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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spanische Mark

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Spanische Mark

erste Vertreter des Problemdramas in Spanien, und der eigenartige Echegaray. Die Geschmacksrichtung des Publikums ist durchaus modern; Lope und Calderon werden in Madrid überhaupt nicht gespielt, wohl aber die untergeordnetsten Franzosen und ihre letzten Nachtreter. Alles andere überglänzend hat sich das Erbteil des Cervantes entfaltet, die Gabe zu erzählen, seitdem Fernan Caballero einem gesunden Realismus die Bahn brach. Ihm sind bei vielfach verschiedener Richtung und erweitertem Horizont eine Reihe merkwürdiger Romanschriftsteller treu geblieben, unter welchen nur die Namen ersten Ranges genannt werden können; von den Verstorbenen der kunstvolle Alarcon, unter den Lebenden der geistvolle Valera, der kräftige Asturianer Pereda, der ebenso reiche als fruchtbare Perez Galdos, die Galicierin Emilia Pardo Bazan, der Jesuit Coloma (Pequeñeces 1891) und auch Palacio Valdes. Als bemerkenswerte Vertreter der Skizze und des Feuilletons sind Selgas, José de Castro, Tejado, Alarcon, Ortega Munilla, Picon zu nennen. Empfehlenswerte Führer in der litterar. Tageskritik sind Leopoldo Alas, Pardo Bazan, Menendez y Pelayo; Blanco Garcia ("La literatura española en el siglo XIX", 2 Bde., Madr. 1891) ist nützlich, aber in seinen Werturteilen wenig verlässig.

Die großen Reden der polit. Führer werden ganz überwiegend als ästhetische Kunstleistungen gewürdigt. Schon die Aufklärungszeit deutet in den Rhetoriken von Mayans und Capmany auf diese Richtung hin, und die Geschichte der Tribüne hat eine Menge bedeutender Redner aufzuweisen. Die Fähigkeit, wissenschaftliche Gegenstände in guter Prosa zu behandeln, hatte das 18. Jahrh. wiedergefunden; der Inhalt bleibt unbedeutend in den dauernd daniederliegenden, nur vom Ausland lebenden Naturwissenschaften, während andere Gebiete einzelne auch sachlich tüchtige Leistungen aufzuweisen haben, so die Geschichtschreibung: Lafuentes "Historia de España", Canovas del Castillos Monographien. Eine erste Reimkunst hatte schon Juan Manuel verfaßt; die von Rengifo, "Arte poetica española" (1592 u. ö.), ist noch heute von Nutzen. Den ersten litterargeschichtlichen Versuch bildet das berühmte Sendschreiben Santillanas an Dom Pedro de Portugal; im 18. Jahrh. ist eine verdienstvolle Untersuchung Sarmientos über die frühspan. Litteratur hervorzuheben. Ein noch heute unentbehrliches Nachschlagewerk ist Nicolaus Antonios biobibliographische "Biblioteca nova" (1672) und "Biblioteca vetus" (1696), erheblich vermehrt in der 2. Ausgabe (1783-88); in manchen Punkten wird sie ergänzt durch Rodriguez de Castros "Biblioteca española" (2 Bde., 1781-86).

Unter den neuern Arbeiten der Spanier über die Geschichte ihrer eigenen Nationallitteratur nimmt de los Rios' fragmentarisch gebliebene "Historia critica de la literatura española" (Bd. 1-7, Madr. 1861-67) den ersten Rang ein. Sonst sind noch zu nennen Quintanas "Poesias selectas castellanas" und "Musa epica española" (6 Bde., Madr. 1830-33). Hervorzuheben ist Milá y Fontanals' Studie "De la poesía heroica popular castellana" (Barcel. 1876). Unter den Ausgaben span. Schriftsteller sind zu nennen die "Biblioteca universal", "Biblioteca cientifico-literaria", "Biblioteca económica", Biblioteca militar", "Biblioteca general de legislacion y jurisprudencia", "Biblioteca judical", "Biblioteca de los Americanistats", "Biblioteca de las tradiciones populares españolas", Biblioteca filosófica", Biblioteca venatoria", "Biblioteca hispano-ultramarina", Biblioteca de escrit. aragonenses", Biblioteca gallega" u. s. w. Noch bedeutender sind die Publikationen der "Sociedad de bibliofilos españoles" (Madrid, bis 1892, 29 Bde.), der "Collecion de libros españoles raros y curiosos" (22 Bde., ebd. 1871-91), der "Sociedad de bibliofilos andaluces" (1868) und die "Libros de antañao". Das Hauptwerk über die Geschichte der S. L. ist des Amerikaners Ticknor "Geschichte der schönen Litteratur in Spanien" (englisch, 3 Bde., Bost. 1849; neueste Aufl. 1872; deutsch von Julius, mit den Zusätzen der span. Übersetzung von Gayangos und Vedia, sowie den Anmerkungen F. Wolfs, 2 Bde., Lpz. 1852; 2. Ausg. 1867; Supplement, die Zusätze der 3. Aufl. des Originals enthaltend, von A. Wolf, 1867). Demselben reihen sich die deutschen Arbeiten von Bouterwek (s. d.), Schack (s. d.) und Ferdinand Wolf (s. d.) an, sowie Böhl von Fabers "Floresta de rimas antiguas castellanas" (3 Bde., Hamb. 1821-25), Wolfs "Floresta de rimas modernas castellanas" (2 Bde., Par. 1837), Lemckes treffliches "Handbuch der S. L." (3 Bde., Lpz. 1855-56), Kleins "Geschichte des span. Dramas" (4 Bde., Lpz. 1871 - 75); Schäffers "Geschichte des span. Nationaldramas" (ebd. 1890), Arbeiten von Michaelis, Farinelli, Baist u. a.; in Frankreich die Studien von Morel-Fatio, Mérimée, Puibusque, seit 1894 Delboscs "Revue hispanique". Die beste Sammlung der span. Klassiker sind die von Aribau geleitete "Biblioteca de autores españoles" (Bd. 1-71, Madr. 1846-80) und die "Collecion de escritores castellanos" (105 Bde., ebd. 1882-94). Eine Sammlung meist neuerer schönwissenschaftlicher Werke bietet die "Collecion de autores españoles" (Bd. 1-48, Lpz. 1860-86). Den ältern bibliogr. Werken von Antonio, de Castro, Latasa, Ximeno, Rodriguez, Mendez und Baena haben sich die von Salvá, von Fuster ("Biblioteca valenciana", 2 Bde., Valencia 1827-30), Torres Amat ("Memorias para un diccionario critico de los escritores catalanes", Barcel. 1836), für Estremadura Barrantes (s. d.), für Burgos Martinez Añibarro, für Madrid Perez Pastor, für Sevilla Escudero, und das sehr wichtige Werk von Gallardo, vermehrt von Zarco del Valle und Rayon ("Ensayo de una biblioteca española de libros raros", 4 Bde., Madr. 1863-89) u. a. würdig angeschlossen. Ferner sind brauchbare Hilfsmittel: Barrera y Leirado, "Catálogo bibliografico y biográfico del teatro antiguo español" (Madr. 1861); Gayangos, "Catalogue of the manuscripts in the Spanish language in the British Museum" (4 Bde., Lond. 1875); Morel-Fatio, "Catalogue des manuscrits espagnols de la Bibliothèque Nationale" (Par. 1879); Whitney, "Catalogue of the Ticknor library" (Bost. 1879); Munoz y Romero, "Diccionario bibliografico historico" (Madr. 1865); D. Hidalgo, "Diccionario general de bibliografia española" (6 Bde., 1864-79); "Boletin bibliografico español" (4 Bde., ebd. 1874-78); "Boletin de la librería" (13 Bde., ebd. 1873-86) und "Revista de archivos, bibliotecas y museos". Hervorragend nützlich zu werden verspricht die "Revista critica de historia y literatura españolas" (Madr. 1895).

Spanische Mark, das Land südlich von den Pyrenäen, das von Karl d. Gr. erobert und dann von