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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Specifische Zölle - Speckstein

S. W. von festen und flüssigen Körpern dient das Kalorimeter (s. d.).

Die S. W. der Gase kann wegen der geringen Dichte der Gase nur so bestimmt werden, daß man große gemessene Gasvolumina durch ein Erwärmungsgefäß und nachher durch ein Kühlgefäß hindurchströmen läßt und die Temperaturdifferenz beim Eintritt und Austritt aus letzterm und die dem Kühlgefäß zugeführte Wärmemenge bestimmt. Solche Versuche haben Delaroche und Bérard, dann Regnault sowie E. Wiedemann ausgeführt. Man findet auf diese Weise für Luft 0,238, Sauerstoff 0,217, Kohlensäure 0,20, für Wasserstoff aber 3,40. Von dieser S. W. (C) der Gase bei freier Ausdehnung und bei konstantem Druck ist verschieden die S. W. (c) bei konstantem Volumen. Im erstern Falle wird nämlich auf Kosten der Wärme nicht nur die Temperatur des Gases erhöht, sondern auch bei der Ausdehnung durch Überwindung des Luftdrucks eine mechan. Arbeit geleistet. Deshalb ist C größer als c. Element und Desormes bestimmten durch einen sinnreichen Versuch das Verhältnis C:c auf einem Umwege. Nach neuern Messungen hat dasselbe für Luft den Wert C/c = 1,405. Eine indirekte Methode zur Bestimmung dieses Wertes bietet die Schallgeschwindigkeit (s. d.).

Specifische Zölle, im Gegensatz zu Wertzöllen solche, die nicht prozentweise nach dem Werte der zollpflichtigen Waren, sondern nach dem Stück, dem Gewicht oder einem andern Größenmaß erhoben werden, wobei man aber häufig die Höhe des Zollsatzes nach Qualitätsstufen bemißt, die durch äußere Merkmale, z. B. bei Garnen durch die Nummern, bestimmt werden.

Specifizieren (lat.), das Einzelne, was unter einen allgemeinen Begriff gehört, aufzählen.

Specillum (lat.), s. Sonde.

Specimen (lat.), Probe, Probearbeit.

Speck, die Ablagerung von festem Fett am Rücken und an den Seitenteilen zwischen Haut und Muskelgewebe mancher Tiere, namentlich der Schweine. Im geräucherten Zustande bildet der S. einen wichtigen Handelsartikel. Außer bei den Schweinen kommen reichliche Ablagerungen von S. auch bei manchen größern Seefischen, Robben u. s. w. vor. Dieser dient aber nur zur Darstellung von Thran.

Speckbacher, Joseph, Tiroler Patriot, geb. 13. Juli 1764 im Äußern Gnadenwalde bei Hall, kämpfte als Landesschütze schon 1797 in dem Gefecht bei Spinges, ebenso 1800 und 1805 in der Miliz als Grenzverteidiger gegen die Franzosen. Aber erst das J. 1809 machte den "Mann von Rinn" (so genannt von dem Gute seiner Frau) berühmt. Zunächst zeichnete er sich in dem Heldenkampf vom 9. bis 13. April aus, überfiel 12. April die bayr. Garnison der Stadt Hall und nahm mit dem Haller Kronenwirt Jos. Straub die von Innsbruck entkommene bayr. Kavallerie gefangen. Besonders aber that er sich hervor in den Treffen vom 25. und 29. Mai. Großen Mut und Geschicklichkeit zeigte er bei der Blockade von Kufstein. Als infolge des Znaimer Waffenstillstandes (12. Juli 1809) die Österreicher Tirol räumten, dieses aber fortfuhr, verzweifelte Gegenwehr zu leisten, war auch S. unter den Vordersten in den Gefechten vom 4., 5. und 7. Aug. und in dem Treffen bei Innsbruck am 13. (s. Französisch-Österreichischer Krieg von 1809). Nach der dritten Befreiung Tirols verband S. mit der Tiroler Verteidigung auch die des salzburgischen Gebirgslandes. Am 16. Sept. errang er bei Loser entscheidende Vorteile, streifte bis Reichenhall und hielt sich drei Wochen in Berchtesgaden, wurde aber 16. Okt. bei Mellek geschlagen und entkam nur mit genauer Not nach Wien. Erst die Wiedervereinigung Tirols mit Österreich 1814 ermöglichte S. die Rückkehr in seine Heimat, wo er 28. März 1820 zu Hall starb und beerdigt ward, bis 1858 seine Leiche in der Innsbrucker Hofkirche neben der von Andreas Hofer und Haspinger beigesetzt wurde. - Vgl. Mayr, Der Mann von Rinn (Innsbr. 1851); Knauth, Joseph S. Ein Lebensbild (Langensalza 1868).

Speckentartung oder Speckkrankheit, die amyloide Entartung der innern Organe, s. Amyloidentartung.

Speckente, s. Pfeifenten.

Speckkäfer, auch Hautfresser (Dermestes lardarius L., s. nachstehende Figur), ein äußerst schädlicher, zu den Keulenhörnern (Clavicornia) gehörender Käfer von etwa 6 bis 8 mm Länge, braun, mit heller Binde über dem Vorderteil der Flügel, auf der einige Tupfen stehen. Der Kopf ist klein und unter dem kapuzenförmigen Halsschild verborgen. Die 12-14 mm langen Larven sind lang behaart, oben braun, unten weiß. Käfer und Larven greifen getrocknetes und geräuchertes Fleisch, Speck, Häute, Sammlungen an und richten oft große Verwüstungen an. Eßwaren schützt man durch Einschließen in luftdichte Kasten, Sammlungen durch Gift, besonders Arsenik.

^[Abb.]

Speckkrankheit, soviel wie Amyloidentartung.

Speckle, deutscher Kriegsbaumeister im 16. Jahrh. (S. Deutsche Befestigungsmanier.)

Speckleber, Speckmilz, die amyloide Entartung der Leber oder Milz, s. Amyloidentartung.

Speckmaus, s. Glattnasen.

Speckmilz, soviel wie Speckleber (s. d.).

Specköl, das durch Ausschmelzen gewonnene flüssige Fett oder der Thran von Walfischen, Robben, Seehunden und andern Tieren.

Speckstein, Steatit, eine kryptokrystallinische Varietät des Talkes (s. d.), die sich sehr fettig anfühlt, meist derbe Massen, Knollen, Nester und Nieren bildet, aber auch bisweilen in Pseudomorphosen nach Feldspat, Quarz, Kalkspat, Braunspat und vielen andern Mineralien erscheint. Dis Farbe des S. ist gewöhnlich weiß, gelblich oder grauweiß, geht aber auch ins Rote, Graue u. s. w. Sein Bruch ist matt, wird aber glänzend, wenn man ihn mit einem harten Körper schabt oder mit dem Fingernagel ritzt. Seine Härte ist 1,5, das spec. Gewicht 2,6 bis 2,7. Er besteht wesentlich aus Magnesium, Kieselsäure und Wasser und ist mithin ein Magnesiumhydrosilikat, H2Mg3Si4O12. Man findet ihn besonders schön im Granitgebiet bei Göpfersgrün im Fichtelgebirge, überhaupt aber sehr häufig, z. B. auf Erz- und andern Gängen, in Sachsen, Ungarn, Bayern, Piemont, England, Schottland u. s. w. Der S. wird benutzt zum Fleckausmachen aus Tuch und Zeugen, radiertes Papier wieder beschreibbar zu machen, ferner zum Putzen der Tressen, zum Polieren des Gipses, Serpentins, Marmors und, mit Öl abgerieben, zur Politur der Spiegelgläser und Metallspiegel. Schwach gebrannt und fein gepulvert dient er als Basis einiger Schminken. Auch bestreicht man mit ihm hölzerne und metallene Schrauben, um sie luftdicht zu machen, und bedient