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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Skelleftea - Skibbereen
nicht verknöchert sind, oder von Knorpelfischen und
Amphibien lassen sich fast nur natürliche S. fertigen,
die am besten in Weingeist bewahrt werden.
Skellefteä (fpr. schell-), Städtchen im schwed.
Westerbottens Län, unweit (12 I^m) der Vtündung
des Skellcftea-Elf in den Bottnischen Meerbusen,
zählt (Ende 1893) 1187 E. und sührt Eisen (1893:
4,4 Mill. kF), Fische, Planken, Bretter und andere
Hölzer (1,n Mill. cdm) aus, Getreide und Nahrungs-
mittel auch aus Deutschland ein. In der Nähe Säge-
mühlen. S. ist Sitz eines deutschen Vicekonsuls.
Skelmersdale (spr. -dehl), Stadt in der engl.
Grafschaft Lancasbire, zwischen Wigan und Ormskirk,
hat (1891) 0627 E.; Kohlengruben und Ziegelei.
Skelton and Brotton (spr. hkellt'n anno
brott'n), Stadt in der engl. Grafschaft Jorkshire, im
North-Riding, im Distrikt von Cleveland, hat (1891)
11842 E.; bedeutende Eiscngrubcn.
Skeppund (schwed., spr. schep-), s. Schiffspfund.
Skepsis, Skepticismus (grch., eigentlich vor-
sichtige Erwägung), skeptische Denkweise, die-
jenige Grundrichtung des Denkens, die der bestimm-
ten Entscheidung in den Rätselfragen des Lebens
wie der Wissenschaft die vorsichtige Erwägung des
Mr und Wider vorzieht und schließlich, von der
Unzulänglichkeit der menschlichen Erkenntnis durch-
drungen, auf Entscheidung grundsätzlich verzichten,
mit einem "es scheint" in allen Fragen sich be-
gnügen will. Wissenschaftliche Bedeutung erlangt
die S., infofcrn sie auf eine gründlich durchdachte
Kritik des menschlichen Erkenntnisvermögens aus-
geht, in welchem Falle sie zur Vorstufe einer posi-
tiven, nämlich eben auf die begriffenen Grundgefetze
der menschlichen Erkenntnis gestützten Philosophie
zu werden vermag. (S. Kritik.) Auch wenn sie sich
nicht bis dahin erhebt (d. h. zum Kriticismus wird),
verbleibt ihr der negative Wert, daß sie den Wahn
des Wissens, den der gehörigen Grundlage in einer
Kritik des Erkenntnisvermögens entbehrenden Dog-
matismus zerstört und so für eine positive Grund-
legung das Feld frei macht. Geschichtlich tritt die
S. in schon ziemlich ausgeprägter Gestalt bei den
Sophisten (s. d.), unter ihnen besonders bei Pro-
tagoras und Gorgias auf; auch die Kyrenaische
Philosophie steht ihr nahe, wogegen das Sokra-
tische "Wissen des Nichtwissens" vielmehr kritische
Bedeutung hatte. Systematisch wnrde die S. aus-
gebildet in der von Pyrrho (s. d.) begründeten
Schule, die vorzugsweise die skeptische, auch die
ep hektische (von speci^in, sich des Urteils ent-
halten) oder apo retische (von a^oi^in, im Un-
gewissen sein) genannt wurde (daher Ephektiker,
Aporetiker). Pyrrho empfahl die Enthaltung von
allem Urteil über das An-sich der Dinge als Be-
dingung der unerschütterlichen Gemütsruhe, die
ihm als praktisches Ziel vor Augen stand. Seine
Lehre wurde dargestellt von Timon (s. d.). Nach
dessen Tode tritt die Pyrrhoneische Schule in den
Hintergrund, doch hatte gleichzeitig unter dem Ein-
fluß Pyrrhos Arcesilaus (s. d.) der akademischen
Philosophie eine skeptische Richtung gegeben, die
sich von der Pyrrhoneischen wenig unterschied und
in der "mittlern" und "neuern" Akademie herrschend
blieb. An die Stelle des Wissens setzte schon Arcc-
silaus, mit tieferer Begründung aber Karneades
die Wahrscheinlichkeit, daher diese Richtung auch
als Probabilismus (s. d.) bezeichnet wird. Als die
Nachfolger der Akademie, Philo und Antiochus,
^u einem eklektischen Dogmatismus zurückkehrten,
erneuerte ein früherer Schulgenosse derfelben, Ane-
sidemus (s. d.), die Pyrrhoneische Richtung, die nun
noch mehrere Jahrhunderte hindurch blühte und
eine Zeit lang mit der empirischen Ärzteschule eine
Art Personalunion einging. (S. Scrtus Empiri-
cus.) Ein vollstäudiges System der Pyrrhonischen
S. hat Sextus Empiricus hinterlassen, der haupt-
sächlich aus Ltnesidemus' Schriften geschöpft zu ha-
ben scheint. In der neuern Philosophie wurde der
Skepticismus durch Montaigne erneuert; seine be-
deutendste Vertretung fand er durch Pierre Bayle
und David Hume, welchen letztern Kant als denjeni-
gen anerkennt, der ihn zuerst aus dem "dogmati-
schen Schlummer" geweckt und ihn auf die Bahn
der "Kritik" gefübrt habe. - Vgl. Zeller, Philosophie
der Griechen, Bd. 3 (3. Aufl., Lpz. 1880-81);
^aifset,I^6 8c6ptici8M6: ^eneLiäLius, I'aZcal, Xant
(Par. 1865); Natorp, Forschungen zur Geschichte
des Erkenntnisproblems im Altertum (Berl. 1884);
Vrochard, 1^63 806ptihu63 ^608 (Par. 1887).
Skerljevo (Scherlievo, vom kroat. skei-iLt,
"Scharlach", "Scharlachrot"), eine im illyr. Küsten-
lande endemische Krankheit; sie beruht auf tertiärer
Syphilis. (S. Radesyge.)
Skernewizy. 1) Kreis im südl. Teil des russ.-
poln. Gouvernements Warschau, hat 763 ykm,
46 589 E., Polen (89 Proz.), Juden und Deutsche;
Ackerbau, Branntweinbrennereien und Mühlen. -
2) S., poln. 31ci6rni6^vic6, Kreisstadt im Kreis S.
an der Skierniewka (zur Bzura) und an den Eisen-
bahnen Warschau-Wien und S.-Alerandrowo, hat
(1893) 7332 E., Post, Telegraph, kath. Kirche, Sy-
nagoge; Buchhandlung, Buchdruckerci, Brauerei,
15 Gerbereien und 2 Tuchfabriken. An der Stadt
liegt das kaiferl. Lustschloß S. mit Park, Tiergarten
und Fasanerie, wo 15. bis 17. Sept. 1884 die Zu-
sammenkunft der drei Kaifer von Deutschland, Oster-
reich und Rußland stattfand.
Skerries (spr. ßkerris), Fischerstadt und Seebad
in der irischen Grafschaft Dublin, 29 km im N. von
Dublin, hat (1891) 2218 E., eine gute Reede und be-
deutende Fischerei. Etwa 8 km ostnordöstlich auf
dem Felsen Rockabill ein Leuchtturm.
Skete oder Skiti (abgeleitet von Sketis oder
Skitis in Oberägyptcn), im Mittelalter zuweilen
Name einer größern Klostergemeinde (s. Meteoren-
klöster). In neuerer Zeit heißen S. die dorfähn-
lichen Mönchsansicdelungen mit anachoretifchen
Lebensformen, die von Klöstern abhängig sind. An
der Spitze der S. steht der Dikäos, der das
äußere und gottesdienstliche Leben der Väter ord-
net. Die Häuser der S. werden vom Kloster ge-
pachtet, die Bewohner heißen Skitioten, Anacho-
rcten oder Asceten. Die S. bilden eine der drei
.yauptformen des Mönchslebens im Orient. (S.
Koinobion und Kellion.)
Ski (norweg., spr. schi), s. Schneeschuhe.
Skiafköpie (grch.), s. Keratoskopie.
Skiathos, zur Gruppe der nördl. Sporaden zäh-
lende griech. Insel, auf der Nordostseite des Ein-
gangs der Meerenge zwischen Nordeuböa und der
thessal. Halbinsel Magnesia, bis 438 m hoch und
62 ykin groß, zählt (1889) 2804 E. und gehört zur
Eparchie Skopelos des Nomos Euböa. S. ist ziem-
lich stark bewaldet; Fischerei und Weinbau sind die
H aup terw erb s zweige.
Skibbereen (spr. -ritzn), Seestadt in der irischen
Graffchaft Cork, unweit der Mündung des Ilen, an
einer Zweigbahn der Linie Cork-Vantry, hat (1891)