oberitaliens, namentlich auch im Auftrage der franz. Regierung die Archive Mailands, Venedigs und Wiens, wo er sich dann als Docent für histor. Hilfswissenschaften niederließ, wurde 1857 außerord. und 1867 ord. Professor sowie Direktor des Instituts für österr. Geschichte. 1892 trat er in den Ruhestand. S., der 1876 zum Hofrat ernannt wurde, ist auch Direktor des Istituto Austriaco di studi storici in Rom. 1884 wurde er in den Ritterstand erhoben, 1889 lebenslängliches Mitglied des österr. Herrenhauses. Von seinen Werken sind hervorzuheben: "Monumenta graphica medii aevi ex archivis et bibliothecis imperii Austriaci collecta" (10 Lfgn., Wien 1858-82), "Schrifttafeln aus dem Nachlaß von U. F. von Kopp" (ebd. 1870), "Beiträge zur Diplomatik" (8 Bde., ebd. 1861-83), "Acta regum et imperatorum Carolinorum" (2 Bde., ebd. 1867), "Zur Geschichte des Konzils von Trient" (ebd. 1872), "Alcuinstudien" (ebd. 1875), "Über Kaiserurkunden in der Schweiz" (Zür. 1877), "Kaiserurkunden in Abbildungen" (mit Sybel, 11 Lfgn., Berl. 1880-91), "Das Privilegium Ottos I. für die röm. Kirche" (Innsbr. 1883), "Liber diurnus Romanorum pontificum" (Wien 1889), "Prolegomena zum Liber diurnus I. und II." (ebd. 1889) und "Diplomi imperiali e reali delle cancellerie d' Italia" (mit C. Cipolla, Rom 1892 fg.), "Röm. Berichte" (Wien 1895). Als Leiter der Diplomata-Abteilung der "Monumenta Germaniae" hat S. bisher herausgegeben die "Diplomata" von Konrad I. bis Otto III. (Hannov. 1879-91). Er ist Begründer und Mitredacteur der "Mitteilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung" (Innsbr. 1880 fg.).

Sickerwasser, s. Grundwasser.

Sickingen, Franz von, deutscher Feldhauptmann, geb. 2. März 1481 auf der Ebernburg bei Kreuznach, erwarb sich durch zahllose Privatfehden, bei denen er oft als Beschützer der Schwachen und Unterdrückten auftrat, Ansehen und Reichtum. So befehdete er seit 1513 jahrelang die Reichsstadt Worms und verfiel deshalb in die Reichsacht. Dann bekriegte er mit geworbenen Truppen (bis zu 10000 Mann) nacheinander den Herzog von Lothringen, die Reichsstadt Metz, den Landgrafen Philipp von Hessen. Dabei brandschatzte er allenthalben. König Franz I. von Frankreich suchte S. für seine Dienste zu gewinnen und bewilligte ihm ein Jahrgehalt; doch ward das Verhältnis bald wieder aufgelöst. 1517 hob Kaiser Maximilian die Acht auf, um S. gegen Ulrich von Württemberg zu gebrauchen; dann wirkte S. eifrig für die Wahl des Kaisers Karl V. und wurde nach dem Zuge gegen Herzog Ulrich 1519 zum kaiserl. Rat und Kämmerer ernannt. Auch zog er 1521 als kaiserl. Feldhauptmann mit dem Grafen von Nassau gegen Frankreich und verheerte die Picardie. Durch Ulrich von Hutten den humanistischen und reformatorischen Bestrebungen gewonnen, ergriff S. Partei für Reuchlin gegen die Kölner, nahm Hutten u. a. auf seiner Ebernburg bei Kreuznach auf und bot auch Luther eine Zuflucht an. Durch den Einfluß Huttens wurden bei S. weitgehende Pläne angeregt, die auf eine gewaltsame Durchführung der Reformation und Abschaffung der geistlichen Fürstentümer zu Gunsten des Reichsadels hinausliefen. Sie hofften auch die Beihilfe der Reichsstädte und des Bauernstandes zu gewinnen, die man durch Flugschriften gegen Klerus und Fürsten aufzurütteln suchte. Im Aug. 1522 wurde S. in Landau zum Oberhaupt des Bundes der schwäb. und