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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Soden; Sodener Pastillen; Sodenthal; Söderhamn; Söderköping; Söderman; Södermanland; Södertelge; Sodoma

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Soden (Hans Karl Hermann, Freiherr von) - Sodoma

1790 wurde S. in den Reichsgrafenstand erhoben und trat 1792 in königlich preuß. Dienste. Seit 1796 lebte er zuerst auf seinem Gute Sassanfahrt bei Bamberg, dann seit 1811 in Erlangen, seit 1813 in Nürnberg und schrieb in dieser Zeit vorzüglich über staatswissenschaftliche Gegenstände. Sein Hauptwerk ist "Die Nationalökonomie" (9 Bde., Lpz., später Aarau und Nürnb. 1805-21). Als Deputierter (1825-27) in der bayr. Zweiten Kammer gehörte S. den Ministeriellen an. Er starb 13. Juli 1831 zu Nürnberg. Von seinen Lust-, Schau- und Trauerspielen haben sich einige, wie "Iñez de Castro", "Anna Boleyn", "Bianca Capello", "Die deutsche Hausmutter" u. s. w., lange auf dem Repertoire erhalten; auch an einem "Dr. Faust" im Sturm- und Drangstil versuchte er sich (Augsb. 1797). 1802 errichtete er das Theater in Bamberg, 1804 das in Würzburg und leitete diese mehrere Jahre.

Soden, Hans Karl Hermann, Freiherr von, prot. Theolog, geb. 16. Aug. 1852 zu Cincinnati, aus schwäb. Familie, studierte im Tübinger Stift, war dann an mehrern Orten, zuletzt in Stuttgart, Vikar und wurde 1880 Pfarrer in Striesen bei Dresden, 1882 Archidiakonus in Chemnitz, 1887 Prediger der Jerusalemsgemeinde in Berlin und 1889 zugleich Privatdocent, 1893 außerord. Professor an der Universität daselbst. Er schrieb besonders: "Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper" (Freib. i. Br. 1889), den dritten Band des in Gemeinschaft mit Holtzmann, Lipsius und Schmiedel herausgegebenen "Handkommentars zum Neuen Testament" (2 Tle., ebd. 1890; 2. Aufl. 1892-93), "Reformation und sociale Frage" (Bd. 1, Heft 6 von Baumgartens "Evangelisch-socialen Zeitfragen", Lpz. 1891), "Und was thut die evang. Kirche?" (Berl. 1890) und "Die sociale Wirksamkeit des im Amt stehenden Geistlichen" (ebd. 1896).

Soden, Julius, Freiherr von, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, geb. 5. Febr. 1816 zu Ludwigsburg, studierte in Tübingen und Göttingen Rechtswissenschaft, trat zunächst in den württemb. Justizdienst, hierauf, nachdem er an dem Deutsch-Französischen Kriege teilgenommen hatte, in den Konsulatsdienst des Reichs als Attaché des Generalkonsulats in Bukarest. 1872 wurde er Konsul in Algier, 1876 in Kanton, 1879 in Habana, 1881 Geschäftsträger in Lima, 1884 Generalkonsul in Petersburg, 1885 Gouverneur von Kamerun. Hier war S. bemüht, mit den Eingeborenen auf friedlichem Fuße zu verkehren und in der Verwaltung der Kolonie das volkswirtschaftliche Interesse zum leitenden Gesichtspunkt zu erheben. 1890 wurde S. zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt. Doch stellten sich schon nach kurzer Zeit Meinungsverschiedenheiten zwischen S. und der Regierung heraus hinsichtlich der Verwaltungsmethode und der an einzelnen Gesellschaftsklassen verliehenen oder noch zu verleihenden Rechte. S. trat 1892 von seinem Posten zurück und lebt seitdem auf seinem Gute Vorra in Bayern.

Sodener Pastillen, s. Soden (am Taunus).

Sodenthal, Bad bei Soden (s. d.) in Unterfranken.

Söderhamn, Seestadt im schwed. Län Gefleborg, an einer Bucht, Söderfjärden, des Bottnischen Busens, an der Zweigbahn S. - Kilafors der Linie Gefle-Östersund, Sitz eines deutschen Konsuls, hat (1896) 10 347 E. gegen 2786 im J. 1860, bedeutende Ausfuhr von Eisen und Holz. In der Nähe Sägemühlen und Maschinentischlereien. Dampfschiffe gehen nach Stockholm und den norrländ. Küstenstädten. S. wurde nach der Feuersbrunst 1876 neu gebaut. Als Vorhafen dient Stugsund (4 km).

Söderköping (spr. -dschö-), alte schwed. Stadt in Östergötland, unweit (5 km) der Mündung des Götakanals im Ostseebusen Slätbaken, gehörte im Mittelalter zu den Großstädten Schwedens und war bis 1595 öfter Versammlungsort der Reichstage. Jetzt ist S. als Kaltwasserkurort bekannt und zählt (1893) nur noch 1860 E.

Söderman, Johan Aug., schwed. Tonsetzer, geb. 17. Juli 1832 in Stockholm, studierte in Leipzig, wurde 1854 Kapellmeister des Mindre Teaters in Stockholm, dann 1860 Chormeister und 1862 Kapellmeister der königl. Oper. Er starb 10. Febr. 1876 in Stockholm. Aus S.s reichem musikalischem Nachlaß sind hervorzuheben die Balladen "Tanhäuser", "Der Schwarze Ritter", "Die Wallfahrt nach Kevelaer" und "Qvarnruinen" (sämtlich für Solostimme mit Orchesterbegleitung), die Operette "Hin Ondes lärospån", eine Ouvertüre zur "Jungfrau von Orléans", die Musik zum "Bröllopet på Ulfåsa" und eine Reihe Männerchöre und Lieder.

Södermanland, Landschaft im mittlern Teile Schwedens, im Süden der Seen Mälar und Hjelmar, umfaßt 8800 qkm, bildet mit Ausnahme der zu Stockholms Län gehörenden nordöstl. Ecke das Södermanlands oder Nyköpings Län (6841 qkm mit [1895] 16 1722 [79835 männl., 81 887 weibl.] E.). Die größte Erhebung ist im Süden, wo das Waldgebirge Kolmården (Marmorbrüche) an der Grenze von Ostergötland 122 m emporsteigt. Besonders die Mitte ist ein mit Landseen (7,1 Proz. des Areals) angefülltes, wohlangebautes Land. Die Landseen hängen durch kurze Flüsse zusammen, die ihre Gewässer in die Ostsee (Nyköpings- und Trosa-Å) oder in den Mälarsee ergießen. Die von Stockholm ausgehende westl. Stammbahn sowie ein Teil der östl. Stammbahn und die Privatbahn Oxelösund-Flen durchschneiden (im ganzen 245 km) die Landschaft. Hauptnahrungszweig ist der Ackerbau, daneben Viehzucht und Wiesenbau. Auch gewähren die immer noch bedeutenden Wälder sowie an der Küste die Fischerei guten Ertrag. Von geringerer Bedeutung ist der Bergbau und die Industrie, mit Ausnahme der Stahlfabrikation in Eskilstuna. Städte sind Nyköping, Residenz des Landeshauptmanns, Trosa, Mariefred, Strengnäs, Eskilstuna und Torshälla sowie Södertelge in Stockholms Län.

Södertelge (spr. -telje), alte schwed. Stadt in Stockholms Län, am Mälarsee und am Södertelgekanal, an der Linie Stockholm-Göteborg der Staatsbahnen, Dampferstation, ist seiner schönen Lage wegen als Sommerfrische beliebt, hat (1893) 5233 E., viele Villen, Kaltwasserheilanstalt; Fabriken für Eisenbahnwagen, Zündhölzchen und Maschinenöl.

Sodoma, mit seinem wirklichen Namen Giovanni Antonio Bazzi, ital. Maler, geb. 1477 zu Vercelli in Piemont, gest. Anfang 1549 in Siena, gehörte ursprünglich der Mailänder Schule an, lebte aber meist in Siena, wo er durch Verschmelzung des Stils Leonardo da Vincis mit dem einheimischen besondere Bedeutung erlangt hat. Agostino Chigi brachte ihn nach Rom, wo er in der Villa Farnesina (s. d.), kurze Zeit auch im Vatikan im Auftrag Julius' II. arbeitete. Unter seinen Fresken in der Farnesina ist bemerkenswert: Die Hochzeit Alexanders d. Gr. und der Roxane, ausgezeichnet durch hohen