Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

1015

Skandinavische Mythologie - Skarga

Skandinavische Mythologie, soviel wie Nordische Mythologie (s. d.).

Skandinavische Sprachen, soviel wie Nordische Sprachen, s. Nordische Litteratur und Sprache.

Skåne, schwed. Landschaft, s. Schonen.

Skanör, schwed. Stadt, s. Falsterbo.

Skansiön (lat.), Skandierung (s. Skandieren).

Skapolïth, ein in tetragonalen Formen, namentlich in langen vier- oder achtseitigen Prismen mit stumpfer pyramidaler Endigung (s. beistellende Abbildung) krystallisierendes Mineral, von Glas- und Fettglanz, farblos oder von heller, trüber Farbe, mit der Härte 5 und dem spec. Gewicht 2,63 - 2,8. Die chem. Zusammensetzung der als S. bezeichneten Vorkommnisse ist recht schwankend; es liegen hier Zusammenkrystallisierungen zweier isomorphen Grundmischungen (Meionit und Marialith) in verschiedenen Proportionen vor. Die stets vorhandenen Hauptbestandteile sind Kieselsäure (48-56 Proz.), Thonerde, Kalk, Natron sowie geringe Mengen von Chlor. Die S. sind mannigfachen Zersetzungsprozessen unterworfen. Ihre Hauptheimat sind die Kalk- und Magneteisenerzlager, in denen sie eingewachsen vorkommen, so zu Arendal in Norwegen, vielorts in Schweden, im finn. Kirchspiel Pargas, in Massachusetts, Neuyork und Neujersey; auch als Gemengteil in schwed. Amphiboliten und Gneisen. Zum S. gehören auch der Wernerit, ferner der Porzellanspat von Passau, die pyrenäischen Mineralien Dipyr und Couseranit.

Skapŭlier (lat. scapularium), ein Teil der Mönchskleidung, besteht aus zwei Stücken Tuch, von denen das eine die Brust, das andere den Rücken deckt. Bei den Laienbrüdern geht das S. nur bis an die Knie, bei den andern Religiosen bis auf die Füße. Am bekanntesten ist das sog. heilige S. der Karmeliter, das der Generalprior des Ordens, Simon Stock, 1251 von der Maria mit der Versicherung empfangen haben soll, daß die darin Sterbenden am nächsten Sonnabend durch sie aus dem Fegefeuer geleitet werden würden. Thatsächlich ist das S. erst 1287 nach dem Tode des Simon Stock aufgekommen. Es verschaffte dem Karmeliterorden große Verbreitung, besonders da bald eine an denselben sich anlehnende Skapulierbrüderschaft entstand. Zum Andenken an den Ursprung des S. wird in der kath. Kirche 10. Juli das Skapulierfest gefeiert.

Skarabäen, s. Scarabäus.

Skaraborgs Län oder Mariestads Län, administrativer Bezirk in Schweden, der nördliche, größere Teil der Provinz Westergötland, zählt (1893) auf 8498 qkm (407 qkm Binnenseen) 243227 (117 188 männl., 126 039 weibl.) E. Von der Oberfläche sind 38 Proz. Ackerland, 7 Proz. Wiesen und 37 Proz. Wälder. Die große Westgöta-Ebene gehört zu den fruchtbarsten Gegenden Schwedens; der Ackerbau, mit Branntweinbrennerei als Nebengewerbe, blüht, dagegen sind Handel und Industrie nur spärlich vertreten. Die Verkehrsmittel sind: der die Seen Wettern und Wenern verbindende Teil des Götakanals und die westl. Staatsbahn mit Querbahnen. S.L. Hat 498 km Eisenbahnen. Städte sind: Mariestad, Residenz des Landeshauptmanns, Lidköping, Sköfde, Stara, Falköping und Hjo.

Skarbina, Franz, Maler, geb. 24. Febr. 1849 zu Berlin, besuchte die dortige Kunstakademie und war seit 1871 im eigenen Atelier thätig. Von Einfluß auf seine künstlerische Entwicklung waren Reisen (seit 1880) nach Belgien, Holland, Frankreich, England und besonders ein einjähriger Aufenthalt (1885-86) in Paris. 1880 wurde er Lehrer des anatom. Zeichnens an der königl. Akademie der Künste zu Berlin, 1888 Professor, 1892 Mitglied der königl. Akademie der Künste; 1893 legte er sein Lehramt nieder. Von 1872 bis etwa 1878 trat er mit Genrebildern aus dem modernen Leben an die Öffentlichkeit, wie: Vor dem Hotel, Strategische Studien (1872), Antrittsvisite (1874), Kartenspielende Spießbürger (1876). Seit 1878 bis etwa 1882 wählte er vielfach Motive aus der Zeit des Empire und Rokoko; hierher gehören: Annäherungsversuche, Seelenaustausch, Überredungskünste. Aus dieser Zeit stammt auch das große Aquarell: Intime Causerie (1882; Berliner Nationalgalerie). Hieran schlossen sich Motive aus Ostende, wie: Mittags 12 Uhr in Ostende. Aus den achtziger Jahren und dem Anfang der neunziger Jahre stammen Bilder mit Motiven aus Holland und Belgien (Fischauktion, Nach dem Heringsfang; Belgisches Kabarett, 1892, Dresdener Galerie), aus Paris (Blick über Paris vom Montmartre aus), aus Nordfrankreich (Küchenhof eines bretonischen Hotels, 1886; Hof einer Ferme in der Picardie, 1890, in der Münchener Pinakothek) fowie (1891) mehrere Motive aus Alt-Hamburg für die Hamburger Kunsthalle, aus Berlin (Berliner Weihnachtsmarkt) und Alt-Berlin. 1891 entstand ein das Leben der eleganten Welt schilderndes größeres Bild: Alte Wiese in Karlsbad; ferner Posthof in Karlsbad (städtisches Museum in Magdeburg). Das Bild: Ein Blick aus des Kaisers Fenster (1887) wurde Eigentum des Kaisers Wilhelm I.

Skardo, auch Iskardo und Kardo, Hauptstadt von Baltistan (s. d.), liegt unter 35° 12' nördl. Br., 75° 35' östl. L., in 2347 in Höhe in einer von mächtigen Bergen eingeschlossenen Thalausweitung des hier 137 in breiten, reißenden Indus am Einflüsse des Schigar.

Skären, s. Schären.

Skarga, Piotr, der berühmteste Kanzelredner der Polen, geb. 1536 in Grodziec in Masowien, war Schüler der Krakauer Universität, wurde 1563 Geistlicher und that sich als Prediger an der erzbischöfl. Kirche in Lemberg alsbald hervor. 1568 ging er nach Rom und trat hier in den Jesuitenorden ein. 1571 kehrte S. zurück und wurde Rektor des von König Báthory zur Akademie (1578) erhobenen Kollegiums in Wilna sowie der durch den König neu gegründeten Kollegien in Polozk und Riga, und wirkte hier schon für die Wiedervereinigung der griech. Kirche, was 1596 zur Union von Brzesc führte. Der letzte und bedeutsamste Abschnitt seines Wirkens begann 1588, seitdem er als Hofprediger Sigismunds III. namentlich den Protestantismus bekämpfte. 1611 zog er sich nach Krakau zurück und starb 27. Sept. 1612. In seinen Predigten, die seit 1595 häufig, einzeln und gesammelt, herausgegeben worden sind, erweist er sich als einer der größten Kanzelredecr aller Zeiten. Die ausschließliche Wahl der poln. Sprache sicherte seinen zahlreichen Schriften die größte Wirkung; neben homiletischen sind es besonders polemische Schriften, vor allem jedoch die in vielen Auflagen zu einem kath. Hausbuch gewordenen «Legenden der Heiligen des alten und neuen Gesetzes für jeden Tag durchs