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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sponsa - Sporck

Linie Sponheim-Starkenburg erlosch mit dem Grafen Johann V., dem Sohne Johanns IV. 1437. Nun kamen zwei Fünftel der Vordergrafschaft an die Pfalz, die andern zwei Fünftel an Baden, während von der Hintergrafschaft Pfalz und Baden je die Hälfte erhielten.

Sponsa (lat.), Verlobte, Braut.

Sponsalien (lat.), s. Verlobung.

Sponsieren (lat.), um ein Mädchen werben, liebeln.

Sponsor (lat.), Bürge; S. fidĕi, Glaubensbürge.

Sponsus (lat.), Verlobter, Bräutigam.

Spontan (lat.), freiwillig, von selbst.

Spontaneität (vom lat. spontaneus), Selbstthätigkeit, die dem Willen zugeschriebene Fähigkeit der Selbstbestimmung (Freiheit).

Spontini, Gasparo Luigi Pacifico, ital. Opernkomponist, geb. 14. Nov. 1774 in dem Dorfe Majolati bei Iesi in der Mark Ancona, erhielt bei verschiedenen Lehrern Unterricht im Klavierspiel, Orgelspiel und Gesang, kam 1791 in das Konservatorium della Pietà de' Turchini zu Neapel und schrieb 1796 seine erste Oper (für Rom): "I puntigli delle donne". Ihr folgten bis gegen das J. 1800 vierzehn andere, teils ernste, teils komische Opern. 1803 wandte er sich nach Paris, wo er erst Gesangunterricht gab, dann 1804 eine seiner frühern Opern, "La finita filosofa", mit Erfolg auf die Bühne brachte. In der einaktigen Oper "Milton" (1804) verließ er zuerst seine ital. Manier und bahnte diejenige Umbildung seines Talents an, die in der Oper "Vestale" glänzend zum Durchbruch kam. Die "Vestalin", von Jouy gedichtet und zuerst für Boieldieu bestimmt, dann von S. komponiert, gelangte nur nach Besiegung großer Schwierigkeiten durch die Intervention der Kaiserin Josephine 15. Dez. 1807 an der Großen Oper zur Aufführung. S. feierte hiermit einen großen Triumph. Auch seine nächste Oper "Ferdinand Cortez" (1809) hatte einen glänzenden Erfolg. S. war 1810-12 Direktor der Italienischen Oper. Vielen Beifall fanden die Nummern, die er 1817 den von der Großen Oper wieder vorgenommenen "Danaiden" Salieris hinzufügte und von denen namentlich das Bacchanal hervorzuheben ist, das er später in seiner Oper "Nurmahal" verwendete. Im Dez. 1819 brachte er seine Oper "Olympia" zur Aufführung; doch fand das ausgezeichnete Werk nicht den verdienten Beifall, wozu die veränderten Pariser Zustände und das schwerfällige Libretto beitrugen. Inzwischen wurde S. 1820 als Generalmusikdirektor und erster Hofkapellmeister nach Berlin berufen, von wo er 1842 wieder nach Paris ging. Außer den Umarbeitungen der "Olympia" und des "Cortez" sind aus dieser Zeit zu nennen: das Festspiel "Lalla Rookh" (Winter 1821), die Opern "Nurmahal" (1822, zum Teil aus jenem Festspiel hervorgegangen), "Alcidor" (1825), "Agnes von Hohenstaufen" (1829, aber 1837 umgearbeitet) und verschiedene Gelegenheitssachen. Auch in Paris vermochte S. keinen Boden mehr zu gewinnen. Er reiste 1850 nach Italien, wo er in seinem Geburtsorte Majolati 24. Jan. 1851 starb. In seinen Hauptschöpfungen ("Vestalin", "Cortez" und "Olympia") hat S. einen schönen Gesang mit Einheit des Stils und charakteristischer dramat. Wahrheit vereinigt und die Oper hauptsächlich auf Gluckscher Grundlage fortgebildet. In der Zeichnung individueller Charaktere blieb er etwas zurück; doch geht durch seine Werke ein großer Zug, und in der Behandlung des Recitativs sowie der Chöre und des reich ausgestatteten Orchesters ist er sehr bedeutend. - Vgl. Robert, Gasparo Luigi Pacifico S. (Berl. 1883).

Sponton, s. Esponton.

Sporaden (grch. Sporades, d.i. die Zerstreuten), bei den altgriech. Geographen im Gegensatz zu den Cykladen (s. d.) die südlichste Gruppe der im Agäischen Meere gelegenen, jetzt zum Königreich Griechenland gehörigen Inseln (s. die Karten: Griechenland und Das alte Griechenland, beim Artikel Griechenland): Melos (von andern noch zu den Cykladen gerechnet), Kimolos, Polyägos, Pholegandros, Sikinos, Ios, Amorgos, Thera und Anaphe, die aber jetzt alle zu den Cykladen gerechnet werden; ferner die weiter östlich gelegenen, jetzt zur Türkei gehörigen Inseln Astypaläa, Lebinthos, Ikaria, Karassiä, Patmos, Leros, Kalymna, Kos, Istros, Nisyros, Telos, Karpathos und Kasos; einige Geographen rechneten auch die Inseln Rhodus, Samos, Chios, Psyra und Lesbos zu den S., einige endlich dehnten den Namen sogar auf die im nördlichsten Teile des Agäischen Meers zwischen der Ostküste der Insel Euböa und der Halbinsel Magnesia, der Südküste Thraziens und der Westküste des nördl. Kleinasiens gelegenen Inseln aus. Von diesen gehört die südlichere, aus den Inseln Skiathos, Peparethos (jetzt Skopelos), Ikos (jetzt Chelidromia), Skyros und einigen kleinen jetzt ganz unbewohnten oder nur mit einzelnen Klöstern besiedelten Inseln bestehende Gruppe, von den Neuern mit dem (unantiken) Namen der "nördlichen S." bezeichnet, zum Königreich Griechenland, während die nördliche, die Inseln Lemnos, Thasos, Samothrake, Imbros und Tenedos umfassende Gruppe sich im Besitz der Türkei befindet. - Vgl. Bursian, Geographie von Griechenland, Bd. 2 (Lpz. 1873).

Sporadisch (grch., d. h. zerstreut), vereinzelt vorkommend; in der Medizin das Auftreten von Krankheiten in einzelnen Fällen, im Gegensatz zur Epidemie (s. d.).

Sporadosiderite, s. Meteorsteine.

Sporangium (grch.), das die Sporen enthaltende Organ der Kryptogamen.

Sporck, Johann, Graf von, österr. General, geb. wahrscheinlich 1601 zu Westerloh bei Delbrück, nahm jung als Reiter Dienste im bayr. Heere, in dem er fast den ganzen Dreißigjährigen Krieg mitmachte. Für sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Jankau im März 1645 wurde S. Generalmajor. Nach dem Ulmer Waffenstillstand (März 1647) trat S. mit Johann von Werth in kaiserl. Dienste, wurde zum Feldmarschalllieutenant und bald darauf 12. Okt. 1647 zum Freiherrn ernannt und mit dem böhm. Indigenat beliehen. Später diente S. unter Montecuccoli gegen die Schweden in Polen wie auch bei dem verbündeten Heere, das 1657-60 die Schweden aus Schleswig-Holstein und Dänemark vertrieb. Dann focht er mit Montecuccoli in Ungarn gegen die Türken und hatte mit seinen Reiterregimentern den wesentlichsten Anteil an dem Siege bei St. Gotthardt an der Raab (1. Aug. 1664). Zum Lohn wurde er 23. Aug. 1664 zum Reichsgrafen und zum General über die gesamte Kavallerie ernannt. Auch bei der ungar. Adelsverschwörung (s. Frangipani) kämpfte S. 1670 glücklich gegen die Aufständischen. Zuletzt diente er mit Montecuccoli 1674-75 gegen die Franzosen in den Niederlanden und am Rhein. Dann nahm er seinen Abschied und starb 6. Aug. 1679 auf seinem Schloß Herman-Mester in Böhmen. - Vgl. Rosenkranz, Graf Johann von S.