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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spangenberg; Spangenhelm; Spangrün; Spanheim; Spaniel

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Spangenberg (Ludwig) - Spaniel

beinahe trockner Auffassung eine Anzahl teils der Geschichte, teils der deutschen Volkssage entnommener Kompositionen, wobei ihm das Studium der deutschen Meister des 16. Jahrh. förderlich war. Von seinen frühen Genrebildern sind hervorzuheben: Amsterdamer Waisenmädchen (1851), Eseltreibers Siesta (1855), Walpurgisnacht (1862; sämtlich in der Kunsthalle zu Hamburg), Johannisabend in Köln (1861; Museum zu Breslau), Der Rattenfänger von Hameln, Frau Holle; von seinen darauf folgenden Lutherbildern: Luther im Kreise seiner Familie (1866; städtisches Museum zu Leipzig), Luther die Bibel übersetzend (1870; Berliner Nationalgalerie), Luther und Melanchthon, Luthers Einzug in Worms (Verbindung für histor. Kunst), Luthers Verlobung (Wittenberg, Lutherhaus). Daran reiht sich: Hans Sachs seine Dichtung vorlesend (1871; Berliner Nationalgalerie). Am meisten Erfolg hatte er mit dem aus der Idee der alten Totentänze geschöpften Zug des Todes (1876; Nationalgalerie zu Berlin). Die nächsten Werke zeigen ihn weiter auf dem eingeschlagenen phantastischen Weg; so in Am Scheideweg (1878), Irrlicht (1879). Ein großes Bild: Die drei Frauen am Grabe Christi (1880), bezeichnet den Anfang seiner Monumentalmalerei, in der ihm die Wandgemälde des Treppenhauses der Universität zu Halle, die vier Fakultäten darstellend, bis 1888 reiche Gelegenheit boten. S. war Mitglied der Berliner Akademie und starb 19. Nov. 1891 in Berlin.

Spangenberg, Ludwig, Landschafts- und Architekturmaler, Bruder des vorigen, geb. 1824 zu Hamburg, war erst Architekt und Ingenieur, wandte sich dann der Malerei zu, in der er sich zu München und Brüssel ausbildete. Nach Studienreisen in Frankreich, England, Italien und Griechenland war er seit 1857 in Berlin thätig. Seine Architekturlandschaften sind zum Teil Griechenland und Italien, zum Teil dem norddeutschen Tiefland entnommen und entweder in Öl oder in Aquarell ausgeführt. S. war Mitglied der Berliner Akademie und starb 19. Okt. 1893 in Berlin. Das Bild: Amphitheater bei Pompeji, wurde 1893 für die Nationalgalerie zu Berlin erworben.

Spangenberg, Paul, Porträtmaler, geb. 26. Juli 1843 in Güstrow in Mecklenburg, besuchte die Akademie zu Berlin, wo Holbein und Steffeck seine Lehrer waren. In Düsseldorf setzte er seit 1867 seine Studien unter Professor Stern fort, bereiste dann Italien, Frankreich und Spanien und lebt seit 1876 in Berlin. Seine Vorbilder sind Velazquez, Frans Hals und die andern großen Porträtisten des 17. Jahrh., in deren Geiste er ganze Figuren und Kniestücke, am besten von vornehmen Damen in reicher Toilette schuf. Zu seinen besten Herrenbildnissen gehören das des Ministers von Puttkamer sowie des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin; letzterer verlieh S. 1894 den Professortitel.

Spangenberg, Wolfhart, Dichter, Sohn des Cyriak Spangenberg (s. d.), geb. um 1570 in Mansfeld, erwarb 1591 in Tübingen den Magistergrad, wurde in Straßburg Korrektor, 1601 unter die Meistersinger aufgenommen, 1611 Pfarrer zu Buchenbach bei Künzelsau und starb etwa 1637. S. hielt glücklich die Mitte zwischen gelehrter und meistersingerischer Dichtung. Von den lat. und griech. Dramen, die im Straßburger Akademietheater aufgeführt wurden, hat er gereimte Übersetzungen als Textbücher für die Lateinunkundigen geliefert, nicht ohne eigene volkstümliche Zuthaten. Seine selbständigen kleinen Dramen (z. B. "Glückswechsel", 1613; "Mammons Sold", 1614) sind Spiele aus dem Bauern- und Landsknechtleben, mit ernstem Hintergrund. S.s Tiergedicht "Ganskönig" (Straßb. 1607) persifliert graziös den kath. Heiligendienst. In diesem Gedicht und in den Spielen giebt sich S. das Pseudonym Lycostenes Psellinorus Andropediacus. Ein anderes Pseudonym "Adolf Rose von Creutzheim" scheint er in dem satir. Prosaroman "Eselkönig" (Ballenstedt, ohne Jahr) gebraucht zu haben, falls er wirklich der Verfasser ist. Martin gab S.s Ausgewählte Dichtungen heraus (Straßb. 1887).

Spangenhelm, s. Helm.

Spangrün, s. Grünspan.

Spanheim, Grafschaft, s. Sponheim.

Spanheim, Ezechiel von, Gelehrter und Staatsmann, geb. 1629 zu Genf, studierte in Leiden und wurde 1651 Professor der schönen Litteratur in Genf und 1652 in den Großen Rat daselbst gewählt. Später übertrug ihm der Kurfürst von der Pfalz die Erziehung seines Sohnes und schickte ihn zugleich in wichtigen Angelegenheiten nach Italien. 1665 kehrte S. nach Heidelberg zurück, trat 1680 in die Dienste des Kurfürsten von Brandenburg, als dessen Gesandter er neun Jahre in Paris verweilte, worauf er, zum Staatsminister ernannt, den Friedensverhandlungen zu Ryswijk beiwohnte. Von König Friedrich I. von Preußen wurde S. in den Adelsstand erhoben und 1702 als erster preuß. Gesandter nach London geschickt, wo er 7. Nov. 1710 starb. Seine Hauptwerke sind: "Dissertationes de usu et praestantia numismatum antiquorum" (Rom 1664; beste Ausg., 2 Bde., Lond. und Amsterd. 1706-17) und "Orbis Romanus" (Lond. 1704; Halle 1728); außerdem seine Ausgaben des Julianus (Lpz. 1696) und des Kallimachus (2 Bde., Utr. 1697) sowie die franz. Übersetzung: "Les Césars de l'empereur Julien" (beste Ausg., Amsterd. 1728).

Sein Bruder, Friedrich S., geb. 1632 zu Genf, wurde 1655 Professor der Theologie in Heidelberg, ging 1670 in gleicher Eigenschaft nach Leiden, wo er 18. Mai 1701 starb. Als Lehrer wie als Schriftsteller erwarb er sich, namentlich im Fache der Kirchengeschichte und der theol. Polemik, einen Namen. Seine Schriften, mit Ausnahme der in franz. Sprache verfaßten, sind in der Ausgabe seiner Werke (3 Bde., Leid. 1701-3) gesammelt.

Spaniel (engt., spr. spänn-). 1) Jagdhunderasse, in Feldspaniels und Wasserspaniels zerfallend. Zu erstern gehören: a. der Sussexspaniel von goldschimmernd brauner Farbe, großen, doch nicht sehr befederten, keineswegs lockigen Behängen, vollen, verständig dreinblickenden, haselnußgroßen Augen, langem und gedrungenem Körper, mäßig hohen Läufen. Das Gewicht beträgt 16-18 kg. Die Rute wird auf etwa 25 cm gestutzt; b. der Clumberspaniel, meist mit citronengelben Platten. Mittelgroßer Hund von 25 bis 30 kg Gewicht, steht auf geraden festen Läufen und hat große, fleischfarbene Nase; c. der schwarze S., dem weißen ähnlich; d. der Norfolkspaniel, selten, schwarz mit rot oder braun mit weiß; e. der Cockerspaniel, sehr selten, in allen Farben vertreten. Zu den Wasserspaniels gehören: a. der englische Wasserspaniel, der nur noch von histor. Interesse ist; d. der irische Wasserspaniel, früher in drei Arten, heute nur noch in einer vertreten. Er wird 55-60 cm hoch. Liegt das nasse Haar dem Körper an, so soll er an den Pointer erinnern. Auf dem Kopfe ist ein ziemlich