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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Stahlkammern - Stair

tyrer und sein neuester Beurteiler" (ebd. 1880), "Löhe, Thomasius, Harleß, drei Lebens- und Geschichtsbilder" (ebd. 1887), "Zur Erinnerung an Chr. G. Ad. Freiherrn von Scheurl" (ebd. 1893).

Stahlkammern, die feuerfesten und diebessichern, gepanzerten Gewölbe der Bankgebäude (s. d.).

Stahlkugeln, s. Globuli Tartari ferrati.

Stahlperlen, s. Perlen.

Stahlpräparate, s. Eisenpräparate.

Stahlquellen, Eisensäuerlinge (s. d. und Stahlwässer).

Stahlspiel, s. Glockenspiele.

Stahlstabgeläute, s. Glocke.

Stahlstein, Mineral, s. Eisenspat.

Stahlstich, Siderographie, die Vervielfältigung von Zeichnungen, Gemälden u. s. w. durch gravierte Stahlplatten, ist eine zuerst (1820) von Charles Heath in England angewendete graphische Kunst. In Deutschland wurde der S. von engl. Stechern (Winkles, Payne) in dem Atelier des Professors Karl Frommel in Karlsruhe eingeführt. Deutsche Stecher eigneten sich bald die Technik der Engländer an und haben ganz Vorzügliches geleistet. Die Bearbeitung ist in der Hauptsache dieselbe wie beim Kupferstich (s. Kupferstechkunst), man wendet alle Manieren desselben auch auf Stahl an. Da aber die Härte des Stahls die Bearbeitung erschwert, entbehren S. der Weichheit und Zartheit der Abdrücke von Kupferplatten, die allerdings in höchstens tausend Exemplaren hergestellt werden können, während man von der Stahlplatte ungefähr 20 000 Abzüge nehmen kann. Neuerdings ist der S. ganz außer Gebrauch gekommen, nachdem man gelernt hat, die Kupferplatten durch Verstählen (s. d.) widerstandsfähiger zu machen. Das Technische des Drucks von S. entspricht dem von Kupferstichen (s. Kupferdruck).

Stahlwässer, Eisenwässer (Chalybopegae), Mineralwässer (s. d.), die durch einen Gehalt an Eisensalzen (meist doppeltkohlensaurem Eisenoxydul) ausgezeichnet sind. Neben dem Eisen enthalten sie als hervorstechende Bestandteile auch kohlensaure Salze und freie Kohlensäure (Eisensäuerlinge), oder schwefelsaure Salze (salinische Eisenwässer), öfter mit Schwefelwasserstoff, oder vorwiegend Erdalkalien (erdige S.). Die S. kommen zur Anwendung bei Blutarmut, Bleichsucht, bei vielen Frauenkrankheiten, bei Nervenkrankheiten (Hysterie, Hypochondrie, Neuralgien, Krämpfen u. s. w.), bei Verdauungsbeschwerden u. dgl. Dagegen vermeidet man sie bei Vollblütigen, zu Schlagfluß geneigten, bei Lungenkranken (Tuberkulösen). Das Wasser wird entweder getrunken oder zu Bädern verwendet. Es schmeckt herb, tintenähnlich. Die vorzüglichsten S. sind die zu Schwalbach, Spa, Brückenau, Steben, Königswart, Imnau, Liebenstein, Alexisbad, Flinsberg, Reinerz, Liebwerda, Schandau, Augustusbad, Niederlangenau, Freienwalde, Driburg, Pyrmont, Rippoldsau, Bocklet, Griesbach, St. Moritz, Franzensbad, Elster, Cudowa, Levico, Roncegno.

Stahr, Adolf, Schriftsteller, geb. 22. Okt. 1805 zu Prenzlau, studierte in Berlin und Halle zuerst Theologie, dann Philologie, wurde 1826 Lehrer am Pädagogium zu Halle, 1828 Gymnasiallehrer in Oldenburg, 1836 Konrektor und Professor daselbst. Nachdem er 1852 seine Entlassung genommen hatte, ließ er sich in Berlin nieder und vermählte sich 1855 in zweiter Ehe mit der Schriftstellerin Fanny Lewald (s. d.). Er starb 3. Okt. 1876 in Wiesbaden. Seine litterar. Thätigkeit war mehr vielseitig als bedeutend und gründlich. Er begann mit philol. Arbeiten über Aristoteles und nahm lebhaften Anteil an den "Hallischen Jahrbüchern". Er schrieb: "Ein Jahr in Italien" (3 Bde., Oldenb. 1847-50; 4. Aufl. 1874), den Roman "Die Republikaner in Neapel" (3 Bde., Berl. 1849), "Charakteristik Immermanns" (Hamb. 1842), "Zwei Monate in Paris" (2 Bde., Oldenb. 1851), "Weimar und Jena" (2 Bde., ebd. 1852; 3. Aufl., ebd. 1893), "Die preuß. Revolution" (2 Bde., ebd. 1850: 2. Aufl. 1852), "Torso, oder Kunst, Künstler und Kunstwerke der Alten" (2 Bde., Braunschw. 1854-55; 2. Aufl. 1878), "G. E. Lessing, sein Leben und seine Schriften" (2 Bde., Berl. 1858; 9. Aufl. 1887), "Nach fünf Jahren" (2 Bde., Oldenb. 1856), "Herbstmonate in Oberitalien" (ebd. 1859; 2. Aufl. 1871). Seitdem kehrte S. zu den Altertumsstudien zurück. So veröffentlichte er Übersetzungen eines großen Teils der Werke des Aristoteles, der Kaiserbiographien Suetons und der Geschichte Herodians. Dem schlossen sich an die "Bilder aus dem Altertum" (Berl. 1863-66) in vier Teilen ("Tiberius", 2. Aufl. 1873; "Kleopatra", 2. Aufl. 1879; "Röm. Kaiserfrauen", 2. Aufl. 1880, und "Agrippina, die Mutter Neros", 2. Aufl. 1880). 1871 veröffentlichte er eine neue Übersetzung und Erklärung der "Annalen" des Tacitus, Buch 1-VI (Berlin), zur Rechtfertigung seiner Ansichten über Tacitus. Dazwischen hatte er eine Erklärung von "Goethes Frauengestalten" (2 Bde., Berl. 1865-66; 7. Aufl. 1882) herausgegeben. Die J. 1866-68 brachte S. in Italien und in der Schweiz zu. Als Frucht dieser Reise veröffentlichte er gemeinschaftlich mit Fanny Lewald: "Ein Winter in Rom" (Berl. 1869; 2. Aufl. 1871) und eine Sammlung seiner Gedichte u. d. T. "Ein Stück Leben" (ebd. 1869). Ihnen folgten "Aus der Jugendzeit" (2 Bde., Schwerin 1870-77) und "Kleine Schriften zur Litteratur und Kunst" (4 Bde., Berl. 1872-75). - Vgl. Glaser, Adolf S. (in "Unserer Zeit", 1876, 2. Hälfte).

Stahrenberg, bayr. Dorf, s. Starnberg.

Stainer oder Steiner, Jakob, Geigenmacher, geb. 14. Juli 1621 zu Absam in Tirol, soll sich in Cremona bei Nicolas Amati gebildet haben und ließ sich 1641 in Absam als Geigenmacher nieder. Nahrungssorgen zwangen ihn anfangs, sehr schnell zu arbeiten, da er für eine Geige selten mehr als 6 Fl. erhielt. Später konnte er bei bessern Preisen mehr Sorgfalt auf seine Arbeiten verwenden. 1669 erhielt er vom Kaiser das Prädikat als Hofgeigenmacher. Für seine besten Instrumente werden 12 Geigen gehalten, die er als Geschenke für die 12 Kurfürsten bestimmt haben soll. Trotz hoher Anerkennung kam S. wieder in Elend; er starb 1683 im Wahnsinn. - Vgl. Ruf, Der Geigenmacher Jakob S. (Innsbr. 1872); ders., Jakob S. in Geschichte und Dichtung (ebd. 1892); Niederheitmann, Cremona (3. Aufl., Lpz. 1897).

Staines (spr. stehns), Stadt in der engl. Grafschaft Middlesex, links an der Themse, Station der Linie London-Reading der London and South-Westernbahn, welche hier nach Windsor abzweigt, zählt (1891) 5060 E. über den Fluß führt eine hochgewölbte Brücke nach Egham (s. d.).

Staint., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Henry Tibbats Stainton (spr. stehnt'n; geb. 1822, gest. 1892), einen engl. Entomologen, besonders ausgezeichneten Kenner der Mikrolepidopteren.

Stair (spr. stähr), schott. Viscount- und Grafentitel in der Familie Dalrymple (s. d.). Der erste