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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Spriet; Springaffen; Springbeutler; Springbock; Springbrunnen

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Spriet - Springbrunnen

von Schuster. Den gesamten deutschen Sprichwörterschatz wohlgeordnet in übersichtlicher Fassung bietet das "Deutsche Sprichwörter-Lexikon" von Wander (5 Bde., Lpz. 1867-80), das etwa 300 000 S. enthält und durch die vergleichende Zusammenstellung von "S. der german. und roman. Sprachen" von Ida von Düringsfeld (2 Bde., Lpz. 1872-75) eine wünschenswerte Ergänzung findet. - Vgl. noch Borchardt, Die sprichwörtlichen Redensarten im deutschen Volksmund nach Sinn und Ursprung erläutert (5. Aufl., von Wustmann, Lpz. 1895).

Viel lückenhafter ist die Bearbeitung des S. in den andern Litteraturen. "Indische Sprüche" sammelte Böhtlingk (3 Bde., Petersb. 1870-73), arabische Freytag ("Arabum proverbia", 3 Bde., Bonn 1838-45), Carlo Landberg ("Proverbes et dictons du peuple arabe", Bd. 1, Leid. 1883) und Snouck-Hurgronje ("Mekkanische S. und Redensarten", Haag 1886); 4500 nationale S. der Armenier gab der Mechitarist Simon Guilardian heraus (Vened. 1880). Sammlungen griechischer S. wurden schon in alter Zeit veranstaltet; erhalten sind uns nur die der spätern Grammatiker. (S. Parömie.) Über mittelgriechische S. handelt Krumbacher (in den "Sitzungsberichten" der Münchener Akademie, 1893). G. Kavardio auf der Insel Korfu hat 1876 eine Sammlung neugriechischer S. herausgegeben, von der aber nur sechs Bogen, 1141 S. enthaltend, erschienen sind. Eine große Anzahl griechischer und lateinischer S. gab Erasmus in seinen viel gelesenen "Adagia" (zuerst Par. 1500) heraus, die in sehr vielen Auflagen und Bearbeitungen erschienen sind (letzte Ausg. von Suringar, Utrecht 1873, der auch Heinr. Bebels "Proverbia germanica" mit Parallelen neu herausgab, Leid. 1879). Über die griechischen und römischen S. handelten ferner Leutsch und Schneidewin (in ihrer Ausgabe der "Parömiographen", Gott. 1839), C. S. Köhler ("Das Tierleben im S. der Griechen und Römer", Lpz. 1881). Sammlungen lateinischer S., teils mit, teils ohne deutsche Übertragung, hat man von Gruter (1610), Seybold (1677), Faselius (1859), Wüstemann (1856), Georges (1863), Kruse (1863), Otto (1890). Das geordnetste und vollständigste nichtdeutsche Sprichwörterwerk ist das "Spreekwoordenboek" der niederländ. Sprache von Harrebomée (3 Bde., Utrecht 1858-65). Ein nordisches Sprichwörter-Lexikon von Pastor Strömbäck in Öregrund (Schweden), die schwedischen, norwegischen, dänischen und isländischen S. umfassend, liegt druckfertig in der königl. Bibliothek zu Stockholm, nur der Herausgabe harrend. Dänische S. teilte Mau ("Dansk Ordsprogs-Skat", 2 Bde., Kopenh. 1879), englische Hazlitt ("English proverbs", Lond. 1869), schottische Hislop ("The proverbs of Scotland", Glasg. 1862) mit. Franz. Sprichwörtersammlungen gaben Quitard ("Dictionnaire des proverbes français", Par. 1842; dazu seine "Études sur les proverbes français", ebd. 1860) und Le Roux de Lincy (2. Aufl., 2 Bde., ebd. 1859); Bladé stellte besonders zusammen die S. der Armagnaken (ebd. 1880), Canel die normannischen S. (Rouen 1859) u. s. w. In Italien brachte Giuseppe Pitré (1882) 13 000 S. auf; dazu kamen toscanische S. von Giusti (Flor.1853), venetische von Pasqualigo (Vened. 1879), lombardische von Bonifacio (Mail. 1858) und mailändische von Restelli. Für Spanien sammelte Sbarbi ("El refranero general español", 10 Bde., Madr. 1874-78); altspanische S.und sprichwörtliche Redensarten gab Haller heraus (2 Bde.,), Regensburg 1883 u. 1884), ein "Liber proverbiorum polonicorum (Księga przystów polskich)" S. Adalberg (Warschau 1889-94). Vergleichende Sprichwörtersammlungen veranstalteten Gaal, "Sprichwörterbuch in sechs Sprachen" (Wien 1830), und Marin, "Ordspråk" (Stockh. 1867); vgl. auch die Studie von Wahl, Das S. der neuern Sprachen (Erf. 1877). Allgemeine, über alle Litteraturen sich erstreckende Verzeichnisse von Sprichwörtersammlungen geben Nopitsch in seiner "Litteratur der S." (2. Ausg., Nürnb. 1833); Duplessis, "Bibliographie parémiologique" (Par. 1847); nur deutsche Sammlungen verzeichnet Zacher, "Die deutschen Sprichwörtersammlungen" (Lpz. 1852).

Spriet, eine Stange, mit der man Bootsegel ausspannt, indem man sie diagonal zwischen die äußere obere und die innere untere, an dem Mast befestigte Ecke steckt. (S. Segel.)

Springaffen (Callithrix), Marmosets, Sagouins, Gattung der neuweltlichen Affen (s. d.) von sehr schlankem Körperbau, mit hohem, pyramidalem Schädel, hohen, breiten, ziemlich weit auseinander gerückten Unterkieferästen, fast gerade aufeinander stehenden Schneidezähnen und langem, dünnem Schwänze. Die 11 Arten bewohnen Südamerika von der Landenge von Panama bis etwa zum 22.° südl. Br.

Springbeutler, soviel wie Känguru.

Springbock (Antilope euchore Forster), eine der schönsten Antilopen von 1,5 m Länge und 85 cm Schulterhöhe, von prachtvoll gelbbrauner Farbe, die sich in einem breiten Streifen zwischen Schulter- und Hüftgelenk zu dunkelbraun verstärkt; die Unterseite, die Innenseite der Beine, die Schwanzgegend und ein von ihr über den halben Rücken sich erstreckender Streifen, die Schnauze und Backen sind rein weiß. Die 30-40 cm langen Hörner sind zusammen leierförmig. S. bevölkern in Trupps Afrika vom Kapland bis über den Äquator hinaus und unternehmen bisweilen in ungeheuren Scharen weite Wanderungen. Das herrliche, 3 m hoch und 5 m weit springende Tier liefert ein vorzügliches Wildbret, wird lebend aber nur selten gefangen und gelangt nur in vereinzelten Exemplaren nach Europa. Für etwa 600 M. wird das Stück hier verkauft, hält sich aber nur ausnahmsweise längere Zeit.

Springbrunnen, Fontäne (Fontaine), ein Brunnen, bei welchem das Wasser, durch seinen eigenen Druck in einem oder mehrere Strahlen emporgetrieben, in ein Becken zurückfällt. Die Hydrostatik lehrt, daß in zwei miteinander verbundenen Röhren (Kommunizierenden Röhren, s. d.) das Wasser stets gleich hoch steht, oder daß das Wasser stets zu derselben Höhe wieder hinaufzusteigen strebt, von welcher es hinabfiel. Denkt man sich ein Wassergefäß oder einen Teich auf einem Berge und von diesem eine Röhre abwärts geführt und dann wieder etwas steigend, so wird das Wasser, das aus dem Teich u. s. w. durch die Fallröhre hinabsteigt, durch die aufsteigende Röhre wieder nach aufwärts streben und so hoch steigen wollen, als es herabfiel. Der Widerstand der Luft und die durch die Reibung in der Röhre absorbierte Kraft bewirken jedoch, daß der Strahl im Freien nicht wieder ganz so hoch aufsteigt, als er fiel. Durch den natürlichen Wasserdruck steigt z. B. der Strahl der Bohrbrunnen (s. d.). S. für öffentliche Anlagen und Gärten werden entweder durch den Druck der Wasserleitung oder durch Pumpwerke be-^[folgende Seite]