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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Skien – Sklavenküste

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Skibbereen'

3296 E.; Fischerei, Leinweberei und Handel mit Ackerbauprodukten: größere Schiffe fahren nur bis Old-Court, 5 km unterhalb.

Skien (spr. schihn), lebhafte Handelsstadt im südl. Norwegen, Hauptort des Amtes Bratsberg, Station der Linie Drammen-S. der Staatsbahnen, ist, nach einem verheerenden Brande 1886, regelmäßig und wohl gebaut, hat (1892) 8959 E., ein schönes Rathaus, eine Gelehrten- und eine Realschule, mehrere Banken und ein «Festivitätslokal» mit Bibliothek. Die Stadt liegt in einer malerischen, geognostisch höchst interessanten Gegend an der Skienselv, dem Abfluß des Norsjö in den Friersfjord, welche in der Stadt selbst ziemlich bedeutende, Sägemühlen treibende Wasserfälle bildet und für die größten Handelsfahrzeuge schiffbar wird.

Skierniewīce (spr. skjernje-), russ.-poln. Stadt, s. Skernewizy.

Skimmings (engl.), s. Rum.

Skinfaxi, mytholog. Roß, s. Dag.

Skink (Scincus officinalis Laur., s. Tafel: Echsen III, Fig. 1), Erdkrokodil, eine in ganz Nordafrika häufige, in Sandgegenden lebende vierfüßige Eidechse aus der Ordnung der Kurzzüngler. Sie wird 15 cm lang, besitzt einen dicken Körper, plumpen und kegelförmigen Schwanz. Bei der Verfolgung gräbt der S. sich sehr schnell in den Sand ein. Sein gedörrter und zu Pulver gestoßener Leib galt, wie heute mit Dattelfleisch zusammengeknetet, in der Sahara als schmackhafte Speise, früher, zwischen duftenden Kräutern bewahrt, als Wundermittel gegen allerlei Gebrechen, wie noch jetzt auf dem Lande, und wurde namentlich als Liebesmittel angewandt.

Skio, Insel, soviel wie Chios.

Skiöld, nach den nordischen Sagen ein Sohn Odins und Stammvater der Skiöldungen. Als Gott wurde er besonders in Schonen verehrt. Bei den Angelsachsen, wo er Skyld hieß, war er einer der Ahnen des Beowulf, der Sohn des Sceaf.

Skioptĭkon (grch.), Schattenbildwerfer, ein Projektionsapparat (s. d.).

Skippund (dän.), s. Schiffspfund.

Skipton (spr. ßkippt'n), Stadt in der engl. Grafschaft York, im West-Riding, am Aire, Eisenbahnknotenpunkt im NW. von Leeds, zählt (1891) 10376 E., hat Lateinschule, ein Schloß der Cliffords, got. Kirche; Woll- und Baumwollindustrie, Getreide- und Viehhandel.

Skiren (Sciren), german. Volk, das zur got. Gruppe gehörte und ursprünglich an der Ostsee und Weichsel wohnte. Später gewöhnlich mit Rugiern und Herulern zusammen genannt, folgten die S. der großen Gotenbewegung des ausgehenden 2. Jahrh. nach dem Schwarzen Meer, erschienen dann (etwa 454 n. Chr.) an der mittlern Donau und im südöstl. Mähren, gingen aber bald im Kampfe gegen die Ostgoten als Volk zu Grunde; ihre Spuren verloren sich unter den Rugiern, Herulern, Sueven oder als röm. Söldner im Heervolk Odoakers in Italien.

Skiron oder Skeiron, in der griech. Mythologie ein Unhold, der zwischen Korinth und Megara den Vorüberreisenden auflauerte und sie zwang, ihm die Füße zu waschen, wobei er sie mit einem Fußtritt über die Klippen ins Meer hinabstieß, wo eine Schildkröte die Leichen fraß. Endlich schleuderte ihn Theseus hinab oder tötete ihn durch einen Schlag mit dem Waschbecken. Von S. sollen auch die Klippen bei Megara die Skironischen Klippen heißen.

Skirophorĭen, ein attisches Fest, welches zu Ehren der Athena Skiras, d. h. der auf weißen ↔ Kalksteinfelsen waltenden Göttin, am 12. des danach benannten Sommermonats Skirophorion (Juni–Juli) gefeiert wurde, um von ihr Schutz gegen die Sonnenglut zu erlangen. Es wurde an demselben in einer Prozession auf der Heiligen Straße von Athen nach Eleusis bis zu dem Orte Skiron von Athenern aus dem altadligen Geschlecht der Eteobutaden ein großer weißer Sonnenschirm, der selbst auch Skiron genannt wurde, über die Priesterin der Athene und den Priestern des Poseidon-Erechtheus und des Helios oder Apollon getragen als Sinnbild des erbetenen Schutzes vor Sonnenbrand; Athena, heißt es, habe die Sonnenschirme erfunden. – Vgl. Robert und Rohde im 20. und 21. Bande des «Hermes» (Berl. 1885 u. 1886).

Skiti, Skitiōten, s. Skete.

Skive, Stadt im dän. Amt Viborg in Jütland, an der Mündung der Skive-Aa in die Südspitze einer Bucht des Limfjords, Station der Linien Lunderskov-Langaa und S.-Glyngöre, zählt (1890) 3746 E., die Schiffahrt und Handel treiben.

Skizze (ital. schizzo, «Spritzfleck»), in den bildenden Künsten eine flüchtig hingeworfene Zeichnung oder Modellierung von einem künftig zu vollendenden Kunstwerke; in der Baukunst die erste Niederzeichnung eines Entwurfes, in der die Verhältnisse zwar schon richtig dargestellt, die Einzelfragen der Durchbildung aber noch nicht klar gelegt sind; in der Litteratur die Andeutung der wichtigsten Punkte einer Begebenheit, Schrift u.s.w. Skizzieren heißt daher soviel als den Umriß eines auszuführenden Werkes flüchtig entwerfen. (S. Entwurf, Kroki, Brouillon.)

Skjœrtunge, s. Böser Blick.

Sklavenfluchtgesetze (Fugitive Slave Laws), zwei Gesetze, die in den Vereinigten Staaten von Amerika 1793 und 1850 erlassen wurden, um die Bestimmung der Verfassung, daß sich die Staaten gegenseitig flüchtige Sklaven ausliefern sollten, zur Ausführung zu bringen.

Sklavenfluß, Großer, s. Athabasca (Strom).

Sklavenhandel, s. Sklaverei.

Sklavenkriege, die Kriege, welche die Römer zur Niederwerfung der in der spätern Zeit der Republik häufigen Sklavenerhebungen zu führen hatten. Der erste kam nach längerer Vorbereitung 135 in Sicilien zum Ausbruch und wurde erst 132 niedergeworfen. (S. Eunus.) Der zweite spielte ebenfalls in Sicilien und begann 102 v. Chr. Zwei große Heerhaufen, die Sklaven des Innern der Insel unter ihrem König Tryphon und die Sklaven der Westküste unter Athenion vereinigten sich; erst 99 gelang durch Manius Aquillius die Unterwerfung. Der Schauplatz des dritten Sklavenkrieges, der 73–71 v. Chr. geführt wurde, war Italien. Er heißt auch Gladiatoren- oder Fechterkrieg, weil den Kern der empörten Sklaven Gladiatoren bildeten. Hauptanführer war Spartacus (s. d.).

Sklavenküste, der zwischen den Flüssen Volta und Niger gelegene Landstrich in Nordwestafrika. Das Meer, das ihn bespült, ist der Golf von Benin. (S. Karte: Guinea.) Der äußere, monoton regelmäßig verlaufende schmale Uferstreifen verdeckt den eigentlichen, durch eine Reihe von Lagunen getrennten Strand des Binnenlandes. Dieses stellt eine weit ausgedehnte Ebene mit wenig Bäumen und niederm Strauchwerk dar. In weitem Bogen zieht sich vom Voltaflusse bis zur Landschaft Nupe am mittlern Niger ein bis zu 800 m sich erhebendes Gebirge hin, das Aposso- oder Opossumgebirge (s. Togo-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1020.