Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

1046
Smith (William Robertson) - Smithsonian Institution
Churchills Rücktritt (Dez. 1880) den Ehrentitel des
ersten Lords des Schatzamtes und in Verbindung
damit den Posten des Führers des Unterhauses,
dem er mit der praktischen Tüchtigkeit des erfahrenen
Geschäftsmannes vorstand. S. war I^orä Barden
öl tk6 0in(iu6 rortZ (s. d.). Er starb 6. Okt. 1891
in Walmer Castle bei Dover.
Smith, William Robertson, Orientalist, geb.
8. Nov. 1846 zu Keig (Aberdcenshire) in Schott-
land, studierte in Aberdeen, Edinburgh, Bonn und
Göttingen. 1870 wurde er Professor des Hebräischen
am ^r66 (Hureli OoIIe^o zu Aberdeen; wegen
seiner im Sinne der wissenschaftlichen Kritik ge-
haltenen Arbeiten über alttestamentliche Fragen
wurde gegen ihn der kirchliche Prozeß eingeleitet, der
1881 mit seiner Amtsentsetzung endigte. Inzwischen
unternahm er 1879-80 eine Reise nach dem innern
Arabien, über welche er in einer Artikelreihe des
"3cot8inan" berichtete. Nach seiner Rückkehr wurde
er mit Professor Vaynes Mitredacteur, bald darauf
erster Redacteur der "I^nc^ciopRäia. Viitünnicw).
1883 wurde er I^orä ^Imonei-Z?i'0l6880r des Ara-
bischen an der Universität Cambridge, 1886 Biblio-
thekar der Universität und 1889 Nachfolger W.
Wrights als 8ir ^äani8 I'rot'o^oi' ol Xrlldic an
derfelbcn Universität. Im selben Jahre ernannte
ihn die Universität Straßburg zum Ehrendoktor der
Theologie. Er starb 31. März 1894. Aus Vor-
lesungen, die er in Edinburgh und Glasgow vor
großen Versammlungen hielt, gingen die Bücher ^I'Iio
Oiä ^63tum6nt in t1i6 Z6ni8ii ctiurc^. 1>v0ive
I6ctur68 on did1ic3.1 critic^ni" (Ediub. 1881)
und <c^Ii6 ?r0p1iet8 ol I8iao1 anä tlieir Mc<3 in
di8toi'^" (ebd. 1882) hervor; durch dieselben hat
er in hervorragender Weise zur Einbürgerung der
Methode und der Resultate der neuern alttestament-
lichen Kritik in England beigetragen. Viel Auf-
sehen erregte in den wissenschaftlichen Kreifen fein
"Xin8iiip anä iuln-1'il^o in e^rl^ ^i'^dik" (Cambr.
1885), in welchem er die Methode McLennans auf
die Erforfchung der Entwicklungsgeschichte der Ehe
und der Familicninstitutionen bei den alten semit.
Völkern, namentlich den Arabern anwendete. Die
Entwicklungsgeschichte der religiösen Institutionen
bei den Semiten hat er in seinen in Aberdeen gehal-
tenen Vurnett-Vorlesungen geliefert, welche u.d.T.
"I^6ctur68 on tlw i'oÜFion of t1i6 86init68. 1^ir8t
86rio8: ^unä^msntÄl in8tituti0H3" (Edinb. 1889;
2. Aufl., Lond. 1894) erschienen sind. Außerdem
veröffentlichte er viele Artikel im "Journal olllii-
I0I03)'" und iu andern Zeitfchriften.
Smith, Sir William Sidney, brit. Admiral, geb.
21. Juni 1764 zu London, war schon 1783 Fregatten-
kapitän, ging 1788 in schwed. Dienste und kämpfte
mit großer Auszeichnung in der Seeschlacht bei
Sweusksund 9. Juli 1790 gegen die Russen. Nach
dem Frieden von Werelä (1790) nahm er in der
türk. Flotte Dienste. Bei Ausbruch der Französischen
Revolutionskriege begab S. sich uach England zu-
rück, uahm teil an der Blockade von Toulon, drang
1795 mit seiner Fregatte unter franz. Flagge in den
Hafen von Brest und zog die genauesten Nachrichten
über die franz. Flotte ein. Im folgenden Jahre fiel
S. in einem Gefechte vor Havre in die Hände der
Republikaner. Es gelang ihm Zu entkommen, worauf
er den Befehl über den Tiger von 80 Kanonen erhielt,
mit dem er 1799 nach dem Mittelmeer abging. Im
Verein mit feinem Bruder James Spencer S.,
der brit. Gesandter in Konstantinopel war, bewog
er die Pforte zu einem Bündnis, das die Vertrei-
bung der Franzosen aus Ägypten bezweckte. Hierauf
begab er sich an die syr. Küste, nahm zu Haifa
eine franz. Flottille weg und versah Akka mit Ge-
schütz und tüchtigen Offizieren, so daß Vonaparte
die Belagerung des Platzes aufheben muhte. S.
schloß Jan. 1800 mit Kleber die Konvention von
Arisch, die jedoch von Admiral Keith nicht be-
stätigt wurde. 1801 kehrte er nach England zurück
und wurde 1802 ins Unterhaus gewählt. Mit der
Erneuerung des Krieges erhielt er den Befehl über
ein leichtes Geschwader im Kanal. Nachdem er 1805
zum Konteradmiral erhoben worden, stieß er zum
Admiral Collingwood im Mittelmeer, der ihm die
Deckung Siciliens und die Beunruhigung der Fran-
zosen im Neapolitanischen auftrug. 1807 kreuzte er
vor der Mündung des Tejo und ließ den durch die
Franzofen vertriebenen Prinz-Regenten Johann von
Portugal, der Zuflucht bei ihm gesucht hatte, nach
Brasilien bringen. Später lebte S. in Frankreich, bis
ihn Wilhelm IV. bei der Thronbesteigung zurückrief
und 1830 zum Generallieutenant der Marinetrup-
pen ernannte. Doch ging er bald wieder nach Paris,
wo er 26. Mai 1840 starb. - Vgl. Barrow, I.it6
llnä 00i'i'68p0iiä6N06 ol 8ir 'William 8iän6^ 8.
(2 Bde., Lond. 1847).
Smithfield Market (spr. -sihld), Platz in Lon-
don (s. d., Bd. 11, S. 281d).
Smith-Hardybremse, s. Eisenbahnbremsen.
3initk8onia.n Institution (spr. -ßohmen in-
stitjuhsch'n), der Name eines großartigen wissenschaft-
lichen Instituts zu Washington in Nordamerika,
den es nach seinem Begründer, dem Engländer
James Smithson, erhielt. Dieser war ein na-
türlicher Sohn von Sir Hugh Smithson, Herzog
von Northumberland, und Mrs. Elizabeth Macie,
der Nichte des Herzogs von Somerset, wurde zu
Oxford erzogen und 1787 zum Mitglied der No^I
80ci6ty erwählt. Namentlich beschäftigten ihn chem.
Unterfuchungen, deren Resultate er in acht Abhand-
lungen in den "I>Iiii080i)1iica1 ^i'üN8action8" mit-
teilte. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte
er meist auf dem Kontinent, wo er 27. Juni 1829
zu Genua starb. Er hinterließ ein Vermögen von
120000 Pfd. St., das er, mit Ausnahme einiger
Legate, feinem Neffen Henry James Hungerford
vermachte, mit der Weisung, daß die Summe, falls
der Genannte ohne Nachkommenschaft sterbe, an die
Vereinigten Staaten zur Gründung eines Instituts
für Förderuug der Wissenschaft fallen solle. Mit dem
Tode Hungerfords zu Pisa 5. Juni 1835 trat dieser
Fall ein. Aber erst nach einem Prozeß mit dem
(^oui-t ot OKancei-^ zu London, den die Amerikaner
gewannen, wurde Sept.1838 das Geld in Sovereigns
in den amerik. Staatsschatz eingezahlt. Die Summe
betrug damals 515169 Doll., welche der Staats-
schatz mit 6 Proz. jährlich verzinst. Bis zur eigent-
lichen Begründung des Instituts, die durch die
Akte vom 10. Aug. 1846 erfolgte, war die Summe
der Zinsen bereits um 242129 Doll. angewachsen.
Konstituiert wird diese "8.1. kor tk6 inci'6Ä36 anä
(1in"u8i0N ok IlN0^6llF6 .TM0NF IU6N" durch den
Präsidenten und Viceprüsidenten, die Mitglieder
des Kabinetts, den Präsidenten des obersten Ge-
richtshofs (^Kiek Zu8tic6), den Mayor von Wash-
ington, den Kommissar des Patentamtes und die
von diesen zu Ehrenmitgliedern ernannten Personen.
Den Vorstand, genannt "Iv6Font3 ok tlie 8.1.",
bilden drei der amtlichen (Vicepräsident, Oberrichter