Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sparkassenversicherung; Sparks; Sparmann; Sparmannsberg; Sparmarken

124

Sparkassenversicherung - Sparmarken

Die älteste Sparkasse in der Schweiz ist die 1787 gegründete Hypothekenkasse des Kantons Bern. Von den (1895) 557 Kassen sind 22 älter als 75, 82 älter als 50,152 älter als 25 und 301 jünger als 25 Jahre; von letztern sind 153 eigentliche S., 14 Fabrik- und 134 Schulsparkassen. Die Entwicklung der S.:

^[Leerzeile]

^[Tabellenanfang]

Jahre Bevölkerung Kassen Einlagebücher Betrag der Einlagen in Franken überhaupt auf 1 Einw.

1862 2 507 170 235 355 291 131 901 632 52,61

1872 2 669 147 303 542 162 288 836 412 108,21

1882 2 846 102 487 746 984 514 078 123 180,63

1895 3 023 382 557 1 196 540 893 961 494 295,68

^[Tabellenende]

^[Leerzeile]

Dänemark zählte (1892) 540 S. mit 886291 Einlegern, deren Guthaben 515,9 Mill. Kronen betrug. In Holland gab es neben der staatlichen Postsparkasse 1892: 246 S. mit 294 105 Einlegern und einem Einlagestand von 57,3 Mill. Fl. In Rußland wurden 1841: 50 S. staatlich eingerichtet und durch spätere Gesetze geregelt. Einlagestand 1895: 353,36 Mill. Rubel (s. Sparkassen, Bd. 17). In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Gesetzgebung über S. in den einzelnen Staaten verschieden. Die erste Sparkasse soll 1816 in Philadelphia gegründet sein. Ende 1895 gab es 1017 Kassen mit 4 875 519 Einlegern und 1810,6 Mill. Doll. Guthaben. Neuyork allein stellt ein Drittel aller Sparer; dann folgen Massachusetts und Connecticut.

Über die S. in Australien s. Sparkassen (Bd. 17).

Litteratur. Hermann, über S. (Münch. 1835); Vidal, Les caisses d'épargne (Par. 1844); Constantin Schmid, Das Sparkassenwesen (Tl. 1, Berl. 1863; Tl. 2, anonym, 1864); Brämer, Das Sparkassenwesen in Deutschland (2 Bde., 1864); Carl Röscher, Postsparkassen und Lokalsparkassen in Deutschland (Dresd. 1885); Seedorff, Die Sparkassenbuchführung (Hannov. 1887); Loening, Armenwesen (in Schönbergs "Handbuch der polit. Ökonomie", III, 3. Aufl., Tüb. 1891); Artikel: "Sparkassen" von Lehr im "Handwörterbuch der Staatswissenschaften", Bd. 5 (Jena 1893); Senckel, Die Einrichtungen der deutschen Schul- und Jugendsparkassen (Frankf. a. O. 1892); W. Röscher, System der Volkswirtschaft, Bd. 5: Armenpflege und Armenpolitik, Buch II, Kap. 1 (2. Aufl., Stuttg. 1894); Seidel, Das deutsche Sparkassenwesen (Vd. 1, Berl. 1896); Die Sparkasse. Freies Organ für die deutschen S. von Heyden in Essen a. N. (seit 1886); Österr.-ungar. Sparkassenzeitung (Wien, seit 1876).

Sparkassenversicherung, s. Sparversicherung.

Sparks, Jared, amerik. Geschichtschreiber, geb. 10. Mai 1789 zu Willington (Connecticut), studierte Theologie in Cambridge, war Lehrer und von 1817 bis 1819 Hilfsredacteur der "North American Review"; 1819 wurde er Prediger einer Unitariergemeinde in Baltimore und veröffentlichte 1820: "Letters on the ministry, ritual, and doctrines of the protestant episcopal church". Von 1821 bis 1823 gab er den von ihm gegründeten "Unitarian miscellany and christian Monitor" heraus. 1823 ging er nach Boston zurück und wandte sich den polit. und geschichtlichen Fächern zu. Von 1824 bis 1831 redigierte er die "North American Review". 1828 unternahm er eine wissenschaftliche Reise nach Europa, wo er die engl. und franz. Staatsarchive benutzte. 1839 ward er Professor der Geschichte am Harvard College zu Cambridge (Massachusetts), dessen Präsident er von 1849 bis 1853 war. Er starb 14. März 1866 zu Boston (Massachusetts). Unter seinen Arbeiten sind noch zu erwähnen: "Life of John Ledyard" (1828; deutsch von Michaelis, Lpz. 1829), "Diplomatic correspondence of the American revolution" (12 Bde., Bost. 1829-31), "Life of Gouverneur Morris" (3 Bde., ebd. 1832), "Works of Benjamin Franklin" (10 Bde., 1836-40), "Life and writings of Washington" (12 Bde., Bost. 1834-38; deutsch im Auszuge bearbeitet von F. von Raumer, 2 Bde., Lpz. 1839), "Correspondence of the American revolution" (4 Bde., Bost. 1853) und "Library of American biography" (25 Bde., Neuyork 1834-48). In der Sichtung, Wahl und Anordnung seines reichhaltigen Materials bewährte er einen unermüdlichen Fleiß, doch ist die von ihm herausgegebene Korrespondenz Washingtons im einzelnen mit Vorsicht zu benutzen. - Vgl. Brantz Mayer, Memoir of J. S. (Baltimore 1867) sowie die Biographien von Ellis (Bost. 1869) und Adams (2 Bde., ebd. 1893).

Sparmann, Sophie Friederike, s. Hensel, S. F.

Sparmannsberg, s. Armansperg.

Sparmarken, Wertzeichen, mit deren Hilfe die Ersparung auch der kleinsten Beträge und die Ansammlung derselben zu der von den Sparkassen (s. d.) geforderten Minimalgröße der Einlage erleichtert wird. Sie werden in Deutschland von vielen Pfennigsparkassen (s. d.), sei es in einer (in der Regel zu 10 Pfennig) oder in mehrern Wertstufen, ausgegeben, sind in Sparbüchern oder auf Sparkarten aufgeklebt, die, wenn die vorgezeichneten Stellen ausgefüllt sind, gegen Quittung an die Sparkasse eingeliefert werden. Der Markenverkauf wird in den Städten meist in einer Anzahl von Ladengeschäften vermittelt. Bei den engl. Postsparkassen, welche dieses Verfahren zuerst eingeführt haben, werden die gewöhnlichen Penny-Freimarken als S. benutzt und jede mit zwölf Marken beklebte Karte wird als Einlage angenommen. Ähnlich verfährt die Postsparkasse in Österreich, für welche die geringste Einlage 50 Kr. beträgt; es werden aber sog. Postsparkarten ausgegeben, welche mit Briefmarken zu bekleben sind und, sobald obiger Betrag erreicht ist, als Einlage angenommen werden. In der Schweiz hat der Bundesrat (1895) beschlossen, daß die Sparkassen fortan Spareinlagen in Form von Postmarken entgegennehmen können. In Frankreich begann 1891 die Sparkasse in Marseille mit dem Verkauf von S. bei Lehrern und Tabakverschleißern; durch Gesetz vom 20. Juli 1895 ist dieser Vorgang legalisiert und allen Sparkassen erlaubt worden. In Italien hat man 1895 in einigen Städten mit der Aufstellung von Automaten zum Verkauf von S. zu 10 Centesimi begonnen.

Zur Hebung des Sparsinns ist neuerdings von Aug. Scherl in Berlin der Vorschlag gemacht worden, die kleinen Sparbeträge (von 50 Pf., 1, 2 und 4 M.) bei den Sparern wöchentlich abholen zu lassen, dafür S. auszuhändigen, welche in Sparmarkenbücher (von 52 Feldern) eingeklebt werden, die am Schlusse des Sammeljahres gegen die Sparkassenbücher der bestehenden Sparkassen umgetauscht werden. Die Zinsen des Sammeljahres (1,80 M. für je 208 M.) sollen als Prämien unter die Sparer verteilt werden. Die weitern Einlagen er-^[folgende Seite]