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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Skandinavische Münzkonvention

Pflanzenornament hervorzuheben. Aus dem Ende des Mittelalters stammen zahlreiche Altarwerke mit geschnitzten und gemalten Figuren, zum Teil fremder (deutscher, flandrischer) Herkunft, zum Teil in Schweden verfertigt. Eins der schwungvollsten Bildwerke des gesamten Mittelalters ist die kolossale St. Georgsgruppe, die zum Andenken der Schlacht am Brunkeberg (1471) gestiftet wurde und, ausgeführt von einem flandr. Künstler, noch in Stockholm aufbewahrt wird. Zur Zeit der Renaissance wird die Bildnerei für architektonisch-dekorative Zwecke benutzt, aber auch für die stattlichen Grabdenkmäler, die von jetzt an gern die frühern schlichten Grabsteine ersetzen. Die Gräber des Gustav Wasa, der Katharina Jagellonica in Upsala, dasjenige des Herzogs Magnus in Wadstena zeigen die Bilder der Verstorbenen auf einem sarkophagähnlichen Untersatz ruhend, auf andern sind sie in knieender Stellung dargestellt. Später erschienen Wandepitaphien mit allegorischen Gestalten, barockem Ornament und architektonischer Anordnung. Sodann werden aber auch treffliche Porträtstatuen geschaffen. Die bedeutendsten Meister (der Spätrenaissance) sind: Nicolas Millich (1669-85 thätig) und Burchard Precht (1651-1738). In der ersten Hälfte des 18. Jahrh. wirken einheimische Kräfte zusammen mit einberufenen Fremden, wie den Franzosen Bouchardon und L'Archevêque; in der zweiten Hälfte findet die Bildhauerkunst einen hervorragenden Vertreter in Sergel (s. d. und Taf. III, Fig. 4), dem Vorgänger Thorwaldsens. Im 19. Jahrh. setzen anfangs J. N.^[Johan Niclas] Byström (1783-1848) und E. G. Göthe (1799-1838) die alten Traditionen fort. Die romantisch-nationale Richtung wird von B. E. Fogelberg (1786-1854; s. Taf. III, Fig. 5) eingeschlagen, dem Qvarnström (1810-67) und Molin (1814-73), später Kjellberg (1836-85; s. Taf. III, Fig. 6) und Börjeson (geb. 1835) folgen. Einer jüngern Generation gehören P. Hasselberg (1850-94), T. Lundberg (geb. 1852), Kr. Eriksson (geb. 1858) an.

3) Malerei. Spuren von dekorativen Wandgemälden haben sich aus früher romanischer Zeit erhalten. Von spätroman. Charakter ist die interessante Serie, die die kleine Holzkirche zu Råda (1323 geweiht) noch aufzuweisen hat. Übrigens zahlreich sind Gewölbemalereien aus dem 15. Jahrh., nicht nur von biblischem und legendarischem Inhalt, sondern auch Gegenstände aus Sage und Märchen im Stil der alten Formschnitte behandelnd. In der Zeit der Renaissance ist die Malerei teils Dekorations-, teils Bildnismalerei, hauptsächlich von eingewanderten Niederländern und Deutschen geübt, obwohl auch schwed. Namen nicht fehlen. Im 17. Jahrh. werden die altmodischen "Contrafeier" von moderner geschulten Kräften ersetzt. Einer von diesen, der in den Niederlanden und Italien ausgebildete Hamburger David (Klöker) Ehrenstrahl (1629-98), der "Vater der schwed. Malerkunst", gründet eine lange fortlebende Schule, die eine erstaunliche Produktivität entwickelt in religiösen, mytholog., allegorischen Darstellungen, Tierbildern, Jagden, vor allem aber in Porträten. Der bedeutendste seiner Schüler ist David von Krafft; Zeitgenossen sind: der Schlachtenmaler J. Ph.^[Johan Philip] Lemcke^[auch Lemke oder Lembke] und der Bildnismaler Martin Meytens der Ältere. Im 18. Jahrh. treten tüchtige Kräfte hervor, von denen jedoch viele ihre Thätigkeit zwischen Schweden und dem Auslande teilen, so M. Meytens der Jüngere (1695-1770), Direktor der Wiener Akademie, G. de Marées (1697-1775), am bayr. Hofe thätig, die Porträtmaler A. Roslin (1718-93) und A. Wertmüller (1751-1812), der berühmte Miniaturmaler P. A. Hall (1739-93), der Genremaler N. Lafrensen (Lavreince, 1737-1807). In Schweden arbeiten der Pastellmaler G. Lundberg (1695-1786), die Bildnismaler L. Pasch der Jüngere (1733-1805), P. Krafft der Ältere (1720-93), C. G. Pilo (1712-93), C. F. von Breda (1759-1818), ein Schüler Reynolds', der dekorativ angelegte L. Masreliez, der ebenso in England ausgebildete Landschafts- und Genremaler E. Martin (1739-1818), der von Boucher und Chardin beeinflußte P. Hilleström (1732-1816).

Die nationale Richtung leiten in der Malerei der Landschaftsmaler C. J.^[Carl Johan] Fahlcrantz (1774-1861) und der Historienmaler J. G.^[Johan Gustaf] Sandberg (1782-1854) ein. Ihnen folgen die Historienmaler Wahlbom (1810-56) und Blommér (1816-53), etwas später Boklund (1817-80), der Kolorist Höckert (1826-66) und die noch lebenden Malmström (geb. 1829) und Winge (geb. 1825). Der Landschaftsmaler P. Wickenberg (1812-45) hat einen mehr kosmopolit. Charakter wie der geniale Zeichner und Aquarellist Egron Lundgren (1815-75), der von dem Präraffaelismus beeinflußt ist. An diesen schließen sich seit den fünfziger Jahren die Düsseldorfer Genremaler B. Nordenberg (geb. 1822), C. H. L. d'Uncker (1828-66), F. Fagerlin (geb. 1825; s. Taf. II, Fig. 4), A. Jernberg (geb. 1826), J. F.^[korrekt: J. W.: Josef Wilhelm] Wallander (1821-88), die Landschaftsmaler J. E.^[Johan Edvard] Bergh (1828-80), A. Nordgren (1828-88), G. Rydberg (geb. 1835), P. D. Holm (geb. 1835) u. a. Von der jüngern, zum größten Teil noch lebenden Generation seien hier genannt die Historienmaler Graf G. von Rosen (geb. 1843), Freiherr G. O. Cederström (geb. 1845; s. Taf. II, Fig. 5), C. G. Hellqvist (1851-90), Jul. Kronberg (geb. 1850), N. Forsberg (geb. 1842), sämtlich einer gemäßigten Richtung angehörend. Ihnen stehen nahe die Genremaler Th. Cederström (geb. 1843), A. Jungstedt (geb. 1859), I.^[Ivar] Nyberg (geb. 1855); die Landschaftsmaler A. Wahlberg (geb. 1834; s. Taf. II, Fig. 6), A. M. Lindström (geb. 1849), E. Rosenberg (geb. 1858) u. a. Die modernste Bewegung hat in Karl Larsson (geb. 1853), der (1895) mit monumentalen Wandmalereien im Nationalmuseum beschäftigt ist, in A. L. Zorn (geb. 1860) und in B. Liljefors (geb. 1860) hervorragende Repräsentanten. An sie schließen sich, teilweise nur theoretisch, Prinz Eugen (geb. 1865), H. Salmson (1843-94), O. Björck (geb. 1860), R. Vergh (geb. 1858), G. Pauli (geb. 1855), A. Wallander (geb. 1861) u. a.

Das Kunstleben hat mit jedem Jahrzehnt an Intensität und Extensität zugenommen. In den achtziger Jahren entstand ein Streit zwischen einer ältern, an den frühern Kunsttraditionen festhaltenden Richtung, und einer jüngern, die Opponentin, die ihre Impulse in der modernen franz. naturalistischen Kunst suchte.

Die vervielfältigende Kunst hat in den letzten 15 Jahren einen starken Aufschwung genommen, und ein Verein für graphische Kunst ist seit 1887 thätig. Als hervorragende Ätzer seien genannt: A. H. Hägg (Haig, geb. 1835), A. L. Zorn (geb. 1860), A. T. Gellerstedt (geb. 1836), F. Boberg (geb. 1860), A. Tallberg (geb. 1860), R. Norstedt (geb. 1843), R. Haglund (geb. 1844).

Skandinavische Münzkonvention, s. Münzkonvention und Krone.