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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sperbereule - Spermatophoren

der Mitte des Oberkieferrandes versehen ist und die Nasenlöcher länglich-oval, die Läufe hoch, dünn, glatt geschildet und die Zehen sehr ungleich sind. Dem Habicht (s. d.) steht diese Gattung außerordentlich nahe und der Unterschied liegt hauptsächlich nur in den längern und dünnern Läufen. Der gemeine S. oder Finkenhabicht (Nisus communis Cuv., s. Tafel: Falken, Fig. 6) ist ein kleiner, 31-33 cm langer, aber sehr mutiger und gieriger Raubvogel, der sich fast in ganz Europa und Mittelasien findet, in Deutschland überall als Stand-, Strich- und Zugvogel vorkommt und allen kleinern Vögeln, besonders aber den Sperlingen, nachstellt. Das Männchen ist oberseits blaugrau, an der Kehle weiß, an Brust und Bauch auf rein weißem Grunde braun oder rostrot gebändert, der aschgraue Schwanz mit fünf braunen Querbinden gezeichnet; Füße und Wachshaut sind gelb. Das größere Weibchen ist minder lebhaft gefärbt, und die Jungen sind oben braungrau, unten weiß, an Kehle und Vorderhals braun in die Länge, an Bauch und Schenkeln quer gebändert. Das Nest befindet sich auf Waldbäumen und das Weibchen legt 3-6 weißlich grüne, rostbraun gefleckte Eier. Sonst wurde der S. auch zur Beize auf Wachteln und Rebhühner abgerichtet. Über seine Bedeutung in der ägypt. Mythologie s. Horus.

Sperbereule (Surnia ulula L.) oder großer Kauz, eine etwa 40 cm lange nordische, selten nach Deutschland kommende, oben dunkelbraune, weißgefleckte, unten hellgraue, schwarzgebänderte Eule.

Sperbergrasmücke, s. Grasmücke.

Sperbervogelbeere, s. Eberesche.

Spercheios, Fluß in Griechenland, s. Hellada.

Sperenberg, Dorf im Kreis Teltow des preuß. Reg.-Bez. Potsdam, am fischreichen, salzhaltigen Krummen See und an der Militäreisenbahn, hat (1895) 2020 E., Post, Telegraph; bedeutende Gipssteinbrüche und Gipsmühlen. Der Gips wird auf dem nahen Mellensee und der (1856-65 regulierten) Notte über die Wendische Spree u. s. w. nach Berlin befördert. Im Okt. 1867 wurde bei S. unter dem 89 m mächtigen Gips ein Steinsalzlager erbohrt, dessen Bohrloch (über 1300 m tief) die Sohle des Salzes noch nicht erreicht; das Salzlager wird noch nicht ausgebeutet.

Spergula L., Spörgel, Spergel, Spark oder Spörk, Pflanzengattung aus der Familie der Caryophyllaceen (s. d.) mit nur drei in den gemäßigten Zonen sehr verbreiteten Arten, einjährige krautartige Gewächse mit schmalen wirtelig gestellten Blättern und kleinen weißen Blüten. Überall auf den Feldern wächst der gemeine Spergel oder Ackerspark (S. arvensis L.). Diese und eine größere Abart (S. maxima Weihe) sind als Futterpflanzen geschätzt, da sie rasch wachsen und auf sandigen Feldern gedeihen (s. Tafel: Futterpflanzen II, Fig. 3). Letztere ist besonders in Holland, Brabant und in den Sandgegenden Deutschlands angebaut. Die Samen werden oft als Vogelfutter benutzt.

Sperk, s. Sperling.

Sperling, Spatz oder Sperk, niederdeutsch Lüning (Passer), eine Gruppe der Vogelfamilie der Finken (s. d.), durch einen starken, dicken, kegelförmigen Schnabel, einen auf der abgerundeten Firste schwach gebogenen Oberschnabel, kurze Füße mit schwachen Nägeln, abgerundete kurze Flügel und einen kurzen, abgestutzten oder wenig ausgeschnittenen Schwanz unterschieden. Zu ihr gehört der allgemein bekannte Haussperling (Passer domesticus Briss., s. Tafel: Mitteleuropäische Singvögel I, Fig. 10, beim Artikel Singvögel), der durch List, Keckheit, Zudringlichkeit und Dieberei lästig ist. Jetzt ist er von Portugal bis Sibirien, am Senegal, am Kap und eingeführt auf Java, in Australien und Nordamerika überall zu Hause, soweit Ackerbau getrieben wird, obschon er früher auf Mitteleuropa beschränkt und zur Zeit der Römer vielleicht noch nicht in Deutschland heimisch war. Der Schaden, den er dem Obst-, Feld- und Gartenbau zufügt, überwiegt den Nutzen, den er durch Wegfangen mancher schädlichen Insekten verursacht. Der Feldsperling (Passer montanus Briss., Fig. 9) unterscheidet sich durch einen schwarzen Mondfleck auf den Wangen, rotgrauen Nacken und Scheitel und durch zwei weiße Querbänder auf den Flügeln. Eier des Feld- und Haussperlings zeigt die Tafel: Eier mitteleuropäischer Singvögel, Fig. 22 u. 23 (Bd. 17). Eine im südl. Europa einheimische Art ist der Steinsperling oder Graufink (Passer petronius L.), der oberseits graubraun ist und über den Augen einen gelblich-weißen Streifen und einen gelblichen Gurgelfleck hat.

Sperlingseule, s. Eulen (Vögel).

Sperlingspapageien, Tauben oder Zwergpapageien (Psittacula), ein aus 23 Arten bestehendes Geschlecht kleiner, höchstens Stargröße erreichender Papageien mit buntem, hauptsächlich grünem Gefieder, die Südamerika, Afrika inkl. Madagaskar, die Sunda-Inseln, Molukken und Australien bewohnen. Zu ihnen gehören der Rosenpapagei (s. d. und Tafel: Papageien II, Fig. 1) und die Inséparables (s. d., z. B. Psittacula pullaria L. und passerina Lesson).

Sperlingsvögel (Passeres), die artenreichste, aus über 6000 Arten bestehende Ordnung der Vögel, von denen gegen 2000 allein das tropische Amerika bewohnen. Sie haben einen niemals an der Basis mit einer Wachshaut versehenen Schnabel von sehr verschiedener Gestalt, bis zum Fersengelenk befiederte Beine, die vorn mehrere (meist sieben) größere Täfelchen besitzen; von den vier Zehen sind drei nach vorn gerichtet und die beiden äußern in der Länge des ganzen ersten Gliedes durch eine Bindehaut miteinander vereinigt. Die Ordnung besteht aus den beiden Unterordnungen der Schreivögel (s. d.) und der Singvögel (s. d.).

Sperma (grch.), der tierische und menschliche Samen (s. d.).

Spermaceti (Sperma ceti, grch.-lat.), soviel wie Walrat (s. d.).

Spermacetikerzen, Walratkerzen, s. Kerze.

Spermaphyten, s. Phanerogamen.

Spermatien, s. Spermogonien.

Spermatiker, s. Befruchtung.

Spermatin, s. Samen.

Spermatitis (grch.), Samenstrangentzündung.

Spermatoblasten oder Spermatocyten (grch.), diejenigen Zellen in den Samenkanälchen des Hodens, in denen sich die Spermatozoen oder Samenfäden entwickeln.

Spermatocele (grch.), eine Flüssigkeitsansammlung am Hoden oder Nebenhoden mit samenähnlichem Inhalt.

Spermatocystitis (grch.), die Entzündung der Samenbläschen.

Spermatocyten, s. Spermatoblasten.

Spermatophoren (grch.) oder Samenpatronen, eigentümliche Apparate, Kapseln u. dgl., die bei manchen männlichen Tieren, z. B. Kopf-^[folgende Seite]