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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Staub - Staubgefäße

der Akademien zu Wien, Nürnberg und Trier und lebt in Köln. Er baute im got. Stil namentlich in der Erzdiöcese Köln zahlreiche Kirchen, Krankenhäuser und Klöster, Schlösser und Villen; so die Marienkirche in Aachen, die Mauritiuskirche in Köln (1861-65; Polygonalbau nach dem Muster der Liebfrauenkirche zu Trier), Kirchen zu Kevelaer, Dessau, den Mariendom in Linz a. d. Donau (1862 begonnen). S. ist einer der bedeutendsten Vertreter der Gotik in der Rheinischen Schule. Er veröffentlichte "Got. Entwürfe" (Bd. 1, 10 Hefte, Bonn 1854-61), "Got. Einzelheiten" (Lüttich 1868-70), "Got. Musterbuch" (unter Mitwirkung von Ungewitter und Reichensperger, Lpz. 1856 -60) u. a.

Staub, die der Luft beigemengten Teilchen fester unorganischer und organischer Körper. (S. Atmosphäre.) Die Hauptmenge des S. wird wohl durch Stürme und Wirbelwinde der Atmosphäre zugeführt; ferner viel durch vulkanische Ausbrüche, zum geringern Teil auch durch Moor-, Prairie- und sonstige Brände. Diese Staubmassen senken sich natürlich nach und nach nieder, die feinern Teilchen werden aber immer wieder durch aufsteigende Luftströme mit in die Höhe genommen. So kann sich S. lange in der Luft erhalten und gleichmäßig verteilen. Von dem Niedersenken größerer Massen geben die öfters eintretenden Staubfälle, die man über dem Atlantischen Ocean, aber auch im südl. Europa und andern Orten beobachtet hat, Zeugnis. Mehrfach will man geradezu Wolken (Staubwolken), aus festen Körperteilchen bestehend, wahrgenommen haben, die das Aussehen von Gewitterwolken haben sollen. Außer diesem irdischen S. kennt man auch noch den kosmischen, den aus dem Weltall auf unsern Planeten herabfallenden S.

Der sich in den Wohnungen ansammelnde S., den man am deutlichsten wahrnimmt, wenn Sonnenlicht in einen dunkeln Raum fällt (Sonnenstäubchen), ergiebt sich, unter dem Mikroskop betrachtet, als ein Gemenge von Steinresten, Fäserchen von Wolle, Baumwolle und Seide, Mehlstäubchen, Pelz- und Bettfederteilchen, Metallschüppchen, Ruß und zahlreichen organischen Gebilden, unter denen Hautschuppen selten fehlen. Auch an lebendigen Keimen (Sporen, Pilze) mangelt es im S. nicht. Über die durch fortgesetzte Einatmung des S. erzeugten Krankheiten s. Staubinhalationskrankheiten.

Staubbach, s. Lauterbrunner Thal.

Staubbäche, s. Bach.

Staubbeutel, s. Staubgefäße.

Staubbilder, elektrische, s. Elektrische Bilder.

Staubblätter, s. Staubgefäße.

Staubbrand, s. Brand (des Getreides).

Staubeinatmungskrankheiten, s. Staubinhalationskrankheiten.

Staubexplosionen, s. Mühlstaub.

Staubfaden, s. Staubgefäße.

Staubfeuerung, Kohlenstaubfeuerung, eine erst in neuester Zeit zu praktischer Bedeutung gelangte Feuerung für Dampfkessel, Schmelz-, Glüh- und Schweißöfen u. s. w., bei der als Brennmaterial fein gemahlene Kohle, "Kohlenstaub", zur Verwendung kommt. Nach deutschem Reichspatent Nr. 63955 von Wegener und Baumert in Berlin wird der in einen Fülltrichter gebrachte Kohlenstaub durch eine Walze in eine Kammer übergeführt, aus der er entweder durch Dampf oder durch Luft oder durch beide in den Verbrennungsraum geblasen wird. Nachstehende Abbildung erläutert die S. von R. Schwartzkopff in Berlin. Der Trichter a, der die Staubkohle enthält, ist nach unten durch ein festes Blech e, durch ein federndes Blech d und durch ein ebenfalls federndes mittels der Schraube b verstellbares Blech c abgeschlossen. Die rotierende Stahldrahtbürste f enthält einen Hammer g, der bei jeder Umdrehung der Bürste gegen die Nase h des Bleches d schlägt; durch den hierbei entstehenden Spalt zwischen c und d wird ein durch die Schraube b zu regulierendes Quantum Kohlenstaub der Bürste übergeben, welche es in den Verbrennungsraum k schleudert. Durch das Zurückschnellen des Bleches d wird der Trichter a erschüttert und ein sicheres Nachrutschen des Brennmaterials erzielt. Die Verbrennungsluft wird auf den durch die Pfeile l, m und n bezeichneten Wegen zugeführt. Der Hauptweg n ist durch den Schieber o regulierbar. Die S. der Berliner Kohlenstaubfeuerungs-Aktiengesellschaft arbeitet ohne bewegte Teile; den Kohlenstaub reißt Preßluft von 50-60 mm Wasserdruck fort. - Weitere Konstruktionen s. Bd. 17.

Durch die bei der S. eintretende innige Berührung der Staubteilchen mit der Verbrennungsluft wird eine sehr gute Ausnutzung des Brennmaterials sowie eine vollkommen rauchfreie Verbrennung erreicht. Da auch minderwertige Kohle, wie erdige Braunkohle, durch die S. gut ausgenutzt wird, so ist die S. als ein bedeutender Fortschritt in der Feuerungstechnik zu bezeichnen.

^[Abb.]

Staubfiguren, elektrische, soviel wie Lichtenbergsche Figuren (s. d.). - Über Kundts Staubfiguren s. d. - Vgl. Warlich, Die Kohlenstaubfeuerung (Cass. 1896). ^[Dieser Satz scheint zum vorhergehenden Stichwort "Kohlenstaubfeuerung" zu gehören]

Staubgefäße oder Staubblätter (Stamina), in den Blüten der phanerogamischen Pflanzen die Teile, die in ihrem Innern den Pollenstaub entwickeln und deshalb als männliche Organe betrachtet werden. Sie bestehen aus einem Behälter, dem Staubbeutel, der einen verschieden, meist aber gelb gefärbten Staub, den Blütenstaub oder Pollen (s. d.), enthält. Die einfachste und unvollkommenste Form von S. findet sich bei den Nadelhölzern. Hier erscheinen sie als blatt- oder schildförmige Schuppen, an deren einer Seite mit Blütenstaub erfüllte Schwielen oder Ausbauchungen sich befinden, die zuletzt aufreißen und den Staub ausstreuen. Bei den Angiospermen unterscheidet man gewöhnlich drei Teile an jedem Staubgefäß: die Anthere oder den Staubbeutel, das Konnektiv und das Filament oder den Staubfaden. In der Anthere werden die Pollenkörner gebildet; sie besteht in der Regel aus zwei Fächern; die zwischen beiden befindliche Partie, die sehr verschiedenartig ausgebildet sein kann, bezeichnet man als Konnektiv oder Mittelrand und den fadenförmig oder auch anders entwickelten, dem letztern ansitzenden Träger nennt man das