Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

1049
Smyrna-Kassababahn - Snell
rande des Golfs liegen Befestigungsreste, die mit
Wahrscheinlichkeit anf die Akropolis des ältern, 580
v. Chr. zerstörten S. bezogen werden, außerdem das
sog. Grab des Tantalus, ein großer Eteingrabhügel
(Tumulus) anf kreisrundem "Unterban kegelförmig
sich erbebend, an der Basis etwa 33 m im Durchmesser.
Im Innern befindet sich eine viereckige Grabkammer.
Ind ustrieundHandel. Die Indnstrie ist wenig
belangreich. Die Stadt besitzt Maschinenfabriken und
Eisengießerei, Dampfmühlen, Dampfbrettschneide-
reien, Fabrikation von Seiden-und Halbseidenstoffen,
Spitzen und von Teigwaren, Zuckerwerk und Seife.
Die Smyrnaer Teppiche kommen aus dem Binnen-
land, wo sie auf Dörfern und in Städten hauo-
industricll aus einheimischer Lammwolle und aus
Mohair hergestellt werden. Im Färben (mit Pflan-
zenfarben und Cochenille) liegt der Hauptwert. Eng-
land, Nordamerika und Frankreich sind die Haupt-
abnehmer. Außerdem besteht nur Kleingewerbe. -
S. ist der einzige modern eingerichtete Hasen Klein-
asiens, Endpunkt eines ausgedehnten Karawanen-
verkehrs und der Bahnlinien der A'idinbabn und
der S.-Kassababahn. (^. Osmanisches Reick, Bd. 1'.',
S. 675 a,.) Die Ansfnbr betrug (1893) 84, die Ein-
fubr 64 Mill. Frs. Die wichtigsten Einfnbrwarcn
sind Reis, Bntter, Banholz, Planken, Stabcisen,
Steinkohle, Petroleuni, Glaswaren, Tuche, bald-
wollene und halbseidene Kleiderstoffe, Banmwoll-
waren, Kaffee, Zucker, Leder, Soda und Kurzwaren.
Ansgeführt werden: Gerste (6,7 Mill. Frs.), Sesam,
Rosinen (7,8 Mill.), Snltanin-Rosinen <11,n Mill.,,
Feigen (8 Mill.), Ackerdoppen (13,85 Mill.), Baum-
wolle, Olivenöl, Opinm, Wolle, Felle, Schwämme,
Schmirgelsteine und Teppiche (4,3? Mill. Frs.".
Deutschland importiert namentlich Schnittwaren.
Die kaiserl. Ottomanische Bank und der Oeäit 1^011-
n">i8 unterhalten Filialen. Regelmäßigen Dampfer-
verkehr untcrbalten unter andern die ^1633^61-168
N3.i'itim63, Österreichischer Lloyd, X^vi^a^i0N6 (^6-
ii6rlÜ6, rnss., türk. und griech. Gesellschaften.
Geschichte. S. war früher eine von 'Aoliern nm
das 10. Jahrh. v. Chr. gegründete Stadt, die fpäter
von den Kolophoniern durch Verrat eingenommen
und dem Ionischen Städtebnnd zugeführt (vor 688>,
aber nach 580 dnrch Alyattes erobert wnrde. Erst
Antigonns begann den Wiederaufbau der Stadt,
der durch des Königs Tod in der Schlackt bei Ipsns
(301) nnterbrochen und dann von Lysimachus zn
Ende geführt ward. Dies ncne S., im Südwesten
des alten und 3,5 km dem Meere näher crbant, er-
blühte zum Mittelpunkte dev kleinasiat. Handels
und war unter der röm. Herrschaft eine der sckönsten
Städte Kleinasiens, auch durch ihre Rhetoren be-
rübmt. Bischof Polykarpos erlitt in ihr 169 n. Chr.
den Ätärtyrertod. Die durch Erdbeben 178 in
einen Trümmerhaufen verwandelte Stadt baute
Kaifer Marcus Aurelins wieder auf, und bald ge-
langte sie zu nener Blüte. S. wurde den Byzantinern
1092 durch den türk. Seeräuber Tzachas entrissen,
aber bereits 1097 wieder unterworfen. Seit 1344
war die Stadt längere Zeit im Besitz der Rhodiser
(Johanniter) und eines päpstl. Stattbalters. Von
Timnr wnrde sie im Dez. 1402 nach 14tägiger Be-
lagerung erobert und zerstört. Auch diesmal erb ob
sie sich wieder aus den Trümmern und blieb nun
seit Befestigung der osman. Herrschaft durch Mobam-
med I. bis zur Neuzeit im ganzen von Kriegsschick-
salen verschont. Kleinere Erdbeben (znletzi 1ttN0),
Feuersdrünste (1840,1^45> und die Pest baden ihren
Wohlstand nicht dauernd zu schädigen vermocht. -
Vgl. Echerzer, S., mit besonderer Rücksicht auf die
geogr., wirtschaftlichen und intellektuellen Verhält-
nisse von Vorder-Kleinasien (Wien 1873); Geor-
giades, 8. 6t 1'^8i6 inin6ui-6 (Par. 1885); Rougon,
8mviii6 (auch u. d. T.: 1^6 comiukrcs li-3.n^Hi8 en
0ri6iit, ebd. 1892). Wd. 12, S. 675a).
Smyrna-Kassababahn, s. Osmanisches Reich
Smyrnateppiche, s. Teppiche.
Smyth, Cbarles Piazzi, Astronom, geb. 3. Jan.
1819 in Neapel als Sohn des spätern engl. Admi-
rals W. H. S., war von 1835 bis 1845 Assistent
von Maelear an der Sternwarte am Kap der Guten
Hoffnung, woselbst er mit Meridiankreisbeobachtnn-
gen und der Nachmessung und Erweiterung von La-
eailles Breitengradmessung beschäftigt war. 18 l5
wurde S. znm königl. Astronomen für Schottland nnd
Direktor der Sternwarte in Edinburgh ernannt.
Seine Arbeiten daselbst sind in den Publikationen
der Sternwarte niedergelegt; 1857 wnrdc er anch
mit der Einricktung und Leitung der Meteorolog.
Arbeiten für Schottland betraut. 1856 führte S.
eine Reihe astron. Untersuchungen auf dem Pic von
Teneriffa ans, 1864-65 war er in 'Ägypten. Die Re-
sultate der letztern Reise veröffentlichte er in "I^it"
anä ^vm'k at t1i6 Ai'6at I'^i-amiä" (3 Bde., Edinb.
1867) und "Our in1i6i'itHnc6 in tQ6 ^r63.t I'^i'llmiä"
(neue Aufl. 1880); er glaubt hierin den Nachweis
führen zu können, daß den alten Ägyptern die Grund-
maße der Astronomie bereits sehr genau bekannt
gewesen und von idnen in den Größenverhältnissen
der Pvramide zum Ausdruck gebracht worden seien.
In den letzten Jahren beschäftigte sich S. besonders
eingehend mit spektralanalytischen Untersuchungen;
1888 legte er die Direktion der Sternwarte nieder und
zog sich nach Ripon in England ins Privatleben zurück.
3n, ckem. Zeichen für Zinn (HtHunuin).
Snake-Baptists (spr.hneht bäpp-), s.Baptisten.
Snake-Niver (spr. hnehk riww'r, Schlangenfluß)
oder Shoshone-River ^ Fluß im westl. Nord-
amerika, entspringt im ?)ellowstone-Nationalpark
am Windrivergebirge, fließt erst in einem nach Nor-
den offenen Bogen nach Westen, bildet dann die
Grenze zwiscken Idabo nndOregonnnd mündet, über
1450 km lang, bei Ainsworth in den Columbia (s.d.).
Snakes (spr. hnehks), Indianer, s. Ehoshoni.
Snakes Island (spr. ßnehks eilünd), s. Anguilla.
Tnaphml, Münze, s. Schnapphan.
Tneek, ^tadt in der niederlä'nd. Provinz Fries-
land, westlick vom Snecker See gelegen, an der Nahn-
linie Stavoren-Leeuwarden, mit (1893) 11501 E.,
döhern schulen und schöner Ntartinikirche, ist Haupt-
markt für Butter und Käse in der Provinz. Nach Har-
lingen l25km nordwestlich) führt Dmnpftrambahn.
Enehaetten l"Schneemütze"), der höchste Punkt
des Tovre ls. d.) in Norwegen, 2306 in hoch.
Snell, Ludw., ein Hanptvertreter des Libera-
lismus in der Schweiz, geb. 6. April 1785 zu Id-
stein iin Herzogtnm 3iassan, studierte zu Gießen und
fungierte 1809 - 17 als Lehrer am Gymnasium
seiner Vaterstadt. Hieranf ward er Direktor des
Gymnasiums in Wetzlar, jedoch nach den Karlsbader
Bescblüssen, seiner freien Ansichten wegen, ohne
Urteil und Gehalt entlassen. 1824 ging er nach
London und hielt seit 1827 zu Basel Vorlesungen.
Nach der Inlirevolution von 1830 wirkte er eifrig
für die polit. Reform der Schweiz, übernahm 1831
die Leitnng des "Republikaner" und ward, nachdem
er das Bürgerrecht im Kanton Zürich erhalten, in
66^